Frage von Derultraboyz, 48

Wie schafft man es, die ersten Semester eines Mathe/Physik/informatikstudiums zu bestehen?

Hallo, da ich bald Abitur mache, also zeitig auch mit meinem Studium anfangen werde, habe ich mich natürlich schon Informiert, was ich studieren werde, und das wird sehr wahrscheinlich eines der oben genannten Fächer sein. Jedoch ist die Abbrecherquote in diesen Studiengängen vor allem in den ersten 2 Semestern sehr hoch, und ich habe mitgekriegt, dass es wohl hauptsächlich an der Mathermatik liegt, die sich stark vom Schulstoff unterscheidet, und wohlsehr anspruchsvoll ist. Deshalb hoffe ich hier auf Leute zu treffen, die mir Tipps und Tricks geben können, wie man sich die Sache erleichtern kann, um überhaupt erst einmal die ersten Semester zu schaffen, etwas anderes studieren ist für mich keine Option Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TeeTier, 20

Die anderen Antworten reichen eigentlich aus, aber eine Sache möchte ich nochmal unterstreichen:

Lerne Mathematik!

Die Leute, die ich kenne, und die keine Schwierigkeiten mit Mathe hatten, haben alle ihr Studium mit Bravur bestanden. Die paar Abbrecher, hatten ausnahmslos Probleme mit Mathematik.

Das bisschen, was du beim Abi lernst, kann man vielleicht gerade mal als "Rechnen" bezeichnen, da Uni-Mathe etwas ganz anderes ist ... dir werden dabei wesentlich seltener Zahlen über den Weg laufen, und du wirst viel mehr theoretisch mit wirren Zeichen und Symbolen arbeiten.

Aber: Das ist VERDAMMT ULTRA GEIL und macht einen RIESEN Spaß! Ständig gibt es neue Erkenntnisse, und kaum ein Tag vergeht ohne gleich mehrere Aha-Effekte! Zumindest geht mir das so ... :)

Für den Einstieg kannst du dir "Arens Mathematik" kaufen. Die aktuelle Ausgabe ist dieses Jahr im Herbst erschienen, also noch ganz frisch. Viele Leute beschweren sich, dass das Buch zu sehr in die Tiefe geht, aber wenn du die fast 2000 Seiten durchgearbeitet hast, kannst du dir sicher sein, dass es kaum noch etwas im Studium gibt, wovor du Angst haben musst - zumindest im Bezug auf Mathematik.

Zu dem Buch gibt es auch einen Zusatzband mit Übungsaufgaben. Kann ich beides in Kombination nur DRINGEND empfehlen! (Außerdem die Bonuskapitel auf der Website!) Die Aufgaben sind IMMER praktischer Natur, und stammen aus typischen MINT-Fächern.

Didaktisch übersteigt dieses Buch bei weitem alle anderen mir bekannten Mathebücher für Studienanfänger. Papula und Römpp ist zwar gut, aber Arens ist VIEL besser ... und umfangreicher!

Wenn du dein Abi fertig hast, und dich - sagen wir 3 Monate - wirklich hinter klemmst, und diesen dicken Wälzer durcharbeitest, dann dürftest du mindestens die ersten vier Semester fast ohne zusätzliches Lernen - auch hier natürlich nur im Bezug auf Mathe - auskommen.

Ich kenne mehrere Studenten, die in Mathe wirklich richtig schlecht waren, und nach dieser Lektüre erst das erste mal richtig mit Mathematik in Berührung gekommen sind.

Viele Leute Überspringen bei Büchern oft Vorwort und Einleitung, aber davon kann ich generell nur abraten. Mir ist kaum ein Fachbuch bekannt, auf dessen ersten Seiten keine überaus nützlichen Informationen zu finden gewesen wären.

Außerdem kannst du dir auch - musst aber nicht - das Buch "Wie man mathematisch denkt" kaufen. Das ist ein relativ dünnes Büchlein, was sich an Erstsemester richtet, und wirklich gute Hinweise zum Verständnis der Mathematik und effektivem Lernverhalten gibt. Allerdings sollte der Arens auch alleine schon völlig ausreichen.

Na dann, viel Spaß beim Studium! Und beachte auch die Hinweise aus den anderen Fragen, auch wenn ich mich hier so auf Mathematik festgefressen habe. :)

PS: Link zu Amazon ...

http://www.amazon.de/Mathematik-Tilo-Arens/dp/3642449182/ref=sr_1_1?ie=UTF8&...

