Frage von Viki2012, 90

Wie sehr sind wir für unser Denken verantwortlich?

Hey Leute, Ich mache mir manchmal Gedanken über die oben gestellte Frage. Denn ist es nicht eigentlich so, dass wir von klein auf beigebracht bekommen wie wir und was wir denken? Vor allem je nach Herkunft, Religion und Umfeld bekommen wir doch schon ein ganz bestimmtes Weltbild vermittelt, nach welchem wir später Dinge und Zustände beurteilen, gut- und schlecht heißen oder verachten. Eine Sache, die ich mich oft frage ist zum Beispiel,ob jeder Mensch ein Gewissen hat/hatte. Oder ob manche Menschen einfach noch nie ein solches Gefühl hatten, weil sie es nie kennengelernt haben? Ist es eine Sache von Erziehung und Umfeld, dass ich Zum Beispiel Tierquälerei verachte und Mitleid habe, aber andere Menschen nicht, weil sie es nicht anders kennengelernt haben? Wie man Tiere behandelt zum Beispiel Menschen, die im Tierhandel auf dem Schwarzmarkt oder in Massentierhaltung für die Fleischproduktion mitwirken. Haben diese Menschen ein Gewissen? Hat jeder Mensch anfangs etwas 'Gutes' in sich, was manche aber dann verlieren oder waren manche Menschen einfach nie 'gut' ? Beurteilen wir alles aufgrund von Erfahrungen? Und legen manche Menschen ihr ' gut-sein' im Laufe ihres Lebens und Erfahrung-Sammelns ab oder kennen manche gar nicht das Schuldgefühl bei einer moralisch schlechten Entscheidung ?Wie frei oder eingeschränkt kommt unsere Meinung tatsächlich zustande?

Ich weiß ,dass es viele Fragen sind ihr könnt euch ja aussuchen auf welche ihr genauer eingeht. Interessiere mich auf jeden Fall für eure Meinung dazu! :)

Antwort
von Imago8, 26

Ich möchte jetzt nicht auf alle Punkte eingehen, aber zumindest ein paar Aspekte aufgreifen.

Die Ansicht, dass der Mensch als egoistisches, dummes, wildes Wesen auf die Welt kommt, dass erst durch die "Erziehung" zu einem guten, rücksichtsvollen, bescheidenen Wesen wird, ist sehr verbreitet. Da haben vor allem die abrahamitischen Religionen mit ihrem negativen Menschenbild weltweit ganze Arbeit geleistet. Demnach wäre jegliches uneigennütziges Verhalten eine Leistung der "Erzieher", das "böse", triebhafte Kind zu einem "guten", sittlichen Menschen geformt haben. Diese Einstellung hat auch Auswirkungen auf Menschen, die nicht religiös sind. Die tief ins "kollektive Bewusstsein" eingeschüften Vorstellungen lassen sich leider nicht so einfach abschütteln. Ich will nicht alles auf die Religionen schieben. Aber sie haben in meinen Augen offensichtlich sehr viel damit zu tun.

Manche Eltern oder andere "Erzieher" sind sehr gut darin, den Kindern
ihre Sicht auf die Dinge aufzuzwingen und sie mit einem "Weil es halt so
ist!" als Antwort auf ein "Warum?" zu bestrafen. Das ist auch eine
Auswirkung der Vorstellung, dass Kinder vor allem dumm sind und ihre
Gedanken oder Gefühle "falsch" sind, wenn sie nicht den (Wert-) Vorstellungen der Erzieher entsprechen.

Dass es Menschen gibt, die weniger Empathie oder Mitgefühl mit anderen haben, könnte ich mir so erklären, dass diese als Kind in einem Mangelzustand gelebt haben, also nicht das bekommen haben, was sie brauchten. Zum Beispiel die Freiheit, alles fühlen zu dürfen, und auch auszudrücken, was man fühlt. Wenn mir das Fühlen verboten wird, baue ich mir vielleicht eine Schutzbarriere auf, die verhindert, dass das Leid der anderen mich an mein eigenes Leid, meine eigene empfundene Ohnmacht als Kind "erinnert". So in etwa könnte ich mir erklären, warum es Menschen gibt, die das Leid anderer, auch das der anderen Tiere, völlig kalt lässt. Aber das ist nur eine Vermutung.

