Frage von SD1974, 26

Wie schreibe ich einen Widerspruch gegen eine Kündigung während der Krankheit ohne Grundangabe bei unberfistetem Arbeitsverhältnis.?

Ich habe ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und bin bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt. Diese haben mich während meiner Krankheit gekündigt ohne Grundangabe. Ein Psychologe stellt mir ein Gutachten aus. Bin für 2 Wochen krankgeschrieben worden und erhielt die Kündigung ohne Grundangabe in der ersten woche. Ich möchte Widerspruch einlegen und benötige Hilfe, wie ich diesen verfassen kann. Kann mir jemand hierzu bitte Tipps oder eine Vorlage empfehlen. Vielen Dank im Voraus an alle.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 25

Ein "Widerspruch" gegen eine Kündigung ist wirkungslos. Man kann aber Kündigungsschutzklage erheben.

Wie lange bist Du schon in der ZAF? Wenn Du schon länger als sechs Monate dort angestellt bist, solltest Du innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung Kündigungsschutzklage erheben.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast oder Gewerkschaftsmitglied bist, macht das ein Anwalt für Dich. Du kannst aber auch selbst zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen und Klage erheben.

Bei der Klageformulierung wird Dir geholfen und das ist kostenlos. Es gibt in der ersten Instanz keine Anwaltspflicht.

Bei Kündigungen muss im Übrigen kein Grund angegeben werden. Nur bei fristlosen Kündigungen muss der AG auf Nachfrage des AN den Grund nennen.

Solltest Du keine Klage erheben wollen wird ein Widerspruch, egal ob mündlich oder schriftlich, nichts nützen. Die Kündigung ist, wenn nicht innerhalb der drei Wochen geklagt wird, gültig selbst wenn sie rechtlich nicht in Ordnung wäre.

Kommentar von SD1974 ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort und Hilfe, werde ich auf jeden Fall machen.Ich bin übrigens seit 2010 bei der ZF

Kommentar von Hexle2 ,

Bitte, gerne.

Gut dass Du klagen willst, beachte aber unbedingt die Drei-Wochen-Frist.

Antwort
von Midgarden, 26

Der Psychologe ist in der Angelegenheit irrelevant und es braucht auch keine Vorlagen - die einfache Mitteilung "Hiermit widerspreche ich der Kündigung" reicht für den Widerspruch

Sie hat aber keine aufschiebende Wirkung, also muß gleichzeitig Kündigungschutzklage vor dem Arbeitsgericht eingeracht werden.

Auch dafür braucht es keinen Psychologen, aber auch keinen Anwalt, sondern nur einer Bitte an das Arbeitsgericht "Hiermit beantrage ich, die gegen mich ergangene Kündigung meines Arbeitsvertrages für unwirksam zu erklären"

Kommentar von Familiengerd ,

die einfache Mitteilung "Hiermit widerspreche ich der Kündigung" reicht für den Widerspruch

Warum soll der Fragesteller denn überhaupt "widersprechen", das doch ein Widerspruch - wie Du selbst ja richtig feststellst - rechtlich völlig irrelevant ist?

Antwort
von Jersinia, 26

http://www.arbeitnehmer-kuendigung.de/kuendigungsschutzklage.php

Sie wollen gegen die Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses vorgehen und Kündigungsschutzklage erheben?

1. Allgemeines
(Ablauf eines Kündigungsschutzverfahrens).
Will man sich gegen eine Kündigung des Arbeitgebers wehren, so ist ein schriftlicher Widerspruch gegen die Kündigung, den man direkt an den Arbeitgeber richtet, nutzlos. Es muss daher in einem solchen Fall immer Klage vor dem Arbeitsgericht erhoben werden. Eine anwaltliche Vertretung bei einem solchen Rechtsstreit ist anzuraten, die Einreichung der Klage ist
allerdings auch ohne Anwalt möglich. Bei der Formulierung des Antrages
hilft die Rechtsantragsstelle im örtlich zuständigen Arbeitsgericht.

Antwort
von Nightlover70, 26

Man kann einer Kündigung nicht (rechtswirksam) widersprechen.

Du musst eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen.

Antwort
von Herb3472, 22

Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bedeutet nicht, dass es unkündbar ist. Und bei einer Kündigung muss kein Grund angegeben werden. Auch der Krankenstand spielt keine Rolle. Lediglich die Kündigungsfrist muss eingehalten werden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community