Frage von Judieeeee,

Wie sage ich meinen Eltern die Diagnose? Ich habe so Angst!

Als ich gestern nach langer Zeit (2 1/2 -3 Jahre) den Schritt getan habe mir helfen zu lassen, bekam ich die Diagnose: Mittelschwere bis schwere Depressions Episode. Meine Eltern wissen nicht, dass ich in ein Krankenhaus gefahren bin (Jugend/kinderpsychiatrie Ambulanz) und der Psychologe hat mir zu Herzen gelegt, auch wenn ich schon 15 jahre alt bin und somit einer Behandlung selbst zustimmen darf, meinen Eltern davon zu erzählen. Nicht nur, weil man dann umso besser an der Krankheit arbeiten kann (wegen evt. tagesklinik, weil ich wirklich eine Auszeit brauche, es geht mir so schlecht, ich könnte jeden Moment losheulen), sondern auch, weil das auf Dauer eine unangenehme Sache wird, wenn die Eltern soetwas nicht wissen.

Ich habe mich entschieden, dass meine beste Freundin (die mir das vorschlug) morgen zu mir kommt und mir dann hilft meinen Eltern schonend beizubringen wie der Stand der Dinge ist. Aber ich hab so Angst! Ich weine schon seit einer Stunde, ich weiß nicht wie ich das schaffen soll!!! Was soll ich denn sagen? WIE soll ich es denn sagen? Ich kann das nicht! Bitte helft mir !

Antwort von Gegengift,
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He das ist doch super deine Idee mit der Freundin..

Das klappt - zieh das einfach durch

Judie du hast eine Krankheit - es gibt keinen Grund, dass es dir peinlich ist oder sonst was.. Deine Eltern sind bestimmt heilfroh, wenn du ihnen sagst was vermutlich los ist mit dir..

Ach ja Respekt, dass du mit 15 dich aufgemacht hast und in die Hand genommen hast. Super!!

Antwort von snukapuz,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Also erst mal: Hut ab, das du diesen Weg gegangen bist und die Idee mit der Freundin, ist super!

Hab nicht solche Angst! Deine Eltern werden vllt. etwas erschrocken sein, auch weil sie das wohl selbst nicht so eingeschätzt haben. Deine Eltern lieben dich und wenn sie erfahren, wie schlecht es dir geht werden sie dir helfen wollen!

Antwort von DetlefS,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo Jodieeeee Ich muss Dir sagen das ich Deinen Mut sehr bewundere. Denn sich hier im Forum zu Äußern ist ja auch schon sehr schwer.Hochachtung!!!Du brauchst keine Angst haben Dich Deinen Eltern gegenüber zu erklären, denn die Eltern lieben Ihre Kinder über alles, im Normalfall. Du solltest den Werdegang der Depression erklären, wie es Dir geht,Dich fühlst und was Du vorhast Dich heilen zu lassen. Erzähle ganz normal über Dein Problem, denn es ist eine Krankheit.Die Idee mit Deiner Freundin ist zur Unterstützung sehr gut. In unser Situation (Depression) brauchen wir eine gute Freundin oder Freund.(Ich bin auch Betroffen und leite zwei Selbsthilfegruppen). Der Klinikaufenthalt wird Dir sehr gut tun. Ich war drei mal. Viel Erfolg mit d.Eltern u.in d.Klinik. Ich würde mich freuen, wenn Du das Ergebnis hier mitteilst.

Kommentar von Judieeeee,

Danke DetlefS! Ich habe es geschafft,...meine Eltern sind schockiert...traurig...nachdenklich...durcheinander...das Verhätnis zu ihnen ist irgendwie ein wenig seltsam deswegen. Aber meine mama zeigte sich sehr verständnissvoll und stimmte zu meiner verwunderung sogar (zwar ein wenig widerwillig, aber das ist klar!) einem Aufenthalt in der Psychiatrie für einige Tage/Wochen zu. Ich brauche einfach eine Auszeit um ein wenig Ordnung zu schaffen, dann lässt sich der Rest, denke ich, leichter überbrücken. Ich danke für Deine Antwort, Liebe Grüße

Antwort von fraufrings,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Deine Freundin wird dir helfen. Evtl brauchst du auch nichtmal was zu sagen. Vielleicht sehen sie es dir schon an, und deine Freundin sagt worum es geht. Glaub mir, deine Eltern werden da auch dran zu schlucken haben, werden sich vielleicht ihre Gedanken machen, ob sie schuld sind. Aber das brauchen sie, denke ich nicht. Ihr müsst oder solltet viel reden. Damit ihr gegenseitig wisst wie es euch geht. Aber angst brauchst du nicht haben. Ist aber leicht von aussen gesagt.

