Frage von Schreiberlilli,

Wie sind die verschiedenen Interpretationen der Bibel entstanden?

Es gibt viele verschiedene Bibelübersetzungen. Jede ist ein bißchen anders. Je nachdem, wer sie übersetzt hat und aus welcher Zeit diese Übersetzung stammt. Und immer wieder passt sie sich "der neuen Sprache" der jeweiligen Zeit an. Dann gibt es noch diverse Erklärungen, wie die Bibel zu lesen ist und was mit dem Inhalten gemeint ist. Und so weiter! Doch wer weiß heute, was genau wirklich mit dem "Wort Gottes" gemeint ist. Jeder deutet die Inhalte anders.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von quopiam,

Warum so viel Angst vor den Fanatikern? Christliche Fanatiker sind so außerordentlich selten, daß es wohl kaum wegen der Interpretation eines Bibelwortes zur Schlägerei kommen wird. Man kommt nur manchmal nicht umhin, mit ihnen zu diskutieren. Und da steht es einem ja frei, den Ort der Debatte zu verlassen, wenn es einem zuviel wird. Im Großen und Ganzen sind sich die Christen ja einig darin, wie ein christliches Leben geführt werden muß und auf welchen Grundlagen das geschieht: Gottes- und Menschenliebe, Selbstachtung, der Minimalkonsens der 10 Gebote, und über allem das Leben, das Jesus uns vorlebte. Daran ändern auch verschiedene Interpretationsmöglichkeiten eines Abschnitts nichts. Aus meiner Perspektive z. B. sind Pfingstler ziemliche Fanatiker (nichts für ungut, falls da ein Pfingstler mitliest) und weil ich mich da sehr unwohl fühle, bin ich eben nicht bei ihnen, sondern Lutheraner. Pfingstler halten mich vielleicht für einen Häretiker oder gar nicht für einen Christen. Aber wo ist das Problem? Solange sie mich nicht schlagen, dürfen sie gerne eine andere Meinung haben als ich. ;-)) Wenn ich mit anderen Lutheranern die Bibel diskutiere, kommt durchaus auch mal jeder zu einem anderen Ergebnis, was aber nichts am grundsätzlichen Fazit ändert, wie Christentum auszusehen hat.

Du wirst nie wirklich eine völlig einheitliche Auslegung der Bibel finden und daran ist ja auch nichts schlecht, wenn man die Sache mal aus einer entfernteren Perspektive betrachtet. Und solltest Du wirklich mal an einen Haßprediger geraten, geh einfach woanders hin oder mach ein Bild von ihm für Dein persönliches Kuriositätenkabinett. Gruß, q.

Kommentar von Azizamasrya ,

Ich verwende die zehn Gebote, wie sie in der Bibel stehen: 2. Mose 20. Katholische und fast alle protestantische Richtungen verwenden die geänderte Version aus dem katholischen Katechismus, wo das 2. Gebot gestrichen wurde (dafür wurde das 10. geteilt, damit es wieder 10 sind) - und das Sabbat-Gebot abgeschafft wurde, und anstelle dessen die katholischen Feiertage, wie Ostern und der wöchentliche Sonntag eingeführt wurde. In meiner Bibel steht, dass man die Gebote Gottes nicht ändern darf! (In Daniel 7 wird sogar prophetisch vorhergesagt, welche Macht dies tun wird!)

Kommentar von helmutwk ,

Katholische und fast alle protestantische Richtungen verwenden die geänderte Version aus dem katholischen Katechismus

Eigentlich nur die Lutheraner, andererseits verwenden Reformierte, Adventisten, Baptisten, Darbisten, Pfingstler etc. die Zählung mit dem Bilderverbot als 2.Gebot. Wie du da auf eine Mehrheit kommst, ist mir schleierhaft.

Kommentar von Kronprinz1 ,

Der Grundirrtum der Christen ist, dass es so etwas wie eine "wahre Interpretation", oder einen "Wahren Geist" in der Bibel geben würde. Der noch schlimmere dahinter liegende Irrtum ist, dass Gottes Wort in geschriebener Form auf dieser Erde existieren würde. Kein anderer Glaube hat in den letzten 2000 Jahren mehr Leid auf diese Welt gebracht.

Schreiberlilli hat Recht, sie traut sich nur nicht die Konsequenzen zu ziehen. Sie glaubt nur die Fanatiker wäre im Unrecht, nein, Jeder, der sich als Christ bezeichnet und die Bibel als Grundlage seines Glaubens bezeichnet, wählt beim Lesen immer eine der drei Optionen: A) Das musst du wörtlich nehmen, schau, da steht es doch geschrieben. B) Das gilt nicht mehr, das musst du im Kontext der Zeit sehen C) Das sieht nur so aus, das ist anders gemeint, das musst du so und nicht anders interpretieren.

Sie erkennen nicht, dass man mit der Variation A) B) oder C) jedes, aber wirlich JEDES beliebige Verhalten aus der Bibel herauslesen kann. Das kann nicht Gottes Wort sein, sondern es ist immer nur das, was jeder dort sehen will. Für Jede Schandtat von H itler, für jedes Verbrechen könnte ich mit A) B) oder C) in der Bibel eine Legitimation heraus lesen. Tut mir leid, dass ich jetzt einige enttäuschen werde: Die Bibel ist als Richtschnur wertlos. Sie IST keine Richtschnur, sie kann auch keine sein. Sie ist wie ein 500 Seiten dickes Buch mit Fotos von Wolken. Und jemand behauptet: Aus diesen Wolkenfotos kann man mit Fantasie Figuren erkennen, und darin liegt Gottes Wahrheit. Das ist das, was jeder Christ tut. Es ist wahllos.

Die Bibel IST nicht Gottes Wort. Darin liegt der Irrtum. Sie KANN es nicht sein. Die Anzahl der christlichen Organisationen, mit unerschiedlicher Ausrichtung auf dieser Welt beträgt: 200'000! Nocheinmal: Zwei-Hundert-Tausend! Alle lesen die Bibel, alle lesen etwas anderes. Das PRINZIP funktioniert nicht. Sieht das denn niemand?

Schreiberlilli, du bist reif für folgenden Text, den ich dir wärmstens empfehle. (Versöhnugsbrief an Christen)

http://www.rhetorik-seminar.ch/gratis-nutzen-fur-sie/Religionskritik/

Kommentar von helmutwk ,

Für Jede Schandtat von H itler, für jedes Verbrechen könnte ich mit A) B) oder C) in der Bibel eine Legitimation heraus lesen.

Wenn du Bibelverse aus dem Zusammenhang reißt: ja.

Wenn du ernsthaft versuchst, den richtigen Sinn zu finden: nein, es gibt zwar Punkte, die unterschiedlich ausgelegt werden können, aber wie Hitler mit einem Buch in Übereinstimmung gebracht werden kann, das z.B. Gewaltlosigkeit fordert und erklärt, dass das Heil aus den Juden kommt, ist mir schleierhaft.

