Frage von meinneuesleben, 142

Wie sehr ändert sich eigentlich eine Diagnose im Verlauf der Behandlung (Depression)?

Ich bin noch für ein paar Tage in einer Psychiatrie.

Ich wurde relativ spontan eingewiesen.

Da ich Angst hatte mir das Leben zu nehmen, sobald ich alleine bin (die weiteren Details möchte ich auch lieber ersparen).

Ich hatte vorher keine Psychotherapie und dementsprechend auch keine Depressions Diagnose.

Durch einen blöden Zufall habe ich gesehen, dass ich die Diagnose F32.2 (schwere depressive Episode ohne Psychose) habe. Man hat mit mir nie über die konkrete Diagnose geredet. Ist vielleicht auch gar nicht nötig, weil ich auf einer Depressions-Station bin und mir mal gesagt wurde, dass ich nichts anderes habe.

Soweit so gut.

Ich frage mich mittlerweile, ob sich die Diagnose im Verlauf meines Aufenthaltes hier verändert hat.

Irgendwo habe ich gelesen, dass F32.2 auch zur Folge hat, dass Betroffene immer Betreuung brauchen. Ich denke, dass ich diese Diagnose nur bekommen habe, weil ich erwähnt habe, dass ich mich eventuell umbringen wurden,sobald ich alleine bin.

Jetzt denke ich gar nicht mehr daran und mir geht es auch viel, viel besser. Auch wenn ich weiß, dass ambulant noch viel auf mich wartet.

Um zu meiner Frage zu kommen :

Mit was für einer Diagnose werde ich denn (voraussichtlich) entlassen?

Bleibt es bei der Diagnose F32.2, die schon gut behandelt wurde oder wandelt sich die Diagnose einfach in einer F32.1 also einer mittelschweren Depression?

Weiß das jemand?

Gibt es dabei ein typisches vorgehen?

Oder ist das individuell?

Verändert sich die Diagnose mit der Zeit oder nicht?

Antwort
von hourriyah29, 47

Hallo MNL,

In der Regel wird bei Aufnahme in die Klinik eine sogenannte Arbeitsdiagnose gestellt, das bedeutet die Diagnose, die man erst einmal annimmt, die sich aber noch ändern kann, weil man ja bei Aufnahme nicht genügend Informationen hat. Das ist sozusagne die erste Einschätzung und entscheidet über den Begin der Behandlung.

Im Verlauf kann diese gleich bleiben, wenn sie sich als richtig herausstellt. Oder sie wird noch einmal geändert, wenn durch neue Information eine andere Diagnose gestellt wird.

Bei Entlassung gibt es dann eine Entlassdiagnose, die zeigen soll, was sich verändert hat und mit welcher Diagnose Du dann die Klinik verlässt und die bei der ambulanten Weiterbehandlung beachtet werden soll.

Im Kurarztbrief steht oft nur eine Diagnose - die für den Aufenthalt oder die Weiterbehandlung wichtigste. Im entgültigen Brief (der einige Wochen später per Post zugestellt wird) wird auch der Verlauf beschrieben und steht eventuell auch eine Begründung zur Diagnose.

Falls Dir etwas unklar ist oder Du Fragen hast solltest Du immer die Ärzte oder Therapeuten fragen, mit denen Du dort zu tun hast! Fragen kostet nichts. Im Gegenteil! Es ist gut wenn man in der Klinik sieht, dass Du Dich interessierst und aktiv wirst.

LG und alles Gute!

Hourriyah

Kommentar von meinneuesleben ,

Die Diagnose F32.2 wurde allerdings auch nach ein paar Wochen geführt. Also nicht erst am Anfang

Antwort
von Seanna, 49

Genau genommen heißt F32.2 rezidivierende depressive Episode ohne psychotische Symptome, derzeit schweren Grades.

Bedeutet: wiederkehrende Episoden von Depression, *aktuell* schwer gradig.

Wobei an der 32.2 noch mehr hängt. Zum einen ist akute Suizidalität generell ein Merkmal die 32.2 zu vergeben, nicht 32.1, zum anderen KANN man mit der 32.2 nach der Klinik ambulante psychiatrische Pflege bekommen - was mit ner 32.1 nicht geht.

Das bedeutet NICHT gerichtlicher Betreuer!
APP ist sowas wie ne Bezugspflege auf Station - nur eben ambulant. Und man KANN das bekommen, MUSS aber nicht.

Außerdem bekommt die Klinik für ne 32.2 mehr Geld und ändern daher sicher nicht die Diagnose. Wozu auch?

Der Verlauf wird in berichten dokumentiert, nicht in Diagnoseziffern. Sonst müsste es die ja für jede andere Störung auch geben, was nicht so ist. Das Spektrum ist bei anderen Störungen sogar noch viel größer.. zb den Persönlichkeitsstörungen (F60.x).

