Frage von Sle1993, 65

Wie soll ich auf den Mahnbescheid reagieren?

Ich brauche hilfe! Ich hatte mal eine schlimme zeit wegen meiner depressionen und so irrational wie man in so einem zustand sein kann wollte ich alles tun um aus dem tief rauszukommen. Ich habe mich in einem fitness studio angemeldet nur zu dem zeitpunkt war meine zahlungsmoral nicht gerade richtig ausgeprägt was dazu geführt dass ich die Gebühren nicht zahlte. Nun habe ich einen mahnbescheid bekommen, habe aber vorher eine eidestattliche versichering abgegeben beim obergerichtsvollzieher. Aus dem geht hervor dass bei mir nichts zu holen ist weil ich noch in der ausbildung bin und 430 im monat verdiene (netto). Wie kann ich dem Amtsgericht klar machen dass ich an sich zahlen möchte aber nun mal nicjt kann ohne eine strafe zu bekommen? Wie soll ich reagieren und an wen soll ich mich wenden? Ich bin da relativ ratlos. Was würde passieren wenn ich die frist verstreichen lasse? Im brief wird mit einer zwangsvollstreckung gedroht aber das geht ja schlecht wenn bei mir nichts zu holen ist.

Antwort
von Kleinlok, 30

Hi Sle1993,

eigentlich müssen einem Mahnbescheid eine Reihe von Mahnungen vorausgegegangen sein, wie sieht es denn damit aus?

Falls es solche Mahnungen gegeben hat (müsste es), wie bist du damit umgegangen?

Dass du einen Mahnbescheid bekommen hast, lässt nur leider darauf schließen, dass du  auf solch naheliegenden Zahlungserinnerungen nicht eingegangen bist. Der Mahnbescheid ist dann aus Sicht des Gläubigers sein legitimes Mittel, um an sein Geld zu kommen.

Auf gar keinen Fall solltest du diesen Mahnbeschied aussitzen (so wie du vielleicht/vermutlich die bisherigen Zahlungserinnerungen ausgesessen hast). Wenn du nämlich nicht auf diesen Bescheid reagierst, dann kann er als angenommen gelten, es ist zumindest dann sehr schwer da wieder rauszukommen.

Zunächst gilt es zu klären, ob die Forderung berechtigt ist. Da du dich in diesem Fitnessstudio angemeldet hast, düftest du einen rechtskräftigen Vertrag abgeschlossen haben (?), der dich zur Zahlung der entsprechenden Gebühren verpflichtet.

Ich vermute einmal auf Grund deiner Darstellung, dass solche Gebühren berechtigt sind. Insofern wärest du  vermutlich verpflichtet, die sogenannte Hauptforderung (die sich aus dem benannten Vertragsverhältnis ergibt) anzuerkennen.

Frage darüber hinaus wäre, ob dir in diesem Mahnbescheid weitere Kosten in Rechnung gestellt werden, z.B. Mahn- oder gar Inkassogebühren. Ein Inkasos ist nicht wirklich nicht notwendig und die Verantwortung für ein solches Inkasso liegt zu 100% beim Gläubiger, wenn er ein solches einschaltet. Das musst du nicht bezahlen, übliche Mahnbeühren schon.

Am besten wäre es, dass du ganz schnell mit dem Betreiber des Fitnessstudios in Kontakt trittst und versuchst eine gemeinsame Lösung zu finden, die euch beiden entgegenkommt. Du kannst deine Problemlage schildern (Depressionen, schlechte finanzielle Basis) und darum bitten dass das Studio dir entgegen kommt, umgekehrt könntest du anbieten  einen Betrag abzustottern, der deinen finanziellen Möglichkeiten entspricht. Ein solches Vorgehen könnte vermutlich für beide Seiten den Schaden begrenzen und unnötigen weiteren Ärger vermieden helfen.

Du kannst gegen den  Mahnbescheid Widerspruch einlegen, das Gericht müsste mit gleichem Schreiben eine Rechtsmittelbelehrung übersandt haben, aus welcher sich ergeben dürfte, dass du innerhalb von 2 Wochen einen Widerspruch erheben musst, wenn aus deiner Sicht die Forderung nicht berechtigt ist. Das Gericht prüft die Berechtigung der Forderung nicht, so dass du diesen Widerspruch nicht begründen musst. Der Streit wird dann vor einen weiteren Gericht augetragen, wenn der Gläubiger seine Forderung weiter betreibt.

