Frage von Apfelsosse, 50

Wie Perfektionismus umgehen?

Guten Abend,

ich bin leider ein großer Perfektionist.

Alles muss geplant/strukturiert und durchgegangen werden.

Allerdings habe ich auch eine sehr spontane Seite in der ich auf meine Improvisationstalente zurückgreife.

Und irgendwie ist mir die 2. Seite viel lieber, da meine Erfahrungen zeigten wie das Leben so spielt.

Es spielt selten so wie man es sich vorstellt und deshalb versuche ich einen kleinen roten Pfaden einzubringen um nicht alles planen zu müssen.

Nun zu meinem Problem: Wenn ich mir was vornehme und mich auf diese Sache voll einlasse, fange ich bei Punkt 1,2,3 an. Nur zweifel ich dann irgendwann bei 12 13 14. Und das führt dann dazu, dass ich mich im Kreis drehe und einfach nicht vorran komme.

Die Erfolge bleiben natürlich aus und ich fühle mich schlecht, da ich nichtmal richtig angefangen habe! :(

Wie kann ich diese Zweifel besiegen und endlich vorankommen?

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Antwort
von regex9, 25

Wenn du so gut auch improvisieren kannst, dann nutze einen Plan B. Nur weil die Schritte 12, 13, 14 dich nicht mehr überzeugen, musst du nicht alles gleich wieder in den Müllkorb pfeffern. Oder du musst dir anfangs eine bessere Ausgangsbasis schaffen, die mehrere Möglichkeiten offen hält.

Mir persönlich ist das Problem an sich auch bekannt, doch konnten mich einige Neuversuche oft wieder auf neue Ideen bringen. Es ist eine kreative Phase, die man ruhig durchlaufen kann. Zumal man dann weiß, was geht, was man kann und was eher ungünstig ist.

Antwort
von Nashota, 13

Mal von mir ausgehend: Wenn ich ein Projekt plane, zum Beispiel im Garten, dann sehe ich oft schon vor einem geistigen Auge, wie es fertig aussieht. Aber ich bin trotz Idee immer offen für weitere Einfälle.

Schlussendlich ist wie immer der Weg das Ziel, auch wenn er mal einen Umweg bedeutet hat.

Kurz gesagt: Wenn du wirklich ein Bild vor Augen hast, dann verhalte dich wie Haare: Die wachsen auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Also sind Geduld und Ausdauer gefragt.

Eine Idee im Kopf ist die Quelle. Der weitere Verlauf muss aber nicht schnurgerade sein, sondern darf sich auch schlängeln. Wer seinem Gedankenfluss Raum und Zeit gibt und sich auch weiter inspirieren lässt, der hat auch Freude an seiner Arbeit und vollendet dann auch zufrieden seine Vorstellung.

So geht es mir zumindest.

Antwort
von Gramling, 4

Hallo Apfelsosse, ich grüße dich.

Zunächst ist zu fragen: "Was oder Wie ist ein Perfektionist? Was tut er? Wie tut er? Was macht ihn aus?"

Ihn machst aus, dass er sich als ein individueller Jemand zurück hält. Als dieser besondere Ich ist er nicht anwesend, nicht vorhanden und auch nicht involviert. Im Grunde macht er sich durch sein "perfekt sein" zu einem "nicht individuellen Ich".

Wenn du also mit 1,2,3 beginnst, dann gehst du vollständig in dem Problem, in der Aufgabe oder in dem was anliegt auf, sachorientiert, logisch oder rational. Du denkst auf das Ziel hin. Es könnte auch gesagt werden, dass du in eine Sach-Trance hinein geraten bist, in der du dich eingebunden hast. - - - Nach einiger Zeit, bei 12,13, 14 wirst du allmählich wieder wach. Die Trance löst sich auf und du siehst auf den Sachverhalt mit deinen wachen und individuellen Ich-Augen, dass heißt, du wirst wieder als Ich präsent.

Ich bitte diese Aussagen nicht penibel wörtlich zu nehmen. Es ist eine Beschreibung mit Worten, die einen Zustand - in der Art wie oder als wäre ... , darstellen.

Ich grüße Dich und bleib gesund.

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