Leider habe ich nicht das beste musikalische Gehör. Was sagen die Profis?
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Also Profi schimpfe ich mich nicht. Allerdings sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass eine Gitarre nur dann gestimmt werden muss, wenn sie nicht mehr "stimmt"! Gruss Solf

Ein Profi-Freund von mir hat seine Gitarre jedesmal gestimmt, wenn er sie überhaupt auch nur in die Hand genommen hat. Teilweise ist das sogar während einer Session nötig, denn die Saiten verziehen sich ja durch die Beanspruchung beim Spielen. Würde mir an deiner Stelle ein elektronisches Tuning Gerät zulegen, das ersetzt das fehlende Gehör für den richtigen Ton.
Also, da gibt es zweierlei zu beachten. Wird die Gitarre längere Zeit nicht benutzt, könnte man die Saiten etwas entspannen, nur nicht zu dolle. Vor dem Spielen natürlich wieder richtig stimmen. Ich komme deswegen drauf, weil mir einmal bei der Violine an einem kalten Wintertag alle vier Saiten mit lautem Knall gerissen sind. Die Saiteninstrumente sollten also keinen stärkeren Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Auch bei optimaler Einstimmung und dauerhafter Aufbewahrung in der geheizten Wohnung hält die Stimmung nicht 100-prozentig über Tage. Zum anderen: Ganz üble Sache: Bei einer Aufführung stimmte ich die Geige hinter der Bühne optimal, wie ich meinte, kaum war ich draußen auf der Stage, knallten die Scheinwerfer drauf, und die Stimmung ging in den Keller. Hatte akrobatische Mühe, die Griffe abzulangen, gemerkt hat es aber wohl keiner. Der Akkordeonspieler hat mich doch noch "rausgerissen", indem er die Melodiestimme auch noch mitspielte, die normalerweise nicht sein Part ist. Ist aber absolut ätzend gewesen und ich war total nervös hinterher noch. Will meinen, Stimmen ist wichtig, am besten unter realistischen Aufführungsbedingungen. Wenn es sein muß, auch in den Pausen.
Das richtige Stimmen ist eben ein Muß, spielt man mit anderen Instrumenten zusammen.
OK. Um auf die eigentliche Fragestellung zurückzukommen: Wird zuhause ohne andere Instrumente geübt, stimme ich die Gitarre auch nicht immer total supergenau exakt auf A 440 Hz, wichtig ist dabei nur, daß die Akkorde einigermaßen klingen, die Griffe sollen ja geübt werden, hier habe ich ja bei der Gitarre "Bünde". Bei der Violine ja nicht. Es kann also sein, daß die Gitarre insgesamt schon mal einen Halbton tiefer eingestimmt ist, wie gesagt, solange das Ding einigermaßen "bundrein" bleibt. Bin oft einfach zu faul, zu stimmen. Bei der Violine verändern sich die Griffpositionen schon etwas stärker, habe ja auch keine Bünde da, ist sie nicht auf A 440 Hz eingestimmt. Da muß ich schon mit etwas kritischerem Blick an die Sache rangehen. Und die Violine muß ja so oder so auch öfters gestimmt wewrden, da sie wesentlich stärker als die Gitarre dazu neigt, sich zu verstimmen.
Ganz problematisch wird es bei der Mandolineneinstimmung. Erstens ist das verwendete Instrument nicht mit am Steg befestigten Höhenjustierschräubchen versehen, kann also nicht genau "bundrein" getrimmt werden. Zum andern soll der Klang etwas "singen". Da die Saiten doppelchörig angeordnet sind, ist das oft reichlich schwierig. Das dauert schon mal eine Viertelstunde, bis ich sie meinen Klangvorstellungen gestimmt habe. Dabei gehe ich so vor: Zunächst Stimmgabel auf Corpus setzen und die eine A-Saite möglicht auf Schwebungsnull drehen. Dann die andere A-Saite. Jetzt dasselbe mit den E-Saiten. Hier schon schauen, daß die Quinte nicht zu starr klingt, d. h. etwas in Richtung "temperiert" versetzt ist. Dann kommen die D-Saiten dran. Und die G-Saiten. Jetzt spiele ich den G-Dur -Akkord. Der muß gut klingen. Meistens ist das G zu tief. Jetzt G leere Saiten anschlagen und gleichzeitig das G auf den E-Saiten greifen. Sollte zwei Oktaven höher mit dem tiefen G ziemlich übereinstimmen. Klappt aber meistens nicht. Also G- Saite etwas höher. Bis es fast stimmt. Nochmals G-Dur-Akkord. Dann wie üblich, G auf der D-Saiten greifen, dabei dann die leere Saite G anschlagen. Na ja, stimmt in etwa, die Okatav. Jetzt das A auf den G-Saiten greifen und die leeren A-Saiten anschlagen. Hier wirds wegen der G-Saiten-Stimmung oft schon deutlicher "daneben". Die G-Saiten nochmals nachtrimmen. Jetzt dasselbe mit dem E-Griff auf den D-Saiten und den leeren E-Saiten. Hier muß es gut klingen, da die Differenzen noch stärker auseinanderdriften als beim Test mit dem A. Und immer wieder zwischendurch mal den G-Dur-Akkord testen. Stimmt's einigermaßen, jetzt das Verziehen der Doppelchörigkeit von E-Saiten. Dabei eine Saite auf eine Schwebung von ca. 0,5 Hz, also eine Schwebung in 2 Sekunden einjustieren, die andere E-Saite so lassen. Derselbe Vorgang mit den doppelchörigen A-Saiten. Bei D und G mache ich das nicht so genau, da diese Saiten sich beim Spielen sowieso verziehen noch. Zu guter letzt mal kurz ein Stück spielen, um zu sehen, ob der typisch dahinschmelzende, singende Mandolinencharakter rüberkommt.

Vor jedem Spielen sollte die Guitarre gestimmt werden und bei längerem Spielen auch mal zwischendurch.
Klasse, besser hätte ich es nicht sagen Solf! (Bin Gitarrenlehrer) >...Allerdings sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass eine Gitarre nur dann gestimmt werden muss, wenn sie nicht mehr "stimmt"! Gruss Solf
DH! Das Problem ist wohl, dass er es selber nicht hört wenn seine Gitarre nicht mehr gestimmt ist.
Ansonsten kann man sie jeden Tag wenn man spielt stimmen. Dazu gibt es keine elektronische Stimmgeräte.
Es gibt sehrwohl elektronische Stimmgeräte bei denen man jede einzeine Saite auf 440hz stimmt
Sorry. Da sollte eigentlich KLEINE und nicht KEINE stehen :(