Frage von BWorld50, 96

Wie sind die Jobaussichten für Immobilienkaufmänner/frauen?

Guten Tag ,

meine Frage richtet sich an Erfahrene Immobilienkaufmänner/frauen und Leute die Erfahrungen im Bereich Wirtschaft und Politik haben. Natürlich kann auch jemand der nicht viel Ahnung in diesem Bereich hat seine Meinung äußern. Wie sind die Jobaussichten für Immobilienkaufmänner/frauen? Ist es "leicht" in naher Zukunft einen Job zu finden in unterschiedlichen Unternehmen? Es wird zwar gesagt, dass die Jobaussichten nicht schlecht darstehen allerdings gibt es nach meiner Einschätzung nicht soviele große Firmen die einen Job suchen. Da stehen doch andere Kaufmänner viel besser dar oder irre ich mich da?

Liebe Grüße

bworld50

Antwort
von Sheireen1990, 56

Das kommt ein bisschen auf die Sparte an. Die Meisten denken bei Immobilienkaufleuten immer gleich an Makler und an das was Makler machen. Nämlich Wohnungen an den Mann (oder die Frau) bringen. Aber das ist ja nur ein keiner Teilbereich.

WEG-Verwalter werden zum Beispiel ziemlich oft gesucht. WEG wird aber auch die Königsdisziplin unter den Immobilienkaufleuten genannt; es ist also  schwieriger und anstrengender als z.B. Maklertätigkeit oder in der Vermietungsabteilung eines Unternehmens zu arbeiten.

Auch auf Stellenangebote für einen Sachbearbeiter, der die Betriebskosten erstellen soll, melden sich meiner Erfahrung nach längst nicht so viele Leute wie auf eine Anzeige für einen Wohnungsverwalter. Da hat man also auch relativ gute Chancen.

Wenn man allerdings wirklich nur in der Vermietung arbeiten will, dann kann es schon schwieriger werden, einen Job zu finden. Denn wie oben schon gesagt, denken alle bei Immobilienkaufleuten immer an Makler. Meinen Azubi im 1. Lehrjahr habe ich diesbezüglich vor einigen Wochen erst auf den Pott gesetzt und im klipp und klar gesagt, dass wenn er wirklich nach seiner Ausbildung nur in der Vermietungsabteilung eines Wohnungsunternehmens arbeiten will, er einen super Abschluss hinlegen muss. Denn genau das Gleiche wollen 90% seiner Klassenkameraden. 

Die Chancen erhöhen sich natürlich auch mit der Qualifikation. Eine Weiterbildung zum Immobilienfachwirt kann die Jobchancen ganz schön erhöhen. Und die Selbstständigkeit ist für einen gut ausgebildeten Immobilienkaufmann auch immer noch ein Möglichkeit trotz Bestellerprinzip.

Und natürlich spielt es auch eine Rolle was man unter "großen Unternehmen" versteht. Mein Betrieb besitzt ca. 1.350 Wohnungen und zählt damit zu den kleineren bis mittelständischen Unternehmen. Das ist aber oft eine normale Größe bei Wohnungsunternehmen, denn sie sind ja nur regional tätig. Unternehmen wie Vonovia sind eigentlich die absolute Ausnahme. Wenn man also die ganzen Unternehmen, die ungefähr die Größe meines Betriebes  oder kleiner haben, von vorn herein weglässt, dann sind die Chancen einen Job zu finden wirklich eher schlecht.

Ob es andere Kaufmänner in Zukunft leichter haben werden, vermag ich nicht zu beurteilen. Meine persönliche Meinung ist aber, dass es immer darauf ankommt wie man seine Ausbildung beendet. Jemand mit einem guten oder sehr guten Abschluss wird immer schneller einen Job finden, als jemand mit einem befriedigendem oder sogar nur ausreichendem.

Antwort
von barfussjim, 55

Schlecht, es gibt zu viele Maklerbüros auf dem Markt. Einige wenige verdienen viel Geld, die breite Masse kämpft ums Überleben. Hinzu kommt, dass seit letztem Jahr das sog. Bestellerprinzip bei der Vermittlung von Mietwohnungen gilt. Nicht mehr der Mieter, sondern der Vermieter, der einen Interessenten sucht, muss nun die Maklergebühren zahlen. Die Mehrheit der Vermieter verzichtet hierauf und sucht nun selbst nach dem Mieter, was gewaltige Umsatzeinbrüche in der Maklerbranche zur Folge hat.

Kommentar von Sheireen1990 ,

Bitte lesen lernen!

Der Fragesteller hat nach Jobaussichten für Immobilienkaufleute und nicht nach Makler gefragt. Da ist ein Unterschied!

Kommentar von barfussjim ,

Ist nicht die Maklerbranche der wichtigste Arbeitgeber für Immobilienkaufleute?

Kommentar von Sheireen1990 ,

Nein, der GdW (Dachverband der deutschen Wohnungswirtschaft) zählt allein fast 3.000 Mitgliedsunternehmen. Viele kleine oder familiär geführte Unternehmen sind aber dort keine Mitglieder. Laut der GdW Jahresstatistik haben die Mitgliedsunternehmen in 2012 allein 59.000 Leute beschäftigt. Ohne Teilzeitbeschäftigte und Azubis sind es noch immer rund 43.000 Vollzeitbeschäftigte. 

Dem stehen zwar rund 27.000 Immobilienmakler und Maklerunternehmen gegenüber, aber viele von denen

  1. sind Ein-Mann-Unternehmen,
  2. machen das nur nebenberuflich,
  3. haben nie eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann absolviert oder einen Lehrgang für Makler besucht. Um sich Makler zu nennen, braucht man nur einen Gewerbeschein; ein Sachkundenachweis ist nicht nötig. Daher kommt auch der schlechte Ruf. 

Dann kommen noch die Arbeitgeber für Immobilienkaufleute wie New Yorker, Lidl oder die Banken. Die stellen ebenfalls Immobilienkaufleute ein um ihr Filialen zu verwalten. Allerdings natürlich nicht in dem Maße wie reine Wohnungsunternehmen.

Antwort
von MxMustermann, 61

Immobilien werden immer gebraucht werden, viele Immobilienkaufläute machen sich einfach selbstständig.
Andere Kaufleute stehen zur Zeit besser da, ja.

Kommentar von BWorld50 ,

Ja sie werden immer gebraucht , aber es gibt trotzdem keine großen Firmen die Leute suchen. 

Kommentar von MxMustermann ,

Ne eher kleinere Kanzleien, es ergibt auch wenig Sinn eine große "Firma" auf zu machen und Immobilienkaufläute einzustellen!?

Antwort
von kubamax, 53

Ich habe gehört, dass Immobilienfachwirte gesucht werden, zB bei Investoren und Projektentwickler.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community