Frage von Shanakor, 34

Wie schaffe ich es, mich aus meinem Trott herauszuziehen?

Ich hatte vor etwa 7 Jahren ein Erlebnis, dass mich sehr traurig gemacht hat. Ich war da noch sehr jung und aus irgendeinem Grund habe ich mich damals dafür entschieden, mich auf diese Traurigkeit zu konzentrieren und mich hineinzusteigern. (Wahrscheinlich um Aufmerksamkeit zu bekommen)

Seit diesem Punkt habe ich immer wieder versucht mich aus diesem Trott von Traurigkeit, Selbsthass, Wut etc. wieder zu befreien. Es ist mir aber leider nie gelungen und langsam kommt es auch zu physischen Reaktionen. Das Immunsystem ist nicht mehr so fit. Bei Schulprüfungen etc. (Gott sei Dank das letzte Jahr) habe ich praktisch lähmende Angst etc.

Ich habe mich sehr viel mit Esoterik/Spiritualität etc. beschäftigt, weil es in diesem Bereich die meisten Lebensratgeber gibt, die einem alle vermitteln "Wenn du das und das machst wirst du für immer glücklich sein".

Ich bin Starkraucher und Allergiker und bekomme deswegen sehr wenig Luft. Rauchen aufzuhören habe ich schon 100 mal versucht, es aber nie geschafft.

Ich habe von Neuroplastizität gelesen und denke, dass hier ein großer Teil meines Problems liegt. Ich habe mich so sehr mit meinen Problemen beschäftigt. Immer auf die Probleme konzentriert etc., dass es sooo leicht ist, in einem Trott zu versinken und soo schwer glücklich und entspannt zu sein.

Ich bin bereit, für meinen Erfolg (Glück) zu arbeiten, aber ich denke, dass ich einfach die falsche Arbeit bezügl. Spiritualität verrichte um vor meinen Problemen zu flüchten, als sie zu lösen.

Simples wiederholen von Sätzen wie "Ich bin wertvoll. Ich bin glücklich" etc. funktioniert genau gar nicht.

Ich wünsche mir so sehr, dass ich einfach aufstehen kann mit dem Gefühl, die Welt umarmen zu können. Bis jetzt hat mir aber noch nichts wirklich geholfen.

Vielleicht ist ein Problem, dass ich immer in Extremen denke. Entweder ich mache die Ausarbeitung PERFEKT oder gar nicht. Entweder ich denke von nun an NUR MEHR POSITIV oder bleibe genauso negativ.

Vielleicht ist die Lösung endlich kleine Schritte zu machen und zu erkennen WARUM ich mich immer wieder so gewaltig verlaufe.

Ich hätte gerne jemanden der mich auf diesem Weg Schritt für Schritt begleiten kann. Aber dafür hat selbstverständlich niemand Zeit, weil er selbst seine eigenen Probleme hat.

Warum muss es so schwer sein? Warum verändert sich etwas (wenn überhaupt) erst über Jahre hinweg. Ich möchte doch einfach jetzt glücklich sein.

Hilfe?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von koraline, 14

Hallo, vielleicht warst du vor 7 Jahren noch zu jung, um "das traurige Erlebnis" alleine zu verarbeiten. Dann hast du dich mit ihm beschäftigt und bist du in ihm versunken. Wie soll eine Aufarbeitung und eine Loslösung davon, nicht auch eine lange Zeit dauern, wenn du ihm so viel Zeit gewidmet hast und zudem ist es auch etwas ernstes und tiefes gewesen.

Anscheinend hast du dich in dieser Zeit auch etwas von deinem Leben getrennt. Was einem auch wirklich Zufriedenheit und Glück gibt, sind Freunde, Dinge zu tun, an denen man Freude hat, eine Entwicklung in sich zu erkennen, einfach Lebenswillen in sich zu fühlen und Ziele zu haben. Viel zu lesen, sich zu informieren kann hilfreich sein, aber es reicht oft nicht.

Ein Problem sehe ich auch im Rauchen. Wenn man mit seinem Körper nicht gut umgeht, wie soll man sich in ihm wohl fühlen. Wenn man es sich abgewöhnen will und der Wille nicht ausreicht, muss man sich für die erste Zeit einen Ersatz dafür suchen, etwas positiv belegtes, das einen in eine andere Richtung lenkt. Kleine Schritte zu tun, ist sicherlich der vielversprechendere Weg, man fällt auch nicht so leicht wieder zurück. Sicherlich hast du schon einiges erreicht, aber es reicht dir nicht. Zieh den grauen Mantel aus und schaue auf das bunte schöne gute Leben.

Kommentar von Shanakor ,

Das mit dem Rauchen werde ich mir mental notieren. Ich denke aber nicht, dass es "nur" mit dem körperlichen fit werden getan ist.

Kommentar von koraline ,

Nein, das ist es sicher nicht, aber in einem gesunderen Körper kann die Seele besser zu Kräften kommen und sie findet evtl. mehr Resonanz. Ich selbst habe in meiner Jungendzeit auch einige Jahre geraucht, ich kann es etwas nachvollziehen, warum man immer wieder zur Zigarette greift. Schlimmer als die körperliche Abhängigkeit ist wahrscheinlich die mentale.

Da du dich mit spirituellen Büchern schon befasst hast, könnte ich die Yoga empfehlen. Falls du einen guten Lehrer/Kurs finden solltest, kann es dir sehr helfen, denn es kann transformierend wirken, so dass du alte Gefühlmuster sehr schnell los wirst. Man lernt mehr in der Gegenwart zu sein, achtsamer zu werden und die Bedürfnisse, die dem physischen Körper schaden, können leicht verschwinden. Man kann mit heilenden Energien in Kontakt kommen und die Stellungen wirken ausgleichend, sie balancieren auch Extreme aus. Zudem lernt man auch einiges darin, was einem die Schule nicht beibringt.

Antwort
von DerFrager418, 17

Also gegen das Rauchen: hast du mal versucht eine "Nebenaktion" zu machen? Immer wenn du den Zeang zu Rauchen hast, iss ein Butterbrot oder mach Sport. 

Antwort
von Mlue123, 21

Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation. Ich empfehle dir mit einem Psychologen darüber zu sprechen. Es braucht grosse Überwindung, aber ich denke das hilft. :)

Und schäme dich nicht davor offen und ehrlich mit deinen Mitmenschen zu sein.

Kommentar von Shanakor ,

Die Sache ist weniger, dass ich mich dafür schäme sondern mehr, dass es meistens Konterproduktiv ist. 

Zuerst einmal versaut man die Stimmung wenn man einfach immer wieder seine negative Stimmung zum Ausdruck gibt (und das ist einfach das vorherrschende Gefühl bei mir). 

Und zum anderen weiß eigentlich nie jemand etwas wirklich helfendes zu sagen. Ich meien was sagt man, wenn jemand sagt, ich fühl mich schlecht, weil ich dieses Wochenende wieder einmal nichts getan habe?

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