Frage von Caralina03, 178

Wie schützt man sich vor der Abzocke einer Haushaltshilfe/ Putzkraft?

Wir haben eine Putzfrau gesucht und auf eine Annonce im Internet geantwortet. Es wurde ein Vorstellungsgespräch vereinbart und ein Termin zum Probeputzen, was natürlich bezahlt worden ist. Wir haben der Frau sogar etwas mehr geboten als sie verlangt hat, mit dem Hinweis auf Zuverlässigkeit und Gründlichkeit. Leider wurden wir enttäuscht, da sie kürzer geputzt hat als vereinbart und dazu noch nur oberflächlich und recht schlampig. Natürlich haben wir uns von ihr danach verabschiedet.

Was ist passiert? Die Frau hat dem Arbeitsgericht geschrieben und meint, sie wäre mündlich eingestellt worden, was nie passiert ist und gibt ihren Freund als Zeugen an. Nun will sie eine Entschädigung von mehreren Monaten, obwohl sie nur 1x geputzt hat. Das Problem: wir haben nichts schriftlich, da wir sie ja nicht eingestellt haben…. logisch, oder? In der Zwischenzeit hat sie sich (offiziell) keine andere Arbeit gesucht, da sie ja bei uns ja angeblich eingestellt ist.

In der Theorie könnte also JEDER zu einem Vorstellungsgespräch gehen und danach behaupten er wäre mündlich eingestellt worden und Geld beim Arbeitsgericht einklagen… Oder?

Habt ihr sowas schon erlebt? Habt ihr Tipps? Wir sind über jede Hilfe sehr froh!

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Antwort
von Matahleo, 106

Hallo, 

wie oft war sie denn bei euch? Einerseits hat sie Probe geputzt, andererseits hat sie kürzer geputzt als vereinbart und ihr habt euch dann getrennt. 

Wenn sie wirklich nur einmal da war, dann geht ganz locker vor Gericht. 

Denn einerseits redest du von "wir", also bist du nicht alleine, somit stehen zwei Aussagen gegeneinander und da kommt nichts dabei raus. 

Wenn sie länger bei euch war, dann wird's schwierig, wenn ihr sie nicht angemeldet habt. Das wäre Schwarzarbeit. 

Wenn es nur ein Vorstellungsgespräch war, dann war es das und Ende.

Ansonsten mal zum Anwalt gehen und beraten lassen, denn so geht's nicht. 

Viel Erfolg, 

LG Mata

Kommentar von Caralina03 ,

Also es war ein Vorstellungsgespräch, bei dem sie kompetent rüber kam. Am nächsten Tag gab es das Probearbeiten. An dem Tag hatte sie allerdings eine Stunde weniger geputzt als vereinbart war.

Mit "wir" meine ich einen Angehörigen, der bei allem dabei war.

Einen Anwalt haben wir/ ich zwar, aber er meint es wäre schwierig, da es nix schriftliches gibt und im Zweifel eh immer für den Arbeitnehmer entschieden wird.

Antwort
von Griesuh, 52

Und selbst wenn ihr sie eingestellt hättet, egal ob mündliche ( gilt auch als abgeschlossener Vertrag)  oder schriftliche Zusage, gilt in der Probezeit eine beiderseitige Kündigungsfrist von 14 Tagen ohne Benennung von Gründen.

Also alles im grünen Bereich.

Antwort
von ollikanns, 88

Diese Putzfrau ist ziemlich schlau. Und hat euch sehr geschickt über den Tisch gezogen. Tatsächlich ist das sogenannte "Probearbeiten" gesetzlich gar nicht zulässig. Sobald jemand die allererste Stunde bei dir arbeitet, ist er einen richtigen Arbeitsvertrag eingegangen, der auch mündlich wirksam ist. Und ab der allerersten Arbeitsstunde gilt die gesetzliche Kündigungsfrist. 

Du hast dich gesetzeswidrig verhalten. Du hättest VOR Arbeitsantritt einen Arbeitsvertrag aufsetzen müssen, der für einen Tag befristet ist.

Und offensichtlich hast du es auch noch versäumt, ihr zu kündigen.

Kommentar von Blacklight030 ,

ja,hat was...absichtlich verunglückt hätte schlimm enden können für den Auftraggeber

Kommentar von antonczerwinski ,

Oha, wenn das wirklich so ist, kommt mir nie mehr eine Putzhilfe ins Haus.

Kommentar von Blacklight030 ,

Naja, meine kommt von einer Firma...oder sie sind selbständig...eben nur kein Minijob, oder anderes Arbeitsverhältnis, wobei der Minijob noch geht

Kommentar von ollikanns ,

Du kannst eine Putzfrau nur mit einer schriftlichen Vereinbarung zur Probe arbeiten lassen. Sobald du keine Vereinbarung machst, gilt das Arbeiten als richtiges Arbeitsverhältnis mit allen gesetzlichen Vorschriften. Dein Fehler war, dass du nichts Schriftliches gemacht hast. Das gereicht dir jetzt zum Nachteil, da die Putzfrau einen unabhängigen Zeugen benennen kann.