Antwort
von schloh80, 78

Eine Diagnose klassifiziert lediglich Symptome, die zu Beginn einer Behandlung bestanden. Diese Klassifikation wird in Diagnosen (in Deutschland in Form von ICD-10 definierten Störungsdiagnosen/-ziffern) ausgedrückt. Das ist dann die Behandlungsdiagnose und daher in der Regel auch die der Entlassung. Die Besserung steht dann im Bericht, drückt sich aber (logischerweise) nicht in einer geänderten Behandlungsdiagnose aus.

Eine Betreuung hat nichts mit der ICD-10 Diagnose zu tun.

Kommentar von meinneuesleben ,

und wie die Betreuung etwas mit dem ICD-10 Code zu tun hat. Es wird gesagt, dass jene Patienten, die diese Diagnose haben eine dauerhafte Betreuung benötigen. Die Betreuung in der Klinik ist vielleicht unabhängig..

Kommentar von schloh80 ,

Na, wenn du meinst ....

Kommentar von user8787 ,

 Es wird gesagt, dass jene Patienten, die diese Diagnose haben eine dauerhafte Betreuung benötigen. 

Das kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt viele Menschen die sich aus der Depression gekämpft haben. 

Letztlich ist Psychotherapie vor allem Arbeit / Kampf / Bemühen des Patienten selber. Medis und Therapeuten können hier nur unterstützen. 

Die Diagnoseschlüssel sind letztlich nur eine Richtung um das Krankheitsbild des Betroffenen einzugrenzen, du solltest dich nicht zu sehr daran klammern. 

Arbeite an dir und deinem Leben, weil nur du kannst dich aus der Situation ziehen, das kann dir weder eine Betreuung noch eine Diagnose abnehmen.

Kommentar von meinneuesleben ,

Mein ich nicht, weiß ich. Vielen Dank auch dafür, dass du mir tausend Sachen erklärst, die ich schon weiß und das was ich wissen möchte, außen vor lässt. Das Lob ich mir.

Kommentar von user8787 ,

Ich finde deinen Ton hier recht unangemessen, @ schloh80 war bemüht dir zu helfen. 

Kommentar von schloh80 ,

Na, denn ist es ja gut. Mir leuchtet zwar nicht ein, weshalb du dann eine Frage stellst, die du offenbar schon für dich beantwortet hast, um dann auf gegenteilige Aussagen verbal unangemessen einzuschlagen, aber was solls.

Aber noch mal für andere, die dies hier besorgt lesen. Niemand wird wegen einer Diagnose in eine Betreuung "gesteckt". Eine psychische Erkrankung ist zwar eine Voraussetzung für eine Betreuung (ohne dies keine Betreuung möglich), aber es folgt mitnichten aus einer Behandlungsdiagnose zwingend eine Betreuung (dies ist und bleibt etwas Seltenes, kann aber natürlich bei Patienten, auch mit F32.2, sinnvoll und notwendig sein, muss aber nicht). 

Kommentar von user8787 ,

Richtig....

Kommentar von meinneuesleben ,

Ich reagiere nicht unangemessen. Ich habe auch in keiner Weise von einer gesetzlichen Betreuung oder so gesprochen und meine Frage habe ich mir ja gar nicht beantwortet. Das hast du allerdings auch nicht getan.

Antwort
von Apfelbirnbaum, 40

Warum hängst Du an dem Diagnoseschlüssel ? Er sagt doch nix eindeutiges über Deine Erkrankung aus.

Kommentar von user8787 ,

Richtig. *seufz

Kommentar von meinneuesleben ,

Wer sagt, dass ich daran hänge? Wenn mir das so wichtig wäre, dass ich dran hängen würde, würde ich wohl mit den Ärzten hier sprechen. Ich bin lediglich neugierig, in wie weit sich diese Diagnose ändern kann...

Kommentar von user8787 ,

Warum besprichst du das nicht mit den Fachleuten vor Ort?  Höflich und in angemessenem Ton...

Dein agressiver Ton hier wird dich auch nicht weiterbringen, da vergeht einem eher die Lust zu antworten.

Kommentar von meinneuesleben ,

weil mir das zu blöd ist. In den Gesprächen gibt es wichtigeres zu besprechen, als diese dusselige Diagnose. Außerdem kenne ich ja offiziell keine Diagnose. Da wird hier unglaublich wenig wert drauf gelegt. Deswegen will ich dem nicht unnötig einen Wert beimessen, den es eigentlich gar nicht gibt (von keiner Seite aus). Davon abgesehen, werde ich die Antwort ganz sicher finden, sobald ich entlassen werde.

Kommentar von KatzenEngel ,

...dusselige Diagnose...

Aha, aber hier ist das mindestens schon die 2.Frage, die Du wegen dieser dusseligen Diagnose stellst und Deine Antworter ganz wuschig machst!

Kommentar von meinneuesleben ,

jo das nennt sich Neugier. Trotzdem interessiert es mich nicht so sehr, dass ich mich daran aufhängen müsse oder die Ärzte hier ansprechen müsste.

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