Die Anzahl der christlichen Organisationen, mit unerschiedlicher Ausrichtung auf dieser Welt beträgt: 200'000!

Wenn du die Lutherische Kirche in Bayern und die Lutherische Kirche von Hannover als "verschiedene Ausrichtung" zählst, der den CVJM Deutschland und den CVJM "Westbund" (ein Teil des westdeutschen CVJM) auch, dann stimmt die Zahl - vielleicht. Bei vernünftiger Betrachtung kannst du 3 Nullen streichen.

Antwort
von berkersheim,

Wer den Stand der Textgeschichte des Neuen Testaments erfahren will, gebe bei Google "Textgeschichte des Neuen Testaments" ein und bei Wikipedia findet sich eine gut geordnete Darstellung. Diese ältesten Texte des NT sind allesamt griechisch. Vom NT gibt es keine Belege in Hebräisch oder Aramäisch.

Das NT ist Glaubensverkündigung der Gemeinden, die unterschiedlich strukturiert waren. Sie erheben keinen Anspruch auf historisch exakte Darstellung und haben auch keine ausgefeilte, umfassende Theologie. Das hat bereits in der frühen Kirche zu Meinungsverschiedenheiten in der Auslegung und in der Glaubenspraxis geführt. Um die Meinungsführerschaft gab es zwischen Bischöfen der frühen Kirche heftige Auseinandersetzungen. Es ist nicht nachprüfbar, wie weit die später in den Konzilien festgehaltene jeweilige Mehrheitsmeinung den Glaubensvorstellungen der 'Urkirche' entsprachen.

Das ist allerdings meiner Meinung nach heute nicht mehr von Belang. Heute geht es darum, was die Bibeltexte an Anregung für ein erfülltes Leben heute hergeben. Die wichtigste Frage heute ist, ob der Erlösungsgedanke ausschließlich dem Individuum gilt oder einem Individuum in Gemeinschaft. Denn der jüdische Messiasgedanke hat den neuen König für die Gemeinschaft im Blick. Paulus spricht immer von der Gemeinschaft der Heiligen. Die in den letzten Jahrzehnten zunehmende Individualbetonung kippt leicht in einen Erlösungsegoismus, während das zentrale Symbol, das Abendmahl die Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Danke für den Google Hinweis. Die "Textgeschichte des Neuen Testaments" sagt mir im Moment nichts. Das schaue ich mir morgen mal an.

Deine Aussage:"...Die Gemeinden erheben keinen Anspruch auf historisch exakte Darstellung..." kann ich so nicht bestätigen. Meine Erfahrungen sind die, dass jede Gemeinde ihre eigene Wahrheit hat und mit ihr den Anspruch auf die Richtigkeit DIESER Wahrheit. Und das hat mich im Laufe der Jahre dazu gebracht, hier Abstand zu nehmen.

Meiner Meinung nach kann man nicht die Urgemeinden mit denen der heutigen Zeit vergleichen. Heute gibt es liberale, konservative und fanatische Christen in verschiedenen Konfessionen.

Die Fanatiker kann ich nicht verstehen. Vieles wird von ihnen eins zu eins aus der Bibel in die heutige Welt übertragen. Aber auch nur das, was ihnen gerade passt.

Ich habe an anderer Stelle schon geschrieben:"Wenn man alles übernehmen würde, dann gäbe es heute noch Sklavenhaltung und Vielweiberei usw."

Kommentar von berkersheim ,

@Schreiberlilli

Sorry - nicht die Gemeinden - die einzelnen Schriften des NT erheben keinen Anspruch auf historisch exakte Darstellung und eine ausgefeilte, umfassende Theologie. Selbst die Paulusbriefe geben seine Theologie immer auf die Situation der angesprochenen Gemeinde, am umfassendsten im Brief an die Römer. Sonst erwecken die Evangelien insbesondere eher einen fragmentarischen Eindruck.

Natürlich kann man die frühen Christengemeinden nicht mit heute vergleichen. Wir haben heute ein ganz anderes Weltbild, Menschenbild, Gottesbild und einen ganz anderen Anspruch auf histoische und wissenschaftlich wie philosophische Darstellung. Aber das Meinungssprektrum unter den frühen Gemeinden war nicht weniger bunt wie heute. Es ging teils wild durcheinander. Das wird in den Briefen deutlich, es wird aber noch deutlicher in den apokryphen Schriften.

Kommentar von franz3 ,

@ berkersheim Liebe deinen Nächsten, wie dich SELBST. Egoismus im Sinn persönlicher Entwicklung und Reife ist Voraussetzung funktionierender Gemeinschaft, die ihrerseits wiederum die Reife und und Entwicklung des Individuums zulassen muss, sonst estickt sie durch das "Gesetz", die Norm.

Kommentar von berkersheim ,

@franz3

Sehr richtig, kein Widerspruch. Es braucht das Gleichgewicht zwischen Individuum und Gemeinschaft. Zuviel Gemeinschaft ist nicht gut, zuviel Individuum aber auch nicht.

Kommentar von franz3 ,

@berkersheim.Leider klappt das mit dem Gleichgewicht der Gegegensätze nicht immer. Dann sind Gesellschaft und Individuum soweit von einander entfernt,dass der eine den anderen nicht sieht. Wenn der Erhaltung des "Systems" Menschen geopfert, oder in ihren Belangen mißachtet werden, ist es meist so weit.

Antwort
von Hannohansgeorg,

Die eigentliche Schrift selbst interpretiert nicht, Menschen interpretiern die Bibel. Sie selbst ist ein heilige Buch fuer den glaeubigen Menschen und am Sinn der Schrift aendert sich auch nichts. Es ist klar, wir leben und unsere lebendige Sprache aendert sich, so wie auch die Mode sich aendert, doch der Sinn bleibt der gleiche, wie frueher auch. Luther uebersetzte die Bibel aus den Ur-Texten und heute past man Worte an, uebersetzt sie nur in das heutige Deutsch. Ich kann dir nur eines empfehlen : LESE DU DIE BIBEL , die Interpretationen anderer soll nicht dein Problem und Schaden sein,halte dich an die beiden wichtigsten Gebote, die Essemz, die letztlich alle Gebote, ja die Bibel selbst enthalten. Liebe Gott und deinen Naechsten, deinen Mitmenschen, wie dich selbst-und wenn du dich nicht sonderlich liebst, dann mehr als dich selbst. UND DER EINTRITT INS HIMMELREICH SEI DIR SICHER. und wenn dich dieses Thema intressiert, besuche ab und zu mal meinen Blog: Ist die Kirche Gott? http://gotteskirchen.blogspot.com

Antwort
von Schnipsler,

Sprache entwickelt sich immer weiter. Worte die früher eine bestimmte bedeutung hatten haben heute ein volkommen andere. z.B Wenn wir heute sagen " Ich drück dir die Daumen" meinen wir ich wünsch dir viel Glück. Früher hingegen hies " Ich drück dir die daumen " Ich finde die Warheit herraus" indem man jemanden wirklich die Daumen gedrückt hat. Ein großes Problem der Sprchwandlung hat z.B der Koran. der ist zwar ( so sagen die Muslime ) Wort genau überliefert, hat aber über die zweitausend Jahre eine völlig andere Wortdeutung bekommen. Daher auch die vielen Muslimischenglaubensrichtungen. Es geht bei denen im wesentlich nur um die interpretation des Korans. und so ist es auch mit der Bibel.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Wenn wir die Bibel wörtlich nehmen würden, dann wäre Sklavenhaltung und "Vielweiberei" erlaubt! Das Problem ist doch der ewig alte Inhalt der Bibel, von dem nur ein Teil, der gerade passt, zitiert und verwendet wird. Das eröffnet fanatischen Idealisten unsinnige Möglichkeiten.

