Frage von TheKn0wledge, 73

Wie soll ich das meiner Therapeutin erklären?

Hey...

also... Oftmals wurde mir gesagt (auf dieser Plattform), dass ich mich dringend in Therapie begeben sollte, und nach Jahren (ich kann mich eigtl nicht daran erinnern jemals anders gedacht oder gefühlt zu haben) habe ich mich dazu durchgerungen, das auch zu tun, bzw., ich wurde von meiner Mutter dazu genötigt (sie hat mich zum Arzt gebracht und der mich überwiesen zur Psychiaterin). Ich habe jetzt eine Psychiaterin die auch halbwöchentlich in einer Klinik arbeitet, aber das ist ja irrelevant...

Jedenfalls hat sie mir gesagt, dass sie mich ambulant nur betreuen kann, solange keine akute Fremd- oder Eigengefährdung vorliegt, und dass, wenn es doch dazu kommt, ich klinisch betreut werden müsste, oder eben gar nicht, da sie solche Fälle ambulant auch gar nicht behandeln dürte.

Jetzt die Sache: Ich habe Selbstmordgedanken. Schon immer. 24/7. Durchgeplant, Detail für Detail, alles. Mehrmals schon habe ich Abschiedsbriefe oder Testamente geschrieben um diese hinterher wieder verschwinden zu lassen. Ich träume oftmals vom Tod, oder eben Selbsttötung (oder davon, von anderen getötet zu werden), dabei fühlt sich der Tod nie schlimm an, mehr wohlig, erlösend, weich, und ich habe keine Angst, im Gegenteil, ich begrüße das Sterben sogar (einmal habe ich sogar luzid davon geträumt unter Wasser tief einzuatmen und bin trotz des Sterbens nicht aufgewacht - ich habe für wenige Sekunden den Tod oder besser, das tot sein, gespürt, und es hat sich gut angefühlt).

Ich will, kann, was auch immer, nicht in die Klinik.

Aus Gründen. Vielen verschiedenen Gründen.

"Glücklicherweise" habe ich aber nicht den Mumm, den Mut, die Eier, meine Träume in die Tat umzusetzen - oftmals scheitert es am letzten Schritt (stand oftmals aufm Sims, aufm Stuhl mitm Strick um den Hals, usw...), das eine Mal, als es hätte klappen können, wurden mir die Medikamente weg genommen ehe ich hätte mir die totale Überdosis geben können, damals im Glauben, ich würde mich daran berauschen, statt sie zur Auto-Euthanasie zu nutzen.

Ich wünsche mir auch häufig, einen Unfall zu haben, in einen Anschlag verwickelt zu werden, oder an einer tödlichen Krankheit, bspw. Krebs zu erkranken, damit diese Einflüsse das tun, wozu ich den Mut nicht hab: mich erlösen aka umbringen.

Ist das eine Eigengefährdung?

Wie soll ich das meiner Therapeutin (nächster Termin 11.8.) erklären?

Soll ich ihr überhaupt davon erzählen?

Danke...

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 39

Deine Psychiaterin kann dich nur ambulant behandeln, wenn du nicht akut eigen oder fremdgefährdend bist. Starke Suizidgedanken gehören zweifelsohne zu einer Eigengefährdung.

Ich wollte auch nicht in eine stationäre Klinik, aber meinen Psychiater anzulügen macht ebenfalls wenig Sinn. Eine erfolgreiche Behandlung kann nur dann erfolgen, wenn man sich dem Therapeuten (oder in deinem Falle der Therapeutin) gegenüber öffnet.

Ich selbst habe anfangs den Satz gewählt: "sicher habe ich Suizidgedanken, welcher depressive hat das nicht, so können bzw. müssten Sie alle Klienten einweisen. Es ist jedoch ein Unterschied, ob man solche Gedanken hat oder es wirklich tun würde. Akut (den es heisst ja bei akuter Selbstgefährung) selbstgefährdet bin ich nicht, da ich es nicht tun würde und auch den Mum nicht hab es zu tun. Lassen Sie es uns erst mit einer ambulanten Therapie versuchen. Ich gebe Ihnen rechtzeitig bescheid sobald meine Suizidgedanken einen akuten Status erreichen".

Dies bedeutet natürlich auch, dass du dann rechtzeitig bescheid geben musst. Bei mir war dies nach einigen Monaten der Fall und ich muss sagen, die Klinik hat mir anschliessend das Leben gerettet. Psychiatrische Kliniken sind anders als man sie aus Filmen kennt. Eine Einweisung empfand ich nach anfänglichem Streuben mehr als angenehm denn als bedrohlich.

Antwort
von einfachichseinn, 47

Du solltest ihr das auf jeden Fall erzählen!

Das kannst du machen in dem du ihr genau das schilderst, was du hier geschrieben hast.

Und ja es kann sein, dass du eingewiesen wirst.

