Frage von MissIdontKnow, 87

Wie soll ich in dieser Situation mit meiner Trauer umgehen?

Hallo ihr Lieben,

Meine Oma hat vor 3 Wochen erfahren, dass sie einen gefährlichen Tumor hat. Sie kam ins Krankenhaus, da sie sich nicht gut fühlte. Der Tumor wurde erst dort diagnostiziert. Seit 3 Jahrzehnten war sie nicht mehr beim Arzt. Wenn sie krank wurde hat sie sich selber geholfen. Die Diagnose War ein Schock für uns alle. Einen Tag zuvor konnte sie noch alles selber.Ist sogar mit dem Rad eine große Strecke gefahren. Mein Opa starb vor fast 15 Jahren. Bisweilen meisterte sie ihr Leben ohne Hilfe, war nie ernsthaft krank und machte alles selbst. Mindestens 1-2 Mal in der Woche besuchte ich sie. Wir aßen zusammen, spielten Karten und redeten. Ich habe es genossen :) Vor 2 Jahren starb mein anderer Opa und meine Oma half mir super durch diese schwere Zeit. Mit ihr konnte ich meine Probleme besprechen. Sie War meine Zuhörerin. Als Kind War ich mit ihr im Zoo, sind Fahrrad gefahren (in Park, zum See). Wir haben viel zusammen gemacht, da sie sich sehr viel Zeit für mich und meinen Bruder gekommen hat. Jetzt fällt es mir mehr als schwer sie los zulassen.! Im Krankenhaus gestern hat sie gesagt, dass sie sterben möchte und ich aufhören soll zu weinen. Nach ein paar Minuten wollte sie uns Rausschicken, da sie schlafen wollte. Die anwesende Ärztin meinte jedoch, dass es wahrscheinlich das letzte Mal sei, dass wir mit ihr reden können, da sie Schlafmittel bekommt (das war Omi's Wunsch) um in Ruhe sterben zu können. Wir haben kurz mit ihr gesprochen, bis Oma uns bat zu gehen. Im Gehen habe ich noch gesagt :"Oma ich habe dich lieb" Sie antwortete : "Ich euch auch." Dann sind wir gegangen.

Für mich fasste ich den Entschluss, dass es das Letzte Mal war, an dem ich mich verabschiedet habe. Auf der einen Seite würde ich sehr gern noch mal zu ihr und sie sehen, mit ihr sprechen. Auf der anderen Seite stimmt es mich traurig, dass sie von Anfang an meinte, sie kämpft nicht gegen den Tumor und wir müssen das akzeptieren.
Sie War schon immer Selbstbestimmung und konsequent. Man muss sagen, dass sie bis gestern komplett klar im Kopf war.

Ich weiß nicht wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Mich macht es fertig. Seit gestern bin ich nur am Heulen. Ich verstehe ihre Situation, dass sie ohne Schmerzen sterben will und auch ein gutes Alter hat --> 80 Jahre. Jedoch liebe ich und brauch ich sie. Ich habe keine weiteren Großeltern mehr. Zu wem soll ich gehen, wenn ich Probleme habe ? Meine Freunde scheinen zur Zeit nur mit sich beschäftigt zu sein. Mit meinen Eltern möchte ich nicht unbedingt über alles sprechen. Meine Oma fehlt mir jetzt schon.

Mir fällt es schwer sie los zulassen. Zumal ich das Gefühl hatte, sie freute sich nicht wirklich, als ich sie gestern besuchte. (ich war jeden 2. Tag im Krankenhaus bei ihr) Im Moment bin ich mit den Nerven am Ende. Mit Freunden habe ich gestern schon gesprochen. Im Moment brauch ich Zeit für mich. Wie kann und soll ich mit dieser Trauer umgehen ? Entschuldigung für den langen Text.

Antwort
von Calim8, 47

Noch ist deine Oma nicht tot. Wenn dir danach ist, gehe sie ruhig noch wieder besuchen. Auch wenn sie nicht bei sich sein sollte. Du kannst mit ihr reden. Und über deine Lage hier auch im Forum zu reden entlastet doch schon ein bisschen. Ich wünsche dir viel Kraft. Wenn dir zum Weinen ist, dann weine.Wenn deine "Freunde" jetzt keine Zeit für dich haben würde ich mal überlegen ob es wirkliche Freunde sind. Freue dich, dass du so eine tolle Oma hast, gehabt hast. Ich habe meine Großeltern nie kennengelernt, weil sie schon tot waren als ich geboren wurde. Alles Liebe für dich.

Kommentar von MissIdontKnow ,

Ich danke dir für deine lieben Worte :) das hilft mir gerade. 

Stimmt ich sollte wirklich dankbar sein, dass ich sie hatte. 

Ich bin auch froh, dass  sie nicht plötzlich Vondannen ging, sondern ich noch Zeit habe/ hatte mich zu verabschieden. 

Dass du deine Großeltern nie kennengelernt hast, tut mir leid :-( 

Antwort
von Unkonzentrierte, 58

Das ist wirklich sehr traurig 😔 Ich glaube, was hilft, ist, wenn du darüber redest. Ich denke, wenn es dir wirklich schlecht geht, solltest du doch Freunde haben, die dir mal eine Stunde zuhören können oder? Wahrscheinlich entlastet es dich schon, es hier einfach im Forum zu schreiben. Trauer hat eben seine Zeit, auch wenn die besten Menschen im Umfeld sterben. Vielleicht schreibst du Briefe in denen du rein schreibst wie du dich fühlst? Diese Briefe musst du ja niemals abschicken. Einfach von der Seele schreiben alles. Und ich finde, du solltest vielleicht positiv zurück schauen können, und sagen, was für ein toller und waiser Mensch das war. 

Ich hoffe meine Worte können wenigstens ein bisschen helfen. 

LG

Kommentar von MissIdontKnow ,

Die Idee mit den Briefen ist gut. Werde ich wohl umsetzen. Ich danke dir. 

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