Frage von Dovahkiin1, 79

Wie seht ihr das Deutsche Schulsystem?

Die Schule. Mindestens 9 Jahre bis zum Abschluss. Möglich sind aber mehr. Nach der Grundschule kommt die Weiterführende, unterteilt in Gymnasium, Realschule & Hauptschule. Damals konnte man sogar mit Hauptschulabschluss was machen, beispielsweise Krankenschwester, was wohl heute nicht mehr so ist. Ich kann das jetzt nicht behaupten, doch durch Erzählungen ist der Unterschied gewichtend.

Manche meinen die 3 Bildungsstufen seien unterteil:

  1. Gymnasium - Geschäftsmänner, Professoren, etc.

  2. Realschule - Kaufmann, Kassierer, eben mittleres Gehalt

  3. Hauptschule - Handwerskberuf, etc.

Ich habe keine Ahnung was ich davon halten soll. Somit frage ich die gf-Community, was sie dazu meinen und welches Schulsystem sie sich hier wünschen würden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PrivateUser, 26

Ich finde das deutsche Schulsystem außerordentlich schlecht.
Dies hat verschiedene Gründe, zum Beispiel:
- Vorurteile durch die verschiedenen Schulformen; angebracht wären Gesamtschulen
- Nicht eingehen auf Interessen & Stärken der Schüler, jeder hat die gleichen Fächer - (außer teils später im Gymnasium)
- Schule setzt auf Fleiß & Auswendig lernen, statt tatsächliche Intelligenz
- sehr starker Leistungsdruck, oft auch durch Eltern, die ungeeignete Kinder aufs Gymnasium "packen"
- sehr starke Unterschiede zwischen den Bundesländern - gnadenlos unfair!
... und so weiter!

Expertenantwort
von TechnikSpezi, Community-Experte für Computer, Schule, PC und Hardware, 24

Sehr interessante Frage.

Es ist klar, man kann selbst mit einem Hauptschulabschluss erfolgreich werden. Das sieht man ganz gut an Leuten wie Steve Jobs (Apple Gründer) oder Bill Gates (Microsoft Gründer): Beide haben die Schule abgebrochen. Bill Gates ist heute der reichste Mensch der Welt. Apple ist das "reichste" Unternehmen der Welt, wobei dieser Rang vor ca. 3 Monaten von Google übernommen wurde und die Unternehmen also gerade fast gleich auf sind, aber ich glaube das reicht um zu sagen dass beide riesig erfolgreich sind.

Trotzdem wissen wir alle dass man sowas nicht einfach so schafft und man denkt ja gar nicht an sowas. Und wie du schon sagst, heute bracht man gefühlt für alles schon einen höheren Abschluss.

Selbst für das Kassieren brauchst du teilweise schon Abitur, mittlere Reife / Realschulabschluss..., obwohl dir die Kasse sowieso alles ausspuckt und alles berechnet und du gezwungen bist dich daran zu halten was die Kasse sagt.

Ich sehe das Deutsche Schulssystem wie denke ich viele andere nicht wirklich als das beste, allerdings muss ich auch sagen dass das, was wir eigentlich negativ sehen, auch positiv ist. Verstehst du bestimmt jetzt nicht, ich erläutere das mal:

Jeder, egal ob Real-, Haupt-, Gesamtschule oder Gymnasium. Ich habe mich auf dem Gymnasium schon in der 7. Klasse in Mathematik immer gefragt, wer diesen Schwachsinn eigentlich braucht. Jeder, jeder hat sich diese Frage schon mindestens 10 mal gestellt. Ich bin mittlerweile in der gymnasialen Oberstufe und mache G8. Diese Frage taucht natürlich jeden Tag immer häufiger auf weil du wirklich Dinge machst die einfach sowas von krank unnötig für dein Leben sind, dass es auch immer wieder Lehrer gibt die genau das selbst zugeben und das genau wissen, sich aber nun mal an die Lehrpläne halten müssen.

Wir lernen so unglaublich viel was wir nie wieder brauchen werden und das ist auch genua das Ding, was ich an dem Deutschen Bildungssystem negativ bemängel.

Gleichzeitig muss man das aber eben auch positiv sehen, das sieht man dann vor allem im Vergleich. Bestes Beispiel ist die USA, dort ist das 1. Studienjahr wie bei uns die Q2, also die 12. Klasse des Gymnasiums. Zumindest ungefähr, natürlich nicht 1 zu 1, aber sehr gut vergleichbar.