Antwort von AlexZwerg,

Wow, Respekt, dass du das alles alleine in die Hand genommen hast. Wie geht es dir denn heute? Ich bin leider in einer ganz ähnlichen Situation und weiß jetzt auch nicht weiter. Wie bist du denn zu dieser Jugend/Kinderpsychatrie gekommen, also woher wusstest du, wo es so eine gibt? Wie funktioniert das denn mit der Zahlung? Über die Rechnung erfahren die Eltern doch sofort, dass man da war. Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, auch wenn ich selber eine Frage stelle, aber das was du beschrieben hast, ist genau das, was grade mein Problem ist. Viele Grüße, Alex

Antwort von mauer01,

mach dich doch nicht noch deprimierter in dem du drüber nachdenkst ob du es deinen eltern sagst oder nicht tun solltest du es aber weil sie dir bei der Phase noch helfen können und peinlich oder was auch immer muss es dir nicht sein ich hab auch eine Deprimiertheit zwar leichte aber egal ob nun keichte mittlere schwere oder sonst eine deprimiertheit du solltest es deinen eltern sagen weil du dich dann besser fühlst und deine freundin an deiner seite kanns doch nicht besser sein also überwinde dich (und sags uns wie es ausgegangen ist

musst es aber nicht ;))

Antwort von LiiDiiYaAa,

ich bin SICHER das deine eltern dich unterstützen

Antwort von gottesanbeterin,

Also ganz zuerst einmal: Fühle dich bitte nicht schuldig!

Deine Eltern hast du ja, damit sie dich unterstützen und dich auf das Leben vorbereiten; sie müssen wissen, wie es dir geht, damit sie dich in Zukunft besser unterstützen können, denn scheinbar haben sie bei dir etwas übersehen. Das kann natürlich leicht passieren, wenn Kinder anfangen, ihr eigenes Leben leben zu lernen.

Zum Glück hast du eine Freundin, die dich unterstützt - ich gratuliere dir dazu; ihr beide werdet das schon gut hinbekommen.

Morgen um die gleiche Zeit hast du es hinter dir und wirst nicht wissen, warum du dich so sehr gefürchtet hast.

Antwort von coimbra,

du hast eine krankheit. - eine ganz normale krankheit. - haettest du auch angst deinen eltern zu sagen, dass du z.b. diabetes mellitus hast? - wohl kaum! - es gibt keinen grund diese krankheit anders zu behandeln. du musst dich nicht dafuer schaemen!!!!!! niemandem gegenueber. nach einer entsprechenden behandlung mit medikamenten und/oder psychotherapie, kannst du wieder gesund werden. alles gute und lass dich nicht unterkriegen

Antwort von Spy080765,

Auch von mir ein großes Kompliment, das Du diesen Weg zum Arzt gegangen bist. Ich habe auch Depressionen und bin zum Arzt, es fiel mir auch schwer mit Angehörigen und Freunden darüber zu reden, obwohl ich schon 44 bin. Sage Deinen Eltern, das es Dir nicht gut geht, das Du oft traurig bist und Dir schon Hilfe gesucht hast, sie fragen dann von alleine und dann erzähle einfach alles, was Du auf dem Herzen hast. Überlege dann gemeinsam mit Deinen Eltern was für eine Therapieform für Dich die geeignete ist. Viel Erfolg und auch für Dich wird die Sonne bald wieder scheinen.

Antwort von Nenek,

Vielleicht solltest nicht Du Deinen Eltern sagen, was los ist, sondern Deine Freundin. Möglicherweise hats Du mit dem Psychologen schon besprochen, wie es weitergehen soll, und kannst ihnen das sagen. Eventuell könnt Ihr (Deine Freundin und Du) ihn anrufen und fragen, ob er eine Buchempfehlung hat, damit sich Deine Eltern über Depressionen informieren können; vielleicht schafft Ihr es auch, das Buch vor dem Gespräch noch zu besorgen.

