Wie schätzt ihr euch als Autofahrer ein?

... komplette Frage anzeigen

Das Ergebnis besteht aus 7 Abstimmungen

Egozentrischer Aggressor 28%
Defensive Haltung, tugendhaft 28%
Vorsichtig und zurückhaltend 28%
Wie ein ehrfürchtiger Fahranfänger 14%
Übereifriger, halbstarker Prolet 0%
Auf Regeln beharrender Jurist 0%
Ich bin ein gefestigter Fahranfänger 0%

10 Antworten

Voilà, eine etwas wortreichere und, soweit es eine Selbsteinschätzung zulässt, ehrliche Antwort.

Autofahren lässt sich auf mich bezogen in zwei Kategorien einteilen: Im einen Falle wünsche ich so schnell und komfortabel von A nach B zu gelangen, wie es die Verkehrssituation wochentags auch nur irgend zulässt, und im Anderen, die Fahrt in vollen Zügen zu geniessen, z.B. an einem verlängerten Wochenende in den Alpen - wobei Geniessen in meinem Falle zügiges Kurvenräubern meint.

Wie unschwer zu erkennen ist, fahre ich gerne schnell, wobei Geschwindigkeitslimiten seltenst überschritten werden - so eigentlich bloss bei Überholmanövern von Autos, die nur wenig langsamer als die zulässige Höchstgeschwindigkeit fahren, deren Fahrstil mir als Nachfolgendem aber zuwider ist. Denn als Egoist fahre ich gerne möglichst konstant mein Tempo, als Vielbeschäftigter gedenke ich meinen Arbeitsweg in kürzester Zeit zurückzulegen (denn Zeit ist nicht nur Geld, sondern auch Familie und Freunde) und als schon beinahe fanatischer Wochenend-Hedonist möchte ich gerne vor dem nächsten Passanstieg freie Bahn haben.

Dies bedeutet allerdings keinesfalls, dass ich dabei besonders rücksichtsloses Verhalten zu Tage lege - zumindest aus meiner Sicht. ;-)

Ich hänge an meinem Leben - und allzu aggressives Verhalten im Strassenverkehr erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit feindseliger Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer, was ich zu vermeiden gedenke, weil es mir neben dem Einbringen gefährlicher Situationen auch ganz generell meine ansonsten entspannte Autofahrt vermiesen könnte.

Dabei meine ich "allzu", denn ein wenig aggressives Verhalten gehört für mich dazu, wenn ich zügig vorankommen will; da ich von Haus aus ein relativ kommunikativer Mensch bin - und mit Anderen zu kommunizieren Missverständnissen vorbeugt - mache ich in vollem Ausmasse Gebrauch von den mir in einem Auto zur Verfügung stehenden Mitteln; so hupe ich gerne, wenn jemand vor meiner Nase Schlangenlinien fährt, unvermittelt ohne zu Blinken zum Überholen ansetzt oder in der Stadt einfach so mitten auf der Strasse anhält. Ebenfalls sage ich kurz "Guten Tag", wenn jemand z.B. überland bei Überholverbot 30 km/h zu langsam fährt - wobei es mir, wie im letzten Abschnitt angetönt, zuwider ist, ihm dabei länger als einige Sekunden auf die Pelle zu rücken. Entweder der Vordermann wird dann schneller, oder ich lass mich bei Nichtreaktion nicht ins Bockshorn jagen und halte bis zur nächsten Überholgelegenheit wieder meinen Sicherheitsabstand ein.

Zusammegefasst lässt sich wohl noch einmal sagen, dass die Beweggründe hinter meinem Verhalten im Strassenverkehr von purem Egoismus her rühren; in manchen Situationen möchte ich einfach so ruhig und schnell wie möglich an mein Ziel kommen, und in Anderen steht mein Fahrspass an erster Stelle - wobei mein Selbsterhaltungstrieb als Egoist natürlich ebenfalls mitspielt und somit die Einhaltung der Strassenverkehrsordnung (meistens jedenfalls) sicherstellt. ;-)

