Frage von DeathPlayer, 44

Wie richte ich ein Steinbiotop in einem Aquarium ein?

Hey Leute/Aquarianer ich hab ne kleine Frage...ich hab zurzeit noch ein kleines 60 l Aquarium leer stehen. Ich würde das gerne besetzten und zwar würde ich gerne ein Steinbiotop mit kleinen Barschen einrichten...ich weiß das es kaum Barsche gibt die sich mit so wenig Platzt begnügen...aber ich denke das ihr mir weiterhelfen könnt und mir ein paar passende Fischarten nennen könnt. Außer Moos und Algen würde ich es bevorzugen keine Pflanzen einzusetzen...Grund dafür ist, dass ich schon ein 120 l Aquarium habe, welches schön bepflanzt ist und gut eingelaufen ist. Ich möchte einfach mal was anderes im Aquarium haben und da kam mir ein Steinbiotop sehr gelegen☺Vielen Dank schon im Voraus😊"

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dsupper, Community-Experte für Aquarium, 44

Hallo,

dazu gibt es dann im Grunde - aufgrund der kleinen AQ-Größe - nur eine verantwortungsvolle, aber wunderschöne, Lösung:

Mach daraus ein kleines Tanganjika-AQ mit Schneckenbuntbarschen (Neolamprologus multifasciatus oder N. similis).

Heller Sandboden, weißes Lochgestein und viele viele viele Schneckenhäuser (Weinbergschneckenhäuser eignen sich fantastisch).

Dazu eine kleine Gruppe der Schneckenbuntbarsche - nichts anderes! Die kleinen Baumeister werden dich jeden Morgen mit einem wieder etwas anders gestalteten AQ erfreuen - das soll auch nicht ironisch gemeint sein, denn bauen tatsächlich wie kleine Bulldozzer - immer wieder nett anzuschauen.

Das Leitungswasser sollte z.B. mit Kaisernatron (aus der Backabteilung im Supermarkt) so "gepantscht" werden, dass die KH ca. bei 15 liegt (wenn dies nicht ohnehin der Fall ist).

Nachwuchs gibt es nur, bis die Kolonie voll ist - dann stellen die Kleinen die Nachwuchsproduktion ein.

Ich habe viele viele AQ, die wunderbar bepflanzt sind - trotzdem bleiben alle "Anschauer" immer wieder vor dem kleinen Tanganjika-AQ stehen.

Gute Infos über die kleinen Barsche findest du hier

http://www.aquaterra-muenster.de/berichte/suesswasser/multifasciatus.html

Ich habe übrigens außer 3 Anubien und ein klein wenig Javamoos keinerlei Pflanzen in diesem AQ, weil diese auch im Tanganjikasee so nicht vorkommen. Wöchentliche Teilwasserwechsel sind dann allerdings Pflicht, weil ja niemand mehr das entstehende Nitrat verwendet - sonst gibt es schnell ein Algenproblem.

Andere passende Barsche, die in einem "Stein-Biotop" leben, gibt es für diese AQ-Größe NICHT!!

Gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von fhuebschmann ,

Das klingt echt interessant, darüber denke ich auch nach. Hätte nur ein paar fragen: außer der KH veränderst du nichts weiter? Wo bekommst du die Schneckenhäuser her? Sammeln geht ja nicht, wenn ich mich nicht irre stehen die Weinbergschnecken unter Naturschutz? Und was meinst du mit hören auf wenn die Kolonie voll ist? 

Kommentar von dsupper ,

Ich erhöhe nur die KH, denn die Schneckenbubas vertragen folgende Werte:

PH 7,8-9,0
GH 8-12 dGH
KH 16-18 dKH

Nur aus den Wasserleitungen kommt kein Wasser, dessen KH höher ist als die GH - da muss man nachhelfen.

Den PH-Wert bekommt man schön alkalisch, indem man für eine starke Oberflächenwasserbewegung sorgt.

Die Schneckenhäuser kann man kaufen. IM AQ-Laden sind sie sehr teuer, in den Fisch- und Feinschmecker-Abteilungen großer Supermärkte kann man leere, saubere Schneckenhäuser (zum Selbstbefüllen) kaufen - ich habe vor einiger Zeit für eine Packung mit 40 Stück 5 Euro bezahlt.

Die Schneckenbubas leben in Kolonien, also in großen gut funktionierenden Gruppen. Die Jungfische helfen dabei bei der Aufzucht der ganz kleinen Geschwister, jedes Pärchen bezieht ein Schneckenhaus, es gibt einen "Boss" - also ein wirklich funktionierendes soziales Gefüge.

Und wenn die Kolonie eben voll ist - dann hören die auf, Nachwuchs zu produzieren - obwohl ich gestehen muss, dass meine Ansicht von "voll" von deren Ansicht schon abweicht (lol).

