Frage von Gaensehaut666, 113

Wie sieht Russlands Zukunft ohne Erdöl-Einnahmen aus?

http://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/Sberbank-Chef-Gref-Russlands-Energiese...

Für meine Bachelorarbeit muss ich über russischer Wirtschaft etwas schreiben. Wie seht ihr die Zukunft der russichen Wirtschaft?

Laut Sberbank Manager hat Russland die Reformen zu lange hinausgezögert. Die Eu-Sanktionen und niedrige Einnahmen durch Erdöl haben die russische Wirtschaft hart getroffen. Wenn Russland in 5-10 Jahren nicht auf erneuerbare Energie umsteigt, werden die schlechten Zeiten vor der Tür stehen.

Kann Russland sich von Erdöl-Einnahmen unabhängig machen oder werden die Russen so lang es geht mit Erdöl Geschäfte machen?

Danke für die Antworten im Voraus !

Antwort
von JBEZorg, 23

Du solltest als Anfangdie Finger von den Aussagen Grefs oder besser gesagt Gräfs die Finger lassen. Erstens ist er Bankchef und ist vom Hause aus interessiert an den Interessen seiner Bank. Den kann man kaum als unabhängigen Experten zur russischen Wirtschaft heranziehen. Zweitens sind seine politischen Ansichten hinlänglich bekannt. Er und die seinen haben verloren und müssen sich (oh Schreck!) damit abgeben Grossbanken zu leiten, statt die Geschicke der russischen Wirtschaft zu lenken wie zu siner Zeit als Minister.(Aber ich vergass, in Russland werden ja Andersdenkende verfolgt und die Russlanddeutschen sind ausgewandert weil sie unterdrückt wurden).

Herr Gräf ist immer noch Politiker und kein Manager eigentlich. Deswegen sind seine Aussagen politisch und nicht nüchtern wissenschaftlich. Aber "erstaunlich" wie sein Gejaule sich mit dem der ukrainischen Maidan-Emporkömlinge deckt. Wenn er von "hinausgezögerten Reformen" spricht scheint der Mann einen Blackout zu haben an der Stelle wo seine Zeit als Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel gespeichert sein sollte. Ich habe aber keinen und weiss genau was der Mann damals verzapft hat. Reformen, die die russische Wirtschaft besser dastehen lassen würden heute waren es jedenfalls nicht...wie gesagt genauso wie es bei Jazenjuk war in der Ukraine. Dementsprechend habe ich wenig bis garnichts übrig für seine Überlegungen zur Entwicklung der russischen Wirtschaft.

Sein dummes Geplappere von den erneuerbare Energien ist eben auch nicht seins, sondern das Märchen mit dem die westlichen Politiker ihre Völker auch an der Nase herumfühern, während hinter den Kulissen ganz andere Dinge verhandelt und getan werden.

Es ist garnicht die Frage für die russische Wirtschaft ob man irgendwas mit dem Öl anstellt oder nicht. Die globale Frage ist jetzt auch für Russland aktuell. Der Hochfinanz geht es an den Kragen, weil ihr Konzept unterzugehen droht und droht auch alle mit in die Tiefe zu reissen. Sie wissen es und wehren sich erbittert. Dieser Kampf wird auf einer viel grösseren Bühne ausgefochten als Russland. Die Frage für Russland ist ob man es schafft ohne grosse Probleme für das Land den Einfluss der Finanz zu reduzieren und pragmatische Realwirtschaftler ans Ruder lässt. Dazu braucht es ein Konzept und das schein nocht nicht ganz ausgereift zu sein.

Die Herren Gräfs sind dabei die Dinosaurier der Ära der allmächtigen Financiers. Die Weltwirtschaft wird in 10-30 Jahren ganz anders funktionieren als es die Herren Gräfs sich vorstellen. Das lässt sich nicht vermeiden. Das Spiel mit dem Kapital und dem Zinskredit ist nicht mehr haltbar.

Russland muss sich genau darauf vorbereiten und nicht auf "erneuerbare Energien", "Ökostrom" und sonstigen Quatsch, den sie da erfinden um die kollabierende Nachfrage wiederzubeleben. 

In allen Krisenzeiten muss man sich auf die Stärken besinnen und versuchen die Schwächen zu kachieren. Es wird eigentlich zur Zeit in Russland ein Riesenaufwand betrieben um die Wirtschaft nicht nur unabhängi zu machen sondern auch die Infrastruktur und Diversifikation zu stärken. Der Aufbau der Rubel- und Yuan-Börsen für den Rohstoffhandel zusammen mit China wird die Rohstoffbranche auf lange Sicht absichern und vom Dollar entkoppeln. Dabei muss die Entwicklung der weiterführenden Verarbeitung der Rohstoffe energisch vorangetrieben werden, energischer als bislang. Die Bereiche, in denen Russland einen Technologievorsprung besitzt müssen geschützt und gefördert werden. Es ist auch leider Gottes edie Zeit, in der Protektionismus garnicht schadet. Bereiche, in denen es an Technologien fehlt sollen möglichst aus eigener Kraft aufgebaut werden. Aber wenn es nicht geht, geht das chinesische Konzept auch. Die erarbeitende Industie für Verbrauchergüter muss wie bisher staatlich gefördert werden. Es gibt grosse Erfolge aber es ist nochk keine Zeit diesen Zweig sich selbst zu überlassen. In der Landwirtschaft sieht es eigtl. recht vernünftig aus aber es muss an der Gesetzgebung viel gefeilt werden. Es gibt noch sehr viele Konflikte in den Normen, die die Entwicklung behindern.

Und ja, die westlichen Sanktionen sollen bitte aufrechterhalten werden. Was besseres konnte der russischen Wirtschaft nicht passieren. Aber ich verstehe warum Herr Gräf das anders sieht. Billige Westkredite in Russland weiterzuverkaufen ist nicht mehr. Herr Gräf sollte lernen auf komplizierteren Wegen Geld zu verdienen als Geldweiterreichen und die Differenz kassieren.



Antwort
von AndreyCuhlomin, 73

Würde mir eher sorgen um Europas Zukunft machen als um Russlands.

Wenn Russland mal soweit kommt das sie kein Erdöl mehr wird es Europa schon lang nicht mehr geben.

Und ich glaube der Troll hat sich wieder eine neue GF Seite gemacht.

Antwort
von nikfreit, 60

Kann Russland sich von Erdöl-Einnahmen unabhängig machen oder werden die Russen so lang es geht mit Erdöl Geschäfte machen?

Warum sollten die Russen kein Öl verkaufen?

Du hast den mächtigen Handelspartner China vergessen der einen gigantischen Ölbedarf hat und zudem auch noch zuverlässig ist:

http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160203/307563894/oelexport-china-russland...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/oel-aus-russland-fuer-china-pumpen-...

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