Deine Eltern müssen akzeptieren, dass Du eine behandlungsbedürftige Krankheit hast. Wenn Du sie jetzt nicht behandeln lässt, kann sie sich verschlimmern. Auch wenn eine Therapie jetzt langwierig und ungünstig erscheint, ist es besser, jetzt ein paar Wochen oder Monate zu fehlen als in ein paar Jahren für mindestens drei Monate behandelt werden zu müssen.

Alles Gute!

Antwort von beast,

schlimm genug, dass Deine von Deinen Depressionen nichts bemerkt haben. Ich glaube, so schonend Du es Deinen Eltern beibringen willst, der Schock bei ihnen wird tief sitzen. Deine Freundin sollte ruhig bei der "Beichte" dabei sein und Dir den Halt geben den Du brauchst. Wovor hast Du Angst? Dass Deine Eltern Dich rauswerfen? Du bist krank und dafür haben Deine Eltern ganz sicher Verständnis. Also -- nur Mut.

Antwort von Laury95,

hey das ist wirklich sehr traurig was du geschrieben hast und ich gebe dir einen tipp erzähle es deinen eltern!du kannst nichts dafür das du depressionen hast und deine eltern werden es nicht leicht mit dieser krankheit haben aber sie werden verständnis zeigen.also erzähl ihnen das du kannst auf ihre unterstützung hoffen vielleicht kann deine freundin dir ja dabei helfen viel glück und gute besserung laura♥

Antwort von reinersaam,

deine eltern haben deine depri nicht bemerkt? übrigens ich würde dir keine tagesklinik empfehlen.

Kommentar von Nenek,

Bei 15-Jährigen glauben die Eltern noch an "vorübergehende pubertäre Stimmungsschwankungen".

Kommentar von reinersaam,

das sind keine pupertären stimmungsschwankungen,wahrscheinlich hat der bordeline.

Kommentar von Judieeeee,

Ich habe weder pibertäre Stimmungsschwankungen, noch Boderline oder sonst etwas. Ich habe eine Depressions Erkrankung und nichts anderes. Meine Eltern haben die Krankheit nicht bemerkt, oder, was ich eher danke, überspielen sie alles.

Antwort von newcomer,

der erste Schritt bei Depressionen ist Offenheit. Stehe zu deinem Problem und du bekommt die Unterstützung deiner Eltern, die du dringend brauchst!

Kommentar von Nenek,

Wenn die Eltern (ungewollt) eine der Ursachen für die Depressionen sind, ist die Angst schon berechtigt. Es ist auf jeden Fall gut, dass die Freundin mit dabei ist. Eventuell kann sie es den Eltern sagen, dann muss Judieeeee das nicht selbst tun. Sie werden möglicherweise verständnislos und wütend reagieren. Verständnislos, weil die Krankheit in der deutschen Bevölkerung immer noch nicht ausreichend bekannt ist und viele ganz allgemein nicht verstehen, dass es tatsächlich eine ernstzunehmende Krankheit ist. Wütend deshalb, weil ihre Tochter so "unverschämt" ist, dieses Problem nicht familienintern zu regeln. Da ich in meinem Freundeskreis mehrere Depressive habe, kenne ich diese Reaktion ganz gut und ahne auch schon, welche Sprüche kommen werden. Wenn die Freundin es schon weiß, wer dann noch alles? Was werden die Nachbarn sagen? Die will sich doch nur drücken! Immer sollen wir an allem schuld sein! usw.

Kommentar von Judieeeee,

Also erstmal an newcomer: Zu meiner Krankheit zu stehen fällt mir noch sehr schwer...ich schäme mich dafür und fühle mich schlecht, weil ich eben psychisch krank bin.

@Nenek: Meine Eltern sind mehr oder weniger Ursachen. Denn sie wollen nicht sehen dass es mir schlecht geht, schauen darüber hinweg, verharmlosen alles, in Folge dessen bin ich noch trauriger und auch wütend. Aus diesem grund werden sie dann unfreundlich, beschimpfen mich und weisen mich dauernd zu recht, was mich erneut weiter in das schwarze Loch zieht. Ich habe Angst vor der Reaktion. Angst wie es weiter geht. Angst ob es die LehrerInnen erfahren sollten. Ich habe einfach nur noch Angst und bin froh wenn der morgige Tag so schnell wie möglich zu Ende geht.

Danke für eure Antworten, Judieeeee

Kommentar von Gegengift,

Depressionen sind inzwischen sowas wie ein Kollektivzustand.. Schämen brauchst die gar nicht..

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