Frage von kleenelady, 73

Wie sieht mein Arbeitsrecht zu Feiertagen aus?

Hallo,

ich arbeite in einem Spa. Ich bin auf Teilzeit 20std die Woche angestellt. Wir haben jeden Tag geöffnet, auch an Feiertagen.

In meinem Vertrag habe ich mir mit Absicht feste Arbeitstage und Zeiten notieren lassen. So Steht darin: "Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt derzeit 20Stunden. Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit richten sich nach der betrieblichen Einteilung. Die Wochenarbeitszeit ist wie folgt aufgeteilt. Di 9:30-16:30, Mi 9:30-16:30 und Do 9:30-15:30."

Ich persönlich denke, dass ich an Feiertagen, an denen ich nicht arbeiten kann, obwohl ich eine Schicht hätte, weder Überstunden noch Urlaub abbauen muss und trotzdem ganz normal bezahlt werde.

Wenn ich nun an einem Feiertag Zeit habe und arbeite (nach meinen vertraglichen Schichten), obwohl Feiertag ist, denke ich (nach dem was ich so gegoogelt habe) dass ich, da ich ganz normal arbeite, ganz normal gehalt bekomme, aber dafür im ausgleich einen anderen Tag frei bekomme, an dem ich auch ganz normal bezahlt werde, oder?

Verstehe ich das so richtig, oder können mir die Arbeitgeber den Ersatztag mit normaler bezahlung verweigen? Und dürfen mir die Arbeitgeber für einen Feiertag an dem ich nicht arbeiten kann, Überstunden bzw Urlaubstage abziehen?

Danke schon mal für eure Hilfe! LG Melli

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Antwort
von DerSchopenhauer, 28

Die Arbeitstage sind im Arbeitsvertrag konkret geregelt - damit greift an diesen Tagen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auch bei Feiertagen; es dürfen auch keine Überstunden angerechnet werden oder Urlaub abzgezogen werden.

Es muß auch kein Ersatztag gearbeitet werden.

Das ist der klassische und eindeutige Fall - gut gemacht, daß das in den Arbeitsvertrag aufgenommen wurde - damit kommt es zu keinen Mißverständnissen.

Die Lohnfortzahlung ist beim ArbG schriftlich einzufordern - hierbei ist die Ausschlußfrist im Tarifvertrag/Arbeitsvertrag zu beachten - nach Ablauf der Ausschlußfrist sind alle gegenseitige Ansprüche verfallen.

Solltest Du an einem anderen Tag zusätzlich arbeiten, dann sind das Überstunden oder der Tag muß zusätzlich bezahlt werden.

Antwort
von Lucky13, 35

Dein Anspruch für den ersatzfreien Tag steht im Arbeitszeitgesetz

§ 11
Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung

(1) Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen beschäftigungsfrei bleiben.

(2) Für die Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen gelten die §§ 3 bis 8 entsprechend, jedoch dürfen durch die Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen die in den §§ 3, 6 Abs. 2, §§ 7 und 21a Abs. 4 bestimmten Höchstarbeitszeiten und Ausgleichszeiträume nicht überschritten werden.

(3) Werden Arbeitnehmer an einem Sonntag beschäftigt, müssen sie
einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag
einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist. Werden
Arbeitnehmer an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt,
müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den
Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren
ist.

(4) Die Sonn- oder Feiertagsruhe des § 9 oder der Ersatzruhetag des Absatzes 3 ist den Arbeitnehmern unmittelbar in Verbindung mit einer Ruhezeit nach § 5 zu gewähren, soweit dem technische oder arbeitsorganisatorische Gründe nicht entgegenstehen.

Die Berechnung für die Feiertagsbezahlung findest Du im Entgeltfortzahlungsgesetz: http://dejure.org/gesetze/EntgFG

Da kannst Du ganz genau nachlesen wie dies berechnet wird! Alles Gute!

Kommentar von kleenelady ,

Danke! was passiert wenn ich meine Chefin nicht darauf hinweise, dass mir ein Ersatzruhetag zusteht? (Ich glaube sie hat wenig ahnung von angestellten) Sondern Ihn mir einfach als Überstunden notiere? Kann der Tag verfallen, wenn ich Ihn nicht innerhalb von 8 Wochen einfordere?

Kommentar von Lucky13 ,

Dann ist er dem Gesetz nach verfallen und Dein Anspruch erloschen - man kann ja mit dem Chef darüber sprechen über eine Verlängerung der Ausgleichszeit, aber auf jeden Fall schriftlich festhalten - das Gedächtnis der Chef´s ist da immer sehr "löchrig"!

Kommentar von Familiengerd ,

"Dann ist er dem Gesetz nach verfallen und Dein Anspruch erloschen"

Wo im Gesetz steht denn Deiner Meinung nach, dass der Anspruch verfällt oder erlischt?!?!

Eine solche Bestimmung gibt es nicht .

Kommentar von Lucky13 ,

Auch im BGB sind Ausschlußfristen geregelt  aber in allen Tarifverträgen sind wesentlich kürzere Ausschlußfristen enthalten! Habe dies auch schon vor Gericht so mitgeteilt erhalten!

Kommentar von Familiengerd ,

Das ändert nichts daran, dass Deine Aussage "Dann ist er dem Gesetz nach verfallen und Dein Anspruch erloschen" falsch ist!

Gesetzlich relevant für das Arbeitsrecht ist die Regelung zur Verjährung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 195 "Regelmäßige Verjährungsfrist" - und die beträgt 3 Jahre!

Arbeits- und tarifvertraglich können Ausschlussfristen vereinbart sein, die in der Tat wesentlich kürzer sind: arbeitsvertragliche Ausschlussfristen müssen mindesten 3 Monate, tarifvertraglich mindestens 1 Monat betragen.

Wenn für den Fragesteller also keine vertraglichen Ausschlussfristen vereinbart sind, kann er nach BGB § 195 seine Ansprüche aus 2016 noch bis zum 31.12.2019 geltend machen (streng genommen auch unbegrenzt darüber hinaus, denn der Anspruch erlischt nicht, nur kann der Gläubiger ihm mit der Einrede der Verjährung entgegen treten; nach Ablauf von Ausschlussfristen ist der Anspruch dagegen erloschen).

Antwort
von kabatee, 35

Feiertage müßen immer bezahlt werden!

Kommentar von kleenelady ,

Danke :) Aber ist der bezahlte Ersatzruhetag auch pflicht, oder ist das halt mein Pech, wenn ich an einem Feiertag gearbeitet habe.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist so allgemein falsch und trifft nur zu, wenn Arbeit wegen des Feiertags ausfällt, weil dieser auf einen Arbeitstag fällt.

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