Antwort
von berkersheim, 20

Letztlich sind wir für unser Handeln verantwortlich. Und die Gründe unseres Handelns sind komplexer als nur unser Denken. Wenn alle Menschen tot umfallen würden, bei denen sich schon mal jemand gedacht hat, dass man sie töten müsste, wäre die Welt nicht mehr überbevölkert. Dabei ist es bereits schwierig, alles auf einen Nenner zu bringen, was wir als denken bezeichnen. Der durchaus metamorphorisch verschwommene Bereich zwischen fühlen und denken ist aber Grundlage unseres emotional ideendurchsetzten Einstellungshaushalts und unser eigenes Mitdenken (die eigene Verarbeitung der Umfeldeinflüsse) hat einen erheblichen Anteil daran. Wir sind beileibe keine reinen Signalreflektoren, wir verarbeiten Signale! Was davon die Hemmschwelle zum Handeln überschreitet, ist wieder eine neue Qualität. Wenn denken gleich handeln wäre, wären wir alle reich! Wir sind als Menschen sehr komplexe Wesen und verlockende, monokausale Erklärungen sollte man meiden, weil sie in der Regel in Sackgassen wie Verschwörungstheorien enden. Verschwörungstheorien sind meist nicht falsch, weil sie falsche Gründe anführen, sondern wegen ihrer monokausalen Struktur, ihrer oft linear gestrickten Einfachheit. Das ist verführerisch, weil so eingängig fassbar. Doch es ist meist eben nicht das korrekte Abbild einer komplexen Wirklichkeit.

Antwort
von Grautvornix16, 13

Hi, meine Ansicht zu deinem Beitrag: Solange ich "weiß" (oder ahne) das mein Denken "relatives" Denken ist, also auch abhängig von multiplen Erfahrungsfaktoren bin ich verantwortlich für mein Handeln, da ich zumindest annehmen kann, daß es optionale Alternativen gibt deren hierarchische Unterordnung unter mein Denken (man sollte besser von Ansichten reden) ich nicht letzbegründend darstellen kann. Insofern entwickelt sich ein emanzipatorischer Ansatz zur Vorstellung von Gerechtigkeit, der nicht auf der positiven (oder sollte man sagen "aggressiven) Rechtfertigung der eigenen Rechtsnormen basiert, sondern auf der defensiven Feststellung des Nicht-Wissens. Isahiah Berlin hat dies als die zwei Perspektiven des Freiheitsbegriffes beschrieben. Der Mensch hat die Freiheit, etwas zu tun und die Freiheit, etwas zu lassen. Die logischere Variante ist letzteres solange der Mensch sich mit seinen Urteilen nicht zu einem "Gott" erheben will, dessen wesentliches Merkmal, ein "Gott" zu sein die Allwissenheit und daraus abgeleitet die Unfehlbarkeit ist. Das ist übrigens auch das wesentliche logische Argument gegen z.B. die Todesstrafe, abseits einer emotional-intuitiven persönlichen Ablehnungshaltung. Uns fehlt eben das "Wissen", um eine sog. Wertvorzugsordnung (siehe Plessner) positiv (also als positives Rechtssystem zu ultimativen Begründung eigener Freiheitsansprüche) zu begründen.

In dem Augenblick wo dieser differentielle Sachverhalt in einem Individuum selbst oder zwischen Individuen in einer völlig gleichgeschalteten Erfahrungswelt entfällt würde auch die Frage nach der Schuldfähigkeit entfallen da diese eine ,zumindest, potentielle Einsichtsoption und - fähigkeit voraussetzt. Ameisen können nicht schuldig werden. Und du könntest diese Frage gar nicht stellen.

Aber Gott sei Dank ist menschliches Denken und Wahrnehmen so komplex und in der Dimension von interpersonellen Austauschprozessen erst recht, daß diejenigen, die gerne einen solchen "Ameisenstaat hätten" noch viel viel Arbeit vor sich haben - solange der Mensch / die Menschen in genügender Zahl den Thesen dieser "Herrschaften" nicht glauben.

Und am Ende landet alles wieder bei Kant`s Kategorischem Imperativ als "Ultima Ratio".


