Frage von TeddySocke, 32

Wie schreibt man eine Geschichte in der der Protagonist sich alleine auf eine Reise begibt?

Ich weiß nicht, wie ich die Geschichte schreiben soll, sodass sie ihre Spannung verliert ich kann sie ja nicht die ganze Zeit Kapitel für Kapitel durch den Wald laufen lassen. Das zweite Problem sie darf keine anderen Menschen treffen, da sie sich auf der Flucht befindet und andere Menschen die sie alle suchen da kontraproduktiv sind. Auch kann ich sie nicht immer Tiere sehen lassen und beschreiben, irgendwann habe ich alle durch und weiß nicht weiter. Ich habe halt erst ab der Hälfte des Buches eine weitere Person, der der Protagonistin Gesellschaft leistet aber davor muss ja auch was passieren, weil es sonst nicht spannend ist und die Spannung gekillt wird. Und gerade das ist es ja, was jeder Protagonist versucht zu vermeiden, weil die Leser dann die Interesse verlieren und das will ich noch weniger schließlich wird es mein erstes richtiges Buch, mit einer meiner Meinung nach tollen Idee, was ich nicht so schnell hinschmeißen will. Also, Tipps, was sie auf dem Weg "erleben" kann damit keine Langeweile auftritt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Therry99, 16

Wenn ich es richtig verstanden habe, dreht sich dein Buch um die Flucht des Protagonisten? 

Bücher, in denen Sannung aufgebaut wird, bestehen aus einem Problem,der Dramatik,und zuletzt der Lösung. Um das Buch spannend zu halten musst du also erst einmal den grund erklären, warum deine figur fliehen muss, falls sie das nicht selber weiß, musst du sie auf ihrem weg herausfinden lassen warum. Klassisch würde die Verfolgung nun immer enger werden und schließlich im Höhepunkt schließen. Falls sie entkommt, ist die Lösung, wie? Falls deine Protagonisten erst gefangen werden und dann fliehen können, wird die Lösung bloß ein bisschen nach hinten verschoben. 

Ich denke was du nun suchst, sind Stationen auf dem Weg ihrer Flucht. Spannend wäre mehr über den Verfolger herauszufinden, vllt auch über den Protagonist und warum er gerade alleine ist, also keine Freunde/familie mit ihm fliehen müssen, hindernisse die er auf dem weg überwinden muss. Deine figur muss sich immer wieder zwischen frohen mutes auf ein entkommen und beinahem aufgeben befinden um Spannung aufzubauen, allerdings muss es auch hier imner verständliche gründe geben. 

Wenn du noch Hilfe brauchst, frag ruhig weiter, wollte nicht alles in eins reinpacken ;) 

Kommentar von TeddySocke ,

Erst einmal: Danke für die Antwort. Jetzt tut sich jedoch ein zweites Problem auf, alles was du dort in den Text gefragt hast (Warum kommt die Familie nicht mit, wer ist der Verfolger,...) habe ich schon mit eingebaut bzw beantworten sich von allein, während sie die Sachen packt und ihr Zuhause verlässt. Somit blieben auch nicht mehr wirklich viel Möglichkeiten aus deinen tollen Vorschlägen.  

Kommentar von Therry99 ,

Ich weiß nicht genau, wie weit du deine Geschichte bereits geplant hast. Ganz wichtig erscheint mir eine Wandlung des Charakters, also durch verschiedene Situationen an ihren Ängsten wächst und schließlich als Sieger da steht (ob es dabei ein Happy end gibt, ist nicht verpflichtend). Sicherlich sind die Gründe für die Flucht und alles was man über die Verfolger erfahren kann weit aus mehr als nur in einige Sätze beim sachen packen zu erwähnen. Du müsstest ja nicht alles auf einmal auspacken und kannst es schritt für Schritt auch den Charakter erst erfahren lassen. So bleibt es Interessant und die Flucht ist nicht einseitig erzählt. Versuche verschiedene Situationen zu schaffen die immer wieder die Flucht stoppen und dann aber auch mal wieder vorantreiben. Ich würde dir gerne helfen, aber so allgemein ist es sehr schwer. 

Antwort
von BertRollmops, 24

Du beschreibst Äußerlichkeiten.

Was eine große Geschichte am Laufen hält, ist die Entwicklung des Charakters. 

Was für irrige Annahmen nimmt er mit? Und wie streift er sie ab, um am Ende desillusioniert, reifer und gütiger geworden zu sein?

Wenn Du während des Schreibens mit Deiner Figur lebst, leidest und wächst, wird der Leser das auch tun.

Kommentar von TeddySocke ,

Doofe Frage aber hättest Du einige Beispiele für irrige Annahmen?

Kommentar von BertRollmops ,

Von mir ausgehend: ich dachte immer, man könne das Leben nach einem Plan schon richtig machen. Die Gesellschaft gibt vor, was ein gutes Leben ist, mit Familien in Häusern, mit Rollenverteilung und Ansehen, wenn Du diese Rolle gut ausfüllst. Wenn über ein Zahnrad in dem Gefüge die Katastrophe hereinbricht, was dann? Da tut sich ein schwarzes Loch auf. Und dann sieht man, was man gewillt ist, zu retten. Und wie viel man dafür zu geben bereit ist. Hier geht es um Leben und Tod!

Kommentar von TeddySocke ,

Krass ist das gut ausgedrückt und passt thematisch aus zu dem kommenden Buch. Danke!

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