Antwort
von bausen,

wie frajohannes (so wie ich ihn verstehe), schon angedeutet hat, kann ich mir vorstellen, dass man Gott auch ohne dieses ganze "Übersetzunsgzeug" verstehen kann, ich meine, ohne unter vielen Übersetzungen eine herauszusuchen, die Bibel auf Hebräisch zu lesen oder alle Übersetzungen zu kennen. Gott lässt sich auch im alltäglichen Leben erkennen. Wenn ich in Problemen immer wieder merke, wie er bemüht ist, mir zu helfen...wenn ich beim Beten oder Bibellesen oder einfach so fühle, dass er mich beschützt (das hatte ich einmal, so als hätte er es mir geagt)...wenn ich auf meinem Weg Erlebnisse mit ihm habe...das sind Erfahrungen...die müssen nicht übersetzt werden, die versteht man mit dem Herzen...auf diesen Wegen lernt man ihn kennen, ohne sich über die richtige Übersetzung streiten zu müssen... und fühlt vielleicht selbst, was er einem sagen will, sodass es weniger Interpretationssache ist. Gott ist nicht nur in der Bibel, sondern im ganzen Leben drin. Ich will aber nicht die Rolle der Bibel herabsetzen...auch zu wissen, was darin steht ist wichtig.

Antwort
von Wasserhut,

Einen Teil der Frage hast du ja schon beantwortet. Viele Übersetzen ließen bzw. lassen ihre persönliche Meinung in die Übersetzung einfließen und waren außerdem von ihrem kulturellen Umfeld beeinflusst. Sie deuteten die biblischen Inhalte subjektiv auf Basis ihrer Erfahrungen und persönlichen Umstände, was in einer seriösen Übersetzung nichts zu suchen hat. Außerdem wird oft versucht, erst den möglichen Sinn von Bibelstellen zu finden und dann wird der Text dementsprechend interpretiert. Das kann natürlich nicht zu objektiven Ergebnissen führen, denn die Reihenfolge ist total verkehrt. Manchmal wurden auch Übersetzungen übersetzt, beispielsweise wurde das "Himmelsgewölbe" aus dem lateinischen "firmamentum" übersetzt, ohne einen Blick auf das hebräische Wort zu werfen, obwohl man immer von der Originalsprache ausgehen muss beim Übersetzen. So kam die Vorstellung auf, die Bibel stelle sich den Himmel über der Erdscheibe eine harte Kuppel vor.

Auf ähnliche Weise wurden nämlich auch die flache Erde und das geozentrische Weltbild in die Bibel hineingelesen, die Übersetzer konnten sich wohl nicht vorstellen, dass die Menschen damals auch hier schon viel weiter waren als gedacht, und schoben ihnen ein veraltetes Weltbild unter, obwohl die Bibelverfasser auch hier was ganz anderes sagen. Vielmehr muss man den Text, egal ein biblischer oder ein anderer, den man übersetzt, für sich selbst sprechen lassen. Die Bibel behauptet übrigens an keiner Stelle, das "Wort Gottes" zu sein. Hier wurde direkt aus dem Griechischen übersetzt, im Hebräischen heißt es aber "Sache, Angelegenheit" Gottes.

Dazu kommen noch andere Übersetzungsfehler, die dann zu "frommen Traditionen" erhoben wurden.

http://www.konkordant.de/

Auf dieser Seite wird nicht nur die natürliche, wissenschaftliche Übersetzungsmethodik aufgezeigt, sondern auch das Problem herkömmlicher Bibelübersetzungen und das Zustandekommen von Übersetzungsfehlern und frommen Bibelmärchen ausführlich erläutert.

Antwort
von Liberius,

A. Orientierung am Grundtext

Wie bereits erklärt wurde orientiert sich jede Übersetzung an dem anerkannten hebräischen und griechischen Grundtext.

Bei jeder Übersetzung gibt es immer einen kleinen Spielraum der Wortwahl(Begriffswahl) und natürlich auch des Satzaufbaues.

Doch beim Vergleichen der unterschiedlichen Bibel wird man feststellen können, dass die Grundaussagen eines Textes übereinstimmen.

Etwas anders sieht das bei jenen sehr frei übersetzten Bibel aus, die versuchen den Text unserer heutigen Denkweise anzupassen. Das geht dann meisten auf Kosten der Genauigkeit. Deshalb ist es auch ratsam zusätzlich eine sehr Textgenaue Übersetzung (z.B. die Elberfelder) zu verwenden.

B. Für Studienzwecken den Grundtext verwenden

Zu persönlichen Studienzwecken wäre es natürlich von Vorteil den Grundtext zu verwenden. Wo das aber nicht möglich ist empfehle ich eine gute und wortgetreue Übersetzung.

C. Kontext beachten

Um zu einer soliden Bibelerklärung zu gelangen ist es notwendig den Kontext zw. dem AT und NT zu beachten. Denn das NT ist die Erklärung des AT.

Der Hauptfehler, der immer wieder gemacht wird, besteht darin, dass dieser Kontext nicht beachtet wird. Erklärungen werden auf einzelne Texte aufgebaut, die aber bei der Beachtung des Kontextes nicht möglich sind.

D. Christozentrische Interpretation

Der Hauptbegriff wird als "christozentrische Interpretation" bezeichnet. Denn genau das machen alle neutestamentlichen Schreiber, indem sie prophetische Hinweise oder fundamentale Lehren christologisch erklären.

Wenn Dich das näher interessieren sollte, kannst Du mich gerne anschreiben.

Antwort
von franz3,

Für mich ist die Bibel eine Anleitung zur Selbsterfahrung. Damit erledigt sich für mich die leidige Auseinandersetzung, Gott beweisen zu müssen. Das, was wir Gott nennen, ist per defintion (allmächtig)die Voraussetzung allen Seins, der Ursprung. Den Ursprung kann keiner beweisen, der selbst ein Geschöpf desselben ist, wohl aber kann er ihn in sich selbst erfahren. Die unterschiedlichen Interpretationen sind durch die Unterschiede in der Erfahrungswahrnehmung und -verarbeitung (z. B. Kultur- und Zeitabhängigkeit, Sprachentwicklung) zu erklären.

