Frage von LudmillaLustig, 87

Wie schnell bekomme ich vom Amt eine Wohnung?

Hallo,

ich wohne zur Zeit mit meinem Baby in einer WG. Der Papa studiert im Ausland, ich setze mein Studium im September fort. Meine Mitbewohnerin entpuppt sich zusehends als rücksichtslos. Raucht viel, feiert Party ohne Ende (so das sogar Polizei kommt). Ich wollte eigentlich mit ihr zusammen wohnen bleiben, auch weil sie sich das gewünscht hat. Aber unter den Umständen muss ich schnell raus. Ich bin bei meinen Schwiegereltern in Spe aber das ist keine Lösung. Eigentlich ist mir diese ganze Situation, mit Hartz IV und allem drum und dran schon sehr zuwider, aber es geht einfach nicht mehr :( Hat jemand Erfahrungen ob und wie schnell sowas geht? Ich habe mir schon eine günstige Zweiraumwohnung herausgesucht, mein Freund beendet sein Studium noch in diesem Jahr und könnte dann die Miete zahlen. Fällt sowas ins Gewicht?

Antwort
von schelm1, 31

Für sie als Alleinerhiehende ohne festes einkommen gesatltet sich die Wohnungssuche schwierig. Vermeiter legen Wert auf fianziell solide Mieter.

Sozialwohngunensind derzeit aufgrund des Flüchtingsanasturm kaum verfügbar.

Vielleicht halten Sie noch aus, bis Ihr Partner hier mit festem Einkommen auftaucht und Sie gemeinsam ein normale Mietbewerbung starten können.

Antwort
von GerdausBerlin, 31

Du hast offenbar einen Antrag gestellt auf Zusicherung der vollen Übernahme der Wohn- und Heizkosten nach § 22 SGB II Absatz 4: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb\_2/\_\_22.html

Es ist hilfreich, dies hier dann auch zu schreiben.

Dann gilt: "Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn der Umzug erforderlich ist und die Aufwendungen für die neue Unterkunft angemessen sind (...)"

Zur Bedingung 1, Erforderlichkeit, schreibst du: "Ich bin bei meinen Schwiegereltern in Spe aber das ist keine Lösung." Das ist Wischi-Waschi. Aber es könnte genügen, wenn du deutlich machst, dass das nur eine Notlösung ist und dass die vorherige Wohnsituation unerträglich war.

Dann muss der Sachbearbeiter prüfen, ob der "unbestimmte Rechtsbegriff" (s. Wikipedia) erforderlich hier zutrifft. Falls du mit dem Ergebnis seiner Prüfung nicht zufrieden bist, kannst du den üblichen Rechtsweg beschreiten: Widerspruch beim Amt, danach Klage beim Sozialgericht, im Eilfall sofort eine Eilklage.

Dann kommen wir zu Punkt zwei: Der Angemessenheit der neuen Wohn- und Heizkosten. Ohne gibt es keine Pflicht zur Zusicherung der vollen Übernahme. Aber es wird dann zumindest der Großteil der Kosten übernommen, nämlich entweder der angemessene Teil (falls der Umzug erforderlich war), oder soviel, wie deine bisherige Bude gekostet hat.

Aber auch gegen eine solche Entscheidung sind Rechtsmittel möglich, wenn auch nicht ganz so aussichtsreich.

Gruß aus Berlin, Gerd

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