Frage von Sonneimherzen94, 87

Wie schaffe ich es zur Psychotherapeutin zu gehen?

Hallo liebe Community! Ich habe lange mit mir gerungen und mich nun doch dazu entschlossen einfach mal hier um Rat zu fragen.

Erstmal zu mir, ich bin 22 Jahre, war mit 17 Jahren bei einem Psychiater aufgrund Suizid Gedanken, und Depressionen. Habe Antidepressiva bekommen die ich nach ein paar Wochen wieder abgesetzt habe, weil ich das Gefühl hatte das die nichts bei mir bewirken! Ich hatte auch das Gefühl das der Psychiater immer nur Medikamente verschreiben wollte. Und die wollte ich nicht, deswegen bin ich irgendwann nicht mehr hin, und somit ging es mir weiter immer schlechter!

Ich habe mich jetzt dazu entschlossen das ich zu einer Psychotherapeutin gehen möchte, denn irgendwas muss jetzt passieren, sonst weis ich echt nicht mehr weiter. Aber jedes Mal wenn ich einen Termin machen möchte, bekomme ich Angst. Was, wenn ich plötzlich nicht weis was ich sagen soll, wie ich es sagen soll? Was, wenn ich nicht ernst genommen werde? Ich weis das es so nicht weiter gehen kann und ich möchte und muss was dagegen machen, jeden Tag diese schlechten Gedanken. Irgendwann kann auch ich nicht mehr!

Vielleicht habt ihr ja einen kleinen Rat für mich. Bin euch jetzt schon dankbar dafür!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DODOsBACK, 25

Was, wenn ich plötzlich nicht weis was ich sagen soll, wie ich es sagen soll? Was, wenn ich nicht ernst genommen werde?

Vermutlich hast du viel mehr Angst davor, den Mund aufzumachen und deine Probleme "real" werden zu lassen. und auch Angst, dass man dich ernst genug nimmt um dich zu "zwingen", etwas in deinem Leben zu verändern.

Oder vielleicht auch, dass du rausfindest, dass du dir all die Jahre selbst im Weg gestanden hast...

Ängste und Depressionen sind zwar nicht gerade angenehm, aber oft fühlen sie sich trotz allem wie das "kleinere Übel" an, wenn die Alternative darin besteht, sein ganzes Leben umzukrempeln.

Such dir Unterstützung - Freunde oder Familienangehörige, die dich "kontrollieren" und dir Druck machen, Termine wahrzunehmen.

Falls du es alleine durchziehen willst/ musst: hör auf, dir was vorzulügen, erkenne deinen eigenen Ausreden und zwing dich, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Mach dir einen Plan - und sei möglichst genau mit deinen Vorgaben. Dann kommst du weniger in Versuchung, dich zu drücken.

Vermutlich dauert es ohnehin Wochen oder Monate, bis du als Kassenpatient einen Platz findest - du könntest diese Zeit nutzen und eine Selbsthilfegruppe besuchen!

Dort kannst du schon mal üben, deine Geschichte zu erzählen, musst nicht
so viel erklären und kriegst außerdem "Erfahrungsberichte" aus erster
Hand und vielleicht sogar Namen von Therapeutinnen, die für dich in
Frage kommen...

Antwort
von mexp123, 30

Hey, tolle Entscheidung dass du das jetzt angehen willst!

Ich kann deine Bedenken nachvollziehen, und so wie dir ging es schon vielen vor dir, auch wenn man sich mit seinen Problemen oft ganz allein vorkommt.
Aber genauso weiß der/die Therapeut/in, dass es eben nicht immer ganz einfach ist, über sich und seine Probleme zu reden und deshalb wird man dir sowohl beim terminausmachen, als auch in der gesamten Therapie immer versuchen entgegenzukommen.
Und ein Therapeut nimmt jede Depression ernst und weiß dass sowas nicht weggeht, wenn man sich genug zusammenreißt (oder was einem manche sonst noch so einreden wollen, die nicht verstanden haben was eine Depression bedeutet).

Wenn du nicht weißt was du beim Telefonat sagen sollst, versuch es doch aufzuschreiben. Da hat man einen Leitfaden und denkt dann auch nicht mehr so drüber nach was man da genau sagt, wenn man schon in der Leitung hängt. Das hilft mir bei jeder Art von schwierigem Telefonat.

Alles Gute und ich hoffe ich konnte dir ein bisschen Mut machen :)

Antwort
von TheTrueSherlock, 15

Sehr gut, dass du das machen willst.