Beachte bitte auch das erwähnte "Arbeitsbuch Mathematik" dazu ...

http://www.amazon.de/product-reviews/3642549470/ref=acr_dpx_hist_4?ie=UTF8&f...

PPS: Auch wenn du das vermutlich im Studium lernen wirst, versuch dich schon mal mit MatLab, Octave o. ähnlicher Software einzufummeln. Sie wird dir eine große Hilfe sein!

Kommentar von TeeTier ,

Noch eine Anmerkung: Lass dir ZEIT beim Lernen!

Zeit bedeutet, dass sich dein Gehirn mit der Materie beschäftigt, und in 3 Stunden lernst du logischerweise mehr und besser, als in 30 Minuten.

Versuch nicht zu hetzen, bleib ruhig, gehe in Gedanken jede Aussage und jeden Beweis durch.

Fixiere dich bei Übungen nicht darauf ein korrektes Ergebnis zu bekommen. Der Weg ist das Ziel! Rechne Aufgaben nach ein paar Wochen o. Monaten ruhig nochmal durch, auch wenn du dich teilweise noch an die korrekte Lösung erinnerst. Das ist kein Schummeln, das übt einfach nur.

Mach jede Übung mit, die du irgendwo finden kannst! Je mehr Übungen, desto besser. Du sparst dadurch im Endeffekt Zeit, und nur bei Übungen merkt man selbst, ob man etwas verstanden hat, oder nicht. Man betrügt sich nämlich zu leicht selber.

Übungen machen dich sicher!

Und wenn du ein Kapitel in einem Mathebuch gelesen hast, lies es danach gleich nochmal von vorn bis hinten durch! Egal wie aufmerksam du beim ersten mal Lesen auch warst, beim zweiten mal wrist du definitiv auf Sachen stoßen, von denen du vorher "noch nie gehört hast". Und wenn die Zeit reicht, liest du eben jenes Kapitel nach einigen Wochen noch ein drittes Mal durch, denn mit den erweiterten Kenntnissen der folgenden Kapitel, wirst du schon wieder Aussagen finden, von denen du ebenfalls "vorher noch nie etwas gehört" hast. :)

Auch wenn dein Gehirn sagt: "Mach hinne!", hör nicht darauf. Lass dir Zeit beim Lernen! Investiere so viele Gedanken wie möglich in die zu lernende Materie. Beschäftige dich so viel wie möglich damit.

Und kauf dir ruhig noch zwei oder drei gute Bücher über Lerntechniken ... das meiste in solchen Büchern sollte zwar sowieso klar sein, aber selbst wenn du pro Buch nur eine einzige sinnvolle Technik findest, ist dir damit schon viel geholfen!

Na dann, viel Spaß! :)

Kommentar von Derultraboyz ,

Danke für die ausführliche und sehr hilfreiche Antwort. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall holen, ich hoffe dass es bei mir dann so gut funktioniert wie bei dir. Jedoch hört sich das lernen allein für Mathematik recht Zeitintensiv an. Wie hast du die Zeit gefunden, neben der Mathematik noch für andere Prüfungen etc. zu lernen, oder muss man eben mal ein Fach schleifen lassen, damit es mit anderen besser geht. Oder schätze ich das falsch ein und es ist nicht ganz so arg Zeitintensiv?

Vielen dank schon einmal im voraus, LG

Kommentar von TeeTier ,

Lernen ist IMMER Zeitintensiv. Wer keine Zeit investiert, wird nur kurzzeitig und oberflächlich lernen.

Allerdings musst du keine Angst haben, dass du beim Lernen über Monate die Sonne nicht mehr sehen wirst, weil du nur noch in dienem Kämmerlein hockst. So schlimm ist es nun wieder auch nicht! Im Gegenteil: Körperliche Ertüchtigung fördert wohl sogar den Lernerfolg.

Ich habe früher immer verschiedene Fächer verschränkt, und nach Plan sollten es immer jewiels ca. eine Stunde Bio, Mathe, Physik, etc. sein, aber meistens (d.h. fast immer) war das, was ich da gerade gelernt habe, so unglaublich spannend, dass ich mindestens 2 oder 3 Stunden daran hängen geblieben bin, und einfach nicht aufhören konnte.

Trotzdem ist ein Lernplan schon arg wichtig! Wie gesagt, kauf dir zusätzlich noch zwei oder drei Bücher über Lerntechniken für Schüler und / oder Studenten. Da steht alles drin, was du wissen musst, inkl. Zeitmanagement, Ernährung, Pausen, etc.