Allerdings ist das nur halb so schlimm, wie du vermutlich glauben wirst.

Wegen einem Aufenthalt in der Psychiatrie musst du dein Abitur nicht aufgeben und auch nicht verschieben oder sonst was. Es gibt sogenannte Klinikschulen. Die liegen je nach Klinik direkt auf dem Grundstück der Klinik oder in der unmittelbaren Nähe.

Du wirst gewiss weniger Unterricht erhalten, aber du wirst auch in einer sehr kleinen Klasse unterrichtet werden. Deine Lehrer werden sich dann mit der Klinikschule in Verbindung setzen und dir die Unterlagen zukommen lassen. Es kann auch sein, dass du eine Klausur dann in der Klinik schreiben darf oder zu einem späteren Zeitpunkt.

Du wirst dort auch nicht mit irgendwelchen Gestalten (wie du es in einer anderen Frage nanntest) zusammenleben, sondern mit ganz normalen Menschen. Den wenigsten siehst du an, dass sie krank sind.

Wenn ich du wäre, würde ich mir das noch einmal gründlich überlegen und mich informieren, wie es in der Klinik abläuft.

Stell dir mal vor nachher bestehst du dein Abitur nicht so gut oder sogar gar nicht, weil du dich nicht zum lernen aufraffen konntest bzw nur negative Gedanken im Kopf hattest.

Eine Depression führt leider nicht selten zu erheblichen Leistungseinbrüchen.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Lernen muss ich gar nicht erst. Ich habe nen 1,4er Schnitt aufm letzten Zeugnis ohne jemals gelernt zu haben. Und wenn ich eingewiesen werde, dann kann ich meiner Therapeutin wohl nicht davon erzählen.

Kommentar von einfachichseinn ,

mag sein, dass es noch so ist. Wie gesagt Depressionen führen oft zu erheblichen Leistungseinbrüchen. Aber du lässt dir ja so oder so nichts sagen und alles und jeder hat nur blöde Ideen. langsam keimt in mir der Verdacht auf, dass du ein Troll bist.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Die Depressionen habe ich seit über zehn Jahren, ein Leistungsabbruch kann also wohl kaum stattfinden. Und ihr habt keine blöden Ideen, im Gegenteil, das sind gute Ideen, nur bei mir eben nicht anwendbar.

Kommentar von einfachichseinn ,

Ich glaube kaum, dass du schon 10 Jahre unter Depressionen leidest und selbst wenn hättest du schon lange merken müssen, dass du Dinge lange aufschieben kannst. Das Abitur ist nur auch noch mal ein sehr aufwändiges Vorhaben. Da kann es ganz schnell zu einem Leistungseinbruch kommen, auch wenn es 10 Jahre ohne lief. Das ist vorallem wahrscheinlich, weil du dir wegen deinem Abitur so einen Stress machst und das auch noch vor deine Gesundheit stellst. Das wird ziemlich wahrscheinlich nicht mehr lange gut gehen.

Antwort
von diamond1905, 73

Die Therapeutin ist dafür da um solche Sachen mit dir zu besprechen, sie wurde dafür ausgebildet. Es geht vielen Menschen so wie dir also erzähl ihr was in dir vorgeht, sie wird dich sicherlich nicht dafür verurteilen.Auch wenn du unsicher bist und Angst vor einer ambulanten Aufnahme hast vielleicht erkennst du durch die Gespräche auch wie wertvoll dein Leben ist und wie schön es sein kann. Ich wünsche dir alles Gute! 

Antwort
von DorkasHDSV, 59

Sag ihr das, was du uns hier erzählst und so wie du es hier erzählst. Wenn es für dich so weitergeht wirst du eines Tages sterben, nur eine Frage der Zeit. Du diesem Zwecke empfehle ich dir wirklich zu ergründen, ob du tatsächlich sterben willst und dich beim nächsten luziden Traum nicht umbringst, sonder dein Unterbewusstsein ergründest und ihm die Frage stellst, weshalb du das tust und ob du es tatsächlich willst. Die Klinik wird dir kaum helfen, kann dich jedoch Leuten mit ähnlichen Problemen kennen lernen und somit wieder etwas zum Leben findest. Tu was du willst, aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass es bestimmt etwas gibt, was das Leben nicht vollständig erbärmlich macht. Übrigens würde ich an deiner Stelle eine medikamentöse Behandlung ablehnen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich will keine anderen Leute kennen lernen, schon gar nicht andere psychisch kranke, die so verkorkst sind wie ich oder noch schlimmer! Und wenn mir Medikamente verschrieben werden, nehme ich die an: Schulmedizin und Chemie vertraue ich mehr als netten Worten und Gesprächen.

Kommentar von DorkasHDSV ,

Beides hilft nichts. Du musst ebenfalls mit deiner Therapeutin klären, ob du bereit bist diese Probleme in den Griff zu bekommen. Solltest du dich nicht dazu bereit erklären, wird sie sich gezwungen sehen, dich früher oder später einzuweisen.

