Saranto am 13.11.2008 um 14:12 Uhr
Ich will ja keinem Neuköllner auf die Füße treten- aber wir wollen nach Berlin ziehen, Kreuzberg. Muss aber nicht zwingend das Maybachufer direkt sein, aber wenigstens nah dran... ;o) Kreuzberg ist aber, wie ein lieber Freund es kommentierte, das "Boarding complete". Eine schöne 4 Zimmer Wohnung zu finden ist fast unmöglich. In Neukölln sehe ich täglich schöne Wohnungen, aber meine Berliner Freunde raten mir alle ab. Wie schlimm ist es denn, in der Karl-Marx-Straße zu wohnen?
Na ja, leben kann man überall, sofern einen gewisse Eigenarten des betreffenden Wohnviertels nicht allzu sehr stören. Die Eigenarten von Neukölln im Allgemein und der Karl-Marx-Straße im Besonderen würde ich für meinen Teil indes nicht so gerne kennen lernen.

Karl-Marx-Straße ist furchtbar laut und hektisch - du bist sozusagen gleich mitten drin. Für jemanden der das Maybachufer bevorzugt überhaupt nicht zu empfehlen. Probiert doch was am Richardplatz zu bekommen, oder am Fränkelufer, Lilienthalstraße, Südstern, Gräfestraße, Dieffenbachstraße, Körtestraße...alles sehr schöne Ecken, teilweise auch die Hasenheide.

Wenn Sie Kreuzberg-Flair möchten, aber auch damit leben können offiziell in Nord-Neukölln zu leben, dann suchen Sie sich eine Wohnung zwischen Landwehrkanal und Kottbusser Damm. In dem Dreieck haben Sie in fast allen Richtungen Kreuzberg. Das erwähnte Maybachufer befindet sich übrigens in Neukölln, nicht in Kreuzberg.
Neukölln gehört zwar zu Berlin, hat aber 350.000 Einwohner. Trotzdem werden Erscheinungen, die auf bestimmte Ecken in dem Bezirk vielleicht zutreffen mögen nicht nur von den Medien, sondern auch von manchen Berlinern auf die gesamte Großstadt Neukölln verallgemeinert.
Man kann in Neukölln auch sehr angenehm leben, z. B. in Wohnungen von Wohnungsbaugenossenschaften, die ihre Wohnungen sehr pflegen. In den ruhigeren Nebenstraßen auch in Nord-Neukölln findet man einige davon.
Ich erlebe als Bewohner von Nord-Neukölln auch manchmal Naserümpfen bei Gesprächspartnern; wenn die mich besuchen, sind die aber bisher immer alle positiv überrascht gewesen.