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Wie setzt man Kindern heute noch Grenzen?

gefragt von ravenmuc am 14.06.2007 um 12:17 Uhr

Ein Kind zu Schlagen ist verboten, und das ist gut so! (Auch wenn ich da nen Unterschied zu nem leichten Klaps auf den Po sehe.) Spätestens bei einer Ohrfeige hörts aber für mich auf, denn die ist für einen Erwachsenen ja auch erniedrigend, für ein Kind also erst recht.

Manche Menschen, mit denen ich bisher geredet habe, sehen es jedoch schon als "zuviel", wenn man ein Kind lauter anspricht (ich rede nicht von schreien), oder gar ihm Stubenarrest gibt (das wäre Liebesentzug).

Rutschen wir langsam in Richtung antiautoritäre Erziehung zurück? Oder gibt es noch Möglichkeiten, einem Kind Grenzen zu setzen, ohne als Rabeneltern dazustehen?


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radar74
beantwortet von radar74 am 14. Juni 2007 12:48
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Ich sage ganz klar so wie früher auch. Wenn ein Kind die Grenzen überschreitet, dann redet man mit ihm. Wenn dies aber nicht mehr fruchtet dann muß man halt auch mal ein Brüller loslassen, weil es mit gut zureden eh nichts wird. Beim manchen Kinden geht das zum einen Ohr rein und zum anderen raus. Wenn das dann alles immmer noch nichts nützt dann gibt es halt auch mal Stubenarrest oder einen Klaps auf den Hintern. Und das hat wenn man es nicht als Elternteil übertreibt noch keinen Kind geschadet. Im Gegenteil die Kinder haben wieder Respeckt gegenüber Erwachsenen.


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RolfHoegemann
beantwortet von RolfHoegemann am 14. Juni 2007 12:28
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Man würde nur in die antiautoritäre Erziehung zurückrutschen, wenn man zuviel auf diese Leute hört, von denen Du berichtest. Ich bin der Meinung, das, wenn dem Kind Grenzen gesetzt werden, bei Übertreteung derselben es genau die Konsequenzen zu tragen hat, die vorher dafür festgelegt wurden. Und wenn als Konsequenz z.B. Stubenarrest abgemacht war, dann gibts den auch. Und wenn das dann 'Liebesentzug' sein sollte, OK, davon bekommt der Nachwuchs bestimmt keinen bleibenden Schaden....

Ich habe das Gefühl, die grösste Schwierigkeit bei der heutigen Erziehung ist, dass die Erziehenden ZUVIEL Wissen/Halbwissen über die Erziehung/die Psyche des Kindes haben. Darum besteht so grosse Angst, eventuell irgendetwas falsch zu machen, wenn man mal 'straft', jedes Verhalten dem Kind gegenüber wird hundertmal hinterfragt anstatt aus dem Bauch heraus zu handeln - egal ob das was man gerade macht 'richtig' oder 'falsch' ist. Wnn's falsch ist, kann man sich ja nachher entschuldigen - wenn es angebracht sein sollte.

Kommentar von Simple_avatar10smallradar74 am 14. Juni 2007 12:43

Sehe ich auch so. Heute wird bei der Erziehung eher etwas falsch gemacht, indem man das Kind nicht mehr zeigen kann das die Eltern oder alle Erwachsene Respektpersonen sind. Man sollte an seine Kindheit mal denken wie das war, man hat von den Eltern früher auch Stubenarrest oder mal einen Klaps auf den Hinter bekommen. Hat es einen geschadet? Nein


anonym
beantwortet von wiele am 14. Juni 2007 12:53
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Auch wenn ich jetzt hier verbale Prügel bekomme:
Ich finde, es ist in Ordnung, wenn das Kind auch mal was auf den Hintern kriegt.
Man muss das Kind ja nicht gleich krankenhausreif prügeln.
Vorbeugend: Ja, ich weiß, dass man Kinder laut Gesetz nicht schlagen darf. Allerdings gibt es Methoden, die dem Kind viel mehr schaden: z.B. es eine gewisse Zeit zu ignorieren bzw. nicht mehr mit ihm zu reden. Aber so was ist gesetzlich nicht verboten - oder?
Gruß wiele

Kommentar von ravenmuc am 14. Juni 2007 13:01

Solange die Zeit nicht zu lange ist, finde ich auch ignorieren nicht schädlich, nur wenn das Kind wieder auf einen zugeht und (Sprache vorausgesetzt) sich entschuldigen will, sollte man mit dem ignorieren aufhören.


