Frage von berdDbrot, 78

Wie schwer ist die Umstellung von Englisch auf Western?

Eine Freundin von mir hat ab Mai eine neue RB, der Nachteil, das Pferd wird Western geritten und sie kann nur Englisch. Die Besitzerin meinte das sei kein Problem, sie hat den Trainerschein C und würde ihr Reitunterricht geben. Meine Freundin wollte parallel trotzdem weiter Englisch reiten. Sie mistet an einem Stall die Boxen und bekommt als Ausgleich kostenlosen Unterricht.

Meine Freundin hat Sorge, dass sie mit der Umstellung nicht zu Recht bzw. durcheinander kommt. Sie reitet seit 7 Jahren, ist bis jetzt aber nie Western geritten.
Wie ist das wenn man 2 unterschiedliche Reitstiel parallel zueinander reitet. Und wie ist das wenn man den einen erst neu lernt. Sollte das englische dann erst mal eingestellt werden, und muss man nicht erst mal wieder bei 0 anfangen wenn man von Englisch auf western umsteigt? Wer hat erfahrung.

Antwort
von sukueh, 15

Viele Westernreiter, die ich kenne, haben mit der klassischen englischen Reiterei angefangen, bevor sie zum Westernreiten gekommen sind. Sie hatten bei der Umstellung aufgrund ihrer fundierten Ausbildung eigentlich keine Probleme. Es ist auch kein Problem, als Westernreiter mal ein englisch gerittenes Pferd zu reiten. Wobei es wahrscheinlich auf die persönliche Fähigkeit ankommt, sich gut auf bestimmte Situationen einstellen zu können. Also sich auf das jeweilige Pferd einstellen zu können.

Aufpassen würde ich allerdings bei Trainern mit Trainer C. Es mag sicherlich Ausnahmen geben, die mit einem Trainer C-Schein wirklich gute Reitlehrer sind, ich habe allerdings in meinen Jahren als Westernreiter tatsächlich nicht wirklich einen guten Trainer getroffen. Natürlich kann sie sich den Unterricht dort mal anschauen, vielleicht hat sie aber auch mal die Möglichkeit, bei einem anderen Trainer, der als gut "bekannt" ist, mal ein paar Westernreitstunden zu nehmen.

Ich habe auch mit Unterricht bei einem Trainer C angefangen und als ich dann in einen anderen Reitschulbetrieb gewechselt bin, habe ich gemerkt, dass das, was ich da gelernt habe, "nicht viel wert" ist. Wenig Gewichtshilfen, viel Zügelhilfen, was als "Neck Reining" bezeichnet worden ist.... Gerade als Anfänger zweifelt man ja nicht an Aussagen eines "Fachmanns"...

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 41

Das kommt darauf an, wie flexibel man ist,  und worauf die einzelnen Lehrer wert legen.Prinzipiell ist ja erst mal das wichtigste - der Sitz mit den Gewichtshilfen-  gleich, solange das Pferd auf 4 Beinen läuft ;-)

Kleine Abweichungen ergeben sich von allein durch den Sattel.

Normalerweise kann man sich, wenn man englisch ordentlich (!) reiten kann, ohne weiteres auf eine andere Reitweise einstellen. 

In der Hilfengebung  bestehen kleine Unterschiede. Das finde ich vom Gefühl her, wie wenn man parallel 2 Fremdsprachen lernen würde. Selbst beim Englisch reiten gibt es ja schon Unterschiede, wie man reitet beim Springen, in der Dressur, bei jungen Pferden... 

Ich finde, man kann durch Vielfalt nur gewinnen, auch wenn das, besonders zu Snfang, noch mehr Konzentration erfordert.

Es gibt sogar eine niederländische weltberühmte Dressurreiterin, die zwischendurch im Westernreitern aus einem großen Turnier gestartet ist...

Nebenbei: wieso fragst eigentlich Du für die" Freundin"? ;-)

Kommentar von berdDbrot ,

Weil sie kein Forum hat wo sie solche fragen stellen kann. Sie hat mir ihrer Sorgen erzählt und ich habe einfach mal gefragt, weil es mich selber interesiert wie sowas funktioniren könnte.

Ich habe nicht direkt für sie gefragt, ich habe sie einfach nur als Beispiel genommen. Ich will aber selber nicht auf Western umsteigen.

Kommentar von Urlewas ,

War ja auch nur am Rande..

Aber noch was: besser erwähnt man in einem Stall nicht, dass man auch anders reitet. Oft werden nämlich dann gleich Vorurteile gefällt, und jeder Fehler, den sie macht, zu Unrecht auf die andere Reitweise zurückgeführt. Weil viele Lehrer sozusagen " eifersüchtig" sind, wenn man nicht ausschließlich ihr Ding macht.

Kommentar von berdDbrot ,

Okay danke für die Information

Antwort
von WesternCalimero, 16

Die Problematik ist die heutige reiterliche Ausbildung. Bei korrekter englischer Ausbildung ist es nicht so schwer auf das Westernreiten um zu steigen. In den meisten Fällen jedoch wird es erhebliche Anfangsschwierigkeiten geben.

Der Umstieg von Western nach Englisch ist einfacher.

Beide Reitweisen gleichzeitig auszuführen ist nicht besonders praktisch. Man wird dadurch eher zu einem "Universaldilettanten". Das rührt daher, daß man bestimmte Bewegungen und Eigenschaften erlernt und diese dann auch nicht mehr hergibt, weil man sie ja in der ´anderen´ Reitweise braucht.

Allerdings habe ich auch beides gelernt und dadurch viel dazugelernt. Das ist aber nacheinander erfolgt.

LG Calimero

Kommentar von Urlewas ,

Möglicherweise  bin ich dann auch ein gutes Beispiel für so einen  " Universaldiletanten ", bin aber dabei recht glücklich und meine auch, den Pferden nichts zu schaden. ;-)

 Ich wäre jedoch  nie auf die Idee kommen, auf einem Dressurpferd eine Zügelbrücke bauen, beim Springen im Rennsitz oder auf einem Rennpferd auf einem langen Bein bestehen zu wollen...

So wenig, wie ein normaler Mensch in der Französisch Stunde auf englische Grammatik bestehen würde.

Man muss eben einfach die Reitweisen  strikt trennen, wie man Fremdsprachen strikt trennt.

Kommentar von WesternCalimero ,

Da hast Du in gewisser Weise Recht. Da ich aber amerikanisches Westernreiten gelernt habe, ist bereits das anhalten in englischer Manier etwas, worüber ich nachdenken muss. Damit tritt aber eine Zeitverzögerung ein, die nicht mehr dem gefühlten reiten entspricht.

Den Vergleich mit den Sprachen finde ich nicht so gut, weil reiten im Gegensatz dazu viel mehr aus dem Gefühl kommt und weniger aus dem Denken.

LG Calimero

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