Frage von cocoxococo, 38

Wie sieht es aktuell mit der Türkei und dem EU-Beitritt aus?

Seit Jahren wird ja über einen Beitritt diskutiert.Wie sieht es aktuell aus ?Auf welchen Stand sind wir?

Antwort
von DerTroll, 21

Stand ist, es wurde mit der Türkei im Rahmen der Flüchtlingspolitik vereinbart, daß Beitrittsverhandlungen wieder aufgenommen werden, aber von Seiten der Türkei wird immer stärker gezeigt, daß kein Wille besteht, sich an Werte und Normen zu halten, die in der EU gelten. Daher denke ich, daß es sicher nicht in nächster Zeit passieren wird, daß die Türkei der EU beitritt, zumindest nicht bei der momentanen Haltung von Erdogan. Langfristig ist da Ziel natürlich anzustreben, aber für die nächste Zeit glaube ich nicht, daß es in Kürze möglich sein wird.

Antwort
von EgonL, 4

Mit einem Beitritt in die EU ist für sehr, sehr lange Zeit nicht zu rechnen. Im übrigen bin ich doch etwas erstaunt, dass die derzeitigen Politiker es zwar schaffen, über Erdogan und seinem diktatorischen Auftreten gegen die bürgerliche Opposition zu sprechen, aber das Massaker an der kurdischen Bevölkerung im Osten der Türkei und die Unterdrückung von Gewerkschaften sowie der HDP-Opposition totschweigt oder nur beiläufig in einem Nebensatz erwähnt.

Selbst die UN hat sich nun schon besorgt gezeigt über den Mord an 100 Menschen, die in Kellern verbrannten, während das türkische Militär die Gebäude belagerte.

Mittlerweile sind seit Juni 2015 über 500 Menschen getötet worden, über 500 000 Menschen wurden zeitweise aus ihren Häusern vertrieben, laut >>Reporter ohne Grenzen<< sitzen circa 300 Blogger und Journalisten im Gefängnis, und man kann zusehen, wie Sultan Erdogan nach und nach den Staat in eine blutige Diktatur verwandelt. Doch trotzdem schweigt die Bundesregierung hierzu. Ja, sie reiht sich sogar ein in die deutsche Tradition und leistet bereitwillig Hilfe (wie damals beim Genozid an den Armeniern 1915) in Form von Kapital, Waffen und Repression.

Während der Bevölkerung  hier über die Medien weisgemacht werden soll, dass uns Erdogan mit dem Flüchtlingsabkommen erpresst, wird nicht erwähnt, dass die sechs Milliarden Euro der EU wohl kaum nur für die geflüchteten Menschen eingesetzt werden, sondern dazu dienen, die wirtschaftlich angeschlagene und im Osten durch einen Bürgerkrieg zerrüttete Türkei zu stabilisieren. Das Land dient nämlich als Einfallstor in den Nahen Osten, weshalb die Bundeswehr dort bis 2017 auch einen eigenen Luftwaffenstützpunkt bei Incirlik fertig stellt. Und das, obwohl das Mandat der Bundeswehr nur noch bis Ende 2016 gilt…

Auch wird von der Politik und den Medien nicht erwähnt, dass Deutschland der wichtigste Handelspartner der Türkei ist und deutsche Konzerne die größten Investoren sind. Während deutsche Waffenlieferanten wie MTU, Rheinmetall, Renk AG (Tochterkonzern von MAN) und Co. nicht mehr direkt Waffen in die türkische Republik liefern, sondern einfach zusammen mit türkischen Waffenproduzenten vor Ort neue Betriebe aufbauen und das Know-how weitergeben. Profite zählen eben mehr als Menschenleben. Und weil man sich diese Profite auch weiterhin sichern will, geht die deutsche Regierung auch hier gerne gegen PKK-Anhänger oder Sympathisanten vor und überzieht Dutzende Menschen mit Repression. Diese fängt dadurch an, dass die PKK hier immer noch als Terrororganisation eingestuft ist, obwohl sie die einzige Kraft war, die die Jesiden in Shingal beschützt und ordentlich Widerstand gegen den IS leistete. […]

Antwort
von BiturboFan, 7

Ich sag mal so, die Türkei wird in den nächsten 50 Jahren (mindestens) kein vollwertiges Mitglied der EU werden können. Bitte jetzt keine Beleidigungen, ich bin selber türkisch ;)

Wir müssen, bevor wir den EU-Beitritt in den Raum werfen, vieles ändern müssen.

Antwort
von exxonvaldez, 21

Es wird über den Beitritt diskutiert.

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