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 14. Juni 2007 13:36
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Man sollte Kinder mit liebevoller Konsequenz erziehen - und ihnen natürlich vorleben, was man predigt.

Konsequent bedeutet, dass ein NEIN ein NEIN bleibt und man auch bei fortgesetzter Quengelei nicht irgendwann entnervt nachgibt.

Das kann mühsam sein, aber viel mühsamer wird es, wenn das Kind auch nur einmal die Erfahrung gemacht hat, dass es das NEIN umwandeln kann - das vergisst es nie wieder.

Und liebevoll heisst, dass man auch dann, wenn man wirklich sauer ist, dem Kind bei aller deutlich ausgeprochenen Kritik stets signalisiert: "Ich kritisiere Deine Handlung, nicht Dich als Person".

Und wenn es mal sehr heftig wird und man das Gefühl hat, das Kind nicht mehr zu erreichen, dann hilft immer noch die Festhaltetherapie - damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.


fourseasons
beantwortet von fourseasons am 14. Juni 2007 13:21
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Es ist genauso schwierig, wie es einfach ist. Kinder brauchen Grenzen um sich geborgen zu fühlen. Physikalisches Beispiel: Zwei Kleinkinder zwengen sich lieber in ein winziges Planschbecken als in ein großes. Die nichtautoritäre Erziehung wird oft mit völlig grenzenloser Erziehung verwechselt. Dann ist aber auch das Wort Erziehung fehl am Platz. Man muß Kindern Grenzen setzen, aber auch unbedingt genügend Freiraum lassen, damit sie sich entwickeln können und Erfahrung sammeln.

Warum schwierig und einfach?

Weil man Verhalten den Kindern vorleben muß, und zwar konsequent. Wenn die Kinder merken, daß sie geliebt werden und daß man hinter ihnen steht, halten sie die gesteckten Grenzen aus Liebe zu den Eltern ein. Wenn sie hin und wieder die Grenzen ausloten, also probieren, wie weit sie gehen können, dann ist das ein notwendiges, gesundes Verhalten.


anonym
beantwortet von gastXY am 14. Juni 2007 12:25
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Es gibt ganz tolle Literatur zu diesem Thema. Um diese Frage gut zu beantworten, müsste ich eine Menge Text schreiben, das führt hier zu weit. Ich finde viele Ratgeber gut - und die Supernanny übrigens auch. Als Familie muss man Ursachenforschung betreiben und vorbeugende Massnahmen. Bin ich zu wütend auf mein Kind, hilft mir auch eine Auszeit. Ich glaube trotzdem, dass ich meine wütenden Gefühle meinem Kind zeigen darf - das Kind lernt doch auch authenthischen Gesichtszügen (im Einklang mit der Stimme). Alles Gute

Kommentar von ravenmuc am 14. Juni 2007 12:32

Ursachenforschung ist gut. Aber jedes Kind kommt irgendwann mal in Phasen - sei es die Kratz-Beiß-Phase bei kleineren oder die Pubertät bei größeren - die vielleicht einfach zur Kindheit gehören.

Wie setzt man als Elternteil Grenzen, so daß das Kind sie erkennt, aber man dem Kind keinen wie auch immer gearteten Schaden zufügt?

Ich hab mal als Antwort gehört "Wenn mein Kind kratzt/beißt/trotzt/etc. dann halte ich es nur fest, bis es ruhiger ist." Hallo? Wie fest will ich denn ein evtl. sich wehrendes Kind dann halten, ohne es ggf. zu verletzen oder zu verursachen daß es sich mit Abwehrversuchen selbst verletzt?