Antwort
von Suboptimierer, 31

Man kann nur in Interaktion mit der Umwelt denken. Ein Neugeborenes (oder krasser: ein ungeborener Fötus) in einem dunklen Gefäß, dem alle Nährstoffe zugefügt würde, die man zum Leben braucht, könnte keine Gedanken entwickeln.

Wenn es um das Thema eigene Meinung geht, kommt es darauf an, wie vielseitig die Quellen sind, die dem Subjekt zugänglich gemacht werden. Je mehr Vielfalt dem Subjekt präsentiert wird, desto mehr kann es entscheiden, was es mag, was es für richtig hält, was es gerne hätte oder vermeiden würde. Es könnte sich eine eigene Meinung bilden mit den ihm gegebenen Zutaten. Aus diesen Zutaten können freilich sogar neue Backrezepte entstehen.

Aber die Basis wird vorgegeben. Wir können nicht mit dem Käse vom Mond kochen.

Antwort
von Kajjo, 4
  • Erstens meinst du nicht "Denken", sondern Ansichten und Wertvorstellungen, einschließlich Gewissensbildung und religiöse, weltanschauliche Überzeugungen.
  • Du hast schon recht, dass Ansichten und Wertvorstellungen, insbesondere religiöse Überzeugungen, durch Erziehung und Elternhaus geprägt werden und viele dieser frühkindlichen Prägungen nur sehr schwer oder gar nicht abzulegen sind. Gleichwohl wissen wir alle, dass Jugendliche und Erwachsene nicht immer die gleichen Ansichten haben wie ihre Eltern. Es ist also durchaus möglich, durch Erkenntnisse und Erlebnisse seine Ansichten und Wertvorstellungen weiterzuentwickeln und sich von dem Elternhaus zu emanzipieren.
  • In bezug auf deine konkreten Beispiele wie Tierquälerei und Massentierhaltungen finde ich es aber deplaziert, so abwertend über anderen Meinungen zu sprechen. Meinungsfreiheit und Toleranz gebieten es doch gerade, auch abweichende Meinungen zu akzeptieren -- Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden! Natürlich gibt es auch Gründe für Fleischverzehr und Massentierhaltung. Und natürlich haben auch Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, ein Gewissen und wertvolle Ansichten.
  • Ich denke im übrigen, dass es dem Menschen angeboren ist, einander zu helfen, füreinander dazu sein und Ansichten und Wertvorstellungen zu entwickeln. Die Umgebung beeinflusst dann, WIE sich die Ansichten entwickeln und was wir als "gut und nachahmenswert" erlernen und was als "böse und vermeidenswert".
Antwort
von CyberLionLP, 38

Jeder Mensch be- und verurteilt anders.

Wie das ein Mensch macht ist tief in ihm verankert und wird im Laufe des Lebens von vielen Einflüssen bestimmt: Von der Erziehung der Eltern, von dem Ort, an dem man wohnt, von dem sozialen Umfeld und von den Werten und Normen, die in der Gesellschaft in der man lebt als gängig gelten und auch von der Religion, mit der man aufwächst.

Während man (nur ein Beispiel) in Asiatischen Ländern, zum Beispiel in Japan kein Rind essen darf, weil es dort als heiliges Tier gilt, ist das in Deutschland genauso normal, wie ein Schwein zu essen.

Und so verhält es sich mit den meisten Sachen, unterbewusst selektiert ein Mensch bei allem, was er sieht und direkt mitbekommt oder aber durch Medien erfährt, ob es gut oder schlecht ist, gemessen an persönlichen Maßstäben und das ist auch natürlich.

Ja, die meisten Leute beurteilen aus Erfahrungen.

Wenn du beispielsweise Marihuana konsumiert hast und hattest damit eine schlechte Erfahrung, dann lehnst du es ab. Ein Freund, der damit aber nur gute Erfahrungen gemacht hat, lehnt es nicht ab und konsumiert weiter.

Das kannst du jetzt auf sehr, sehr viele Lebensbereiche anwenden. Das fängt schon bei kleinsten Entscheidungen an im Supermarkt, wenn dir einmal die Butter von Firma X besser als die Butter von Firma Y geschmeckt hast, kaufst du ja das nächste mal wieder die Butter von Firma X.

