Frage von Panderos, 52

Wie soll ich mein (halbjähriges) Praktikum überstehen?

Hallo,

ich weiß echt nicht weiter. In der einen Woche bin ich optimistisch, in der anderen fühle ich mich wie der traurigste Mensch auf Erden. Selbsthass, Ausdauer, Wut, Willenskraft, Angst,... das alles wechselt sich immer mal wieder ab. Am einen Tag denke ich, dass ich die FOS locker schaffe, wenn ich lerne, am nächsten liege ich im Bett und überlege ernsthaft, wie ich ins Koma fallen könnte. Produktivität ist da natürlich auch schwierig, vorwiegend, weil ich mir das Wieso nicht gut beantworten kann; "damit ich die Entscheidung des Berufs und Co. aufschieben kann". Toll. Demotivierend.

Ich habe wöchentlich wechselnd Praktikum und Schule, und während sich alle in der Woche immer auf ihr Praktikum freuen, will ich nicht, dass die Tage vergehen. Die Schultage. Ich hasse Schule, ich mag sie nicht und ich fühle mich bisweilen überfordert, werde außerdem immer an meine Unsicherheit erinnert; aber ich will trotzdem nicht, dass die Schultage aufhören, weil das Praktikum schlimmer ist. Das ist ... ein Tiefpunkt. Ich meine, morgens bin ich immer ein Wrack. Am Morgen bin ich am Ende, völlig zerstört. Am Abend habe ich auch Schwierigkeiten. Aber wie es mir tagsüber geht, variiert.

Nur während des Praktikums, da fühle ich mich immer als wäre ich depressiver als sonst was. Das liegt nicht unbedingt an Faulheit (auch wenn meine Energielosigkeit ggf trotzdem Faulheit ist xP); ich bin habe in den Ferien ja auch schon drei Wochen gearbeitet, hatte zwar nicht soo viel Bock drauf, aber mochte es auch irgendwie. Habe aktiv gearbeitet und war am Morgen nie kaputt, weil ich in der Arbeit eben angenehme Atmosphäre und coole Mitarbeiter hatte, und eben wusste, wie die Arbeit funktioniert. Aber im Praktikum? Da bin ich extrem überfordert. Ich besitze das nötige Vorwissen nicht, und deshalb überspringe ich schwere Sachen immer, weil ich nicht so oft fragen kann (und meine Sozialphobie von vor vier Jahren hat auch noch Nachwirkungen). Aber die gehen nicht. Die häufen sich nur an.

Die Leute dort sind ... teilweise okay. Mehr oder weniger ... aber es ist eben nicht so schlimm, dass ich mich bei meinem Lehrer melden könnte, um einen anderen Praktikumsplatz zu bekommen. Die würden nur mit den Leuten dort reden und alles schlimmer machen, da das alles auf meiner blöden Psyche aufbaut.

Im Februar habe ich das neue Praktikum, das kann nur besser werden. Aber ich kann doch jetzt schon nicht mehr. Ich hab mich dort letzte Woche zwei Tage krankgemeldet und es war trotzdem zu viel. Ich will nicht deswegen die FOS abbrechen, aber .... Nach der ersten Praktikumswoche hatte ich einen extremen Nervenzusammenbruch, am 25. September. Die habe ich häufiger in kleinem Ausmaß, aber da war's schlimm; habe meine Faust an einer Wand wund geschlagen, so arg, dass die Knöchel heute nach drei Wochen noch leicht gerötet sind.

Wie soll ich diese Ewigkeit durchhalten, ohne Suizidgedanken zu bekommen..? Und, bitte, sagt nicht so was wie "Stell dich nicht so an".

Antwort
von PicaPica, 20

Das ist nicht einfach, das was du da beschreibst.Kann ich in Teilen auch sehr gut nachvollziehen.

Aber weißt du, wenn dich das dermaßen fertig macht, solltest du dir tatsächlich überlegen, ob der derzeitige Weg der richtige ist für dich. Noch dazu du geschrieben hast, der Beruf bzw. das Praktikum in den Ferien war in Ordnung.

Hättest du diese Symptome beschrieben, verbunden mit der Frage ob du auf dem Gymnasium bleiben, oder auf die nächst untere Schulart wechseln sollst, hätte dir sicher jeder geraten, die Schule zu wechseln. Verstehst du, was ich dir damit sagen will?

Setze dich in einer Mußestunde einmal hin und höre in dich hinein. Finde heraus, was deine Stärken sind, was dir Spaß macht und versuche in dieser Richtung deinem Weg zu folgen. Alles Gute, und den Mut zur richtigen Entscheidung.

