Wie rechnet man Urlaubsanspruch nach der Kündigung und Gilt es nicht was in der letzten Gehaltsabrechnung steht?

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4 Antworten

Danke für die Schnelle Antworten. Ich hatte Anfang de Jahres 30 Tage Urlaub, sogar mit einer übertragung vom letzten Geschäftsjahr 33 Tage. Das ist zwar nicht vertraglich geregelt, aber was offiziell in meinen Gehaltsabrechnungen stand. Ich habe schon ungefähr 20 Tage Urlaub geneommen, aber offiziell hatte ich noch 11 Tage Urlaub. Kann der Arbeitsgeber diesen Anspruch einfach ignorieren?

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Soweit ich weiß hat man gesetzlich pro Monat 2 Tage Urlaub. Also bei 12 Monaten, 24 Tage Urlaub. Wenn du bis Ende November arbeitest, hast du also 22 Tage Urlaubsanspruch für dieses Jahr. Jetzt rechne aus wie viel du schon verbraucht hast. Die Differenz steht dir eigentlich noch zu.

Hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

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Kommentar von Familiengerd
25.10.2016, 23:28

Soweit ich weiß

Soso ...

In diesem Fall besteht Anspruch auf den gesamten vereinbarten, mindestens aber - bei vereinbarter anteiliger Berechnung - auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub.

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Die Angabe auf der Gehaltsabrechnung begründet keinen Anspruch, gibt allenfalls einen Hinweis.

Für meine Antwort gehe ich einmal davon aus, dass Du einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen hast bei einem gesetzlichen Anspruch von 24 Tagen bei einer 6-Tage-Woche und 20 Tagen bei einer 5-Tage-Woche. Ferner gehe ich davon aus, dass Du 20 Tage genommen hast, wovon 3 Tage auf den Resturlaub aus 2015 fallen, bleiben für das aktuelle Kalenderjahr 17 genommene Tage, die auf den Urlaubsanspruch anzurechnen wären

Das Arbeitsverhältnis wird also bei Beendigung in der 2. Jahreshälfte (zum 30.11.) mehr als 6 Monate bestanden haben.

Damit hast Du nach den Bestimmungen des Bundesurlaubsgesetzes BurlG § 4 "Wartezeit" und  § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 (Durch Ausschluss der Buchstaben a, b und c, die den Anspruch auf lediglich Teilurlaub beschreiben) Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub.

Aber: Das betrifft zunächst nur den Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub von 6 Werktagen (entsprechend einer 6-Tage-Woche), 5 Tagen bei einer 5-Tage-Woche usw.

Ob dieser Anspruch auch für den darüber hinaus zusätzlich gewährten Urlaub gilt, hängt ausschließlich davon ob, ob es eine vertragliche Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung bei unterjährigem Ausscheiden ("Zwölftelung", "pro rata temporis"-Klausel) gibt oder ob in der Vertragsformulierung zum Urlaubsanspruch zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub unterschieden wurde

In beiden Fällen - wenn es also eine solche Vereinbarung oder eine solche Differenzierung in der Formulierung gibt - darf der Urlaub anteilig berechnet werden entsprechend der Anzahl voller Beschäftigungsmonate in diesem Kalenderjahr.

Von dieser anteiligen Berechnung bleibt aber der gesetzliche Mindesturlaub entsprechend den Bestimmungen des BUrlG unberührt, sollte die diese Berechnung einen geringeren als den gesetzlichen Anspruch ergeben (was im Fragefall sicher nicht geschieht.

Ohne die beiden genannten Einschränkungen hast Du also Anspruch auf den vollen vereinbarten Jahresurlaub von 30 Tage (selbstverständlich abzüglich bereits genommener 17 Tage [20 - 3]); das ergibt einen Restanspruch von 13 Tagen.

Mit den genannten vertraglichen Einschränkungen (anteilige Berechnung) hast Du Anspruch auf 27,5 = 28 Tage; nach Abzug der genommenen 17 Tage ergibt das einen Restanspruch von 11 Tagen.

aber die Personalabteilung sagt, dass ich nur einen Tag Resturlaub habe

Gleichgültig, wie man rechnet: Das ist jedenfalls falsch - Du solltest es Dir (spaßeshalber) einmal vorrechnen lassen! :-)

Wenn Du den Urlaub in der Kündigungsfrist ganz oder teilweise aus dringenden Betrieblichen Gründen oder wegen Erkrankung nicht mehr nehmen kannst, muss er ausgezahlt werden (BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4).

Solltest Du im Dezember einen neuen Arbeitgeber haben, hast Du gegen ihn allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr, es sei denn, dass der Urlaubsanspruch dort (unwahrscheinlich) noch höher ist als jetzt.

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Näh, da muss mehr bei rumkommen als 1 Tag, wenn du 11 auf dem Zettel hast.   Den anteiligen Urlaubsanspruch für Dezember musst aber natürlich abrechnen, gewöhnlich 2 Tage. 

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Kommentar von Familiengerd
25.10.2016, 23:29

gewöhnlich

Und was soll "gewöhnlich" konkret heißen??

In diesem Fall besteht Anspruch auf den gesamten vereinbarten, mindestens aber - bei vereinbarter anteiliger Berechnung - auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub.

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