Trotzdem funktioniert dieses AQ ganz hervorragend - so problemlos wie keines der anderen. Auch, weil es durch die fehlenden Pflanzen erheblich weniger Pflegeaufwand benötigt.

Und dass es ständig anders aussieht, weil die kleinen Baumeister ständig umbauen - ist immer spannend und äußerst interessant zu beobachten.

Aber wirklich nur diese Fische einsetzen und jede Woche ca. 50 % des Wassers austauschen - das ist wichtig.

Kommentar von fhuebschmann ,

Ja habe den Link gelesen und schon mal etwas gegoogelt der breitstreifen schneckenbuntbarsch interessiert mich. Welche Art hast du wenn ich fragen darf? Hab gelesen haremshaltung auf das 54er Becken 2 Männchen? Und hast du ne Seite parat wo man die bestellen kann? Das Lochgestein sollte nicht direkt auf der bodenplatte vom Aquarium stehen oder? Packt man da auch ne Styroporplatte drunter? Ja hohen pH habe ich auch gelesen, habe noch den originalen Filter der bei meinem 180er Becken dabei war, weil der nicht gut war. Ist so einer der 3 Kammern hat unten ein Filterschwamm und dann 3 Kammern mit Filterkügelchen hab leider den Namen nicht weil ich die Verpackung weg geworfen habe. Der ist eigentlich zu groß für mein 54er welches gerade leer bei mir steht. Könnte ich den mit 1 Kammer und dem Schwamm benutzen? Genug power um die Oberfläche ordentlich zu bewegen hat der auf jeden Fall. Ansonsten hast du eine Empfehlung?

Kommentar von dsupper ,

Ich pflege die N. multifasciatus. Die Unterscheidung zwischen Männlein und Weiblein ist kaum möglich - eine Anfangsgruppe von 6 - 8 Tieren passt problemlos in ein 60er AQ. Streitigkeiten zwischen den Tieren gibt es nicht - allenfalls mal harmlose Scheingefechte.

Ja, ich habe auch eine Styroporplatte (mit Löchern, um den Auftrieb zu verhindern) auf dem Boden, darauf das Lochgestein, und dann erst viel viel viel Sand.

Natürlich kannst du den Filter benutzen, am besten in der "verkleinerten" Form.

Und such mal in den regionalen Kleinanzeigen - die Multis werden häufig angeboten, weil sie sich so problemlos nachziehen lassen.

Kommentar von DeathPlayer ,

ich glaube ihr habt mir sehr gut geholfen, meine Entscheidung steht ich richte mein Aquarium in dieser Form ein, aber erst im Frühling, mein Leitungswasser passt mit den Werten perfekt (Wir haben seht kalkhaltiges Wasser), aber eine kleine Frage hätte ich noch: Ist es sinnvoll das Lochgestein selber zu bauen? Hab da so einiges schon selbstgebautes gesehen, ist anscheinend auch kostengünstiger.

Kommentar von dsupper ,

Wie willst du Lochgestein selbst bauen? Lochgestein ist eine kalkhaltige Gesteinsart, die ziemlich durchlöchert ist. Sinnvoll ist es allerdings, diese nicht im aquaristischen Fachhandel zu kaufen, sondern lieber in einen Gartenmarkt zu gehen - da kostet es nur einen Bruchteil.

Und nur weil dein Wasser sehr kalkhaltig ist, ist es sicher nicht das perfekte Wasser - denn kalkhaltiges Wasser ist meist sehr hart, und Tanganjikawasser zeichnet sich eben dadurch aus, dass die Wasserhärte recht niedrig ist - aber die Karbonathärte untypisch hoch.

Antwort
von fhuebschmann, 40

Informiere dich mal über Malawiseeaquarien ich glaube in der Richtung möchtest du etwas haben. Den Zahn kann man dir aber direkt wieder ziehen im 54er Becken wird das nichts. Habe überlegt ob ich mein 180er so Umbaue aber selbst das ist wohl zu klein.. Es gibt einige gute Foren wo man sich schlau lesen kann. Außerdem haben die Malawis spezielle Anforderungen an das Wasser was für sie extra aufbereitet werden muss, weil es so nirgends aus der Leitung kommt. Meisstens sind sie auch um Stress zu vermeiden überbesetzt, was große Wasserwechsel nach sich zieht..

Kommentar von dsupper ,

Nein, verantwortungsvoll fängt ein Malawi-AQ erst bei 300 Litern an, aber ein Tanganjika-AQ mit den kleinen Schneckenbuntbarschen ist auch in einem 60er AQ machbar.

Kommentar von orlando2000 ,

die malawibarsche sollen angeblich sehr resistent gegenüber schwankenden wasserwerten sein und bedarfen wenig pflege und nicht viel schwimmraum da sie sich zwischen den steinen verstecken

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