Antwort
von omikron,

Jede Übersetzung ist zugleich Interpretation. So entstehen, je nach dem, wie der Übersetzer den Satz versteht, unterschiedliche Übersetzungen, manchmal nur in Nuancen, manchmal mit deutlicheren Unterschieden. Bisweilen ist eine Stelle auch unklar oder kann auf verschiedene Arten übersetzt werden.

Und schließlich gibt es noch die ganz Schlauen, die eine bestimmte Glaubensauffassung haben und dann die Bibel so hinbiegen, dass die Bibel zu ihrer schon vorher gefassten Ansicht passt.

Antwort
von riara,

Die Bibeln unterscheiden sich nicht, wenn man mal das Buch der Zeugen Jehovas ausnimmt. Ansonsten gibt es modernere Sprachwahl wie man leicht erkennt wenn man die Lutherbibel mit neueren Bibeln vergleicht. Ich vergleiche auch die King James Bibel (englisch) mit der Lutherbibel und auch da fallen mir keine Unterschiede auf. Was die Auslegung angeht, ist es eine theologische Frage, die eventuell von einigen Randgruppen ganz anders 'ausgelegt' wird wie von den grossen Kirchen. Zwischen der Auslegung evangelischer, anglikanischer oder katholischer Theologen besteht kaum ein nennenswerter Unterschied, nur was man selber herausliest oder was einem dieses Buch ganz persoenlich vermittelt ist sicher nicht anders als bei Sachbuechern oder Romanen, da gibt es Lieblingsstellen, Sachen die man nicht so toll findet und bereits bei den Taufspruechen zeigt sich wie unterschiedlich die Geschmaecker der Christen sind...

Was mit dem Wort gemeint ist, wirst Du nach unzaehligem Lesen und den Erklaerungen eines Theologen (es gibt auch hervorragende Buecher die das erklaeren) verstehen. Auch hier gibt es sicher Raum fuer Interpretationen nur aendert das am Grundgedanken dieses Buches nichts...

Kommentar von Schreiberlilli ,

Ja, was IST denn der Grundgedanke dieses Buches?

Welches sind den die "Randgruppen"?

Was sind überhaupt "Randgruppen"?

Zwischen den Auslegungen....besteht kaum ein NENENSWERTER Unterschied. Was ist denn nennenswert?

"Was man selber herausliest...", IST doch genau das, was ich meine. Interpretationssache. Und da kann es mitunter auch sehr große Unterschiede sehen.

Darum geht es hier. Zum Teil um die Unterschiede der einzelnen Konfessionen, aber auch die der einzelnen Bibelleser.

Kommentar von riara ,

:-)

Also gut, der Grundgedanke ist bei der Bibel als ganzes ist die Offenbarung Gottes, das heilige Buch, das im AT die Entstehung der Erde und des Menschens, des Glaubens (Abraham) und der goettlichen Gebote enthaelt.

Das NT ist der 'neue Bund' die Vergebung aller Suenden durch das Opfer des eingeborenen Sohnes und die Schaffung einer neuen Religion, des Christentums. Kernaussagen findest Du in der Bergpredigt und in dem Satz "Liebe Deinen Naechsten wie Dich selbst" (Samariter Gleichnis)

Was sind Randgruppen? Die Katholiken, Lutheraner, Anglikaner und Orthodoxen haben eine gewisse Tradition, zudem besteht eine organisatorische Struktur, dazu kommt die Zahl der Glaeubigen, denn 80% aller Christen gehoeren diesen Kirchen an. Danach gibt es die relativ grossen Gruppen der Methodisten, Baptisten und Presbyterianern, es gibt noch ein paar kleinere Gruppen, die sich aber eher im Zentrum des Christentums bewegen. Randgruppen sind christliche Sekten, vor allem aber Gruppen, die die Bibel und den Glauben recht unterschiedlich ausueben/auslegen. Zu denen gehoeren die Zeugen Jehovas, Mormomen, Menonitische Taeufer, Pfingstler (nicht alle!) und wirkliche Sekten, die man vor allem in Amerika und Afrika findet.

Nennenswert ist z.B. die Ansicht der Menoniten und Unitarier, voellig anders sehen die Mormonen die Welt und bei manchen Sekten gibt es hahnebuechende Ableitungen des christlichen Glaubens...

Die persoenliche Erfahrung mit dem Lesen der Bibel ist keine Auslegung sondern eine persoenliche Erfahrung. Sicher wirken die Geschichten der Bibel, die Verse und Psalme je nach Gemuetszustand unterschiedlich. Es gibt auch 'Randgruppen' die die Bibel als unfehlbar und als einziges Gesetz/Vorschrift in Ihrem Leben betrachten und wissenschaftliche Erkenntnisse wie Evolution und Geschichte komplett ablehnen. Es aendert aber nichts an den o.g. Kernaussagen und es ist nicht schlimm wenn man den einen oder anderen Psalm anders versteht, ein kulturelles Problem...

Antwort
von frajohannes,

Eine Diskussion über den wahren Glauben führt nur zum Krieg, weil es ums Recht haben geht. Ist das christlich? Sprache verändert sich, ebenso Sinngehalt. Daher muss es immer neue Übersetzungen geben, die wie in allen Bereichen zugleich Interpretationen sind.

Entscheidend ist die Frage: Was bedeutet "glauben"?

Bedeutet es "nicht wissen"? Dann bin ich uninformiert oder schlimmstenfalls nur dumm.

Bedeutet es, "Lehrmeinungen (Dogmen) für wahr halten"? Dann hätte ich meinen Verstand am Weihwasserbecken abgegeben.

Wenn ich die Berichte über Jesu Leben und Wirken lese, stelle ich fest, dass er kein Lehrgebäude erstellt hat, keinen Professorenstuhl eingerichtet hat, keine Priesterkaste geschaffen hat, sondern uns aufgefordert hat, wenn wir beten, sollten wir nicht viele Worte machen, sondern einfach unseren "Vater" im Himmel ansprechen: "Vater unser"… "Abba" nennt er ihn, das heißt auf deutsch soviel wie "Lieber Vater", oder "Väterchen".

Glauben bedeutet also für mich, dass derjenige, dem ich meine menschliche Existenz verdanke, mein letzter Urgrund, der mir zwar nicht an der Not vorbei hilft, jedoch durch sie hindurch, dass er also auch mein Ziel sein darf, soll und wird. Ich durfte im Leben (67 Jahre) oft erfahren, dass ich in Notlagen behütet und beschützt war. Das ist meine Deutung. Andere wären denkbar, sind aber für mein Leben, meine Person nicht stimmig.

"Glauben" heißt für mich also nur "vertrauen" auf Gottes Liebe.

Antwort
von Sonnenschnauz,

Mit der Übersetzung der Originaltexte der der Bibel ist es grundsätzlich nicht anders als mit einem anderen Text. Nimm ein Gedicht aus einer fremden Sprache: Jeder überträgt es ein wenig anders.

