Frage von TgGt23061997, 55

Wie sieht es aus, wenn ich als Schüler (18 Jahre) einem ordnungsgemäß angemeldeten Job nachgehe, dies mein erster Minijob ist und ich...?

... die 400€/450€ im Monat nicht überschreite? Dann müsste ich doch neben der Steuerfreiheit auch keine Beiträge an 1. Rentenversicherung (SV-Nr. habe ich über Krankenkasse beantragt und angegeben im Arbeitsvertrag), 2.Krankenversicherung (ich bin über meine Eltern mitversichert), 3. Arbeitslosenversicherung und 4. Pflegeversicherung zahlen! Eigentlich müsste ich also quasi meinen Bruttolohn auch netto auf die Hand bekommen. Wie kann es nun aber sein, dass dennoch in den mir zugesendeten Lohnunterlagen nun etwa 1/5, also 20% von meinem Bruttolohn abgezogen werden, dies erschließt sich mir nicht. Ich dachte, dass durch das EStAm-Verfahren ermittelt werden würde, ob ich nun beitragspflichtig (bei welchen Pflichtversicherungen etc. auch immer) wäre und soetwas überhaupt nicht möglich wäre... :-/ Aus anderer Quelle habe ich nun aber gelesen, man wäre selbst in der Pflicht, einen Antrag zu stellen o.ä., doch wo hat man mich denn darüber informiert... Finde ich nicht lustig, falls es so sein sollte, dass man den Differenzbetrag nicht mehr sieht.

Würde mich freuen, falls mich jemand darüber aufklären könnte, was ich tun kann, wenn mir Beiträge abgezogen werden, obwohl ich theoretisch nach meinem Kenntnisstand überhaupt nicht zahlungspflichtig wäre! Steuern wurden jedoch nicht abgezogen, nur KV, RV, AV, PV ...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Konrad Huber, 12

Hallo TgGt23061997,

Sie schreiben unter anderem:

Wie sieht es aus, wenn ich als Schüler (18 Jahre) einem ordnungsgemäß angemeldeten Job nachgehe, dies mein erster Minijob ist und ich...?

Antwort:

Wie von Kevin schon sehr gut angemerkt wurde, sollten Sie auf gar keinen Fall auf die Rentenversicherungspflicht verzichten, denn da Sie nach dem 1.1.1961 geboren sind, haben Sie in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit!

Sollten Sie in gesundheitliche Bedrängnis geraten, zählt im Extremfall jeder einzelne Beitragsmonat!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publica...

Unter folgenden Links können Sie sich in die Materie einlesen und die Weichen von Anfang an richtig stellen!

https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/node.htm...

Klicken Sie sich am Besten durch die einzelnen Links durch, damit Sie nichts übersehen!

https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/09_versi...

Ein sehr wichtiger Punkt, der von vielen jungen Leuten total übersehen wird, ist die rechtzeitige, private Vorsorge für den Fall der Berufsunfähigkeit, denn sind Sie erst einmal gesundheitlich angeschlagen, kommen Sie an diesen sehr wichtigen Versicherungsschutz ggf. gar nicht mehr heran und außerdem sind die Beiträge in jungen Jahren sehr preiswert! 

http://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/

http://www.finanztip.de/altersvorsorge/

Tip:

Sprechen Sie auch mit Ihren Eltern, ob diese Ihnen in der ersten Zeit die Kosten für eine private BUV vorstrecken, denn oft werden Dinge verschenkt, welche keinen effektiven Nutzen haben!

Eine private BUV ist eine sehr gute Zukunftsinvestition, vorausgesetzt, man läßt sich gründlich und unabhängig beraten!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von kevin1905, 20
  1. Minijobs sind nicht steuerfrei. Sie sind für den Arbeitnehmer steuerneutral, sofern, der Arbeitgeber die Pauschalsteuer von 2% zahlt. Diese kann er aber auch auf den ArbN abwälzen. Unglücklich wäre die Konstruktion über die Steuerklasse, besonders, wenn der Minijob neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ausgeübt wird.
  2. Minijobs sind rentenversicherungspflichtig. Der Arbeitnehmer hat die 3,7% zwischen der ArbG-Pauschale und dem Regelbeitrag aus seinem Lohn zu zahlen (max. 16,65 € im Monat). Dadurch zählt der Minijob als vollwertige Beitragszeit im Bezug auf die Rente. Auf Antrag ist eine Befreiung möglich, sollte man aber nicht machen, wenn es keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung gibt.
  3. Ein Minijob alleine hat keinen Einfluss auf den Status in KV oder PV. Er löst keine Versicherungspflicht aus.
  4. Minijobs sind nicht arbeitslosenversicherungspflichtig.

Kannst du die Abrechnung einstellen?

Kommentar von TgGt23061997 ,

http://s3.postimg.org/o3juaysar/Abr_GFnet.png

naja, es macht aber aus meiner Sicht keinen Sinn, bei einer Beschäftigung, die einen Tag dauert für die Rentenversicherung zu bezahlen... ;-)

Kommentar von kevin1905 ,

Ein Minijob ist das schon mal nicht.

Antwort
von karmat, 26

Wenn Du nur eine Mini-Job-Stelle hast und die unter €450,-- liegt, bekommst Netto für Brutto. Also muss Dein Arbeitgeber für Lohnsteuer und Soz,-Versicherung aufkommen.

Kommentar von TgGt23061997 ,

Nun habe ich aber per Mail die Abrechnung zugeschickt bekommen, darin sind aber diese Beiträge abgezogen worden, obwohl ich meinen Schülerausweis beim Arbeitgeber vorgelegt hatte und auch entsprechend steuermäßig "Schüler ab 16 J." angekreuzt habe, wenn ich meinem Arbeitgeber das also mitteile, müsste er diese zuviel gezahlten Beiträge also zurückfordern und dann an mich weitergeben?! ;-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community