Frage von nantz24, 24

Wie schaffe ich's, während der Meditation nicht einzuschlafen?

Gibt's da irgendwelche Techniken?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus, 15

Ich bin Buddhist und habe ein paar Jahre Meditationserfahrung, daher helfe dir bei deiner Frage gerne weiter.

Zunächst einmal weiß ich natürlich nicht, welche Methode du nutzt, um dich in einen meditativen Zustand des Geistes zu versetzen.

Denn das ist vielleicht das Wichtigste: Zu erkennen, dass Meditation keine bestimmte Technik, sondern ein Zustand entspannter Achtsamkeit ist.

Nun ein paar allgemeine Tipps:

Die Geisteshaltung sollte weder zu angespannt, noch zu entspannt sein. Zu starke Konzentration ermüdet, zu starke Entspannung macht schläfrig.

Die Körperhaltung sollte entspannt aber aufrecht sein. Eine gute Körperhaltung begünstigt auch eine gute geistige Verfassung. Hinlegen ist eher ungünstig.

Die Augen solltest du dann nicht ganz schließen, sondern den Blick ganz natürlich etwa einen Meter vor dir auf den Boden fallen lassen

Die Raumtemperatur sollte nicht zu warm sein, da man davon dösig wird. Außerdem ist es sinnvoll, vorher zu lüften, um Sauerstoff hereinzubringen.

Die Dauer sollte nicht zu lang sein. Gerade am Anfang sind meiner Erfahrung nach 15 Minuten völlig ausreichend. Es geht nicht um Rekorde.

Die Gehmeditation (Kinhin) zwischen den einzelnen Sitzrunden bringt den Kreislauf wieder in Gang und hilft auch gegen Müdigkeit.

Die Handhaltung kann Aufschluss über den Geisteszustand geben, insbesondere wenn man im Dhyana-Mudra, wie etwa beim Zazen übt.

Ist man zu angespannt, pressen die Daumen gegeneinander und bilden eine Zwiebel. Ist man zu schläfrig, fallen die Daumen nach unten. So erkennt man seine Verfassung.

Das mal als allgemeine Tipps.

Solltest du weitere Fragen haben, helfe ich gerne weiter.

Kommentar von nantz24 ,

Vielen Dank für Dein Antwort und dafür das du dir die Zeit genommen hast das alles auf zuschreiben. Ich werde es so gut ich kann versuchen umzusetzen danke für deine Hilfe

Kommentar von Enzylexikon ,

Kein Problem, ich helfe gerne wenn ich kann. :-)

Das sind ja nun auch keine Gebote, deren Befolgung irgendetwas garantiert, sondern lediglich ein paar Ratschläge aus eigener Erfahrung.

Jeder Mensch ist etwas unterschiedlich und muss die Praxis seinen eigenen Bedürfnissen anpassen - das fängt schon bei der Höhe des Kissens an.

Antwort
von NewKemroy, 7

Wenn man leicht einschläft soll man es in jedem Fall vermeiden im Liegen, im Sessel oder irgendwie angelehnt zu meditieren.

Hilfreich ist es auch die Tageszeit so zu wählen, dass die Neigung zum Schlafen (Schlafdruck) am geringsten ist. Das ist normalerweise früh morgens nach Überwindung der Schlaftrunkenheit der Fall oder abends zwischen 18:00 und 20:00 Uhr.

Man kann sich auch eine halbe Stunde aufs Ohr hauen, um den Schlafdruck abzubauen und danach meditieren.

Zur Not hat auch schon mal ne Tasse Kaffee geholfen.


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