Frage von serssh, 95

Wie Rechnungen steuerlich absetzen?

Nehmen wir an ich bin ein Freiberufler (Techninscher Zeichner) und im Falle eines Auftrages lasse ich einen anderen Freiberufler diese Arbeit erledigen und erhalte dann von Ihm eine Rechnung. Ich verdiene halt an der Differenz von dem was ich von meinem Auftraggeber erhalte und dem was ich dem anderen Freiberufler zahle. So jetzt kommen aber die Steuern ins Spiel. Ich muss meinen Umsatz versteuern (Einnahme-Überschuß). Wie funktioniert es nun? Ich kann ja die Rechnung von meinem Helfer (Freiberufler) dem Finanzamt vorlegen und sagen, das sind meine Ausgaben. Wie wird das nun versteuert und was noch wichtiger ist ! Wie viel davon bekomme ich erstattet?

Danke schon mal für eure Aufmerksamkeit und die Antworten.

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Antwort
von PatrickLassan, 60

Du wirfst da einiges durcheinander. Umsatzsteuer ist für einen Unternehmer ein durchlaufender Posten.

Mit der Einnahme-Überschuss-Rechnung wird der einkommensteuerpflichtige Gewinn durch Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und der Betriebsausgaben ermittelt , und zu den Betriebsausgaben zählen auch Zahlungen an andere Freiberufler oder Gewerbetreibende, die Arbeiten für dich erledigen.

Kommentar von serssh ,

Dank. Ich habe aber nicht von der Umsatzsteuer gesprochen. Das das ein Durchlaufender Posten ist weiß ich. Außerdem wäre ich von der Umsatzsteur befreit, da ich als Kleinunternehmer tätig wäre. Bis 17.500 Euro im Jahr. Lassen wir mal die Umsatzsteuer außer Acht. Das Geld was ich bekomme (Einnahmen) im Jahr z.B.2015 muss ich doch versteuern. Als Ausgabe hätte ich dann z.B. Kilometergeld, Materialkosten u.s.w. und so wie ich das nun jetzt verstehe auch die Dienstleistungskosten von meinem Helfer (Freiberufler), der mir eine Rechnung schreibt. So wie wir das jetzt vom FA verrechnet? Versteuert wie auch immer? Nehmen wir an ich bekomme von meinem Auftraggeber 1000Euro (Ohne Umsatzsteuer) für meine Dienstleistung. Diese Arbeit hat aber für mich mein Helfer gemacht und er stellt mir eine Rechnung von 700Euro (Auch Umsatzsteuerbefreit). Heißt ich habe an dem Auftrag 300 Euro verdient. Am Ende des Jahres muss ich eine Erklärung dem FA abgeben (Einnahmen-Überschuß). Wieviel bleibt mir von den 300 Euro noch übrig? Ich hoffe ich konnte so halbwegs beschreiben was ich wissen möchte

Kommentar von PatrickLassan ,

Das Geld was ich bekomme (Einnahmen) im Jahr z.B.2015 muss ich doch versteuern

Nein. Versteuern musst du die Differenz zwischen Betriebseinnahmen und Betriebsausgabe, d.h. den Gewinn, in deinem Beispiel also die 300 €. Wie hoch die darauf zu entrichtende Einkommensteuer ist, bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen, grob gesagt der Summe deiner Einkünfte abzgl Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und bestimmten Freibeträgen.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Die Umsatzsteuer ist aufgrund der Abschnittsbesteuerung kein durchlaufender Posten für jemanden, der nicht bilanziert! Grundsätzlich ist die erhaltene Umsatzsteuer  Betriebseinnahme/Einnahme, die gezahlte Umsatzsteuer Betriebsausgabe bzw. Werbungskosten.

