kiramarie am 01.06.2007 um 20:15 Uhr
Unser Sohn, 5.Klasse Realschule, erzählte mir in letzter Zeit des öfteren, dass eine Fachlehrerin die Kinder regelmässig als Idioten, Sauhaufen, hyperaktive Deppen usw. beschimpft. Vor allem auf " hyperaktive Deppen" reagiert mein Sohn besonders allergisch, da er ADHS hat. Wie reagiert man als Eltern darauf am besten, ohne dem Kind zu schaden?

Wow, das ist dreist.
Ich würde mein Kind fragen, ob es etwas dagegen hat, dass ich mir seine Lehrerin mal vornehme, und ihm gleich dazu sagen, dass es sein kann, dass ihm daraus Nachteile entstehen, gegen die ich aber dann, wenn möglich, auch vorgehen würde.
Und dann würde ich der Frau sagen, dass sie unsere Kinder nicht zu beleidigen hat. Damit kann man doch auch zum Rektor.
Ich erinnere mich an meine Schulzeit. Wir hatten auch so eine unmögliche Lehrerin, die uns beschimpft und auch verleumdet hat. Unsere Eltern haben uns verteidigt und sind damit auch zur Rektorin, die der Frau auf die Finger geklopft hat. Wenn mehrere Eltern das tun, dann gibt es auch keine großen Folgen für die einzelnen Kinder, denn sie kann ja nicht alle Kinder büßen lassen für das Verhalten der Eltern.
Also vielleicht erstmal Rücksprache mit anderen Eltern halten.
Ich würde den Klassenpflegschaftsvorsitzenden konfrontieren und ihn bitten eine Sondersitzung einzuberufen. Auf der Sitzung könnte dann in Anwesenheit der Lehrkraft eine Klärung erfolgen. Falls dies nicht möglich ist, könnte man den Vorgang eine Stufe höher ansiedeln und den Schuleiter beauftragen, auf die Lehrkraft einzuwirkenm solche unqualifizierten, verbalen Äußerungen, zu unterlassen.
Zur Schule gehen und mit dem Rektor und allen Beteiligten (auch euer Sohn) reden, was da los ist. Evlt. noch andere Kinder dazuholen, die das bestätigen können.

Ich würde mit niemandem sprechen, sondern mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde reagieren. Diese würde ich zeitgleich dem bzw. der DirektorIn, und den beiden nächsten zuständigen Behörden zukommen lassen - per Einschreiben-.Bei uns in Österreich wäre das z. B. bei einem Hauptschüler der Bezirksschulrat und der Landesschulrat. Zeitgleich, damit keine Absprachen möglich sind.
Es wirkt sehr gut und stark, wenn man den Sachverhalt genau schildert und beschreibt, wie sich das auf den Sohn auswirkt und daraufhin auf das Familienklima.
Die Lehrerin wird daraufhin von ihren Vorgesetzten über diese Sache befragt und muß sich rechtfertigen. Sie wird dort dann vielleicht erzählen, daß die Klasse ganz schlimm ist und sie gefrozzelt wird,oder sonstwas, das ist ganz egal, wichtig ist, das das sehr, sehr unangenehm für sie ist, und schon aus diesem Grund wird sie sich anschließend anders verhalten.
Und euer Kind wird sie dann sowieso in Ruhe lassen,wiel sie ja weiß,was ihr passieren kann.
Ich stamme aus einer Lehrerfamilie (Eltern, 4 Geschwister und ich selbst Lehrer), habe 5 inzwischen erwachsene Kinder, die auch manchmal unfähige Lehrer hatten, habe das einmal machen müssen und das war SUPER!
Alii educent, tu, felix magistra, scribe! Ich habe mal etwas von dem gut funktionierenden österreichischen Beratungslehrersystem gehört.
Ganz einfach den Pauker mal zur Rede stellen und ihn mit Nachdruck fragen ob er sich sicher ist das er den richtigen Beruf macht. Vermutlich ist er einer der Spezies, welche den Beruf Lehrer nicht aus Berufung, sondern eher aus Faulheit machen. Habt keine Angst vor Lehrern - die sind oft dümmer als mal glauben mag. Letztenendes erbringen die eine Dienstleistung und werden dafür gut bezahlt. Man muß manche halt nur ab und an wieder mal daran erinnern.