Kommentar von Panderos ,

Hmm. Ehrlich gesagt kenne ich sogar eine (ansprechende) Alternative. Zwei Jahre in einem Fremdspracheninstitut; allerdings nicht, um dann den entsprechenden Beruf auszuüben, sondern erstmal als Lückenfüller und außerdem als Weg, um intensiv zwei Sprachen zu lernen und eine davon zu perfektionieren. Sprachen mag ich gern, die sind nützlich und machen sich immer gut.

... und danach eben 2019 im Alter von 20 auf die FOS, um den zweiten Anlauf mit einer gefestigteren Psyche und einem klareren Lebensweg sprich mehr Motivation, da ich dann endlich einen Grund für das alles habe, irgendwo jedenfalls, gehen.

....... aber wenn ich die FOS abbrechen sollte, dann doch erst nach dem Halbjahr, oder nicht? .. dann ist das Praktikum ja aber schon vorbei. Das erste jedenfalls. Und ich sitze sinnlos rum, weil ich eh aufhöre. Kann ich denn einfach jetzt direkt aufhören? Aber wie soll ich dann die Lücke füllen, die bis September klafft? Ich mein, ich weiß wie ich sie nutzen könnte, für meinen Wunsch, Autor zu werden, aber den Lebenslauf macht das nix Gutes. Praktika? Das ist meine einzige Angst: Die Frage, wie ich die Lücke noch füllen sollte.

Einige Praktika, die halt jeweils ein, zwei Monate dauern. Denke ich. Aber die müsste ich auch erstmal finden. Ist es da schlimm, wenn ich drei Monate oder so bis vielleicht Januar keines habe, weil ich so kurzfristig nicht fündig wurde? Kennst du dich da besser aus?

Danke übrigens für die helfenden Worte.

Kommentar von PicaPica ,

Lieber Panderos,

deine Frage bzw. dein Problem beschäftigt mich nun schon längere Zeit (ob ich will oder nicht), ohne dass ich dir eine fundierte Antwort geben könnte, mit der ich selbst zufrieden wäre.

Sieh es mir nach, dass es noch einige Tage dauern kann, aber ich halte absolut nichts davon, mich in nichtssagenden Floskeln wie "Kopf hoch, das wird schon" etc. zu ergießen. Da ich zudem noch Fragen an dich habe, die tiefergehender Natur sein werden, sollte ich dich zunächst fragen, ob dir die Hinterfragung und Darstellung deiner psychologischen Problematik hier angenehm wäre.

Die Entscheidung liegt bei dir. Meine erste Frage wäre, auch wenn du sie nicht für prioritär erachten wirst: Worin konkret äußern sich die Auswirkungen deiner "Sozialphobie", und wann werden diese besonders deutlich? Gibt es "Multiplikatoren"?

Natürlich könnte ich dir empfehlen, einen guten Psychotherapeuten aufzusuchen. Ich denke vorerst, dass es keinen braucht.

Ich würde mich freuen, von dir zu hören. LG

Kommentar von Panderos ,

Ach weh, tut mir leid, dass ich das nicht gesehen habe. :/

Ich habe mittlerweile die Schule (etwa zwei Wochen nach der Frage) abgebrochen und stehe nun (logischerweise) vor anderen Problemen, aber immerhin.

Worin konkret äußern sich die Auswirkungen deiner "Sozialphobie", und wann werden diese besonders deutlich? Gibt es "Multiplikatoren?

Das ... hm. Besonders deutlich werden sie glaube ich in solchen Fällen, in denen ich eben etwas zu erledigen habe und mir unsicher bin, ob ich das schaffe, mich aber nicht traue (oder auch gar nicht "darf"), ein zwanzigtausendstes Mal nachzufragen und so zu enttäuschen. Das kommt halt auf die Umstände und selbstverständlich auf die anzusprechende Person an.

Oh, und beim Telefonieren mit Fremden, mit denen ich zuvor schon per Chat Kontakt hatte.

Aber ich weiß nicht, ob das jetzt ohnehin hinfällig ist. In der Zukunft werde ich sicher noch so einige Schwierigkeiten mit der Schule und meiner Denkweise, dass ich irgendwie unfähig bin, haben, aber zur gegebenen Zeit hoffe ich einfach, dass ich endlich Perspektive finde.

Und ich habe mich übrigens für eine Psychotherapie entschieden. Lieber einmal zu viel als zu wenig, schätze ich.

Aber auf jeden Fall danke für dein Interesse. :)

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