Grundsätzlich ist es so, dass fast jede Übersetzung der Bibel sehr verantwortungsvoll geschieht (solche mit dogmatischen Scheuklappen - Zeugen Jehovas z.B. - ausgenommen).

Wenn Du die größtmögliche Übereinstimmung in der Wiedergabe suchst, dann solltest Du die Kommentare zu den jeweiligen Büchern der Bibel nehmen und vergleichen. Aber das ist eine große Arbeit. Die Exegeten (Bibelauleger) ringen um den Sinn und die Bedeutung der einzelnen Wörter und Sätze. Und sie kommen auch zu einem Konsens. Oder sie lassen Dinge, die strittig sind, so stehen.

Ich würde Dir raten, einen Bibelstudienkreis zu besuchen, wo die unterschiedlichen Übersetzungen verglichen werden, und wo jemand dabei ist, der die Wörter in den Originalsprachen erklären kann.

Aber was weißt Du schon vom "Wort Gottes", wenn Du die Wörter kennst? Viel, aber nicht alles. Die Bibel ist der Liebesbrief Gottes. Ohne diese Liebe wirdt Du wenig verstehen.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Ich suche nicht die größtmögliche Übereinstimmung in der Wiedergabe. Die Bibel in allen möglichen Übersetzungen mit allen möglichen Kommentaren habe ich gelesen. Bibelstudienkreise, Hauskreise usw. Alles das habe ich jahrelang praktiziert. Und genau deshalb stelle ich die Fragen, die ich stelle. Jede Bibelübersetzung ist ein kleines bißchen anders. Jede Bibel hat einen etwas anderen sprachlichen Ausdruck. Selbst die Bibeldeuter deuten verschieden. JEDER interpretiert ALLES anders. Finden sich dann noch gemeinsame Bibelleser zusammen, sieht wieder jeder alles anders. Deutet anders. Interpretiert anders. Es sind nicht nur die Kirchen unterschiedlicher Meinungen. Selbst in den einzelnen christlichen Konfessionen herrscht Uneinigkeit. Jede Gemeinde legt die Bibel etwas anders aus. Aber ALLE sagen, sie befolgen Gottes Wort, sie leben nach der Bibel. Jeder sieht seine Interpretation als die einzig Richtige an.

Kommentar von Sonnenschnauz ,

Liebe Lilli, erst einmal danke für Dh. Was ist denn an Deiner richtigen Beobachtung so negativ? Ich sehe diese Vielfalt im Grunde als einen großen Reichtum. Ich freue mich über einen Garten, in dem viele unterschiedliche Blumen blühen. Diese Vielfalt findest Du schon im Kanon des Neuen Testaments. Wenn Du jede Theologie eines Autors für sich nimmst, dann gibt jeder die christliche Wahrheit ein wenig anders (oder manchmal sogar mit Widersprüchen) wieder. Die Kirche hat alle diese unterschiedlichen Sichtweisen gebündelt und daraus eben den Kanon gemacht. Ernst Käsemann, großer evangelischer Neutestamentler, hat daraus den Schluss gezogen, dass der Kanon selbst mit seinen unterschiedlichen Theologien die Vielfalt in der christlichen Kirche begründet.

Das Problem ist, ob wir mit unseren unterschiedlichen Wahrnehmungen den anderen auschließen oder nicht. Ich selber habe für viele andere Christen Platz, aber haben sie auch Platz für mich? Manchmal ist man da sehr einsam. "Wo man Euch nicht aufnimmt, da schüttelt den Staub von den Schuhen, zum Zeugnis wider sie!" Deshalb bin ich als Protestant Ökumeniker. Ich habe viele protestantische Freunde verschiedenster Richtung, aber auch katholische und orthodoxe.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Ich stimme Dir durchaus zu! Das Problem ist nicht die Vielfalt, sondern das Anspruchsdenken einzelner Fanatiker, die ihre Wahrheit für die einzig Richtige halten. Mir geht es auch so, dass ich viel Platz für andere MENSCHEN habe. Ich unterscheide nicht zwischen Religion oder Konfession, zwischen Glaube und Atheismus. Aus meinem Blickwinkel darf jeder seine Meinung und seine Einstellung haben und diese auch vertreten. Egal ob es um Glaube oder um andere Themen geht. Mir fallen in letzter Zeit immer mehr fanatische Christen auf. Und das finde ich nicht in Ordnung.

Antwort
von MidnightDance,

Die Bibel ist nicht zu Lebzeiten Jesu entstanden sondern aus Erzählungen. Zudem ist die Sprache der Originaltexte sehr alt und "verkommen". Niemand kann diese Sprache zu 100% übersetzen und die Texte bieten viel Spielraum für Interpretationen. Zudem wird in der Bibel oft eine bildliche Sprechweise verwendet die keine genaue und eindeutige Auslegung zuläßt sondern immer auf Vermutungen und dem persönlichen Eindruck eine Bedeutung bekommt.

Durch diese Gegebenheiten kann die Bibel und damit das "Wort Gottes" nciht eindeutig gefasst werden.

Nebenbei: Die Bibel ist ein Buch welches aus verschiedenen Erzählungen zusammen gesetzt wurde. Oft existieren mehrere Versionen einer Geschichte die voneinander abweichen und einige Erzählungen aus dieser Zeit wurden nciht in die Bibel aufgenommen. Dadurch können Zusammenhänge nicht eindeutig erkannt werden da alleien bei der Auswahl bereits Informationen als "nicht wahr" deklariert wurden von denen man nicht überzeugt war. Ob diese wirklich "nicht wahr" sind oder waren ist bis heute fraglich.

Die Sprache in der die Originaltexte verfasst wurden hat zudem das Problem, dass es u.U. für ein Wort mehrere Bedeutungen gibt.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Zitat:"die Texte bieten viel Spielraum für Interpretationen." Zitat Ende

Genau das ist der springende Punkt. Jeder interpretiert die Bibel anders. Es fängt ja schon damit an, was die Bibel überhaupt ist. Der eine nennt sie "Wort Gottes", für den anderen ist diese Aussage nicht richtig oder nicht genau genug....

Bibelstellen werden individuell verstanden. Dadurch entstehen Uneinigkeiten. Fanatisches Christentum biegt sich alles nach eigenen Zielsetzungen zurecht...

Zitat: "Dadurch können Zusammenhänge nicht eindeutig erkannt werden"Zitat Ende

Genau, das ist das Problem

Kommentar von MidnightDance ,

Die inoffiziellen Teile der Bibel, also Teile die nicht in die Bibel aufgenommen wurden, finden sich unter dem Begriff Apokryphen - Sie wurden nicht aufgenommen da sie aus inhaltlichen Gründen, weil sie damals nicht allgemein bekannt waren, aus religionspolitischen Gründen oder weil sie erst nach Abschluss des Kanons entstanden sind.