Kommentar von Blacklight030 ,

Der unabhängige Lebenspartner....naja...wenn die behaupten sie hätte nie geputzt war er wohl nicht dabei, ist also nur ein Zeuge vom Hörensagen, denn er wird nicht auf dem Sofa gesessen haben

Kommentar von ollikanns ,

Es würde schon reichen, wenn der Zeuge die Putze morgens zur Arbeitsstätte gefahren hat und mittags wieder abgeholt hat.

Kommentar von Caralina03 ,

Dann kann aber doch jeder, der bei einer Privatperson zum Vorstellungsgespräch kommt einfach mal behaupten, er wäre im Nachhinein länger geblieben und hätte zur Probe gearbeitet. Dann hat der Arbeitgeber nix in der Hand und die Person kann auch eben mal Geld verlangen….!!! Scheint mir ein Gesetz das den Betrug fördert, wie bei mir. Fakt ist- Sie wurde nie eingestellt. 

Mal ganz ehrlich, wer stellt mal eben jemanden im Privathaushalt ein, ohne die Leistung gesehen zu haben und/oder einen Probe-Arbeits-Vertrag zu machen????

Da muss ich antonczerwinski zustimmen…. nie wieder eine Putzkraft!!! Dann lieber so fleißige Saugroboter.

Kommentar von ollikanns ,

Sie hat aber gearbeitet und hat auch dein Geld bekommen. Und wenn sie das beweisen kann, hast du definitiv die A-Karte.

Kommentar von Caralina03 ,

Verstehe…. Also immer alles leugnen...

Kommentar von Caralina03 ,

Vielleicht wäre es sehr vernünftig das TV zu benutzen um alle Leute zu warnen und die Masche zu verkünden. Ich glaube ja… Also bis denen- Man hört von einander.

Antwort
von Blacklight030, 82

Das könnte man als vorsätzlichen Betrug werten, hier steht doch Aussage gegen Aussage, was soll da passieren, sie kann nichts beweisen, wo es nichts zu beweisen gibt

Kommentar von Caralina03 ,

Deswegen nennt sie ja ihren Freund als Zeugen, der angeblich ein Telefonat mitgehört haben will, bei dem man sie schon eingestellt hätte….

Antwort
von antonczerwinski, 71

Das kann ich nicht glauben. Ohne Arbeitsvertrag kann sie niemals vors Gericht gehen. Ausserdem könnte sie und auch Ihr wegen Schwarzarbeit belangt werden. Das würde sie sich wohl erst gar nicht trauen.

Kommentar von ollikanns ,

Die Putzfrau ist im guten Glauben davon ausgegangen, ein Arbeitsverhältnis eingegangen zu sein. Es gelten auch mündlich abgeschlossene Arbeitsverträge. Derjenige, der der Schwarzarbeit bezichtigt werden kann, ist hier nur der Arbeitgeber.

Kommentar von Caralina03 ,

Vorsicht! Das kann ich widerlegen. Unsere vorherige Putzkraft war angemeldet- mehrere Jahre sogar!

Kommentar von Blacklight030 ,

Nee, wenn Du eine Arbeit beginnst brauchst Du keinen Vertrag, wenn Dein Chef Dich nicht meldet, Du aber im guten Glauben bist brauch man gar nichts zu befürchten...viele Firmen melden sehr spät an. Hier bleibt es auf das Vorstellungsgespräch zu pochen, nicht zuzugeben, dass zur Probe gearbeitet wurde und nicht zuzugeben, dass Geld geflossen ist...einfach sagen sie war unsympatisch, am Besten sogar die benennen, die den Job nun wirklich hat, können ja nicht beide dort putzen..die Geschichte klingt nach der halben Wahrheit, eher danach, als wäre sie mehrfach da gewesen und Ihr nicht zufrieden, hattet sie nur noch nicht angemeldet

Kommentar von Skibomor ,

Klingt ganz plausibel was Du da sagst...

Kommentar von Caralina03 ,

Nein, wirklich! Es war so… danach waren wir so enttäuscht das wir nach keinem anderen mehr gesucht haben. Wir haben uns einen Saug- und einen Wischroboter gekauft, unseren Zeitplan umgestellt und machen alles nun selbst… Ich wollte es zwar nicht sagen, aber die Frau hat beim Arbeiten so geschwitzt und so einen unangenehmen und intensiven Geruch verbreitet (haben das so noch nie erlebt) das es wirklich nicht zu ertragen war, neben der schlampigen Arbeit…. Es tut mir zwar leid, aber nein- Es war nicht zu ertragen und sie war nur ein paar Stunden da!!!

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