was passiert, wenn der Chef den Brauch nicht so lustig findet rein rechtlich? Ein Kündigungsgrund? Schadenersatz oder gar nichts? Bin sehr gespannt auf eure kompetenten Antworten.

Wie du aus meinem Namen lesen kannst komm eich aus einer Karnevallsgegend. Strafrechtlich haben dir die Freunde von "Gute Fragen" alles beantwortet. Schau doch mal genauer hin. Hat er eine teuere "Armani" oder sonst was Krawatte an. Vieleicht will er das ja. Kommt immer darauf an wie du dich benimmst!

Strafrechtlich wäre dies ein Straftatbestand gem. § 303 StGB
Zivilrechtlich wärest du zur Wiedergutmachung, Wiederherstellung des Schadens verpflichtet, § 249 BGB
Rein rechtlich ist das Sachbeschädigung und könnte sogar als Kündigungsgrund herangezogen werden.
Ist aber wohl eher theoretisch und nur dann vorstellbar, wenn schon im Vorfeld Differenzen bestanden und dann nur noch nach dem Grund gesucht wird.
Ich habe selber einige Zeit in Köln verbracht(als Norddeutscher Kanevallmuffel) und mir wurde auch mehrmals die Krawatte abgeschnitten. Beim ersten Mal fand ich es ärgerlich, danach wurden an dem Tag nur noch die "ungeliebten" Teile getragen, wo der Verlust verschmerzbar war.
Also auch ein Nichtkarnevaller sollte hier etwas Toleranz üben. Bei starker Gegenwehr sollte aber auch nicht abgeschnitten werden!!!
Also im Normalfall wäre dies eine Sachbeschädigung, jedoch sieht das zur Karnevalszeit in den speziellen Karnevalsgebieten anders aus. Genau zu dieser Frage hab ich nämlich einen Bericht gelesen. Da das Abschneiden der Krawatte ein bekannter Brauch ist, muss man als Krawattenträger gerade auf einer Karnevalsveranstaltung damit rechnen, dass diese abgeschnitten wird. Sollte man damit nicht einverstanden sein, muss man darauf hinweisen. Sollte diese danach trotzdem noch abgeschnitten werden, handelt es sich wieder um eine Sachbeschädigung, ansonsten im Normalfall nicht. Eine Ausnahme ist bei Krawatten zu machen, bei denen man sofort erkennt, dass es sich um ein teures Designerstück o.ä. handelt.