Frage von BrilleHN, 45

Wie riskant ist die Weitergabe von geschützten Bildern an Freunde oder Bekannte?

Mal angenommen ein Hobbykoch versucht sich (erfolgreich) an der Rekonstruktion von Markenprodukten wie Knorr-Fix und schafft es z.B. Bolognese, Chili con Carne und Gulasch usw.

Das besondere an seinen Rezepten ist, dass sie wie das Original (oder sogar besser) schmecken aber mit frischen Zutaten gekocht werden und ohne Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker auskommen. Seine Rezepte schreibt er gewissenhaft auf und sie sind wegen der genauen Gewichtsangaben relativ einfach nachzukochen.

Leider wohnt dieser Hobbykoch in ärmlichen Verhältnissen und keine Möglichkeit seine fertigen Gerichte entsprechend zu fotografieren, also sucht er im Internet nach Bildern die optisch eine hohe Übereinstimmung mit seinen Gerichten aufweisen und fügt die dann in seine Rezepte ein, was bis jetzt noch kein Problem sein sollte, da ein Veröffentlichung der Rezepte nicht geplant ist.

Mit der Zeit werden seine Rezepte in seinem Bekanntenkreis immer beliebter und der Hobbykoch gibt sie gedruckt oder per Email auch an seine Freunde weiter.

Jetzt kommt die entscheidende Frage:

Was passiert wenn eines seiner Rezepte samt der geklauten Bilder irgendwann durch einen dummen Zufall (z.B. weil einer Bekannten sein Rezept bei Facebook postet) den Weg ins Internet findet?

Haftet dann derjenige der das Rezept hochgeladen hat oder der Verfasser des Kochrezeptes?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Minihawk, 26

Man kann selbst mit ärmlichen Möglichkeiten Superbilder von Gerichten schießen. Dazu reicht eine Handy-Kamera und eine weiße Untertapete, vielleicht auch zwei dieser Untertapeten-Platten. Dann noch eine Lampe.

In Gimp oder Photoshop können diese Bilder sehr gut freigestellt werden, wenn das überhaupt notwendig ist. So kann der Hobbykoch auch mit eigenen Bildern arbeiten und sogar in Foren etc. aktiv werden.

Es ist übrigens gar keine Kunst, besser zur schmecken als die schlechten Kopien der Knorr-Maggiwelt, denn das Original ist halt das ohne Zusatzstoffe ...

Antwort
von PicaPica, 35

Er wird immer den Verfasser angeben, wenn es hart auf hart kommt und der hat dann ein, zugegeben berechtigtes, Problem der Urheberrechtsverletzung am Hals

Kauf dir doch, beispielsweise bei Ebay, eine Gebrauchtkamera. Spare, wenn nötig dafür, denn eine Urheberklage wird teurer.

Antwort
von juergenkrosta, 22

Hallo,

selbstverständlich haften beide. Es sollte sich heute herumgesprochen haben, dass man Bilder nicht einfach ins Internet stellen kann. Da ist völlig schnuppe, von WEM die Bilder hochgeladen werden.

Bei Veröffentlichungen, gleich welcher Art, muss IMMER das Urheberrecht beachtet werden. Sonst kann es richtig teuer werden.

Es gibt ja auch immer die Möglichkeit, Bilder von Agenturen sehr günstig für diese Zwecke zu verwenden. Da zahlst Du vielleicht 10,00 € - 15,00 € für ein Foto ...

LG  Jürgen

Antwort
von larry2010, 17

zum einen ist die person die es einfach im internet veröffentlicht dran, wenn sie dies ohne erlaubnis des verfassers getan hat.

.zum anderen aber auch die person, die die rezepte verfasst hat, weil sie ein urheberrechtliches bild verwendet hat und dies schon fleissig im bekanntenkreis verteilt hat.

das man wenig geld hat, ist  kein grund einfach fremde bilder zu nutzen. man freunde bitten, das sie ihm helfen, zu fotografieren und ihm auch das geschirr leihen ode rman kocht bei ihnen und isst zusammen und macht dabei bilder.

darum das man maggirezepte nachkocht, ist nicht schlimm, zudem ja ein unterschied besteht.

eien andere sache wäre, wenn man die maggiprodukt analysiert udn 1:1 produziert und verkauft

Expertenantwort
von GerdausBerlin, Community-Experte für Urheberrecht, 7

Die private Weitergabe ist zulässig unter den hier von mir geschilderten Umständen: https://www.gutefrage.net/frage/sexuelle-bilder-ueber-whatsapp-illegal?foundIn=t...

Für die Tat eines Dritten haftet zunächst nur der Dritte. Dies ist ein Grundprinzip fast aller Rechtssysteme:

"Die lateinische Formel „nulla poena sine culpa“ drückt eine der wesentlichen Rechtsregeln im Strafrecht aus: Niemand darf für eine Tat bestraft werden, wenn ihn keine Schuld trifft (Schuldprinzip, wörtliche Übersetzung der Formel: „keine Strafe ohne Schuld“)." https://de.wikipedia.org/wiki/Nulla_poena_sine_culpa

Falls aber wer grob fahrlässig handelt, also quasi schon annehmen musste, was passieren würde, könnte er eine Mitschuld tragen. Siehe dazu u. a.:

Gruß aus Berlin, Gerd

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