Frage von rosepetals, 38

Wie reagierten die damaligen Völker im Bezug zu ihren Weltvorstellungen aufeinander?

Ich lese gerade ein Fantasybuch, in dem 120 v.Chr. keltische und germanische Charaktere mit verschiedenen Vorstellungen von der Welt, der Seele, usw. aufeinander treffen. Sie sprechen zwar davon, dass sie sich in ihren Vorstellungen unterscheiden - jedoch scheint ihnen das nichts auszumachen.

Wie kann das jedoch in Wirklichkeit geschehen sein? Sie muss es doch gestört haben, dass eine Gruppe anders denkt, schließlich halten sie ihre eigenen Vorstellung für wahr... Sind das Gründe für Kämpfe gewesen? Hat man sich ausgetauscht/hat man sich von anderen ferngehalten (oder ist bekannt, dass Kelten und Germanen Seite an Seite lebten)?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dummie42, 19

Sie muss es doch gestört haben, dass eine Gruppe anders denkt,

Wieso? Man kann doch auch sagen, es gibt viele Wege zur Erlösung.

Ein Problem tut sich doch erst dann auf, wenn jemand behauptet, er
habe die alleinseeligmachende Wahrheit und alle anderen lägen falsch und
müssten deshalb bekämpft oder gar vernichtet werden (weil das Gott so
will). In polytheistischen Religionen ist es etwas leichter, sich zu
verständigen.

Nimm das römische Reich, dass ja auch in die Zeit
deines Romans passt. Die haben bei ihren Eroberung den Völkern ihre
Religionen gelassen, da wurde dann im römischen Pantheon einfach eine
neue Nische für den/die neuen Götter gefunden und gut. Einzige
Bedingung, die unterworfenen Völker durften nicht gegen den römischen
Kaiserkult und Macht ankämpfen. Und da kommen dann die
Christen ins Spiel, die sich dem nicht beugen und schon gar nicht den Kaiser anbeten wollten wollten und dann erst mal
der Verfolgung ausgesetzt waren, bis sie selber an die Macht kamen, der christliche Glaube romanisiert wurde und das Christentum
ab da fleißig andere Religionen terrorisieren konnten.

Und die zwangschristiansierten Germanen haben sich ja ihren Götterhimmel auch erst mal nicht einfach so leer räumen lassen. Die Muslime haben ja nicht unrecht, wenn sie dem Christentum Vielgötterei vorwerfen. In der Dreifaltigkeit steckt noch aus römischer Zeit die kapitolinische Trias aus Jupiter, Juno, Minerva, aber im Heiligenkult verbirgt sich noch ein ganz anderer Götterhimmel oder sogar mehrere, denn auch die versklavten Afrikaner haben sich in Südamerika die Heiligen zu nutze gemacht und ihre afrikanischen Götter dahinter versteckt. Das hat dann so bunte junge Religionen, wie Candomble hervorgebracht.

Nur die Protestanten, diese Spielverderber, haben uns diese Möglichkeit einfach weggenommen.


Antwort
von MrRomanticGuy, 11

Die Menschen waren früher genau soviel oder wenig tolerant wie heute. Gab sogar schon 500 Jahre und länger vor Christus Atheisten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community