Nur so als Beispiel

Kommentar von gastXY am 16. Juni 2007 20:32

Ich halte mein kind nicht fest. Ich regele viel über meine Stimme und achte dabei dass sie laut und dunkel klingt und am Satzende nach unten geht. Das möchte ich so beibehalten, wenn Söhnchen älter wird. Ansonsten: Taschengeldentzug... Fernsehverbot... und andere Annehmlichkeiten entfallen. Oft genug komme ich trotzdem nicht weiter - dann nehme ich eine Auszeit. Ich mogel mich oft genug einfach nur durch.


Lotusblume12
beantwortet von Lotusblume12 am 14. Juni 2007 12:25
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Respekt, Liebe und Konsequenz, wenn du das hinbekommst, dann kann erfahrungsgemäß, nix schiefgehen. Lieben Gruß Lotusblume

Kommentar von ravenmuc am 14. Juni 2007 12:29

Grundsätzlich richtig, aber ich meinte konkrete Beispiele...

Ok, fangen wir mal klein an...

Was machst Du, wenn Dein Kind (im KiTa-Alter) Dir ins Gesicht haut/patscht, weil es noch nicht weiß, daß das Dir weh tut? Du selbst kannst drüber stehen, aber es sollte wohl kein Verhalten des Kindes werden, das es dann z.B. anderen Kindern gegenüber auch bringt, oder?

Was tust Du also?

Kommentar von 52a6a9132a85c3c4a5b9333bbaa38fecsmallLotusblume12 am 14. Juni 2007 12:40

Das Verhalten entsteht ja womöglich nicht erst im Kindergartenalter. Das fängt ja schon viel Früher an. Wo über genau diese Dinge gelächelt wird und man findet es ja so putzig. Logisch macht das Kind denn weiter, weil es ja denkt alle erfreuen sich daran. Nur wenn die Kraft denn mehr wird, gucken die Erwachsenen dumm aus der Wäsche, was doch eben noch so goldig war (patsche patsche) das ist denn auf einmal falsch. Wie soll ein Kind das denn verstehen`?? Das ist nur eins der süßen ta ta ta, wo hinterher denn das erwachen kommt. Wenn ich schon höre: nein nein nein, in einem spielton, wundere ich mich nicht, dass Kinder das nein denn später nicht respektieren. Ok, ist meine Sicht der Dinge. Den Kindern kann man keinen Vorwurf machen.

Kommentar von E13351831a85b89ecf151faf443695fesmallRolfHoegemann am 14. Juni 2007 12:59

Lotosblume,Wo Du das mit dem "Spielton" erwähnst - ist Dir und Euch allen auch schon mal aufgefallen, das Mütter bei Ihren "Hörst Du jetzt auf" oder "Lässt Du das jetzt sein" mit Ihrer Stimme am Ende des Satzes meist nach oben gehen, wie eine 'liebe' Frage anstatt den Satz stimmlich auf den Punkt, also nach unten zu sprechen? Auf den Punkt gesprochen funktioniert meist - nach oben seltener, auch wenn es fast "geschrieen" wird...

Kommentar von 52a6a9132a85c3c4a5b9333bbaa38fecsmallLotusblume12 am 14. Juni 2007 13:35

Ja, damit wären wir denn auch bei der Körpersprache, die Kinder besser verstehen als wir Erwachsene. Die fühlen geradezu genau was gemeint ist und wer was ernst meint, noch bevor es uns bewußt ist. Beim Schreien hört eh keiner mehr zu, ganz leise sprechen, da wird geguckt, wie im richtigen Leben, lächel LG Lotusblume


anonym
beantwortet von Bruno am 14. Juni 2007 14:46
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Aehnliche Frage hatten wir vor Wochen. Bleibe bei meiner damalig Anwort, wie wegweisend Beispiel fuer das, wie ich meine Soehne erzog. Ja ist ja. Nein ist nein. Und man kann spaeter mal drueber reden, vielleicht auch den Kindern Recht geben, dass in jenem Moment damals ein Nein nicht ganz gerechtfertigt, wie aber auch ein Eltern Ja ein Bloedsinn, im Nachhinein. Das galt fuer Kleinkind und erst rechtspaeter Pupertaet. Hat sich damals fuer uns alle sehr bewaehrt !


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