Wie soll gemeinsamer Unterricht ablaufen?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten


Ich war selbst von der 4-7 Klasse auf einer Förderschule für
Körperliche und Motorische Entwicklung. Bin aber zur 8.Klasse auf eine Hauptschule gewechselt und mache jetzt Fachabitur. Ich wurde aber bereits an der Förderschule nach Hauptschulniveu unterrichtet.

Im grunde ist Inklusion schon so gedacht, dass die Schüler mit Behinderung genauso am Unterricht teilnhemen, wie Schüler ohne Behinderung. In wie weit dies möglich ist, hängt von der Behinderung und immer auch vom Einzelfall ab.

Ich war auf der Förderschule weil ich Feinmotorische Schwierigkeiten hatte und hörgeschädigt bin. Ich habe an der Förderschule meine Feinmotorik gebessert und habe gelernt meine Hörbeeinträchtigung zu kompensieren. Ich brauchte somit keine besonderen Hilfsmittel. Es musste aber darauf geachtet werden, dass ich so sitze, dass ich im Unterricht möglichst alles mitbekomme.

Je nach schwere der Behidnerung sind aber Hilfmittel, Betreuer oder Nachteilsausgleiche notwendig. Manche Schüler benötigen z.B. einen Integrationshelfer oder eben einen Sonderpädagogen. Dies kann z.B. bei Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten erforderlich sein. Nur muss hierzu auch das Personal vorhanden sein, was nicht immer so ist.

Auch Schüler mit Lernbehindertung benötigen oft spezifischen Förderbedarf. Hier sitzt die Person oft im Unterricht dabei und unterstützt den Schüler. Den Unterricht planen tut aber in der Regel der Lehrer. Schließlich soll der Schüler ja denselben Stoff vermittelt bekommen. Natürlich sprechen sich diese auch miteinander ab wie man es genau angehen soll. Es kann im Einzelfall durchaus mal sein, dass ein Schüler mit Behinderung nochmal sepereat von einem Förderschullehrer unterrichtet wird.

Schüler mit Lernbehinderung können auch Nachteilsausgleiche erhalten, wie z.B. dass sie in Arbeiten/Klausuren länger schreiben dürfen als andere.

Auch Schüler mit diversen Körperbehiderungen können Nachteilsausgleiche erhalten. So können hörgschädigte Schüler vom Hörverstehensteil in Englisch befreit werden, oder diesen visualisiert bekommen. Ich habe mal gehört dass an meiner jetzigen Schule vor 3 Jahren nen hochgradig Sehbehinderter Schüler war, er hätte nen Computerprogramm gehabt, womit er sich unterichtsrelevante Texte anhören konnte.

Es kann natürlich auch sein, dass ein Schüler garnicht das Leistungsniveu hat um an der Regelschule mitzukommen. Hier wären Förderschulen dann meiner Meinung nach die bessere Alternative. Hier kann eine spezifische Förderung besser erfolgen und wenn man sich an der Förderschule gut entwickelt, kann man danach immernoch vieles ereichen.


Ich denke dass Inklusion in vielen Fällen mit den heute vorhandenen Hilfsmitteln möglich ist, aber definitiv nicht in allen, so z.B. bei schweren geistigen Behinderungen oder Multiplen Behinderungen daher wird man
Förderschulen niemals abschaffen können.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Kort1000
26.04.2016, 20:40

Wenn z.B. ein Schüler gehbehindet ist das ja kein Problem für den Unterricht das ist mir klar... Wenn da allerdings ein Schüler sitzt der VOLLKOMMEN mit dem Stoff , trotz sonderpädagogischer Hilfe, überfordert ist dann ist sollte er meiner Meinung nach die Regelschule wieder verlassen. Bringt ja nix um biegen und brechen die Inklusion durchzuboxen und das Kind geht daran zugrunde

1

Ich kann nur meine Erfahrungen damit sagen (Oberstufe Gymnasium). Wir haben zwei Schüler, die die Inklusion betreffen, die machen halt ganz normal im Unterricht mit wie die anderen auch. Die einzigen Unterschiede sind, dass die zwei Schüler einen Betreuer haben, der neben denen sitzt (Zumindest bei uns machen die Betreuer allerdings nichts). Die Schüler bekommen bei Klausuren dann auch 30 Minuten länger Zeit. Das war es mit den Sonderbehandlungen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hey :)

Auch ich kann nur aus Erfahrung berichten, es ist wohl bei jedem Schüler da sehr individuell.

Wir hatten einen blinden Schüler, der zusätzlich auch Probleme mit dem Gehör hatte, an der Schule. Zum einen hat der Junge einen Sonderpädagogen neben sich gehabt, der entsprechend geholfen hat, wenn z.B. Aufgaben für ihn in Blindenschrift oder anderweitig ertastbar gemacht werden mussten.
Zudem hat die gesamte Klasse mit Mikrofonen gesprochen, da der Schüler nur so, trotz Hörgerät, etwas verstehen konnte.

LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung