Frage von sabbel008, 218

Wie soll ich am besten damit umgehen ( Feuerwehr,Rettungsdienst)?

Hallo :) Ich bin in einer Freiwilligen Feuerwehr. Mein Problem ist, dass ich vor 2 Jahren ( ich war 16 und noch nicht in der FFW) ersthelfer bei einer erfolglosen Reanimation war und den Herzstillstand damals nicht erkannt habe. Seit dem habe ich extreme Schwierigkeiten, festzustellen ob die Person vor mir jetzt nur Bewusstlos ist oder reanimiert werden soll. Ich bin einfach total verunsichert und denke mir immer " du hast es damals schon Falsch gemacht, du kannst das nicht". Nach dem ich nach einem Dienst, wo wird erste mal erste Hilfe als Thema hatten, 2 Tage lang total neben der Spur war ( wegen dem Dienst) habe ich mit dem Wehrleiter,der auch bei der Ausbildung dabei war, darüber gesprochen und er versteht mich auch und hat mir Mut zugesprochen und meinte, dass er mich da langsam rannführen wird ( weil ich ihm gesagt habe, dass ich es wider können will) und dass ich im Ernstfall auch mit einem Notfallseelsorger darüber sprechen kann. Naja jedenfalls wollen wir nächstewoche wider erste Hilfe machen und irgendwie freue ich mich darauf, weil es mich interessiert und ich gucken kann ob das letztens nur ein einmaliges Ereignisse war aber andererseits habe ich auch ein bisschen Angst, dass ich es wider nicht hinbekomme. Somal der Kamerad mit dem ich die Übung zusammen gemacht habe leider auch nicht wirklich ruhe ausgestrahlt hat was mich auch ein bisschen verunsichert hat. Ich will ihm dann aber auch nicht sagen, dass ich nicht mit ihm zusammen arbeiten kann, weil es bis jetzt nur der Wehrleiter weiß und ich nicht wirklich will,dass es jeder aus der FFW weiß ( es ist eine ziemlich kleine Feuerwehr). Habt ihr vielleicht Tipps, wie ich mich am besten auf den Dienst" einstellen" kann, bzw. die Blockade überwinden kann, die mich daran hindert den Stillstand zu erkennen, damit der nächste Dienst nicht wider so ein trauriges Nachspiel für mich hat. PS: Ich liebe die Feuerwehr ich will auch definitiv nicht austrteten

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nomex64, 122

Ich denke das Problem spielt sich zum größten Teil bei dir im Kopf ab. Das ist eine normale Reaktion auf das Erlebnis vor 2 Jahren. Das reine Handwerk scheint bei dir nicht das Problem.

In aller Regel kommt man nach dem Erlebnis relativ schnell wieder in normale Bahnen, wenn ja wenn man gleich richtig dagegen steuert. Also es Leute gibt die sich mit dir unterhalten und dich betreuen. Oder wenn in irgendeiner Art eine Einsatznachsorge bzw. psychologische Betreuung erfolgt. Der Begriff Notfallseelsorge gefällt mir nicht so richtig weil er oft mit der Seelsorge im christlichen Sinn verwechselt wird.

Ich denke du solltest dringend mit Leuten der Einsatznachsorge ins Gespräch kommen. Da die Blockade aber schon so lange anhält ist zu vermuten das hier schon weitergehende psychologische Betreuung notwendig ist. Die notwendigen Kontakte können die dir aber vermitteln. Die Chancen stehen, wenn du dich drauf einlässt, dann aber ziemlich gut.

Kommentar von Jenkyll ,

Nomex' Kommentar würde ich noch dahingehend ergänzen wollen, dass du dich mal mit eurer Zuständigen Rettungswache in Verbindung setzt. Wenn die nicht allzu viele Einsätze pro Schicht haben kannst du da eventuell mal vorbei schauen und die Rea mit den Profis nochmal besprechen. 

Dabei könnt ihr auch über den Erkebnis reden und die Kollegen werden die dann sicher auch von ihren Erlebnissen was erzählen. Dieser Erfahrungsaustausch hilft auch so etwas zu bewältigen.