Als Egoist, oder viel mehr Egozentriker, würde hier der zu meinem Zeitvertrieb erstellte Beitrag enden, der Form wegen gebietet es sich mir aber wohl, zu hoffen, dass auch Du Gefallen an diesem Beitrag finden kannst. :-P

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nach nun 23 Jahren private Teilnahme am Verkehr mit Moped, Motorrad und PKW mit unzähligen, unschätzbaren Km und zusätzlich 8 Jahren berufliche Teilnahme am Verkehr mit LKW, mit ca. 1,3-1,5 Millionen dokumentierten Km komme ich erfahrungsgemäß zu dem Schluss, dass diese Frage von 90% der Befragten mit "Auf Regeln beharrender Jurist" und "Übereifriger, halbstarker Prolet" beantwortet werden müsste.

"Auf Regeln beharrender Jurist" gilt für diese 90% der Verkehrsteilnehmer natürlich nur für die Fehler und Handlungsweisen der "Anderen" Verkehrsteilnehmer. Denn 90% der Verkehrsteilnehmer sind selbsternannte Fahrlehrer und Juristen, sowie Verkehrserzieher und Verkehrsoberlehrer.

"Übereifriger, halbstarker Prolet" deswegen, weil sich diese 90% der Verkehrsteilnehmer besser einschätzen als sie wirklich sind und glauben, ihr Verkehrsverhalten könnte sich positiv bei ihrer Balz auswirken.

Die restlichen 10% würde ich unter "wie ein ehrfürchtiger Fahranfänger" einstufen. Entweder weil sie, erstens, wirklich ehrfürchtige Fahranfänger sind, oder zum zweiten, nach jahrelanger Teilnahme am Straßenverkehr noch immer wie ein ehrfürchtiger Fahranfänger fahren, weil sie noch immer nicht das Verkehrsgeschehen kapiert haben und noch immer nicht Verkehrsregeln beherrschen und/oder physikalische Grenzen und Regeln noch immer nicht kennen.

Nach meiner Erfahrung sind 90% der Verkehrsteilnehmer Oberlehrer und Verkehrserzieher, die es selber auch nicht besser können als die anderen, die sie maßregeln und erziehen wollen. Sie haben es nur nicht kapiert und wollen es nicht begreifen, dass sie auch nicht besser sind.

Bevor es nun wieder Spot und/oder blöde Kommentare hagelt: Dies ist meine Erfahrung nach jahrelanger Verkehrsteilnahme mit überdurchschnittlich vielen Km. Ich selber nehme mich vor dieser Aussage nicht aus. Jeder ist so, diese 90% genauso wie ich, oder derjenige, der hier einen Kommentar daruntersetzt...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Defensive Haltung, tugendhaft

Ich bin ein defensiver, routinierter und ruhiger Autofahrer -------> habe diesen Fahrstil auch schon in der Vergangenheit mehrfach von Mitfahrern attestiert bekommen: Mir sagt man im Freundeskreis nach (Führerschein seit 2008), dass ich ein ruhiger, tlw. zu gemütlicher aber sehr sicherer Fahrer sei, mit dem man gern unterwegs sei.

Das ist soweit auch mein eigener Eindruck & meine Maxime: Ich fahre stets pünktlich oder eher sogar etwas zu früh los, halte mich an Tempolimits, überhole selten (nur Landmaschinen oder ganz langsame Trucks, aber auch nur wenn die Sichtverhältnisse definitiv klar sind & alles passt) und bin nie der Schnellste aber auch nie der Langsamste. Ich bin dabei kein Hektiker & lasse mir Zeit, keinne meine Grenzen und lasse nix anbrennen. Wenn irgendwas Unvorgesehenes passiert, ist es halt so, ich kann damit gut leben. Man kann's sowieso nicht ändern. Hektik, Aggression, Wut oder Ungeduld am Steuer sind mir absolut fremd. Ich bin auch vom Typ her 'nen absoluter Gemütsmensch, den kaum jmd. ernsthaft aufregen kann & so ist's auch beim Autofahren!