Das kann man auf beliebig viele Beispiele ausweiten. Du siehst also: Alles funktioniert nach persönlichem Ermessen, nach einem (teils unterbewussten) abwägen von "was ist gut, was ist schlecht" und nach persönlichen Erfahrungen und Werten, die du in deinem Leben gesammelt hast.

Kommentar von Viki2012 ,

Das mit dem Gut und schlecht war eigentlich mehr auf moralische Fragen bezogenen und nicht ob ich die Butter nochmal esse wenn sie mir nicht geschmeckt hat. 

Zum Beispiel wenn ich eine muslimisches Mädchen( Ca. 14) mit Kopftuch bin, die in Marroko lebt und dort ihre Weltanschaung erlangt hat. Ich nehme nach außen hin die Meinung meiner Weltanschaung an, die Meinung die ich gelernt habe zu vertreten. Zum Beispiel geht es um das Thema Gleichstellung von Homosexuellen. Meine ganze Familie ist dagegen. Nach außen hin kann ich nichts anderes sagen und muss zustimmen. Aber weiß ich im Inneren dann, dass es eigentlich falsch ist Menschen deswegen zu verurteilen? Oder ist es mir so eingeprägt worden, dass ich sogar im Inneren auch so denke ?

Kommentar von CyberLionLP ,

Ja, du meintest man kann mehrere Fragen beantworten, es waren, wie du gesagt hast ja auch schon viele Fragen in deiner Frage drinne.

Aber das kannst du trotzdem darauf übertragen... Es kommt auf das an, was dir beigebracht wurde, mit welchen Werten dein alltägliches Leben auch außerhalb der Familie geprägt ist (also sind sie in deinem Freundeskreis für oder gegen eine Gleichstellung), was sagen die Medien zu dem Thema, hinzu kommt noch eine gewisse Bewertung der Differenziertheit der Argumentation der jeweiligen Parteien, von denen du deine Wertvorstellungen hernimmst, wenn also zum Beispiel der eine Fernsehsender seriöser ist und für eine Gleichstellung plediert ein anderer dagegen, den hälst du aber nicht für seriös, dann richtest du deine Meinung eher dem nach, den du für glaubwürdiger hälst.

Wenn man alle Aspekte zusammen nimmt, dann kommt dabei letztenendes deine Meinung heraus, indem dein Gehirn unterbewusst selektiert und du dich für eine Sache entscheidest, was du gut oder schlecht findest.

Was du also denkst dazu, unabhängig von dem, was du sagst (lügen kann man ja immer) ist deine eigene Meinung und die muss nicht zwingend die Selbe sein wie das, was dir Jahre lang eingeredet wurde.

Verstehst du jetzt mehr, was ich meinte? Butter war vllt nen schlechtes Beispiel, ich wollte nur was nehmen, was man im Alltag verwenden kann.

Antwort
von JulePule321, 25

Ich denke auch, dass Menschen, wie jedes Lebewesen erst einmal Egoisten sind. Sie müssen trinken, sie müssen essen, damit sie überleben. Und schon als Baby fangen sie an rumzumeckern, wenns keine Milch gibt.

Aber durch unsere Intelligenz sind wir auch fähig für Emphatie. Nehmen Rücksicht auf andere, entwickeln ein Gewissen. Doch genauso wie wir diese Fähigkeit im Laufe des Lebens erlernen, durch äußere Einflüsse, durch Familie, was auch immer, können wir genau diese auch wieder "verlernen". Oder uns wird so eine "Sche**-drauf" Einstellung beigebracht. Beispielsweise durch unsere Eltern.
Aber ich glaube auch, dass man diese Fähigkeit "verlieren" kann. Beispielsweise ein Massenmörder. Wir fragen uns, welche Motive er hat, vielleicht kann er auch einfach kein Gewissen entwickeln, weil ihm etwas schreckliches passiert ist, weil ihm seine Eltern genau das vorgelebt haben, oder weil er schlichtweg krank ist.

Antwort
von Olli84E, 17

Guck Dir mal den Film "Alphabet" an. Könnte ganz interessant für dich sein:

Antwort
von Gege3210, 12

Guten Tag.

Ich will nicht auf die von Ihnen einzeln angeführten Punkte antworten, das würde den Rahmen de Forums hier sprengen und würde fast eine Doktorabeit.

