Frage von schnellehilfe96, 62

Wie schafft man es aus der Isolation zurück ins Leben?

Guten Abend,

ich versuche mich kurz zu fassen. 2015 sind meine Eltern ums Leben gekommen und ein halbes Jahr später hat sich meine Schwester das Leben genommen. Ich war fast ein ganzes Jahr zu Hause, war isoliert und bin kaum vor die Tür gegangen (selbst mein Studium habe ich so vernachlässigt, dass ich mir ein Urlaubssemester nahm). Jetzt bin ich seit März wieder dabei und habe seit kurzem auch wieder eine feste Partnerschaft, die mich so langsam wieder ins Leben zurückholt.

Ich möchte auch wieder gerne mehr aus den eigenen vier Wänden raus, mein Leben wieder lebenswert machen. Ich würde so gerne wieder jobben gehen, um mehr unter Menschen zu kommen, weil ich einfach einsam bin. Aber ich habe Angst, dass ich nichts auf die Reihe bekomme, weil ich auch seit 2015 kaum soziale Kontakte geschweige denn lange Gespräche hatte. Ich schiebe das schon so lange vor mir her aber ich schaffe den Schritt einfach nicht, irgendwo anzurufen oder hinzugehen. Ich bin auch beim Psychologen aber er meint, dass es an mir liege, dass es in MIR klick machen muss. Ich WILL es ja aber irgendwie schaffe ich es nicht! Ich weiß nichtmal genau wovor ich Angst habe

Hat hier vielleicht jemand einen Ratschlag?

Antwort
von Wonnepoppen, 39

Dein Psychologe hat recht, wenn du es nicht willst, wird sich nichts ändern. 

du hast eine feste Partnerschaft, das ist doch schon mal was Positives!

vor allem mußt du die Vergangenheit auf arbeiten, das dürfte das schwierigste sein nachdem was vorgefallen ist!

Antwort
von Grillmax, 13

Durch die Partnerschaft wirst du sicher eine wichtige Unterstützung erfahren - und die Erreichung vieler kleiner Ziele.

Den Schalter musst du selber nun schaffen umzulegen - versuche dich mit kleinen "Belohnungen" zu motivieren....der innere Schweinehund will am anfang erstmal überwunden werden...du wirst sehen, die weiteren Schritte werden leichter fallen.

Antwort
von adianthum, 11

Was man will...und was man kann...

Du hast da ein paar Schicksalsschläge erlitten, die so manchen Menschen komplett und nachhaltig aus der Bahn geworfen hätten und bist jetzt auf dem Wege der Besserung.

Du hast Schritte gewagt, die Andere nicht getan hätten, wie z.B., dass du dir psychologische Hilfe gesucht hast. Und du bist "auf dem Wege der Besserung", aber gut ist es eben noch nicht. Der Weg ins Leben zurück ist nach dem was du erlebt hast nicht gerade leicht.

Du hast eine neue Partnerschaft, hast dein Studium wieder aufgenommen, alles Schritte in die richtige Richtung. Das was du da gerade machst benötigt enorm viel Kraft, da ist der nächste Schritt, nämlich der wieder zurück ins soziale Leben eigentlich ein "Klacks".

Ich denke mal, dass der richtige Zeitpunkt einfach noch nicht gekommen ist und du deswegen noch zögerst- oder wie du es formulierst: Der dir Angst macht.

Gib dir einfach die Zeit die du brauchst, forciere es nicht, denn du hast schon enorm viel geschafft!

Irgendwann wird es von ganz alleine "Klick" machen und es dir wieder leicht fallen auf andere Menschn zu zu gehen- aber es müsse schließlich auch "die Richtigen" sein auf die du zugehst.

Wahrscheinlich hat sich auch dein Blickwinkel auf die Menschen verändert, und nachvollziehbare Verlustängste spielen da genauso rein, wie ein "Unwillen" auf oberflächliche "Larifari Blabla" Bekanntschaften.

Wie sieht es denn mit der geleisteten Trauerarbeit aus? Hast du dir eventuell schon einmal überlegt dich einer Trauergruppe anzuschließen? Sich in einem Kreis von Menschen zu öffnen die ähnliches erlebt haben kann manchmal einfacher sein, als bei "normalen" Menschen.

Die werden dich verstehen und auch nachvollziehen können, wenn du dem plötzlichen Bedürfnis dich zurückziehen zu müssen, nachgeben willst- ohne dich dafür zu verurteilen/beurteilen.

Und um eine solche Gruppe zu besuchen müsstest du auch in die Öffentlichkeit.

Und falls es in deinem Umfeld Menschen gibt die der Meinung sind, dass du "damit doch irgendwann endlich mal durch sein musst", dann haben die sehr wahrscheinlich noch keine Verluste indiesem Ausmaß durchmachen müssen.

Dich einem (Sport)Verein anzuschließen wäre eine weitere Möglichkeit wieder unter Menschen zu kommen, auch in caritativen Einrichtungen gibt es Menschen, die einen ohne Fragen zu stellen aufnehmen und annehmen so wie man ist.

Auch dein Partner kann dich an Tagen wo du die Lust dazu verpürst einfach mal "mitziehen". Du musst ihm nur "beibringen" wie er erkennen kann, dass es ein guter Zeitpunkt ist.

Ich wünsche dir Kraft einfach weiter zu machen und dich zu nichts zu zwingen, denn du hast schon ein großes Stück auf dem Weg zurück ins Leben geschafft. Der Rest wird auch noch klappen, da bin ich mir 100%ig sicher!


Antwort
von Sillexyx, 21

Ist doch positiv das du eine feste Partnerschaft hast, steck dir kleine Ziele. Geht zum Beispiel mal in ein Café oder Restaurant damit du raus kommst. 

Antwort
von drea67, 28

Wenn du eine feste Partnerschaft hast, dann geht doch zusammen aus- das ist schon mal ein Schritt nach draußen, und du bist erst mal nicht alleine

Antwort
von Sanja2, 21

Nicht mit dem großen Ziel anfangen, sondern in kleinen Schritten und die auch feiern.

Antwort
von sonders, 15

Moin.Ihre, Herausforderung kenne ich gut. Ich bin langsam, aber kontinuierlich nach draußen, Schritt vor Schritt und immer weiter ins Leben hinein. Jeujeu, was für ein gutes Gefühl. Habe belangloses, mit den Menschen gesprochen. Kommen, Sie nicht auf die Idee, alles und jenes zu hinterfragen.

Wenn, Sie noch zweifel haben sollten, dann stellen Sie sich vor ein Spiegel und was, wen sehen Sie???!  Markenzeichenvonmir. Huch, bin ich das???! Fragen Sie, Ihren Zwillingsbruder, was Sie wollen. Sie erhalten: Antworten, ob Sie wollen, oder nicht. Müssen aber Aufpassen, dass Ihre Selbstgespräche, nur vor Ihren Spiegel stattfindet.  In diesem Sinne sonders  OhneGewähr

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