Unser Sohn -gerade 2 geworden- ist mitten in der Trotzphase. Wenn ihm etwas nicht passt -z.B. Wickeln, Gesicht waschen o.ä- dann reagiert er wütend und haut mich. Er wird richtig jähzornig und haut, das macht er nicht bei anderen Kindern, nur bei mir, wenn ihm etwas nicht passt. Ich habe dies bisher meistens ignoriert, ich habe "Nein" gesagt und habe die Situation verlassen. Es ändert sich aber nichts an seinem Verhalten. Jetzt bin ich dazu übergegangen, seinen Arm festzuhalten, wenn er versucht zu hauen, schaue ihm in die Augen und sage betont "Nein". Hat aber bisher auch nichts gebracht. Gibt es noch andere Möglichkeiten oder müssen wir einfach so weiter reagieren und abwarten?

Gelassen reagieren, und die Situation entschärfen! Je mehr Theater , desto trotziger reagiert das Kind. Auch wenn es im Moment schwer zu glauben ist, die Trotzphase geht auch vorbei! Wünsche die starke Nerven!

Ich fühle mit dir. Habe die Phase gerade "fast" überstanden, jetzt ist die Phase mit "in Tränen ausbrechen" dran....
Wir haben seine Hand festgehalten und ihm bestimmt gesagt, dass wir das nicht wollen und ihn schließlich auch nicht hauen. Wenn das alles nichts half (in den richtigen Krisenzeiten flog dann auch schon mal alles durch die Gegend und der Tisch wurde umgeworfen)habe ich ihn mir geschnappt, auf seinen Schaukelstuhl in sein Zimmer gesetzt und klar und deutlich zu ihm gesagt: "Ich glaube, du brauchst mal eine Auszeit. Wenn du dich wieder beruhigt hast, kannst du wieder zu uns kommen.
Weggehen ist für ihn genau das, was er ja will: Wenn du weggehst, wickelst du ihn nicht, wäscht ihm nicht das Gesicht, er wird in seiner Spielphase nicht gestört und "gewinnt". Ein Tipp hierzu: Kurz bevor ich ihn wickeln will, oder irgendwas vorhabe, was ihn aus seinem Spiel reisst, kündige ich das mehrfach an, damit er sich darauf einstellen kann. Wenn ich ihn dann tatsächlich von seinem Spiel weghole, sage ich ihm noch mal, dass ich ihn eben schnell wickle und er dann weiterspielen kann.
Oft stimme ich auch eins seiner Lieblingslieder an, wenn sich eine Krise andeutet. Musik liebt er und er singt dann mit und entspannt sich. So bekommt er eigentlich auch Möglichkeiten gezeigt, wie er mit seiner Wut umgehen kann.
Mit seiner Wut umgehen lernen kann er auch, wenn man ihm Möglichkeiten aufzeigt, wie er sich ohne Gewalt gegen Menschen abreagieren kann:
Statt auf Mama soll er auf einen Teddy hauen
er kann Blätter (alte Zeitungen o.Ä.) zerreissen, die Schnipsel in eine "Wutschachtel" packen, dann geht die Wut weg
Toben lassen bis zum Umfallen (wir machen immer statt einer Kissenschlacht eine Schnuffeltuchschlacht, die Schnuffeltücher kann man gut werfen und die hauen so einen kleinen Kerl noch nicht um)- Aggressionsabbau pur.
Ihm Mittel aufzeigen, wie er auch sich wehren kann: Mein Sohn sagt immer, wenn er noch nicht gewickelt werden will, "Bisschen Nuten" (Übersetzung: Ein paar Minuten noch), und die lasse ich ihm dann auch. Das zeigt ihm, dass er nicht hilflos ist, sondern auch mitbestimmen kann, wenn er es über die Kommunikationsebene versucht.
Elster79 am 15. November 2007 12:43 super!!!
DH!
Nicht nur nein sagen, sondern ihm auch sagen warum er das nicht darf, zb weil er dir damit weh tut!!! 2 jährige verstehn mehr als du denkst!!
man der support ist ja gut daruf, alle fragen werden geschlossen von Verena
Die Zauberworte heißen Kommunikation und Rituale:
sprich mit ihm über Deine Vorhaben und laß ihm (genug) Zeit, sich darauf einzustellen; ein ins Spiel vertiefte Kind ohne Vorwarnung herauszureißen kann nur Ärger geben
folg(t) bei alltäglichen und immer wiederkehrenden Situationen einem bestimmten Ablauf; das gibt kleinen Kindern die Sicherheit, die sie (noch) brauchen
sei überzeugt von dem, was Du sagst und tust; Unsicherheiten übertragen sich blitzschnell auf das Kind und fordern entsprechende (Über-) Reaktionen geradezu heraus
zeig ihm, wo Deine Grenzen sind und akzeptiere die seinen; niemand muss sich wehtun oder beschimpfen lassen
zeig ihm logische Konsequenzen auf; jede (bewußt herbeigeführte) Verzögerung zieht weitere Verzögerungen nach sich
bleib gelassen und sei/werde Dir bewußt, dass ein "trotzendes" Kind gerade einen riesigen Entwicklungsschritt macht: es ist/wird sich seiner selbst bewußt -- das ist harte Arbeit!
Wieselchen am 16. November 2007 07:25 Genauso ist es! Auch dir DH ;-)
Vielleicht macht er Sie dafür verantwortlich dass er mit 2 Jahren immer noch gewickelt werden muss
Elster79 am 15. November 2007 11:58 was heisst hier immer noch?? mit zwei ist das doch noch völlig normal!!
Wieselchen am 15. November 2007 12:16 Sehe ich genauso, Elster, DH!