Jedoch, falls es Ihnen hilft :

0) Ja, wir sind für unser Denken verantwortlich, oder werden es. Je älter wir werden und Erfahrung sammeln, desto mehr.

A) Ja, wir sind von Kind an vorprogrammiert.

B) "Jugendzeit" gibt es biologisch nicht. Das ist eine künstliche Zwischenphase, weil unsere Gesellschaft derart kompliziert geworden ist dass jemand der (oder die) zwar körperlich reif ist, noch nicht über die notwendigen Kenntnisse verfügt :-( . Das kann verd... schwierig sein...

C) "Gut" und "Böse" gibt es im Grunde genommen biologisch eigentlich nicht :-(. Alles kommt auf die Ansichten seiner Umwelt, der Gesellschaft, an. Für Hasen sind Wölfe böse, für Mäuse sind Hasen böse, und so weiter. Ein Mensch alleine in der Wildnis überlebt nicht lange. Daher "Gesellschaft", Gruppe, Sozialverhalten. Die Gruppe ist nötig, damit jede(r) Einzelne überlebt, und jede(r) Einzelne ist nötig, damit die Gruppe überlebt.

D) Die Mehrheit der Menschheit ist von Jäger auf Züchter umgestiegen. Wir jagen nicht mehr in der Wildnis um uns und unsere Familien am Leben zu halten. Wir ziehen Ziefer auf, um sie zu schlachten und zu essen. Ohne unseren Willen würden diese Tiere überhaupt nicht existieren. Es sind Wir, die sie machen. Essen muss man ja, irgendwie... Aus Gewissensgründen Vegetalier zu werden, grenzt an Wahnisnn. Ich hab' mal eine derartige Nachbarfamilie (Streng religöse) eiligst fünfzig Kilometer in's Krankenhaus verfrachtet, sie waren am Abkratzen. Fünf Erwachsene, sechs Kinder. Auto voll überladen. Am Telefon sagte mir die Polizei, dass sie Montag die Sozialhelferin benachrichtigen würden. Nein, das wäre zu spät gewesen. Sofort eingreifen, selbst.

E) Ich denke, dass jeder manche seiner Entscheidungen in seinem Leben hinterher bereut. Hinterher weiss man immer besser... Aber man konnte es nicht vorher wissen. Es kann natürlich schwer sein, sich hinterher selbst zu verzeihen. Jedenfalls kann kein Mensch die Zeit zurückdrehen und Sachen ungeschehen machen, so viel es man auch wollte. Man muss eben mit seinen Fehlern und Versagen leben, und versuchen daraus zu lernen, sie nicht zu wiederholen. Jede(r) darf und kann lernen.

Machen Sie's gut, leben Sie. Kopf hoch, vorwärts ! Ich ein "Alter", mit mir geht's zu Ende.

Antwort
von Loltana, 26

Jeder Mensch ist von Anfang an egoistisch und nur auf die Befriedigung seiner Triebe aus (nennen wir es böse). Erst durch die Sozialisation wird der Mensch "gut" (also nimmt rücksicht auf andere etc was eben wertgeschätzt wird). Ich denke nicht dass es NUR vom Menschen abhängt ob er gut oder böse wird sondern auch von seinen Erlebnissen und seiner Umwelt und damit hat JEDER Mensch auch etwas "gutes" in sich

Kommentar von Machtnix53 ,

Das ist die Propaganda der Erziehungsgesellschaft. Alles Schlechte kommt von der Natur, alles Gute durch die Gesellschaft.

Wenn man es genauer betrachtet, ist es eher umgekehrt. Das Mitgefühl ist angeboren, das Konkurrenzverhalten wird uns anerzogen. Warum wird es zB in der Schule nicht gefördert, sondern bestraft, wenn ein Schüler anderen bei Arbeiten hilft ?

Lies mal von Arno Gruen "Der Verlust des Mitgefühls". 

Kommentar von Loltana ,

Woher kommst du darauf dass Mitgefühl angeboren ist? Es ist bewiesen dass kleine Kinder z.B. noch nicht in der Lage sind die Dinge aus der Perspektive eines anderen zu sehen (was Vorraussetzung für Mitgefühl ist). Konkurrenzverhalten liegt teilweise auch in der Natur (und wird auch gelehrt) z.B. Männer die stärker sein wollen als alle anderen etc

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