Daran erkennt man den Beginn der "Ansichtssache Bibel".

Kommentar von Schreiberlilli ,

Die Apokryphen meine ich hier aber nicht. Es geht um die Auslegung der Bibelinhalte. Die sind nämlich auch unter Christen sehr verschieden.

Kommentar von riara ,

Dann nenne mal Beispiele fuer 'Interpretationen', die Bibel wurde nicht von Fremdsprachensekretaerinnen uebersetzt sondern von Theologen, dabei wurde jede noch so kleine sprachliche Anpassung dokumentiert. Trotzdem lernen Theologen (Pastoren, Priester) auch heute noch Altgriechisch und Hebraeisch um sich mit den Ursprungstexten auseinanderzusetzen, was man dabei nicht Auslegen kann ist mir schleierhaft, es bedarf eines Theologen oder Altertumforschers um die Bedeutung dieser 'bildlichen Beschreibungen' (Metaphern) genau zu bestimmen, alles andere ist wieder einer dieser Verfaelschungsvorwuerfe...

Kommentar von MidnightDance ,

Die erste Interpretation ist das Wesen oder was auch immer namens Gott!

Kommentar von Schreiberlilli ,

Und da die ganze Welt nicht voller studierter Theologen mit Altgriechisch- und/oder Hebraeischkenntnissen ist, müssen Normalsterbliche eben mit der ihr eigenen Sprache zurechtkommen. Für diese gibt es ja die einfach geschriebenen Übersetzungen. Und davon gleich mehrere Variationen inclusive verschiedener Anleitungen, um diese auch RICHTIG zu lesen und zu deuten! Es brauchen sich nur ein paar Leute zusammenzusetzen und die Bibel zu lesen. Jeder hat ein anderes Exemplar, in dem gleiche Verse verschieden übersetzt wurden. Und wirklich JEDER macht hier Unterschiede in der Interpretation. DAS habe ich schon MEHRFACH erlebt. Wer will denn wissen, welche die Richtige ist?

Kommentar von Sonnenschnauz ,

@MidnightDance Zitat: "Zudem ist die Sprache der Originaltexte sehr alt und "verkommen"."

Du redest wie der Blinde von der Farbe. Lies mal selbst die Texte in den Originalsprachen. Das Griechisch bei Lukas ist edel, um nur einen zu nennen, das Hebräisch der Psalmen ist wunderschön. Die Übersetzungen sind zum großen Teil kongenial. Der Psalm 23 in der Sprache Luthers ist nicht zu übertreffen, da hat er direkt aus dem Urtext geschöpft. Lies mal die "Nachdichtung" der Hebräischen Bibel von Buber-Rosenzweig, um nur eine Ahnung vom hebräischen Original zu bekommen, und Dir gehen die Augen über!

Kommentar von riara ,

So wie man die Energiebilanz eines Krafwerkes der Beurteilung eines Ingieneurts ueberlaesst, sollte man die generelle Interpretation der Bibel ebend den Theologen ueberlassen, nur kann man sich durch das Lesen erklaerender Buecher und dem Verstehen antiker Lebensumstaende auch recht gut selbst an den Kontext der Bibel herantasten. Letztlich ist es doch wichtiger was man an der Bibel mag und was nicht. Kein Mensch wird sich erdreisten seine untreue Ehefrau zu steinigen, aber die 10 Gebote wird man sicher verstehen und die meisten auch einhalten...

Antwort
von Angelika1952,

Egal, welche Übersetzung du liest. Lerne, dich vom Heiligen Geist führen und ansprechen zu lassen."LERNE" Dabei darfst du Fehler machen. Wir sind und bleiben Menschen.

Antwort
von altermann58,

Die Schwierigkeit einer Übersetzung aus dem damals gebräuchlichen hebräischen Dialekt liegt in der Verschiebung von Bedeutungen. Eine wörtliche Übersetzung ist ein Problem, daher wurde "frei" übersetzt - mit den Problemen.

Beispiel: Thiarna -> griechisch "Göttin"; dea lateinisch/römisch -> "Göttin"; aber neuhochdeutsch "Dirne" -> kleines Mädchen; plattdeutsch "Deern". So ist aud dem Wortstamm für Göttin die Dirne geworden - mit einem ganz anderen Hintergrund.

"Jungfrau" ist ebenfalls damals ganz anders verstanden worden als es die katholische Kirche dann sehen wollte...

Kommentar von altermann58 ,

Das nächste Problem ist dann, wenn das bereits übersetzte Original noch einma in eine andere Sprache und wieder in eine andere Sprache (System "stille Post")... übersetzt wird, wie es z. B. bei den Zeugen Jehovas an vielen Übersetzungsfehlern erkennbar ist. Denn die Jehova Bibel wurde aus dem Deutschen (Luther) ins Englische und dann wieder ins Deutsche zurückübersetzt... Ich kann die griechische und lateinische Fassung im Original lesen und verstehen und wundere mich zum Teil sehr über die falsch übesetzten Texte, die dann aber "Wort für Wort" als von Gott uns in den Mund gelegt verstanden werden sollen!

Bleibt kritisch, wenn euch jemand einen Satz der Bibel als Wahrheit verkaufen will, der weder Hebräisch, Griechisch oder Latein kann...

Kommentar von Schreiberlilli ,

Und darum geht es! Die katholische Kirche, die sich ja als einzige christliche Kirche sieht, legte die Bibel nach ihren eigenen Vorstellungen zurecht. Dann kam Luther und reformierte die Kirche und übersetzte erstmalig dem ungebildeten Volk die Bibel. Doch das ging vielen Menschen noch nicht weit genug und es bildeten sich die freien Kirchen......Und JEDE Einrichtung legt sich die Bibelinhalte nach eigenem Gutdünken zurecht. Und jeder erhebt den Anspruch auf Richtigkeit. Die Liberalen geben nach und "gehen mit der Zeit", die Konservativen baharren auf altmodische Aussagen. Und die Fanatischen übertreiben alles auf ganzerLinie

Kommentar von Schreiberlilli ,

Der Vergleich mit der "Stillen Post" ist gut! So kann man es tatsächlich sehen. Am Ende kommt immer ganz was anderes raus!

;-)

Antwort
von AllesKnower,

Niemand und im Grunde bleibt es ja auch jedem selbst überlassen was, ob und wie er glaubt. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass es dann kritisch wird, wenn die Kirche behauptet, sie habe die Wahrheit gepachtet und diese mit den ihr eigenen Mitteln durchsetzt !

Kommentar von Schreiberlilli ,

So ist es!

Ich hätte ja jetzt fast "Amen" hingeschrieben!

Kommentar von rubicon66 ,

du hättest auch basta schreiben können!

Kommentar von AllesKnower ,

Amen passt hier aber besser !

Antwort
von adianthum,

Jeder interpretiert und übersetzt so, wie er es versteht- und wie es seinem Verständnis, seinen Erfahrungen und dem entspricht, was er mit seiner Übersetzung/Interpretation erreichen will.
Interessenskonflikte- weiter nichts.