Dein weiteres Verhalten könnte davon abhängen, wann du den Bescheid bekommen hast.  Sollten die 2 Woche Einspruchsfrist fast vorbei sein, kannst erst einmal vorsorglich formell diesen Bescheid (per Einschreiben) widersprechen, um nicht auf jeden Fall die gesamte Forderung bezahlen zu müssen. Dann könntest du mit dem Betreiber reden, z.B. erklären dass du die Forderung prinzipiell für berechtigt hälst und fragen, ob auf Grund deiner sozialen Situation ein Kompromiß dert möglich wäre, dass du bezahlst, dafür weniger als die gesamte Forderung und in Raten.

Falls du noch Fragen hast, kannst du gerne dich noch mal melden.

Alles Gute Thomas

Antwort
von Jewi14, 65

Wenn du bereits die Eidesstattliche Versicherung abgegeben hast, kann  viel schlimmeres nicht passieren. Wenn nichts zu holen ist, ist halt nichts zu holen. Das Amtsgericht wird weder dir helfen noch eine Ratenzahlung anbieten. Die stellen nur den Bescheid zu und können gar nicht anders handeln.

Wenn die Forderung berechtigt ist,  kannst du nicht viel machen. Du kannst versuchen, Ratenzahlung gegen Rücknahme des Mahnbescheid beim Fitness Studio zu erreichen. Eine Strafe wegen des Mahnbescheid gibt es übrigens nicht.

Da du finanziell eh schon am Boden bist, ist nun genau der Moment, um eine Schuldnerberatung aufzusuchen.

Kommentar von mepeisen ,

kannst versuchen, Ratenzahlung gegen Rücknahme des Mahnbescheid beim Fitness Studio zu erreichen

Darauf wird sich das Studio höchstwahrscheinlich nicht einlassen. Also auf die Rücknahme des Mahnbescheides. Wieso auch: Man hat einen Schaden angerichtet, dieser ist berechtigt (ob in der Höhe, sei mal dahin gestellt) und der Mahnbescheid wurde zu Recht gestellt. Die Kosten des Mahnbescheides muss man als Schuldner auch bezahlen.

Irgendwann wird der TE sicher nach der Ausbildung eine Arbeit finden und spätestens dann wird bezahlt.

Kommentar von Jewi14 ,

Ich bezweifle auch stark, dass das Studio sich darauf einlässt, die Hoffnung stirbt als letztes...

Antwort
von franneck1989, 44

Wann hast du die EV abgegeben? War das wegen anderer Schulden?

Liste mal auf, was auf dem Mahnbescheid aufgeführt ist. Oft sind dort unsinnige Gebühren mit dabei, die niemand zahlen muss. Daher wäre dann ein Teilwiderspruch denkbar, und danach eine Ratenzahlungsvereinbarung mit dem Gerichtsvollzieher


Kommentar von Sle1993 ,

die EV habe jch am 18.08.15 abgegeben. das weiss ich nocj genau. auf dem bescheid sind: hauptforderung, verfahrenskosten, nebenforderung für den Anwalt und zinsen. soll ich das ganze aussitzen wenn ich sowieso eine ev dieses jahr abgegeben habe?

Kommentar von mepeisen ,

Da die Forderung berechtigt ist, musst du sowieso den Mahnbescheid über dich ergehen lassen. Alles andere verursacht nur noch mehr Kosten.

Liste bitte wirklich nochmal jeden Posten auf, der da auf dem Mahnbescheid steht.

Kommentar von Sle1993 ,

ok. danke dir für deine hilfe. also heisst es was den bescheid angeht tee trinken und abwarten oder macht da sinn irgendeinen kontakt aufzunehmen? Mitgliedsbeiträge 885 euro, verfahrenskosten (gerichtskosten 35, auskunftskosten 11, rechtsanwaltskosten 40), nebenforderungen (anwaltsvergütung für vorgerichtliche tätigkeit 200) zinsen 18.

Kommentar von mepeisen ,

Frage: Wie hoch war die Monatsgebühr, wie lange ging der Vertrag? Wie viel hattest du nicht bezahlt? Wie lange wäre der Vertrag noch gegangen, als dir gekündigt wurde?

Auskunftskosten sind Blödsinn. So etwas musst du nicht bezahlen. Die Anwaltsgebühren für die außergerichtliche Tätigkeit sind ebenfalls zu hoch. Lass mich raten: Was waren sowohl Anwalt, als auch Inkasso aktiv? Anwaltsgebühren für Streitwerte bis 1000€ gibt es maximal eine 1,3 Gebühr. Das sind mit Auslagen 124€, keine 200€.

Kommentar von Sle1993 ,

60 euro im monat für 2 jahre. von den 24 monaten hab ich 22 NICHT bezahlt. ich weiss dumm aber hab draus gelernt und muss nun die Trümmer wieder zusammenkehren.. der vertrag wäre noch ca 14 monate gegangen (das ist jetzt ausm kopf heraus die unterlagen hab ich leider gerade nicht zur hand) wenn die auskunftskosten Blödsinn sinf und die anwaltsgebühren für die außergerichtliche tätigkeit zu hoch ist, soll ich dem Mahnbescheid teilweise widersprechen oder macht es mehr Sinn aufgrund der ev abzuwarten? ich bin dir sehr dankbar für deine hilfe.