Antwort
von bwhoch2, 56

Als erstes einmal musst Du Dein Gewerbe anmelden. Dann hast Du die Möglichkeit, mit dem Finanzamt zu besprechen, welchen Umfang Dein Gewerbe annehmen wird und ob es sinnvoll ist (gerade am Anfang meistens sehr sinnvoll), sich zur Umsatzsteuer anzumelden. In der Regel will das Finanzamt erst einmal eine monatliche Umsatzsteueranmeldung. Wenn nach einem Jahr festgestellt wird, dass die Umsätze eine gewisse Grenze nicht überschreiten, ändert sich der Anmeldezeitraum auf vierteljährlich.

In die Umsatzsteueranmeldung, die Du per Elster machen kannst, trägst Du alle Rechnungen und Belege ein, die Deine Ausgaben nachweisen und den Steuersatz, mit dem sie berechnet wurden. Meistens sind das 19 %. Aus all diesen Belegen erhältst Du die verauslagte Mehrwertsteuer zurück.

Außerdem musst Du im Gegenzug Deine Einnahmen belegen, die Du in Form von Rechnungen Deinen Auftraggebern berechnet hast und auf die Du jeweils 19 % Mehrwertsteuer aufgeschlagen hast.

Diese an die Kunden berechnete Mehrwertsteuer muss Du an das Finanzamt weiter leiten, darfst aber im Gegenzug abziehen, was Du selbst verauslagt hasdt (s. o.). Wenn die Ausgaben die Einnahmen erst einmal übersteigen, bekommst Du auf diese Weise Geld zurück.

Das Finanzamt will außerdem wissen, mit wieviel Einkommen (abzüglich aller Deiner Ausgaben incl. beauftragten Freiberufler) Du rechnest. Daraus berechnet das Finanzamt eine Einkommenssteuervorauszahlung, die Du vierteljährlich an das Finanzamt zahlen musst. Im folgenden Jahr machst Du dann Deine Einkommenssteuererklärung und auf Basis dieser ermittelt dann das Finanzamt, was Du nachzuzahlen hast oder evtl. sogar zurück bekommst.

Wichtig: Am besten läßt Du Dich von einem Steuerberater beraten und von ihm künftig Dein freiberufliches Wirken begleiten. Man erspart sich viel Zeit und Ärger und kann sich mehr auf das Eigentliche konzentrieren.

Kommentar von wfwbinder ,

Neben einigen Unkorrektheiten in Deinem Vortrag, erkläre mir mal, warum er ein Gewerbe anmelden soll, wenn seine Subunternehmer Freiberufler sein sollen.

Entweder er ist Gewerbetreibender, dann werden es die, die für ihn arbeiten, auch sein, oder die sind Freiberufler, dann dürfte er es auch sein udn braucht kein Gewerbe anzumelden.

Wieso soll er den vermutlichen Umfang seines Betriebes mit dem Finanzamt besprechen? Meinst Du, die haben eine Glaskugel? Was er an Umsatz erwarten kann, kann nur er wissen. Das braucht er nicht mit denen zu besprechen, sondern trägt es einfach in den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" ein.

Für den Fall, dass Du Steuerberater bist, solltest Du den Beruf wechseln, bevor Du verhungerst. Wenn Du in einer Steuerkanzlei arbeitest, lasse Dich auf Weiterbildung schicken.

Kommentar von bwhoch2 ,

@wfwbinder: Warum greifst Du mich so herablassend an?

Die Art und Weise, wie der Fragesteller fragt, legt den Schluss nahe, dass er noch nie ein Unternehmen führte oder seine freiberufliche Tätigkeit bisher ohne entsprechende steuerliche Beratung ausgeführt hat.

Auch wenn er als Freiberufler vielleicht nicht direkt ein Gewerbe anmelden muss, so muss er sich doch beim Finanzamt melden. Diese werden ein paar Auskünfte von ihm haben wollen und werden ggf. durchschnittliche Einkünfte mit seiner Tätigkeit ansetzen, um eine Einkommenssteuervorauszahlung zu veranschlagen. Er kann natürlich viel in seinen Fragebogen eintragen, aber es kann gut sein, dass Nachfragen kommen, wenn da Beträge drin stehen, die absolut unüblich sind.