Das heißt, jeder der ein Abitur hat, der hat quasi auch schon indirekt das 1. Studienjahr in den USA geschafft. Ist wie gesagt definitiv kein objektiver Vergleich, aber das sagen wirklich sehr viele!

Das heißt ganz blöd gesagt: Wir sind deutlich schlauer als die in Amerika. Und bitte, merke: Das ist nur aus dieser Aussage gezogen aber auch generell so. Wenn du als Deutscher mit Abitur in die USA gehst merkst du das ziemlich schnell. Dabei sehen wir jetzt natürlich von allen Statistiken ab, da ich nicht einmal weiß, was diese besagen.

Die Aussage die ich aber gerade getroffen habe ist nur dem Deutschen Bildungssystem zu verdanken, da wir deutlich mehr gefördert werden. In den USA gibt es auch nicht mehr als die Highschool, das wäre in etwa bei uns dann die Real- oder Gesamtschule. Sowas wie ein Gymnasium haben sie dort gar nicht.


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Die unterschiedlichen Schulformen bei uns sind auch immer wieder bemerkbar. Ich habe auch KOOP-Kurse mit einer Gesamtschule. Die Schüler der Gesamtschule sind dann dementsprechend G9 und somit immer 1 Stufe über unserer, dafür machen wir im gleichen Jahr Abitur. Und obwohl sie 1 Stufe über mir sind und dementsprechend auch 1 Jahr älter dauert es keine 5 Minuten bis du schon sagen kannst wer von dem Gymnasium und wer von der Gesamtschule kommt. Ich könnte dir noch so gute Beispiele machen aber die wirst du sicherlich sowieso nicht richtig verstehen weil du im Thema nicht involviert bist, aber ich kann dir sagen: Man merkt es einfach, egal ob an der Inteligez oder dem Verhalten.


Kommentar von TechnikSpezi ,

Die Realschüler haben ja auch gerade ihre ZAP's geschrieben und lernen dort Dinge wie exponentielles Wachstum. Das hatten wir in der 9. Klasse :D Das ist bei denen wirklich die Zentrale Abschluss Prüfung. Wir schreiben diesen Freitag in NRW die Zentralklausur in Mathematik. Willst du mal die Themen wissen?

Also exponentielles Wachstum ist das definitiv nicht mehr :D

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Thema Funktionen & Analysis 

 

Die Schüler/innen 

- beschreiben die Eigenschaften von Potenzfunktionen mit ganzzahligen Exponenten sowie von quadratischen  

  und kubischen Wurzelfunktionen,  

- beschreiben Wachstumsprozesse mithilfe linearer Funktionen und Exponentialfunktionen,  

- wenden einfache Transformationen (Streckung und Verschiebung) auf Funktionen (Sinusfunktion, quadratische  

   Funktionen, Potenzfunktionen und Exponentialfunktionen) an und deuten die zugehörigen Parameter,  

- berechnen durchschnittliche und lokale Änderungsraten und interpretieren sie im Kontext,  

- erläutern qualitativ auf der Grundlage eines propädeutischen Grenzwertbegriffs an Beispielen den Übergang  

   von der durchschnittlichen zur lokalen Änderungsrate,  

- deuten die Tangente als Grenzlage einer Folge von Sekanten,  

- deuten die Ableitung an einer Stelle als lokale Änderungsrate/Tangentensteigung,  

- beschreiben und interpretieren Änderungsraten funktional (Ableitungsfunktion),  

- leiten Funktionen graphisch ab,  

- begründen Eigenschaften von Funktionsgraphen (Monotonie und Extrempunkte) mit Hilfe der Graphen der  

  Ableitungsfunktionen,  

- nutzen die Ableitungsregel für Potenzfunktionen mit natürlichem Exponenten (Potenzregel),  

- wenden die Summen-, Differenz- und Faktorregel auf ganzrationale Funktionen an,  

- nennen die Kosinusfunktion als Ableitung der Sinusfunktion,  

- lösen Polynomgleichungen (vgl. Nullstellen), die sich durch einfaches Ausklammern oder  

  Substituieren auf lineare und quadratische Gleichungen zurückführen lassen, ohne digitale Hilfsmittel,  

- verwenden das notwendige Kriterium und das Vorzeichenwechselkriterium zur Bestimmung von Extrem- 

   punkten,  

- unterscheiden lokale und globale Extrema im Definitionsbereich,  

- verwenden am Graphen oder Term einer Funktion ablesbare Eigenschaften als Argumente beim Lösen von  

  inner- und außermathematischen Problemen.  

