Frage von KleineInAction, 106

Wie sieht eine Therapie bei einer Essstörung aus?

Ich bin heute Vormittag schnell aufgestanden und dabei hat mein Kreislauf sich verabschiedet. Der herbeigerufene Rettungsdienst hat über einen Blutzuckerschnelltest festgestellt, dass ich mich im Unterzucker befinde und hat mich erstmal ins Krankenhaus abtransportiert.

Jetzt geht es mir halbwegs wieder gut und ich bin auch wieder Zuhause, aber damit mir das nicht nochmal passiert möchte ich mein Problem mit dem Essen nun endgültig in den Griff bekommen.

Meine Frage ist nun wie so eine Therapie aussieht? Mir hat der Arzt heute gesagt, dass der Spiegel bereits im bedrohlichen Zustand gewesen ist und es hätte nicht so glimpflich für mich ausgehen können... übersetzt: Ich bin aufgewacht.

Bin Volljährig und würde dies gerne so in den Griff bekommen, dass es weder meine Familie noch meine Freunde mitbekommen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Allexandra0809, 57

Du scheinst schon ziemlich tief in einer Essstörung zu stecken und solltest Dich umgehend behandeln lassen. Nächstes Mal geht es vielleicht nicht so gut aus.

Du schreibst nicht, was Du bei welcher Größe wiegst, jedoch hast Du sicher massives Untergewicht.

Red mit Deinem Arzt über Möglichkeiten, wie Dir geholfen werden kann. Vielleicht könnte es eine Tagesklinik sein, wenn Du keine stationäre Behandlung möchtest.

Kommentar von KleineInAction ,

Bin noch im Normalgewicht. Wiege bei einer Größe von 170 cm laut meiner Waage Zuhause 58,4 Kilo und die Waage in der Klinik hat weniger angezeigt (56,1 kg)

Kommentar von Allexandra0809 ,

Das ist ja ein völlig normales Gewicht. Dann könntest Du, wenn Du normal isst, eigentlich auch versuchen, allein die Sache zu bewältigen oder nur mit ambulanter psychologischer Betreuung.

Du musst jedoch zusehen, dass Du normale Portionen isst und auch abwechslungsreich. Wichtig ist auch, dass Du genügend Flüssigkeit zu Dir nimmst.

PS. Meine Tochter ist 174 cm groß und wiegt keine 50 kg. Sie futtert aber, was das Zeug hält. Wenn ich mein Essen nicht schaffe, so ist sie immer mein "Mülleimer" :-). Sie ist kerngesund und hat auch überhaupt keine Essstörung (außer dass ich die Einkäufe fast nicht mehr heimtragen kann)

Kommentar von KleineInAction ,

Früher war ich auch immer am essen,  aber seit paar Monaten ist es schlagartig umgeschlagen und ich muss mich regelrecht zwingen. Nur das heute war mehr als unangenehm und das möchte ich nicht nochmal erleben.  

Kommentar von Coza0310 ,

Das ist eigentlich noch vertretbar. Hauptproblem ist Dein Essverhalten. Unter 1000 kcal pro Tag ist nicht ausreichend und nicht gesund. Das ist weniger als der Grundumsatz. Anorexie ist ein psychiatrisches Krankheitsbild, eine Wahrnehmungsstörung. Du nimmst Dich selbst als zu dick wahr, obwohl Du normalgewichtig bist, und willst immer weiter abnehmen. Wenn ein Zielwert erreicht ist, dann stellst du Dir ein neues Ziel. Ich nehme an, dass du Kalorien zählst und fast täglich auf die Waage steigst. Dann hast Du wahrscheinlich das genannte Problem. Falls Du konkrete Fragen hast, kannst du gerne eine F-Anfrage stellen.

Kommentar von KleineInAction ,

Kalorien zähle ich aber ich steige nicht jeden Tag auf die Waage. 

Wahrscheinlich bin ich heute seit langem mal wieder bei knapp 2000 kcal angekommen,  weil mich die Ärzte aufgeputscht haben. 

Antwort
von DODOsBACK, 34

Gut, dass du etwas ändern willst. Schade allerdings, dass du vorhast, es vor deinem gesamten Umfeld geheim zu  halten! Wer sich wirklich mit einer Sucht oder Krankheit auseinandersetzt, darf kein Geheimnis draus machen! Meist gehen Essstörungen mit Minderwertigkeitsgefühlen einher - und wer sich selbst nicht akzeptiert, verschweigt gerne seine "Schwachstellen"...

Du musst ja nicht JEDEM davon erzählen, aber du solltest schon ein paar "Mitwisser" haben. Die dich ansprechen, wenn etwas schiefläuft. Und die DU ansprechen kannst, wenn du Probleme hast.

Ein guter Einstieg wäre vielleicht eine Selbsthilfegruppe - keiner dort wird deinen Freunden oder deiner Familie etwas sagen. Auch eine ambulante Therapie käme in Frage - allerdings sind die Wartezeiten dafür ziemlich lange.

Vermutlich wäre eine "Rundum-Therapie" in einer Klinik wesentlich hilfreicher - dort würde man herausfinden, warum du nicht genug isst, welche anderen Probleme du hast und gemeinsam mit dir nicht nur dein Essverhalten sondern dein gesamtes Leben unter die Lupe nehmen, Ziele festlegen, Pläne machen, Strategien entwickeln usw.

Aber dafür musst du wirklich bereit sein, sonst blockierst du nur Plätze, die anderen wesentlich mehr bringen.

Versuche, über deine Probleme zu reden! Alleine und heimlich wirst du sie nämlich (leider) kaum lösen können!!!

Antwort
von robi187, 15

frag dort mal an

https://www.klinik-am-korso.de/

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