Was die Umsatzsteuer anbelangt, schreibst Du doch weiter unten genau das gleiche. Wo also ist Dein Problem?

Nein, ich bin kein Steuerberater und der Rat, einen solchen zu konsultieren, wenn man sich so gar nicht auskennt und auch noch Gefahr läuft, dem Staat zuviel Geld zu schenken, dürfte so verkehrt nicht sein, oder?

Kommentar von Bakaroo1976 ,

wfwbinder hat Recht. Sie schreiben hier sehr unqualifizierte (nicht zutreffende) Beurteilungen und Antworten. Wir wollen den Fragestellern helfen - Ihre Antworten sind gelinde ausgedrückt sehr stark "vernebelt". Das liegt unter anderem daran, dass Sie die (steuerrechtlichen) Begrifflichkeiten unzutreffend verwenden. Daher möchte ich Sie bitten, von der Beantwortung von Fragen abzusehen, die Sie nicht zutreffend beantworten können. 

Kommentar von bwhoch2 ,

@Bakaroo1976: Das einzige, was Du hier beiträgst, ist Steuerfachgeschwafel, mit dem Praktiker ganz sicher nichts anfangen können. Dich möchte ich nicht zum Steuerberater und schon gar nicht im Finanzamt sitzen haben, wenn ich einen steuerlichen Sachverhalt erklärt haben möchte. Der Fragesteller kann von Glück reden, dass Du ihn mit einer umfassenden und gezielten Antwort auf seine Frage nicht auch noch recht verwirrst.

Immerhin hast Du gezeigt, dass Du steuerrechtliche Begrifflickeiten glänzend verwenden kannst. Nur was nützt es, wenn ein technischer Zeichner die Fachsprache nicht kennt?

Ich bin kein Steuerberater ab als langjährig tätiger Unternehmer weiß ich, wovon ich schreibe. Und nochmal: Jemand der sich unternehmerisch betätigen will, sollte in jedem Fall einen guten Steuerberater hinzu ziehen, der ihm alles auf seinen speziellen Fall bezogen erklärt. Hoffentlich gerät er dann nicht an einen, der wunderbar mit Fachausdrücken glänzen kann, ihn ansonsten aber ratlos zurück lässt.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 48

Was verstehst Du unter:

   Wie wird das nun versteuert und was noch wichtiger ist ! Wie viel davon bekomme ich erstattet?

Was willst Du denn erstattet bekommen?

Du nimmst einen Auftrag an. Nehmen wir mal an, Aufttragssumme 2.500,- Euro netto.

Also schreibst Du eine Rechnung über 2.500,- + 19 % 475,- Euro = 2.975,-

Euro.

Du lässt die Hauptarbeit von einem Kollegen machen. Der Schreibt Dir eine Rechnung über 2.000,- + 19 % 380,- Euro = 2.380,- Euro.

Umsatzsteuerlich 475,- Euro Umsatzsteuer - 380,- Vorsteuer, Zahlung an das Finanzamt 95,- Euro.

einkommensteuerlich:

Einnahme  Honorar                          2.500,- Euro

+ Einnahmen USt                                 475,- Euro

- Fremdleistungen                              2.000,- Euro

- Vorsteuer (+VSt aus and. Ausg.)         380,- ( + X )Euro

- gezahlte Umsatzsteuer                           95,- (- X ) Euro

- andere Betriebsausgaben

(Telefon, Computer, Internet,

Fahrtkosten usw.)                                     xxx,- Euro

------------------------------------------------------------------------

Gewinn (höchstens 500,-)                        xxxx,- Euro.

Du wirst Steuern zahlen müssen. Erstattung nur wenn ein Verlust entsteht.

Kommentar von serssh ,

Könnten Sie noch mal so eine Berechnung machen aber ohne die 19% Steuern da ich als Kleinunternehmer tätig wäre und der Helfer auch

Kommentar von wfwbinder ,

Lasse einfach die Umsatzsteuer- und die Vorsteuerbeträge weg. Der Gewinn bleibt 500,- - X Euro.