Gut bezahlt ist was anderes. Aber recht hast du.
Wann sind Sie zum letzten Mal in der Schule gewesen? Wann haben Sie zum letzten Mal mit einer Lehrperson ein sachliches Gespräch geführt? Ihre Äußerung wird der vom Gesetzgeber geforderten vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule meiner Meinung nach nicht gerecht!
Das Problem ist doch, dass genau diese Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Lehrkräfte nicht mehr funktioniert - nichts desto trotz hat kein Lehrer das Recht, sich so dreist zu verhalten. Dieser jedenfalls hat seinen Beruft (kommt von - sich berufen fühlen) total verfehlt. Bin selber Ausbilder und hab es oft mit Kids ab 15 zu tun. Und ich bin schon einigermaßen überrascht, wenn Schulklassen (meist 14-Jährige) mit dem Leher die Betriebe besuchen. Leeeehrer gibts-die dürfts net geben.
Wenn die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus nicht funktioniert, kann das selbstverständlich auch an der Schule liegen; aber das ist aufgrund schulgesetzlicher Regelungen "einklagbar". Es kann aber auch daran liegen, dass die ELTERN nicht mitziehen, und daran kann die Schule nichts ändern! Dass ein Lehrer sich so nicht verhalten darf, habe ich in meiner Antwort klar zum Ausdruck gebracht.
Lehrer als Beamte oder Angestellte sind verpflichtet, durch ihr Verhalten dem Vertrauen gerecht zu werden, das ihnen in ihrem Beruf entgegengebracht wird (="achtungswürdiges Verhalten"). Beleidigungen, üble Nachrede und Verleumdungen von Schül. sind verboten; das ergibt sich schon aus § 185 ff StGB. Pädagogische Freiheit endet bei Überschreitung des Toleranzgebotes, der allgemeinen Menschenrechte, des Grundgesetzes. Verbale Entgleisungen können natürlich in Stresssituationen (laute Klassen, Uneinsichtigkeit von Schül.) vorkommen, und eine Lehrperson ist auch nur ein Mensch, der sich nicht immer unter Kontrolle haben kann, zumal wenn man/frau noch etwas unerfahren ist. Ich würde mit der Lehrperson zunächst ein Gespräch führen und nachfragen, warum es zu solchen sprachlichen Entgleisungen gekommen ist. In der Regel wird die Lehrperson zu diesem Gespräch bereit sein, eine weitere Person könnte hinzugezogen werden (Lehrerrat, als Beobachter und Unparteiischer). Die Lehrperson wird sich mit Sicherheit auch bei dem Schül. oder der Schülerin entschuldigen müssen und können und dabei die Hintergründe des fehlerhaften Lehrerverhaltens aufzeigen. In einem sachlichen Gespräch in ruhiger Atmosphäre ist also der Schaden heilbar. Den Lehrer vor die Klassenpflegschaft zu zitieren, halte ich für eine überzogene und unangemessene Forderung. Da werden unnötig Widerstände aufgebaut. Auch sofort die Schulleitung einzubeziehen, ist der Sache nicht förderlich. Diese Methoden wären meiner Ansicht nach erst dann anzuwenden, wenn die Lehrperson sich dem ersten Gesprächsangebot grundlos entzieht. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde endlich ist völlig überzogen; die wäre bei andauerndem oder wiederholtem Fehlverhalten nach einem fruchtlosen Gespräch mit der Schulleitung als unumgänglich anzusehen.- Ich habe eingangs gesagt, dass ein solches Verhalten einer Lehrperson menschlich und rechtlich nicht zu akzeptieren und ein Schaden entstanden ist, der wieder gut gemacht werden muss. Beschimpfungen können bei Schül. seelische Schäden hervorrufen, darüber muss sich jede Lehrperson im Klaren sein! Aber bitte, liebe Eltern: Nehmen auch Sie Ihren Erziehungsauftrag wahr und ernst! Auch Lehrer düren nicht beschimpft werden, auch Schülerinnen und Schüler haben Pflichten, z. B., im Unterricht mitzuarbeiten, den Unterricht nicht zu stören etc.! Nehmen Sie an der schulischen Entwicklung Ihres Kindes Anteil, arbeiten Sie mit der Schule zusammen! Kürzlich ist folgendes passiert: Eine Lehrperson wurde bewusst(!) von der Klasse provoziert, die Reaktion heimlich auf Fotohandy gefilmt und dieser Film dann ins Internet gestellt!!! Jetzt herrscht an der Schule absolutes Handyverbot. Also: Versuchen Sie sich auch einmal in die Lage einer Lehrperson hinein zu versetzen, die an einem Unterrichtstag sich Manches bieten lassen muss, was den Bildungs- und Erziehungsprozess auch bei einer den Schüler(inne)n wohlgesinnten Lehrperson in unzumutbarer Form beeinträchtigt!