Viel Spaß! :)

Kommentar von Omnivore08 ,

da Uni-Mathe etwas ganz anderes ist ... dir werden dabei wesentlich seltener Zahlen über den Weg laufen, und du wirst viel mehr theoretisch mit wirren Zeichen und Symbolen arbeiten.

Jupp das stimmt ^^ Anfangs dachte ich, ich bin im Griechisch-Kurs gelandet ^^

Papula und Römpp ist zwar gut, aber Arens ist VIEL besser ... und umfangreicher!

hooooi...nix gegen Lothar ^^

Mhh also dann sollte ich mir den Arens mal besorgen :)

70€ Arens, 90€ Papula....hier sieht man einmal eindeutig, dass gute Literatur eben auch gutes Geld kostet....und im Gegensatz sieht man bei GF andauernd die Frage "ich will programmieren lernen. Bitte kostenlos"...lol

PS: Geile Antwort!

Kommentar von TeeTier ,

Diese ganzen Mathebücher - auch die sehr teuren - sind extremst billig, im Vergleich zu dem, was die Mediziner brauchen. Da kostet ein 200 Seiten Buch, im A5-Format, über Krankheitsbilder des Auges dann schon mal gerne 299€. :)

Ich fand z. B. "The Linux Programming Interface" für 99€ schon recht happig (obwohl ich im Nachhinein sagen muss, dass der Preis angemessen ist), aber Medizin-Lehrbücher von weit über 200€ sind da wirklich schon "normal".

Antwort
von JonIrenicus, 17

Um ehrlich zu sein, fand ich (Physik) die ersten Semester garnicht so schlimm (der Schwierigkeitsgrad steigt mit jedem Jahr ;) ). Dafür ist es ungeheuer interessant, vor allem Mathematik im ersten Semester fand ich toll. (Später natürlich auch)

Die Tipps vom Pantophagen unten sind sicher gut, du musst aber selbst herausfinden, was dir liegt. Ich habe zum Beispiel Übungen sogut wie nie besucht (genauso wie manche Vorlesungen) und zumindest während der ersten paar Semester die Aufgaben immer alleine und nicht in der Gruppe gemacht.

Du könntest dir allerdings überlegen, was du wirklich willst, zwischen Mathematik, Physik und Informatik bestehen ja doch recht große Unterschiede.

Kommentar von Derultraboyz ,

Danke für deine Antwort! Hast du eine Überdurchschnittliche Begabung für Mathematik, sodass es dir leicht gefallen ist?             Ich habe diese Fächer auserwählt, da ich mich sehr für Mathematik interessiere und diese Hauptsächlich darauf aufbauen, wobei ich mir bei Informatik noch nicht so sicher bin, da ich keine Ahnung vom Programmieren habe

Antwort
von Omnivore08, 16

Wie schafft man es, die ersten Semester eines Mathe/Physik/informatikstudiums zu bestehen?

Ich kann nur mit letzterem dienen! :-)

Dein These über die hohe Abbrecherquote kann ich voll und ganz bestätigen.

Ich wurde mit 100 weiteren Studenten Immatrikuliert. nach vier Semestern waren es nur noch knapp die Hälfte, weil sie schon noch Prüfungen aus dem 1. und 2. Semester zum dritten mal nachgeholt werden. Einige male lag es an einem Programmierfach. Hauptgrund war aber wirklich Mathematik.

Ich kann folgende Tipps dazu geben:

  • bei Problemen nacharbeiten (am besten in der Gruppe!! Lernt sich besser)
  • eventl Prüfungsvorleistungen (z.B. hausaufgaben) mit sorgfalt machen. (am besten auch in der Gruppe)
  • Vorlesungen natürlich immer besuchen!!!
  • Übungen AUCH besuchen. Dafür sind die da!
  • Ganz wichtig, wenn du Probleme haben solltest: Nehme die Literaturhinweise deines Professors ernst. Bei uns war es der Lothar Papula. Dieses Matheband kann ich äußerst empfehlen. Ob es für eine Mathestudium genügt, weiß ich nicht. Bei Informatik jedenfalls ja. Ist aber ziemlich preisintensiv (ca. 90€)!!

Wenn du das alles beherzigst und keine große Null in Mathe bist, dann wird das schon klappen.

Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht!

Ich hoffe ich konnte dir helfen.

Ich wünsche dir viel Glück beim Studium.

Gruß
Omni

PS: Akademika braucht das Land! :-)


Antwort
von Peter42, 23

such' dir Kumpels unter den Kommilitonen - zum gemeinsam lernen. Jeder kapiert unterschiedliche Dinge unterschiedlich schnell - in einer Gruppe kann man sich dann gegenseitig helfen.

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