Kommentar von Nomex64 ,

Und die kennen auch Ansprechpartner für weitere Gespräche.

Antwort
von Rollerfreake, 117

Du hast damals einen Fehler gemacht, dennoch sind Fehler menschlich und können jedem mal passieren, zudem fehlte dir wahrscheinlich die praktische Erfahrung. Du musst dir einfach immer wieder einreden das du es kannst, dann klappt das auch. Zudem solltest du vielleicht an einer erweiterten Ausbildung teilnehmen, denn wenn du in einer richtigen Prüfung nachweisen musst das du es kannst, ist das ein Beweis für dich selbst. Wenn es gar nicht mehr geht, sprich mit einem Notfallseelsorger oder einem Psychologen darüber. 

Kommentar von sabbel008 ,

Ich habe auch schon überlegt, ob ich einfach einen erfahrenen Kameraden frage,dem ich auch vertraue,ob er mit mir zusammen die Übungen macht, damit ich ein "Erfolgserlebniss" habe. Meinst du, dass das helfen könnte?

Kommentar von Rollerfreake ,

Du kannst es zumindest versuchen. Ich wünsche dir viel Glück!

Kommentar von sabbel008 ,

Okay danke (:

Antwort
von Adrian593, 53

Das einzige, das man bei einer Reanimation falsch machen kann, ist nicht zu helfen! Du hast dein Bestes getan, wir sind Menschen und keine Maschinen! Das hätte jedem von uns passieren können, Fehler sind menschlich. Wir sind ja nicht perfekt und das sollen wir auch nicht sein. Was sagt man jemandem nach einem Autounfall? -"so schnell wie möglich wieder fahren". Genauso ist es bei dir, bleib dran und lass das zu, was dir Spaß macht - die Notfallmedizin und allgemein Meschen zu helfen! Eventuell eignest du dir das ABCDE Schema an, das wird weltweit täglich 1000 fach so angewendet und ist so konzipiert, dass man nichts akut lebensbedrohliches übersieht! Vielleicht kann es dir jemand aus deiner Organisation erklären, auf YouTube und im Internet ist es allerdings auch sehr gut erklärt. Beste Grüße, Adrian13J :)

Antwort
von lutsches99, 72

Das wird schon wieder. Musst doch nur die Atmung prüfen, dann weist du doch schon ob du reanimieren musst oder nicht. Es ist toll, dass es Leute wie dich gibt, die anderen Menschen helfen und besser du machst es falsch, anstatt du gar nicht hilfst. Mit der Zeit lernst du das schon noch.

Kommentar von sabbel008 ,

genau das ist mein Problem, die Atmung prüfen :( ich mache es richtig aber sobald ich merke, dass sich der Brustkorb nicht bewegt werde ich extrem Unsicher und hoffe, dass der Bewusstlose irgendwie doch atmet. Ich will es sozusagen nicht wahrhaben,dass er nicht atmet.

Kommentar von Nepoh ,

Ob Atmung vorhanden ist oder nicht, ist gerade im Einsatz nicht immer leicht festzustellen.

Ich weiß nicht, was dein Ausbildungsstand ist, aber im Zweifelsfall kannst du dich immer nach den einfachen Grundregeln richten - sprich die "Laienreanimation". Da lautet die Regel ganz einfach: Wenn keine normale Atmung vorhanden ist, mit der HLW beginnen. Daran kannst du schon sehen: Wenn du einfach mit der Reanimation beginnst, ist das schon mal nicht so falsch.

Wenn du keine Atembewegungen erkennen kannst, musst du also nicht unsicher werden. Ganz im Gegenteil, denn dann arbeitest du einfach dein HLW-Schema ab. Und je öfters du das übst, desto mehr geht dir das in Fleisch und Blut über.

Antwort
von Papabaer29, 85

Da musst du keine Angst haben. Selbst einem Profi fällt die Unterscheidung nicht immer leicht.

Im Zweifel beginnst du einfach mit der Reanimation. Damit machst du nichts falsch.

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