Frage von Ra76DO09, 47

Wie sieht es mit Trennungsunterhalt aus wenn mein (immernoch nicht geschiedener) Ex-Mann ein weiteres Kind bekommt.?

So, jetzt ist es soweit, mein Noch Ehemann hat mit seiner Partnerin mit der er auch schon seit einem Jahr zusammen wohnt ein Kind bekommen. Ich selbst habe ein 4 Jahre altes Kind mit ihm. Kindesunterhalt ändert sich wohl nicht. Wie sieht es mit meinem Unterhalt aus? Wir leben auf dem Land und hier gibt es zum Beispiel keine Betreuungsmöglichkeit für einen normalen Bürojob ganztätig nachzugehen, gehe 28 Stunden arbeiten wobei mein Kind 30 Stunden im Kiga betreut wird, denke das ist schon das max. was geht da ich ja auch noch Anfahrzeit zur Arbeit usw habe. Wie sieht das jetzt mit meinem Trennungs-/Ehegattenunterhalt aus? Ich bekomme z.Z. knapp 300 Euro (lt. Anwalt stehen mir aber knapp 600 Euro zu... Bekommt die Partnerin nun auch Betreuungsunterhalt und wie ist da die Rangfolge?

Danke schonmal für eure Antworten.

Liebe Grüße

Antwort
von DFgen, 35

Unterhalt für minderjährige Kinder - egal aus welcher Beziehung - hat generell Vorrang vor dem Betreuungsunterhalt für die Mutter eines Kindes unter drei Jahre oder dem Unterhalt für Ehepartner/ Ex-Ehepartner.

Das bedeutet für dich:

Dein Kind erhält weiterhin vorrangig Unterhalt und ab Beginn ihres Mutterschutzes dann in zweiter Rangfolge die zukünftige Kindsmutter. Nur, wenn der Mann darüber hinaus noch leistungsfähig ist, müsste er auch noch an dich Trennungsunterhalt zahlen.

Ab Geburt des Kindes haben dann erstmal beide Kinder Vorrang, danach käme dann der Betreuungsunterhalt für die neue Kindsmutter dran und dann ggf. noch dein Trennungsunterhalt.

Solltest du nachweisen können, dass für dein Kind keine zumutbare ganztägige Betreuung möglich ist, würde dein Unterhalt ggf. gleichrangig sein mit dem der neuen Partnerin (- also der für euch dann noch zur Verfügung stehende Betrag aufgeteilt werden müssen).

Ich bekomme z.Z. knapp 300 Euro (lt. Anwalt stehen mir aber knapp 600 Euro zu... 

Wenn der Trennungsunterhalt auf 600 Euro "tituliert" ist, so muss der Mann diesen Betrag auch zahlen, bis er den Titel entsprechend "abändern" lassen hat (Ohne Titel bräuchte er garnichts zahlen...).

Zwar könnte es sein, dass ein Betrag von 600 Euro errechnet wurde, aber der Mann bei Zahlung dieses Betrages seinen "Selbstbehalt" unterschreiten würde - und dann bräuchte er tatsächlich weniger zahlen... 

Antwort
von petrapetra64, 47

na ja, ich denke, so lange er weiter zahlt, kannst du froh sein. Ob dir nach ueber einem Jahr Trennungszeit ueberhaupt noch Unterhalt zusteht und wie lange, muesste ein Gericht entscheiden. Nach der Scheidung gibt es definitiv wohl keinen Unterhalt mehr.

Durch das zweite Kind verringert sich auch sein Selbstbehalt, wodurch er ggf. weniger zahlen muss. Und die Mutter seines Kindes hat selbst Anspruch auf Betreuungsunterhalt, da  koennte sich dein Unterhaltsanspruch zumindest verringern.

So lange er zahlt, nimm den Unterhalt, ansonsten solltest du mit deinem Anwalt darueber sprechen, ob da noch was zu kriegen ist. Dass du auf dem Land wohnst wird dir keinen laengeren Unterhaltsanspruch einbringen auf Dauer, das kann man ja auch aendern.

Kommentar von Ra76DO09 ,

Mein Anwalt meint das mir deswegen Unterhalt zusteht da es hier keine Betreuungsmöglichkeit gibt um 40 Stunden in meinem Job arbeiten zu können. Außerdem hatte ich vor dem Kind eine sehr gute Arbeitsstelle mit überdurchschnittlichen Gehalt die ich aber auf Grund von Haus und Familie auf Wunsch meines Mannes schon vor der Schwangerschaft reduziert habe auf eine Halbtagsstelle-habe also meine Karriere unserer Familienplanung usw hinten angestellt.