Mal ehrlich, warum wohl werden in der Bibel die Gläubigen mit Schäfchen verglichen!?

Das sind weniger Glaubensfragen als politische.

Ich bleib dabei, dass ich das Wissen dem Glauben vorziehe!

Kommentar von Schreiberlilli ,

Zitat:"Jeder interpretiert und übersetzt so, wie er es versteht- und wie es seinem Verständnis, seinen Erfahrungen und dem entspricht, was er mit seiner Übersetzung/Interpretation erreichen will"Zitat Ende

Ich denke, diese Aussage kommt den Beobachtungen, die ich hier im Zusammenhang auf meine Frage tätige, am Nächsten.

Und es wird anscheinend immer wieder vorkommen:

Zitat:"Interessenskonflikte- weiter nichts"Zitat Ende

Religion und Kirche waren schon immer politsch. Reiner Glaube dagegen nicht!

Der Vergleich mit den Schäfchen hinkt ein wenig...

Glaube ist eine bewusste Entscheidung. Unglaube auch! Jeder Mensch mag seine Entscheidung treffen.

Was mir immer wieder auffällt (und mich mitunter auch ärgert) ist:

DIE FEHLENDE AKZEPTANZ ANDERER ENTSCHEIDUNGEN!

Kommentar von adianthum ,

Mir ist völlig egal, wie sich jemand entscheidet. Und akzeptieren kann ich es bis zu dem Punkt, wo mich jemand mit dem Schwert bekehren will (symbolisch gesprochen).

Reiner Glaube ist unpolitisch, das stimmt, genauso wie Toleranz, Akzeptanz, Humanismus, Altruismus...aber wenn dann das ABER kommt... geht alles wieder in die Hose ;-))

Antwort
von dreadnought,

Nach Deinen Kommentaren ist mir etwas klarer geworden, was Du meinst. Anscheinend fragst Du Dich, welche Bibelübersetzungen vertrauenswürdig sind. Das Problem existiert, weil die Bibel z.B. etwas grundsätzlich anderes ist als der Koran, den man nur auf arabisch "richtig" verstehen kann. Wir als Christen übersetzen demgegenüber hemmungslos, weil es keine heilige Sprache für uns gibt. Die Probleme, die dadurch entstehen, daß ja nicht nur Worte, sondern auch Bedeutungen übersetzt werden müssen, wurden hier ja schon genannt.

Also. Es gibt eindeutig tendenziöse Übersetzungen, z.B. die "Neue Welt Übersetzung" der Zeugen Jehovas, die "Bibel in gerechter Sprache" (feministisch), die "Volxbibel" (echt abgefahren) und die "Hoffnung für alle" (evangelikal). Die sind mit Vorsicht zu genießen.

Sehr brauchbar sind Luther, Die kath. "Einheitsübersetzung", die Basis Bibel, die Elberfelder und die Neue Genfer. Sie unterscheiden sich in erster Linie in verschiedenen Stufen sprachlicher Modernität.

Soweit die Übersetzungen. Wenn "fanatische" Mitchristen ihre Deutung als die einzig mögliche verkünden, ist die richtige Methode, sich in den Inhalten gut auszukennen und einen eigenen Standpunkt zu haben. Diese Aufgabe nimmt Dir aber keine Übersetzung ab, denn es gibt nichts, das vor Mißbrauch sicher wäre.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Genau das mache ich ja hier. Ich kenne die verschiedensten Bibelübersetzungen und diverse Bibeldeutungen. Auch kenne ich die verschiedenen christlichen Konfessionen und verschiedene Gemeinden. Ich befasse mich schon zig Jahre mit den Inhalten der Bibel und deren verschiedenen Auslegungen. Kenne genügend Hauskreise und Bibellesekurse und was weiß ich noch alles. Und genau deshalb habe ich mir meine Meinung gebildet. Und genau deshalb stelle ich die Fragen, die ich stelle. Um endlich einmal zu verstehen, warum es heute immer noch Menschen gibt, die ihre Wahrheit als die einzig Richtige betrachten.

Kommentar von dreadnought ,

Von der eigenen Sache überzeugt zu sein, ist relativ normal. Andere Auffassungen ggf. zu kritisieren oder für falsch zu halten auch. Es wird dann gefährlich, wenn sich Menschen auf Gottes Richterstuhl setzen, in jeder Religion. Das ist aber dann keine Frage der Wahrheit, sondern des Charakters. Unduldsame, rechthaberische, dogmatistische, von sich eingenommene usw. Zeitgenossen gibt es von jeder Couleur. sieh Dich hier mal um. ;-)

Antwort
von Ulenvater2,

Eine ghroße Rolle dabei spielt natürlich, wer Dein Essen bezahlt, während Du die Übersetzung machst und welche Stellung Du vorher, während oder hinterher bekleidest. Das hat doch alles was mit LOGIK zu tun; da brauchst Du nicht bibelkundig zu sein oder an den HERRN glauben. Nur Hirn einschalten !

Kommentar von Schreiberlilli ,

Da ich mein Hirn gerade in dem Moment ausgeschaltet habe, als ich Deinen Beitrag gelesen habe, kann ich Dir leider hierauf nicht antworten. Vielleicht besitzt Du ja die Fähigkeit einer passenden Übersetzung ins Logisch-Gehirnvolle! Danke!

Antwort
von Azizamasrya,

Es gibt einen Unterschied zwischen Interpretationen und Übersetzungen. Wenn Du Dir die Mühe machst, und eine Bibel kaufst, die jedes griechische und hebräische Wort mit einer Nummer versehen, und Dir sagen, wo das Wort noch alles vorkommt, dann kannst Du selbst - ohne die Sprache zu können - sehr viel vom Urtext verstehen- vergleichen usw. Interpretationen kommen, wenn Menschen ihre eigenen Gedanken in den Text hineinpressen oder deuteln.

Antwort
von Semilocon,

Ist auch besser so, denn wenn einige sagen, nur wir haben die richtige Auslegung, führt das zu Ausgrenzung und Terrorismus, etc. Jeder soll glauben, was ihm gefällt!

Kommentar von Schreiberlilli ,

Wer sind den "wir"?

Wir Christen?

Wir Katholische?

Wir Evangelische?

Wir Deutsche?

Wir Europäer?

Wir...?

Antwort
von Nowka,

die hebräische sprache hat für einen nichthebräer zu viele auslegungsmöglichkeiten bei den einzelnen worten.

.

beispiel aus dem deutschen: ICH SEHE EINE BANK

das kann bedeuten, ich sehe eine bank zum sitzen, oder ich sehe ein geldinstitut

Kommentar von Schreiberlilli ,

Klassisses Beispiel! Man könnte auch "Teekässelchen" sagen.

Kommentar von adianthum ,

Teek E sselchen! ;-)) kommt vom Kochkessel.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Danke für den Hinweis. Manchmal macht meine Räschtschraibung, was sie will!

