sybex am 17.07.2007 um 10:24 Uhr
"Wie musikalisch wird mein Kind?" - "Kann ich es ihm einfacher machen?" Was ist eurer Meinung nach am Wichtigsten!? Die Gene der Eltern oder die frühkindliche Prägung wenn das Gehirn noch reift? Oder sind es doch mehr Erziehung und früher Kontakt mit Musik in Familie und Schule?

Ich denke, ein wenig Veranlagung muss schon da seine (Gene, die aber auch mal ein- zwei Generationen überspringen können), auf die man aufbauen kann. Meine Mutter z.B. ist mit viel Musik und Gesang aufgewachsen und trifft immer noch nicht den Ton bzw. kann ihn nicht halten. Es braucht ein bisschen Toleranz in einer eigentlich musikalischen Familie, sie nicht vom Singen abzuhalten. :)
Ansonsten denke ich, es fängt im Mutterleib an, wenn die Mutter viel Musik laufen hat oder singt, bekommt das Kind das schon mit und wird von dem Moment an bereits gefördert.
Andererseits gibt es sicherlich auch Genies, die von ganz allein eine starke Affinität zur Musik haben. Dennoch ist in den meisten Fällen eine Prägung/Förderung durch Eltern, Schule, Umgebung richtungsgebend.
Die elterlichen Gene spielen wohl auch eine Rolle, gerade wenn beide Eltern musikalisch sind, haben diese Kinder oft ein musikalisches Talent.
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Auch wenn die Kinder nicht erblich vorbelastet sind, kann man ihnen durch eine musikalische Frühförderung die Musikalität erleichtern.
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Bei uns gibt es die Musikflöhe, Kinder im Alter ab 1 1/2 werden durch einfache Singspiele und einfache Musikgeräte wie Rasseln, Glockenspiel etc. auf spielerische Art und Weise an die Musik herangeführt.
Dieses Angebot gibt es hier von der örtlichen Musikschule seit ca. 2 Jahren und ist hier sehr begehrt bei den jungen Eltern.
es ist eine mischung aus allem, aber vor allem ist die prägung und die bildung wichtig. wenn ihr als eltern viel musik zuhause macht und das kind schon im kindergarten musikalisch fördern lässt, könnt ihr sicher sein, dass das kind zumindest musikalität entwickeln wird und auch wahrscheinlich ein instrument erlernen wird. und es kann dir dafür dankbar sein, denn ohne musik ist das leben nur halb so schön! ;o)
Ich denke, auch wenn die Eltern unmusikalisch sind, hat das Kind dennoch Chancen, musikalisch zu werden, wenn die Eltern das schon von klein auf fordern!
sybex am 17. Juli 2007 10:59 Bei mir hat das leider nicht geklappt! ;-)
Die Auswahl ist schwierig zu treffen, weil alles eine Rolle spielt. Eine angeborene musikalische Veranlagung ist auf jeden Fall sehr wichtig. Einige haben ein absolutes Gehör und andere außerordentliche Fähigkeiten. Wer nicht ein großes Potential besitzt, kann bei aller späteren Förderung niemals herausragend werden.
Auch die Gehirnentwicklung durch Einflüsse in der frühen Kindheit fördert die Entwicklung. Die Umwelt kann ein Talent unterstützen und auch nicht sehr begabte Kinder zu beachtlicher Musikalität bringen. Dabei kommt es darauf an, wo mehr Zeit mit Musizieren zugebracht wird, in der Schule oder der Familie. Nach meiner eigenen Erfahrung ist das Erlernen eines Instrumentes (z. B. durch Unterricht) für die Musikalität sehr förderlich.
Ich kann mich eigentlich nicht so richtig zwischen elterlichen Genen und frühkindlicher Prägung unterscheiden, habe aber die Gene genommen. Ich habe zwei Jungs, der Große ist 6, der Kleine 3. Ich habe beiden gleich viel vorgesungen oder Musik vorgespielt, trotzdem ist der Große ein Ass im Puzzlen und Bauen und Sachen auseinanderschrauben und der Kleine liebt Musik über alles, egal ob Kinderlieder oder Rock und Pop, es wird sofort mitgesungen und getanzt, ein Tag ohne Musik gibt es für ihn nicht. Er kennt auch schon mehr Melodien als sein großer Bruder. Also denke ich es sind die Gene.

In Kombination mit der Erkennung und eventuellen Förderung einer Musikalität...

Ich glaube es ist ein Mix, von jedem etwas.
sybex am 17. Juli 2007 10:34 Doch was ist das wichtigste?

Talent, das kommt aus Deiner wesenhaften Existenz heraus und bildet sich wie automatisch heraus...

Ich habe selbst musikalische Eltern und Großeltern. Meine Großeltern haben oft mit mir gesungen und getanzt, Opa hat mir Flöten gebastelt und Oma mir ihre Zitther gezeigt. Gegen die Musikschule konnte ich mich wehren, wollte ich absolut nicht, aber ich hab später trotzdem ein Instrument gelernt, als ich es wollte... Frühkindliche Begegnung mit Musik, sie mit etwas positivem verbinden, prägt ein Leben lang und lässte einen nicht mehr los.

Ich kenne Leute, die ausgesprochen musikalisch sind (und sei es nur, daß sie eine beachtliche Plattensammlung besitzen und mit Erfolg einen gewissen Anspruch wahren wollen), deren Familie in Generationen keinen besonderen Bezug zu Musik hatte. Genauso gibt es, wie schon zuvor beschrieben Leute, die trotz Liebe zur und Großwerden mit der Musik keinen gerade Ton zustande bringen.
Ich vermute, daß Musik / Musikalität etwas ist, das jenseits aller bekannten Maßstäbe liegt - man kann es nicht mit einem Talent für Fingerfertigkeiten oder einer Vorliebe für Worte und Gedichte vergleichen. Es gibt vielmehr wohl niemanden, den Musik und Rythmus nicht irgendwie berühren, und sei es ein noch so simples Arrangement im Bierzelt.
Man spricht ja auch von Musik als der Sprache der Seele. Die Frage ist also höchstens, in welchem Ausmaß ist ein musikalisches Empfinden vorhanden; bis zu welchem Grad der Ausübung kann ein Kind an die Musik gebracht werden...