Frage von frecheLiese, 66

Wie schätzt ihr dieses Arbeitszeugnis ein?

Es geht speziell um die Formulierung hinsichtlich des Verhaltens gegenüber dem direkten Vorgesetzen auf Seite 2...

Habe heute schon einmal diese Frage eingestellt, jedoch ohne das vollständige Zeugnis, das nun hier zu sehen ist.

Einen schönen 1. Advent wünsche ich euch,

die frecheLiese

Antwort
von Hideaway, 21

Oh oh oh......

Mit diesem Zeugnis wirst du wenig Freude haben.

Auffällig ist auf den ersten Blick ein völliges Missverhältnis zwischen der Aufgabenbeschreibung (wobei vergleichsweise kurzzeitigen Einsatzbereichen in untergeordneten Positionen zu Beginn der Beschäftigung genau so viel Platz eingeräumt wird wie der eigentlich entscheidenden langfristigen Tätigkeit als QM-Chefin und Projektleiterin) und dem Leistungs/Sozialteil. Das Verhältnis liegt bei etwa 3,5 :1. Nur eine knappe Drittelseite für 18 Jahre, davon 16 in Leitungspositionen, das ist schon mau. Allein dadurch wird deutlich gemacht, dass

  1. nicht viel Lobenswertes zu berichten ist
  2. du dich keiner besonderen Wertschätzung erfreutest.

Inhaltlich ist der Leistungsteil sehr allgemein gehalten; was ich vermisse sind Aussagen zur Belastbarkeit und zum Arbeitserfolg.

Auch bezüglich des Sozialverhaltens schneidest du nicht gut ab. Die Vorgesetzten (mit Ausnahme des "direkten" werden nicht erwähnt, da gab es also Ärger (wohl auch wegen deiner "Offenheit", die eindeutig als Negativkriterium kenntlich gemacht ist). Der "direkte Vorgesetzte" wird noch einmal ausdrücklich erwähnt, was eigentlich unüblich ist. Auch im Umgang mit dem schneidest du alles andere als gut ab. Die Auseinandersetzung mit ihm, die du in der Frage schilderst, hast du jedenfalls verloren.

Die Schlussformulierung ist geradezu verheerend und zeigt ganz klar, was sich schon durch den Aufbau des Zeugnisses angedeutet hat. Kein Bedauern über dein Ausscheiden, kein Dank für die geleistete Arbeit und keine Erfolgswünsche. Schlimmer geht es nicht.

Das heißt: Doch, es kommt noch schlimmer: "Verlässt unser Unternehmen aus betriebsbedingten Gründen" ist eine Entlassung. "Wir bedauern diese Entwicklung" lässt ahnen, dass es Zuspitzungen gab, die eine Weiterbeschäftigung unmöglich machten.

Kommentar von LK2904 ,

Hier spricht ein Experte. Gute Antwort!!

Kommentar von Hideaway ,

Danke.

Und einen schönen Abend noch!

Kommentar von rotreginak02 ,

Besser kann man es nicht formulieren.Wie immer von dir: eine qualifizierte Antwort! 

Antwort
von Nightstick, 22

Hi,

wer hat denn zu wann mit welchem Grund gekündigt?

Antwort
von Guekeller, 35

Dass in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen die Offenheit des Mitarbeiters betont wird, könnte darauf hindeuten, dass er gerne und viel quatscht.

Antwort
von yatoliefergott, 48

Man kann es nicht lesen

Kommentar von frecheLiese ,

Hallo, yatoliefergott,

es ist zugegebenermaßen nicht sehr gut lesbar, aber wenn nach Draufklicken man die Anzeige auf ca 120% zoomt, sollte es eigentlich gehen...

LG, frecheLiese

Kommentar von yatoliefergott ,

bin aber am handy

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