Ich bin 19, depressiv und mache eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei einer Therapeutin.

Rufe einfach mal bei einer an und mache einen Termin aus. Du wirst auf alle Fälle ernst genommen. Die Leute sind dafür da um Menschen wie uns zu helfen ;) Sage ruhig schon am Telefon dass du Angst hast. Dann kann sie noch behutsamer auf dich eingehen.

Angst ist ganz normal, aber das wird schnell besser, wenn die Chemie zwischen euch stimmt.

Am Anfang gibt es eh nur Papierkram zu erledigen und Erstgespräche. Das sind trockene Fragen zu deiner Vergangenheit und deiner Kindheit etc. Du musst dich nicht sofort öffnen und über deine intimsten Gefühle reden! Keine Bange. Du schaffst das!

Viel Kraft an dich und falls du noch Fragen hast, dann stelle sie ruhig. LG :)

Kommentar von Sonneimherzen94 ,

Vielen Dank! :) 

Antwort
von blechkuebel, 21

"Was, wenn ich plötzlich nicht weis was ich sagen soll, wie ich es sagen soll?"

Das macht nichts. Therapeuten können auch mal Stille aushalten und sind da in der Regel sehr geduldig. Und sie helfen auch durch Nachfragen.

" Was, wenn ich nicht ernst genommen werde?"

Das ist höchst unwahrscheinlich (Sätze wie "sonst weiß ich echt nicht mehr weiter" deuten auch darauf hin, dass Du einen hohen Leidensdruck hast. Und ein hoher Leidensdruck ist eine gute Rechtfertigung für eine Psychotherapie. Man hat im Übrigen probatorische Sitzungen, also "Probesitzungen", in denen man sich erstmal kennenlernt).

Wenn man einen Termin macht, muss man auch nichts ausführliches sagen. Man lässt sich meistens eh erstmal auf die Warteliste setzen. "Depressionen und Suizidgedanken" reichen bei dem ersten Telefonat als Angabe (oder auch nur "Depressionen").

Kommentar von Sonneimherzen94 ,

Danke dir! :)

Antwort
von PicaPica, 18

Jetzt bist du schon so weit mit deiner Selbsterkenntnis. Nun gehe noch den einen Schritt.

Und den Rest liefert die Antwort von TednDahai, die ich sehr gut finde.

Antwort
von questionAntwort, 18

Ich glaub da musst du einfach selbst deinen eigenen Schweinehund überwinden. Vielleicht hilft es dir, dich dir vorzustellen, wie es die gut geht und du daran denkst, dass du das wirklich sein könntest. Vor allem mit Hilfe einer Psychotherapie. Angst haben brauchst du vor einer Therapeutin natürlich nicht, die sind ja gut ausgebildet und wollen dir irgendiwe helfen. Sie werten dich nicht ab, egal, welche Probleme du hast.
Wenn du irgendeine dir nahestehende Bezugsperson hast, kannst du diese ja bitten, für dich einen Termin auszumachen oder dich allgemein zu unterstützen. Dann wäre es einfacher für dich, dahin zu gehen.

Kommentar von Sonneimherzen94 ,

Dankeschön :)

Antwort
von TednDahai, 32

So geht es einem immer davor.. Das schöne an Therapeuten ist, dass sie keine Medikamenten verschreiben können. Also reden sie mit dir. Sie stellen dir die klassiche Fragen, wie gehts dir und so. Und davor sich überlegen was man sagt klappt selten.. Hab das bei meiner Therapie auch versucht, habs aber nie so gesagt, wie ich es im Kopf hatte^^

Die haben Verständnis für dich und nehmen dich ernst :) Ich finde es toll, dass du dir Helfen lassen willst :) So kann ich dir nur Mut zusprechen mal anzurufen.. Es wird die besser gehen, wenn du den Anruf hinter dir hast :)

lg

Antwort
von Kevinpet3, 15

Habe keine Angst. Der Psychiater wird wissen was er macht. Immerhin hat er es täglich mit menschen zutun die das gleiche problem haben wie du bzw. denk es gibt immer jemanden den es schlechter geht als mir :) du schaffst das. sobald du deine angst überwunden hast wird alles anders sein. 

Ich spreche aus erfahrung da meine mutter auch mega angst hatte dahin zu gehen aber ich habe sie daraufhin begleitet und es war nicht mehr schlimm für sie.

Ich wünsche dir alles gute

Kommentar von Sonneimherzen94 ,

Dankeschön :)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community