Kommentar von mepeisen ,

Bis zur Kündigung musst du die volle Grundgebühr auch bezahlen. Ab Kündigung aber nicht mehr. Also beispielsweise 8 mal 60 = 480€ für offene Rechnungen und dazu dann Schadensersatz von 14 mal 30 = 420€.

Der Grund ist einfach: Mit der Kündigung bzw. dem Rauswurf spart sich das Studio auch einiges ein, beispielsweise Wasserkosten, weil du dort nicht mehr duscht usw. Das, was eingespart wird, darf aber nicht zugleich als Schadensersatz gefordert werden. Prüfe also mal den Mahnbescheid auf die korrekte Höhe und ggf. dagegen einen Teil-Widerspruch erheben.

Antwort
von libmar, 14

So wie ich entnehme, ist der Mahnbescheid in deinen Fall rechtskräftig,  denn dass du die eidesstattliche  Versicherung abgegeben hasst, wurde nur mit einen rechtskräftigen Titel, vollstreckt.
Mein tipp, starte eine Spendenaktion bei deine Eltern,  Verwandte, und versuche so viel von deinen Lohn , bzw. Leistungen , zu einer Summe , die ca 35 %  der Gesamtforderrung, entspricht,  den Gläubiger zu unterbreiten! Mit der Vorraussetzung, für eine Restschuldbefreiung.
Bei mir hat es geklappt. Ich habe auf einen Schlag 1000 Euro gezahlt, und ich tilgte, damit eine Forderung, die 3600 Euro entsprach.

Antwort
von Glueckskeks01, 46

Aussitzen würde ich das Thema lieber nicht. Irgendwas passiert immer. Und schließlich hast du einen Vertrag abgeschlossen, der verpflichtet dich auch zu Zahlungen. Das du nicht nachdenken/rechnen kannst, ist nicht die Schuld anderer!!! Vielleicht kannst du eine Ratenzahlung vereinbaren. Und wenn es nur 5 Euro wären. Besser als nichts. Das würde auch zeigen, dass du gewillt bist.

Antwort
von wedsawetrtzg, 24

Für die Nichtzahlung in Folge eines Mahnbescheides gibt es keine Strafe. Du hast zwei Möglichkeiten:

  1.  Du zahlst. Dann ist das Thema vom Tisch. Das scheint bei dir aber nicht in Frage zu kommen.
  2. Du lässt die Frist verstreichen. Dann wird das Fitnessstudio einen vollstreckbaren Titel beantragen. Damit können sie dir 30 Jahre den Gerichtsvollzieher schicken.
Antwort
von Ioulios, 40

anrufen und eine Ratenzahlung vorschlagen. Du musst dich aber melden, damit zeigst du Interesse

Antwort
von voayager, 16

Bei jedem Amtsgericht gibt es auch eine Rechtsberatung, die für finanzschwache Leute zudem kostenlos ist. Geh dort hin, du wirst von Rechtsanwälten dsbzgl. informiert.

Kommentar von mepeisen ,

Das stimmt so nicht. Rechtsberatung und Hilfestellungen bei Klagen u.ä. gibt es eigentlich nur beim Arbeitsgericht. Allerdings stimmt es im Ansatz. Beim Amtsgericht kann man sich auch als finanziell schwacher ggf. einen Beratungsschein abholen lassen (Gebühr meist 10€) und mit diesem dann eine (kostenlose) Rechtsberatung bei einem Anwalt aufsuchen.

Dass Rechtspfleger manchmal bei Fragen Auskunft geben, ist durchaus so. Aber grundsätzlich gibt es wie gesagt beim normalen Amtsgericht keine Rechtsberatung.

Antwort
von Tybalt9999, 55

Schau auf den Brief und such einen Ansprechpartner. Ruf dann da an und erklär denen das, die können dir helfen. Das ist das Amtsgericht und nicht die Mafia, die werden dir nicht gleich die Beine brechen nur weil du nicht bezahlen kannst.

Kommentar von mepeisen ,

Das Amtsgericht (=Mahngericht) interessiert sich exakt 0 dafür. Das hilft auch nicht. Das interessiert auch nicht ob bezahlt wird oder nicht. Ansprechpartner ist ausschließlich der Gläubiger.

Antwort
von angy2001, 32
Antwort
von tinchenbluete, 35

Vielleicht lohnt sich mal der Gang zu einer Schuldnerberatung.

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