 

Thema Stochastik  

 

Die Schülerinnen und Schüler  

- deuten Alltagssituationen als Zufallsexperimente,  

- simulieren Zufallsexperimente,  

- verwenden Urnenmodelle zur Beschreibung von Zufallsprozessen,  

- stellen Wahrscheinlichkeitsverteilungen auf und führen Erwartungswertbetrachtungen durch,  

- beschreiben mehrstufige Zufallsexperimente und ermitteln Wahrscheinlichkeiten mit Hilfe der Pfadregeln,  

- modellieren Sachverhalte mit Hilfe von Baumdiagrammen und Vier- oder Mehrfeldertafeln,  

- bestimmen bedingte Wahrscheinlichkeiten,  

- prüfen Teilvorgänge mehrstufiger Zufallsexperimente auf stochastische Unabhängigkeit,  

- bearbeiten Problemstellungen im Kontext bedingter Wahrscheinlichkeiten.

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Trotzdem sagen natürlich alle Realschüler dass die ZAP's total schwer waren und mega viel zu lernen war. Da können wir Gymnasiasten einfach nur drüber lachen und haben das auch oft genug schon getan.

Antwort
von r3bell, 22

Ich bin recht gut in der Schule,aber jeder der ein halbwegs intaktes Gehirn hat ,erkennt das das deutsche Schulsystem ein Witz ist.Lernen ist mit Spaß zu vermitteln,was heute leider nicht so ist.Die Lehrer müssen ihren Lehrplan steif* befolgen und den Schülern in einen gewissen Zeitraum mit dem Wissen zu überhäufen...

*ja ich habe Streif gesagt

Antwort
von Panazee, 17

Ich finde die Schule sollte generell viel länger dauern. Es gibt Studenten und Leute mit fertiger Ausbildung, die in eine andere Stadt ziehen, aber noch nicht einmal einen Mietvertrag unterschreiben dürfen, weil sie keine 18 sind. Muss man sich seine schönsten Jahren dadurch versauen, dass man sich so schnell wie möglich zu einem Sklaven der "Notwendigkeit des Wirtschaftswachstum" macht. Mann sollte alle Schüler nach ihrem Abschluss ein Jahr ins Ausland schicken, damit sie mal was von der Welt sehen und nicht vor ihrem Tellerrand herum lungern.

Antwort
von MrsTateLangdon, 33

Also ich find's völlig ok so wie es ist. Ich komm auch mit G8 super klar..keine Ahnung was alle haben :D
So wie es jetzt ist, ist es schon gut, da jeder auf seinem Niveau und seiner "Schnelligkeitstufe" lernt..Denn wenn alle in einer Klasse wären, kann ich mir gut vorstellen, dass sich entweder die Guten gelangweilt und unterfordert fühlen und den Schlechteren ist es vielleicht manchmal zu schnell und sie könnten sich einfach überfordert fühlen..

Kommentar von Dovahkiin1 ,

Sogar Hauptschüler können sich überfordert fühlen oder haben einfach kein Bock auf Schule, obwohl sie fast aufm Kasten haben könnten.

Kommentar von Humanoid98 ,

in welcher Klasse bist du Mrstatelangdon?

Kommentar von MrsTateLangdon ,

Ja, natürlich können Sie auch was, wenn sie wollen.. Humanoid98, ich bin jetzt in der E-Phase, also in der 10.. :D

Antwort
von Humanoid98, 23

Das deutsche Schulsystem ist im Vergleich zu den dritte Welt Ländern natürlich super, aber im Vergleich z.B. zu den Skandinavischen Ländern kann unser System einpacke.

Antwort
von Spirit528, 40

Man kann auch mit einem Hauptschulabschluss ein Gewerbe anmelden und ein Geschäft starten.

Kommentar von Dovahkiin1 ,

Toll. Ein Extra zu 'nem Beispeil bringt mir zur Frage nicht viel.

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