Kernarbeitszeiten wären im Bürojob eh von 08.00-16:30 (inkl. Pause) und dann käme noch täglich der Fahrweg hinzu und hier gibt es nur eine Betreuung bis 16:00 Uhr und das haut vorne und hinten nicht hin... Außerdem ist meine Arbeitsstelle unbefristet und sowas findet man heute ja auch nicht mehr oft... Desweiteren kommt dazu das es lt. Psychologen meinem Kind nicht zumutbar ist länger als 6 Stunden fremdbetreut zu werden. Ich habe eh schon Probleme mit Ihr weil sie nicht zu ihrem Vater will und wenn Sie am We mal da war kann man Sie eigentlich 2-3 Tage kaum gebrauchen und sie schläft dann auch total schlecht....

Kommentar von DFgen ,

Durch das zweite Kind verringert sich auch sein Selbstbehalt,

Nein. Sein Selbstbehalt verringert sich dadurch nicht, sondern der "Restbetrag", der ihm von seinem Einkommen nach Zahlung der Kindesunterhalte für die nachrangigen Unterhalte noch zur Verfügung steht (also sein "unterhaltsrelevantes Einkommen" bezüglich Betreuungs- bzw. Trennungsunterhalt).

Antwort
von rasperling1, 47

Die Rangfolge ist: erst die beiden Kinder, dann die jeweiligen Mütter. Wenn Dein Mann bislang einen höheren Kindesunterhalt zahlt als den Mindestunterhalt nach der untersten Stufe der Düsseldorfer Tabelle, wird sich durch das Hinzutreten zweier weiterer Unterhaltsberechtigter auch der Kindesunterhalt reduzieren. Er muss aber immer mindestens den untersten Tabellensatz zahlen. Was dann noch für Dich als Ehegattenunterhalt übrig bleibt, hängt von den Einkommensverhältnissen Deines Mannes, von Deinem Einkommen und vom eventuell vorhandenen Einkommen der Lebensgefährtin ab.

Kommentar von Ra76DO09 ,

Im Moment ist er Stufe 2 wobei ich das seit 2 Jahren am anfechten bin und er einfach sein Einkommen nicht offen legt... Vor der Trennung hatte er immer zwischen 3.000-3.500 Euro monatlich - Steuerklasse 3 - 0,5 Kind - seit der Trennung, genau einen Monat später nur noch 1.900 Euro bei Steuerklasse 1 -0,5 Kind - wobei er kurz danach zum Betriebsleiter ernannt wurde und angeblich keine Gehaltserhöhung bekommen hat, ebenso erstaunlich das während der Ehe er kostenlos einen Firmenwagen zur Verfügung bekam und nach der Trennung tauchte er auf der Abrechnung auf....

Die Lebensgefährtin hat ja jetzt wohl erstmal Elternzeit... muss ich mir dann das "Resteinkommen" bis zur Selbstbehaltsgrenze mit Ihr teilen? Grob gerechnet 1.900 Euro verdient er - abzgl. 2x234 (kinderunterhalt lt. Tabelle -1/2 Kindergeldbetrag) wären ja dann noch 1432 Euro die er danach unter seinen beiden "Müttern" aufteilen müsste oder sehe ich das falsch?

Kommentar von rasperling1 ,

Sein Selbstbehalt liegt bei 1.200,- Euro. Ausgehend von Deinen zahlen müsste/könnte er also noch 232,- Euro zahlen. Diesen betrag müsstest Du Dir mit der Lebensgefährtin teilen - allerdings nicht unbedingt zu je 50%. Wer wie viel bekommt, hängt davon ab, wie hoch die jeweiligen Unterhaltsansprüche wären. Da Du vermutlich mehr Einkommen hast als die "Neue", die jetzt nur Elterngeld bekommt, ist Dein Unterhaltsanspruch wahrscheinlich geringer als der Unterhaltsanspruch der Lebensgefährtin. In diesem fall würde sie einen größeren Anteil an den 242,- Euro bekommen als Du.

Unabhängig davon solltest Du auf einer neuen Auskunft über die Einkommensverhältnisse bestehen. Das ist möglich, wenn seit der letzten Auskunft mindestens zwei Jahre vergangen sind.

Kommentar von Ra76DO09 ,

Gibt es einen Unterschied weil wir noch verheiratet sind?

Kommentar von Ra76DO09 ,

Der Selbstbehalt bezieht sich ja auf geschiedene Partner oder nichtehelichen Partnern....

Kommentar von Ra76DO09 ,

Hab  noch nicht ganz verstanden wieso mein exmann in der Tabelle eine Stufe runter rutsch... Die DDT hat doch nur mit den Kindern zu tun und das sind in diesem Fall jetzt 2, alsto bleibt die Stufe doch unverändert, wieso kommen zwei Unterhaltsberechtigte hinzu?

Kommentar von rasperling1 ,

Die Düsseldorfer Tabelle gilt unmittelbar nur dann, wenn genau zwei Unterhaltsberechtigte vorhanden sind. Sind mehr Unterhaltsberechtigte vorhanden, so rückt man in der Stufenfolge nach unten. Ob es sich bei den Unterhaltsberechtigten um Kinder oder Ehegatten oder nichteheliche Mütter) handelt, spielt keine Rolle.

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