Ich würde mit dem Rektor der Schule ein paar Takte reden. Nur über ihn ist eine Änderung/Besserung möglich.
Also das sind jawohl alles harmlose Wörter, die auf 5.Klässler oft zutreffen. Solange er deinen Sohn nicht persönlich einen hyperaktiven Depp nennt, braucht er es auch nicht persönlich zunehmen, und solange ist das ok.
kiramarie am 1. Juni 2007 20:51 Entschuldige mal bitte, aber ein Lehrer hat ja wohl Vorbildfunktion.Über die Jugend von heute wird sich aufgeregt, was für einen Umgangston sie untereinander u.auch Erwachsenen gegenüber pflegt u. ein Lehrer darf 5.Klässler so bezeichnen? Nee, das seh ich aber anders. Zumal mein Sohn das sehr persönlich nimmt, wenn jemand sich negativ in Bezug auf Hyperaktivität äussert.
engelhaar am 1. Juni 2007 20:53 Wie bitte, das soll NORMAL sein?
kiramarie am 1. Juni 2007 21:01 @engelhaar, meinst du mich oder morten?
Eikama am 2. Juni 2007 12:14 Sie meint morten...sonst wäre der Kommentar etwas nach rechts versetzt.....aber da er direkt unter deinem ist, ist das ein Kommentar zur Antwort
WildeFee am 3. Juni 2007 12:28 Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Mit einer solchen Einstellung, die Beleidigungen erlaubt, brauchen wir uns über unsere intolerante, gewaltbereite Gesellschaft nicht mehr zu wundern, da sie es ja dann direkt vom Lehrer an der Quelle lernen. Wer lernt, dass er selbst nichts wert ist, kann auch andere nicht schätzen.
Hallo Wilde Fee, Deinem Kommentar und besonders dem letzten Satz ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Leider kann ich Dir einen "Daumen hoch" nicht übermitteln, sonst würden es ihrer mehrere sein. Klasse!
Du hast völlig recht, aber ich hab da schon negative Erfahrungen gemacht.Mein Ältester hatte in der Grundschule eine Lehrerin, die die Kinder immer als Trottel bezeichnete u.sich auch darüber lustig machte, das mein Sohn damals stotterte.Obwohl viele Eltern mir diese Vorgänge bestätigten u.sich auch darüber aufregten, war keiner damals bereit mir den Rücken zu stärken u.sich mit mir zusammen zu tun.Also hab ich allein mit der Frau gesprochen, sie stritt natürlich alles ab.Ein Gespräch mit dem Rektor wurde im Keim erstickt..."kommen Sie mir nicht mit sowas, Frau Sowieso ist eine meiner besten Lehrkräfte..." Und meinem Sohn hat es letztendlich eingebracht, dass er bis zum Ende der Grundschulzeit kein Bein mehr auf die Erde bekam, bei dieser Lehrerin. Daher bin ich total verunsichert.
Hmm... das kann ich verstehen. Aber vielleicht machen ja dieses Mal andere Eltern auch mit, da ja auch ihre Kinder betroffen sind.
Notfalls müsste man doch damit zum Schulrat gehen können, oder?
Aber darum mein ich, sprich auch mit deinem Kind!
Ja, du hast recht, mich ärgert das schon sehr.Hatte vorhin noch mit einem Freund meines älteren Sohnes gesprochen,der auch mal an dieser Schule war.Er sagte, die Lehrerin wäre immer schon so gewesen u.zum Teil auch oft sehr beleidigend.Frag mich, ob sich da noch nie jemand beschwert hat.Ich werde es mir mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Vielleicht spreche ich auch erstmal mit dem Klassenlehrer unter 4 Augen u.höre was er dazu sagt?. Vielen Dank für deine Antwort.