Was sind denn Deine Kunden? Privatleute, oder Architekten und Bauunternehmen/Metallbetriebe?

Kommentar von serssh ,

Bauunternehmen/Metallbetriebe. Warum? Hast es einen Einfluß?

Kommentar von wfwbinder ,

Natürlich, nämlich einen einschneidenden. Wenn Du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst, verschenkst Du bares Geld.

Für Deine Auftraggeber ist es egal, ob Du denen 2.500,- als Kleinunternehmer, oder 2.500,- + 19 % 475,- Umsatzsteuer = 2.975,- berechnest. Das sind für die immer 2.500,- Kosten. Die 475,- ziehen die sich als Vorsteuer ab.

Aber für Dich bedeutet die "option auf Regelbesteuerung" den Vorteil selbst Vorsteuer abziehen zu können.Ein neues Notebook für 595,- Ladenpreis, kostet Dich durch den Vorsteuerabzug nur noch 500,-. Deine Telefonrechnung von 35,70 Euro, sind nur noch netto 30,-. usw. usw.

Kommentar von serssh ,

Sorry, ich bin nicht vom Fach deswegen verstehe ich nicht gleich was gemeint ist mit den Begriffen Vorsteuer und Regelbesteuereung. Es geht mir um das was mir nach der Steuererklärung bleibt. Oder bzw. Wieviel ich an das Finanzamt zahlen muss. Ich kannte das immer so, wenn ich mir ein Loptop zulege kann ich das als Betriebsausgabe absetzen. In meinem Fall zu 100% in einem Jahr wenn es unter 410 Euro wert ist und wenn mehr als 410 dann wirds auch glaube 3 Jahre verteit. Das heiß, dass ich im Endeffekt das Laptop um sonst bekommen habe. Wenn mans jetzt so ausdrücken darf. Im Beispiel bei dir sind es ansatt für ein Notbook 595 euro 500 Euro.

Kommentar von wfwbinder ,

Verwechsele nicht Einkommensteuer und Umsatzsteuer.

Das eine ist die Abschreibung im einkommensteuerlichen Sinn bei der Gewinnermittlung.

Das, wovon ich schrieb ist die Sache der Umsatzsteuer. Auf (fast) jeder Rechnung die Du bekommst, ist Umsatzsteuer ausgewiesen.

Das kannst Du als Vorsteuer abziehen, wenn Du auf Deinen Rechnung ebenfalls Umsatzsteuer ausweist. 

Deshalb rate ich Dir nicht die Kleinunternehmerregelung anzuwenden, sondern die allgemeinen Regeln des Umsatzsteuergesetzes (nennt sich dann "REgelbesteuerung").

Ausserdem, nur weil Du den Laptop von Deinen Einnahmen abziehen darfst, hast Du ihn nicht umsonst. Du musst nur in der Höhe für die Einnahmen keine Einkommensteuer zahlen. (bei 2.500,- Einnahmen werden durch den Abzug von 410,- Euro eben nur noch 2.090,- Überschuss. 410,- Euro Abschreibung vermindert die Einkommensteuer um ca. 120,- - 160,- Euro.

Kommentar von serssh ,

Wenn ich die Regelbesteuerung in Anspruch neheme kann ich dann diese Sachen immer noch als Betriebsausgabe angeben?

Kommentar von wfwbinder ,

Ja natürlich, es sind doch Betriebsausgaben.

Der Vorteil in der Umsatzsteuer ist das "Sahnehäubchen."

Antwort
von wurzlsepp668, 43

vom Finanzamt bekommst Du (indirekt) die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer des Kollegen erstattet. indirekt deshalb, weil die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer von Deinen eingenommenen Umsatzsteuerbeträgen gekürzt wird.

Ansonsten ist die Rechnung des Kollegen ganz normale Betriebsausgabe (Fremdleistung).

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