Unfälle hatte ich bisher keine, außer dass ich mal bei Glatteis in meiner abschüssigen Garageneinfahrt im Schritt-Tempo an das Tor schlitterte. Dabei zerbrach ein Blinkerglas, das ich für 5 Euro beim Schrottplatz holte und selber eingebaut habe. Ob man das jetzt als "Unfall" werten soll bleibt jedem selbst überlassen, "Fremdberührungen" von und mit anderen Verkehrsteilnehmern blieben mir bisher erspart.

Zu einem gediegenen Fahrstil haben mich aber auch die Autos erzogen, die ich bisher hatte --------> es liegt mMn sehr viel am Fahrzeug! Zuerst hatte ich einen großen, trägen Audi 100 mit 90 PS, dann einen Ford-Mondeo der kaum spritziger war & nun besitze ich einen Mercedes C180 Automatik, auch ein eher gemütliches Fahrzeug.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nichts passt so richtig. Ich fahre vorsichtig und Zügig, wo es geht. Auf mein Recht bestehe ich nicht. Dann brauche ich zu Oft eine neuen Wagen. Ich habe auf etwa 600.000 km 2 mal einen Unfall gehabt und war ein mal schuld.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Wie ein ehrfürchtiger Fahranfänger

Irgendwas zwischen Fahranfänger, übereifrig und defensive Haltung, tugendhaft.

Ich hab zwar meinen Führerschein seit 5 Jahren, aber gehen mir die Worte meines Fahrschulllehrers nicht mehr aus dem Kopf. Der da sagte: Man kann jedem der noch keine 100.000km gefahren ist, pauschal unterstellen nicht fahren zu können.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich denke, ich bin eine Mischung...

Es kommt bei mir (und sicher auch bei anderen Verkehrsteilnehmern) auf die Tagesform (Laune) und die Art der Musik, die während der Fahrt läuft und auch auf die anderen Verkehrsteilnehmer an.

Bin ich gut drauf und höre eher ruhige Musik, ist auch mein Fahrstil ruhig und in hohem Maße rücksichtsvoll. Nichts kann mich dann aufregen und meinen Fahrstil aggressiv werden lassen.

Ist meine Laune gut und ich höre volle Kanone Hardrock, geht es eine Weile, bis ich die Geduld verliere, wenn mich ein anderer Verkehrsteilnehmer durch seine Fahrweise in meiner behindert.

Ist meine Laune eher schlecht und höre ich volle Lotte Hardrock, werde ich schneller aus der Defensive gelockt und rege mich über andere auf, was sich dann auf meinen Fahrstil negativ auswirken kann.

Fazit: Der Hardrock ist schuld, wenn ich unausgeglichen fahre... ;-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

nichts von deinen vorschlägen, eher eine vernünftig denkende, vorausschauende, zügig fahrende person die seit 37 jahren den führerschein hat, pkw und motorrad fährt und ganz ehrlich froh ist, nicht noch mal eine theoretische prüfung machen zu müssen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerPhilosoph371
21.11.2015, 14:22

Klingt für mich defensiv und tugendhaft.

0
Defensive Haltung, tugendhaft

Auf der Autobahn willst du mich nicht sehen! Hoffentlich hast du gute bremsen ;) Ich fahre ruhig, ich hab zeit. Mein Auto dankt es mir aber das ich ab und zu mal die vollen 125PS raus hole. Dadurch ist er jetzt mit seinen 11 Jahren immernoch stark genug ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich fahre seit 40 Jahren Auto und habe einige Mio-KM unfallfrei und Bußgeld los und punktefrei hinter mir. Bin ich deswegen dann vorsichtig und zurückhaltend ? Oder halte ich mich etwa an alle Regeln ? Nein, ich fahre vorausschauend und passe meine Fahrweise einfach nur der jeweiligen Straßen- und Verkehrssituation an. So problemlos kann Autofahren sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Selbsteinschätzungen sind beim Autofahren m.E. immer etwas großzügiger als Fremdeinschätzungen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerPhilosoph371
21.11.2015, 14:21

Das habe ich schon berücksichtigt, genau aus diesem Grund stelle ich die Frage. Ich bin auch niemand, der sich selbst beurteilen würde.

0

Was möchtest Du wissen?