Wie realistisch ist es mit 18 eine Gefäßverstopfung zu bekommen?

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5 Antworten

Moin,

zunächst muss einem möglichen Missverständnis vorgebeugt werden. Der Pathomechanismus, also der Weg, über den ein Verhalten, eine Lebensweise etc. eine Krankheit hervorruft, diese Krankheit sich entwickelt und bestimmte Wege einschlägt, ist nicht so trivial.

Ein mögliches, dem Verständnis halber stark vereinfachtes Beispiel lautet folgendermaßen: Langfristig hohe Blutzuckerwerte, gepaart mit einer genetisch-familiären Neigung zu einer bestimmten Krankheit (Prädisposition) können zu einer Insulinresistenz führen. Diese wiederum kann sich unbehandelt bis zum Diabetes mellitus Typ II entwickeln. Wird diese Erkrankung nicht behandelt, kann sie u.a. zu Schäden der Gefäßinnenwand führen, welche wiederum die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) begünstigen.

Alternativ kann die Gefäß(innen)wand bspw. auch über entzündliche Prozesse geschädigt werden (Arteriosklerose). Auch diese führt zu strukturellen Schäden der Gefäßinnenwand mit Ausbildung von Fetteinlagerungen, den sogenannten Plaques. Wenn nun die Gefäßinnenwand reißt, kann sowohl dieser Plaque selbst als auch ein an ihm und an dem Gefäßendothel entstehender Thrombus zu einem Gefäßverschluss führen. Es braucht allerdings i.d.R. lange Jahre der ungesunden Lebensweise, um derartige Krankheitsbilder entstehen zu lassen.

Es gibt jedoch auch Ursachen, die in jüngerem Alter zu Gefäßverschlüssen führen können. Ein Beispiel ist Vorhofflimmern. Diese Erkrankung tritt sehr gehäuft im hohen Alter auf, kann jedoch bei genetischer Vorbelastung auch in jungem Alter einsetzen. Dabei entstehen aufgrund ungünstiger Strömungsverhältnisse meist Thromben im linken Vorhofohr. Werden diese herausgelöst und fortgeschwemmt, können sie einen Gefäßverschluss, eine sogenannte Embolie auslösen.

Auch genetische Erkrankungen des Blutgerinnungssystems wie z.B. die Faktor-V-Leiden-Mutation zählen dazu. Dabei ist ein Kontrollsystem, welches eine spontane Blutgerinnung verhindern soll, durch die genannte Mutation nicht greifen kann. Patienten mit der Faktor-V-Leiden-Mutation sind z.T. hochgradig thrombose- und emboliegefährdet und müssen daher lebenslang Blutgerinnungshemmer, sogenannte Antikoagulantien, einnehmen.

Soviel zunächst zur Entstehung von Gefäßverschlüssen im Hinblick auf das Patientenalter im Allgemeinen.

Um auf deine konkrete Frage einzugehen: Zwei Tage des Fast Foods werden unter sonst normalen Umständen keine Embolie verursachen. Dass diese Ernährung keineswegs gesund ist, brauche ich dabei wohl nicht zu erwähnen. Für kurze Zeit mag der Körper das verzeihen; wird dieses Verhalten jedoch über längeren Zeitraum (Wochen) praktiziert, werden sich schnell Zeichen der unausgewogenen und fettreichen Ernährung zeigen, daher sollte weitestgehend auf Fast Food verzichtet werden. Auch die Auswirkung bestimmter Nebenprodukte dieser Nahrung wie-trans-Fettsäuren sollten nicht außer Acht gelassen werden. Nicht zuletzt besteht auch eine rapide Gewichtszunahme, die sowohl physische als auch psychische Folgen haben kann.

Konnte ich deine Frage soweit beantworten oder ist noch etwas offen? In dem Fall frag natürlich gern weiter.

Lieben Gruß ;)

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Hi MrBevc,

nach zwei Tagen machen sich keine gravierenden Gesundheitsdefizite bemerkbar. Nach einer Woche kann das aber bereits ganz anders aussehen.

Anmerken möchte ich noch folgendes: Die Situation ist von hieraus nicht realistisch zu beurteilen. Vielleicht geht es um eine Wette, oder es wird getrollt. Wie auch immer: Gesundheit ist etwas, mit dem man nicht spielt ;-)

LG

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Grundsätzlich kann man auch mit 18 schon eine Thrombose haben, z.B. bei Faktor V Mangel. In der von Dir dargestellten Situation ist das aber sehr unwahrscheinlich.

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Da brauchts schon mehr als 2 tage fast food

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Kommentar von MrBevc
31.03.2016, 23:59

2 Wochen, Sorry.

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Kommentar von AppleTea
01.04.2016, 00:01

auch das reicht nicht wenn ihr ansonsten gesund seid und euch normal ernährt. Da müssten ja vorher schon risikofaktoren da sein

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Ich verstehe nicht ganz den (direkten) Zusammenhang mit der Schilddrüsenunterfunktion.

Für einen Gefäßverschluss spielen mehrere Blutwerte und äußere Faktoren eine Rolle. Allerdings würde ich zum Beispiel eher dem Cholesterin hier einen wichtigen Faktor zuteilen und weniger der Schilddrüse - aber vielleicht irre ich mich auch. Mit einer Schilddrüsenunterfunktion und so einer Ernährung wird diese Person mit großer Wahrscheinlichkeit (stark) an Gewicht zunehmen. (Indirekt könnte das natürlich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Gefäßverstopfung zu bekommen.)

Nur weil sich jemand durchgehen ungesund ernährt, bedeutet das nicht, dass er eine Gefäßverstopfung bekommt. Egal ob 18 oder 80. Faktoren wie Rauchen, hormonelle Behandlung (Pille) u.ä. sind hier viel wichtiger.

Von daher: Sehr unwahrscheinlich.


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