Antwort
von Neutralis, 71

Ja du solltest ihr das auf jeden Fall erzählen. Kannst ihr es eigentlich genauso erklären wie hier :) viel Glück und nicht aufgeben !

Kommentar von TheKn0wledge ,

Aber wird sie mich dann nicht direkt in die Klinik einweisen?

Kommentar von Neutralis ,

Wäre das denn wirklich so schlimm für dich ? Kann dein Leben noch schlechter werden ? 

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ja wäre es! Ich habe da echt keinen Bock drauf, das steht nicht zur Debatte, ich gehe nicht in die Klinik!

Kommentar von Neutralis ,

Warst du da denn schonmal ? Habe noch nie was schlechtes drüber gehört.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich habe jede Menge Schlechtes davon gehört, von unterschiedlichen Personen die in unterschiedlichen Kliniken waren. Und selbst wenn, so eine Klinik ist mir nicht nur wegen der Erfahrungsberichte unsympathisch. Es geht mir auch um andere Dinge, wie zum Beispiel Handyverbot, die anderen Patienten, das Essen, allein die Mentalität dort zu sein, die ständige Überwachung, und natürlich, dass ich mein Abi nicht machen kann und mit Führerschein machen wirds dann auch eng.

Kommentar von Neutralis ,

Rede am besten mit deiner Therapeutin drüber und sage ihr, dass die Klinik mehr kaputt machen würde als zu helfen. 

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ja aber im Falle einer Eigengefährdung darf ich doch nur klinisch, nicht ambulant behandelt werden, d.h. wenn ich ihr dann auch davon erzählen würde wie es mir geht, dann müsste sie mich entweder zwangseinweisen oder meine Therapie beenden...

Kommentar von Neutralis ,

Du brauchst aber nunmal Hilfe und so tiefsitzende Suizid Gedanken kann man nicht mit wöchentlichen Gesprächen lösen.

Kommentar von einfachichseinn ,

Deine Einstellung ist ziemlich bedauerlich. Von was für einer Mentalität sprichst du? Was stellst du dir konkret vor? Handyverbote gibt es nicht grundsätzlich (Berichten zufolge sogar eher in den wenigsten Kliniken) das gilt meistens nur für die Zeit der Therapien und während der Mahlzeiten. Die meisten Patienten ticken so wie andere Menschen auch. Also es fällt kaum auf, dass sie krank sind. Du wirst auch nicht ständig überwacht und dein Abitur und deinen Führerschein wirst du dennoch machen können. Du solltest dich ersteinmal mit Dingen auseinander setzen, bevor du diese kategorisch ablehnst.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich habe nunmal was völlig anderes von den Kliniken hier in der Region gehört. Und nein, mein Abitur in der Kombination werde ich wohl kaum parallel zur Klinik machen können (Mathe und Physik im LK), außerdem will ich auch einfach nicht zur Klinik.

Kommentar von einfachichseinn ,

Was hast du von wem gehört? wieso sollte das in der Kombination nicht möglich sein? Und wieso willst du nicht in die Klinik? wieso suchst du ständig irgendwelche Ausreden?

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich habe genug, vieles gehört. Wie es da halt so abläuft, etc... Und das ist eben nicht möglich, da meine Abitur-Kombination in meiner Gegend zu selten zustande kommt um es nachzumachen. Außerdem will ich nicht in die Klinik, weil es mir eben nicht psychisch möglich ist, ich kann das einfach nicht... Und ich suche keine Ausreden - es ist einfach so dass ich da unmöglich, aus inneren Gründen, hin kann.

Kommentar von einfachichseinn ,

Wenn spricht von Abitur nachmachen? Du kannst es trotz Klinik machen! Und noch einmal die Frage wer hat dir was erzählt? Was stellst du dir so schrecklich vor? Und was spricht dagegen einfach mal zu schauen, wie es in der Klinik abläuft? Wenn du wirklich Hilfe suchst, solltest du nicht alles mit einer so schlechten Argumentation ausschlagen. Ich glaube mittlerweile mehr und mehr, dass du ein Troll bist, der nur ein bisschen Aufmerksamkeit braucht.

Antwort
von alidus2602, 5

schau dir die beiden Videos mal an

Antwort
von divaneasik, 47

Ich wünsche mir für dich eine friedliche Zukunft ohne diese Gedanken zu haben.. Bitte rede mit deiner Therapeutin darüber.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Aber ist das keine Eigengefährdung und muss sie mich dann nicht einweisen?

Kommentar von divaneasik ,

Ich kenne mich damit nicht aus aber ich lese heraus das dich das schon sehr bedrückt ich hatte auch Probleme die mich bis in meine Träume verfolgt haben daher kann ich es mir vorstellen du kannst ihr ja alles erklären ich denke nicht das die dich einweisen solange du das nicht möchtest

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