;-)

Kommentar von bausen ,

daß isst abär nischt guht :)

Antwort
von Cookylinchen,

Jeder deutet den Inhalt so, wie es ihm passt!

Kommentar von Schreiberlilli ,

Und deshalb gibt es Uneinigkeiten, Streitereien, Kriege...!

Kommentar von Cookylinchen ,

Genau! Jeder liest das raus, was er will und wie er es will!

Kommentar von AllesKnower ,

Mittlerweile sogar ohne ein reinigendes Feuerchen !

Kommentar von Schreiberlilli ,

Aber hier sehe ich bald eine Gefahr! Denn allein in Deutschland gibt es verschiedene christliche Konfessionen von liberal bis fanatisch. Den Fanatismus halte ich für gefährlich.

Kommentar von bausen ,

Natürlich kann Fanatismus gefährlich sein. Aber für die ganze Gesellschaft sehe ich keine große Bedrohung, denn ich habe mal von einer Umfrage oder Studie gehört, die ergab, dass nur noch 2 % der Deutschen streng gläubig leben bzw dass98 Prozent es nicht so genau damit nehmen. Es ist SCHLIMM, dass es so ist, aber für den Fanatismus ist das kein guter Nährboden.

Antwort
von HeHoHa,

Wenn ich Predigten vorbereite, dann lese ich verschiedene deutsche Bibelausgaben, habe Lexikas für die Begriffe, die dann auch die hebräische, aramäische oder griechische Bedeutungsmöglichkeit der Begriffe aufzeigt, lese verschiedene Kommentare und bete. Ich bitte Gott direkt, dass er mir zeigt, was er damit sagen will und wie Dinge zu verstehen sind. Ich bitte ihn, dass er mir hilft, selbstkritisch zu sein, damit ich ich keine Lieblingsgedanken in den Text hineininterpretiere. Exegese heißt für mich, dass ich meine Meinung über den Text hinterfrage und von Gott erwarte, dass er mir zeigt, was er meint und will. Dabei weiß ich aber auch, dass ich nicht perfekt bin. In Bibelgesprächen ist der Austausch über das Vorbereitete auch sehr hilfreich, den Gesprächsstoff aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und sich so zu ergänzen und auch zu korrigieren. Aber wie schon erwähnt: Ich erwarte von Gott selbst, dass er mich seinen Liebesbrief an uns Menschen verstehen lässt.

Antwort
von Falbe,

Der Inhalt der Bibel ist unverändert. Wenn du Vers für Vers vergleichst zwischen alten oder neueren Übersetzungen , dann gibt es minimale Unterschiede , die aber nicht den Sinn verändern.Daß es so viele Auslegungen gibt liegt daran , daß jeder sich seine eigenen Gedanken dazu macht und das sehr klug findet, anstatt es so zu verstehen , wie es geschrieben steht. DAS ist das Wort Gottes. Es steht, bezüglich Predigten: prüft , ob es sich so verhält! Also , lies selber in der Bibel. im Internet kann man gut die Übersetzungen vergleichen und sich überzeugen.

Antwort
von Sonnenschnauz,

Hier noch ein Zusatz, der mir erst aus der ganzen Diskussion deutlicher wird: Luther hat einen "Kanon im Kanon" eingeführt, und damit hat er uns einen großen Dienst erwiesen. Es gibt ein Kriterium für alle biblischen Wahrheiten, und an diesem werden sie gemessen. Sein Kriterium lautet "Jesus Christus", mit seinen Worten: "Was Christum treibet", also wodurch Christus zur Sprache kommt. (Auf diese Weise lehnt er allerdings den Jakobus-Brief ab, leider.)

Ich denke, dieser "Kanon im Kanon" ist entscheidend. Darauf können wir uns verständigen, von vornherein. Dadurch entsteht dann eine Hierarchie der Wahrheiten, und nicht jede Wahrheit ist der anderen gleich. Die Vereinerleiung entsteht nur, wenn wir kein Hauptkriterium haben. Wenn jemand ein anderes hat als Christus, dann soll er das sagen und sich seine Parteigänger dafür suchen.

Zum Thema der Sklaverei: Die Frage war für die damalige Gemeinde entschärft, weil man mit der Naherwartung des wiederkommenden Herrn rechnete. Aber noch wichtiger ist der Galaterbrief: Da sagt Paulus, dass "in Christus" alle eins sind, "Sklaven und Freie". Ein politischer Satz, der die gesellschaftliche Trennung von innen her torpediert. - Die christliche Urgemeinde hat ja auch viele Sklaven freigekauft. Weil Christus die Hauptwahrheit ist, werden von daher alle anderen Gegebenheiten qualifiziert.

Antwort
von mensch0815,

viele köche verderben den brei

Antwort
von alviwolf,

der hauptinnhalt der bibel (das herz) ist immer der selbe. die bibel kann in zwei versidenen arten gelesen werden. 1. mit den augen des menschen (daher die verschiedenen auslegungen). 2. mit den augen des geistes gottes(der geist der die autoren inspirierte was sie und wie sie schreiben sollen). man kann die bibel lesen wie ein normales buch, oder wie das wort gottes! das wort gottes kann nur mit seinem geiste verstanden werden! will heissen, lesen in harmonie mit dem geiste gottes

Antwort
von rubicon66,

@@ schreiberlilli, mir ist da heute was passiert, ich weiss, es gibt schlimmeres, aber ich habe meine geburtstagsgrüsse an dich, nicht an dich, sondern an rivabella geschrieben, die ich hier auf diesem wege auch recht herzlich grüsse! Deshalb hier nochmals: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum runden geburtstag und alles gute für deine zukunft gerhard, alias rubicon

Kommentar von Schreiberlilli ,

:D

Alles findet seinen Weg....!

Dankeschön!

Antwort
von Bienenfresser,

Nachdem ich viele deiner Beiträge gelesen habe, weiß ich, daß du vom christlichen Glauben nichts hälst.

Ganz offensichtlich verwechselst du Interpretation und Übersetzung.

Theologen müssen nicht ohne Grund Hebräisch und Griechisch lernen, um die Bibeltexte im Original lesen zu können. Sie, und wer diese Sprachen nicht kann, verwenden die Interlinearübersetzung:

Endlich eine Möglichkeit, die biblische Botschaft aus der Originalquelle zu schöpfen! Der hebräische Grundtext (auch in Lautschrift) bzw. der griechische Grundtext und die deutsche Übersetzung stehen direkt untereinander. So können Sie selbst nachprüfen, was im Urtext steht - und das ohne Sprachkenntnisse!

http://www.weltbild.de/3/14205322-1/buch/bibelausgaben-das-neue-testament-interl...

Kommentar von Schreiberlilli ,

Du WEISST gar nichts!!!

Angebliches "Wissen", vorgeschobene "offensichtliche" Vermutungen und Behauptungen sind fehl am Platz!

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