Wie passen Homosexualität und Religion zusammen?

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48 Antworten

Das kommt meiner Meinung nach daher, dass der hypothetische Wille eines angeblichen Gottes nicht mit der offiziellen Lehre einer Religion oder Glaubensgemeinschaft übereinstimmen muss.

Über Jahrhunderte hinweg wurde Religion nicht nur zur moralischen Erziehung der Menschen, sondern auch als Machtmittel und zur Manipulation genutzt.

Man kann bei diskriminierenden Textpassagen also grundsätzlich in Frage stellen, ob dies tatsächlich die ursprüngliche Lehre des angeblichen Gottes ist.

Es kann genau so gut sein, dass diese Formulierungen erst später hinzugefügt wurden, um bestimmte Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren.

Nur weil eine Schrift von sich selbst behauptet, göttlichen Ursprungs zu sein, ist das noch kein Garant für die moralische Integrität dieser Lehre.

Behaupten kann man schließlich vieles, wenn der Tag lang ist.

Insbesondere, wenn auf einer möglichst wortwörtlichen, oder konservativen Auslegung der jeweiligen Schriften bestanden wird, ist Diskriminierung praktisch vorprogrammiert.

Erfreulicherweise gibt es aber auch Geistliche, die eine tolerante, weltoffene Interpretation befürworten und beispielsweise sogar soweit gehen, zu behaupten die Diskriminierung sei evangeliumsfeindlich

http://www.evangelisch.de/inhalte/84019/03-06-2013/homosexuelle-auszuschliessen-ist-evangeliumsfeindlich

Auch, dass der Vatikan die so genannte "Judenmission" nun missbilligt und Bekehrungsbewegungen wie "Jews for Jesus" kritischer gesehen werden, sehe ich als positiv an.

Man darf nicht vergessen, dass die religiösen Schriften der Weltreligionen mehrere hundert bis tausende von Jahren alt sind.

Da verwundert es nicht, wenn manche Regeln einfach nicht mehr der Realität der Gegenwart entsprechen, sondern als überholt und überflüssig angesehen werden können.

Es gibt beispielsweise Tierarten, die Sex nicht nur zur Fortpflanzung, sondern auch aus anderen Gründen, wie Stressreduktion praktizieren - genau wie der Mensch.

Wenn jetzt eine Schrift behauptet, Sex diene nach Gottes Willen nur der Fortpflanzung, dann beweisen diese Tiere ("Gottes Schöpfung") praktisch das Gegenteil und dass diese Ansicht veraltet ist.

Man sollte halt nicht alles unreflektiert für bare Münze nehmen, was sich so "göttlich geoffenbart" nennt.

Manche Lehren brauchen halt dringend ein "Update" in ihrer Auslegung.

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Aus Sicht eines Religionsstifters ist Sex ja ohnehin nur eine unerwünschte Ablenkung vom Wesentlichen (nämlich zu beten, missionieren usw.) und daher nur zur Vermehrung (der Gläubigen) geduldet. Dies ist auch der Grund warum Verhütung, Abtreibung usw. meist ebenfalls verboten ist.

Homosexuelle Beziehungen bestehen aus religiöser Sicht ja ausschließlich aus "Lust" und "Vergnügen" (also Ablenkung ohne Vermehrung) und werden daher als "widernatürlich" verteufelt. Da auch keine Nachkommen gezeugt werden, gibt es aus Kirchensicht keinen Grund Homosexualität zu dulden oder gar zu fördern.

Religion war und ist schon immer ein Werkzeug gewesen um Menschen zu beeinflussen, zu steuern und auszunehmen. Ob man sich diesem System (in dem es durchaus ein paar wirklich Gläubige geben mag) unterordnen möchte, muss jeder für sich entscheiden. In den meisten der Jahrhunderte alten Schriften werden nämlich nicht nur Homosexuelle mit dem Tode bedroht, sondern auch Sex vor und außerhalb der Ehe, falsche Ernährung, falsche Kleidung, freie Rede und und und...

Seid nett aufeinander!

R. Fahren
(Bekennender Atheist)

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Kommentar von SinanT86
29.12.2015, 20:18

Zumindest im Islam ist Verhütung nicht nach Konsens verboten und Sex zum Vergnügen ist innerhalb einer Ehe meines Wissens nach auch erlaubt. Und der letzte Abschnitt ist nichts anderes als pseudo-intellektuelles 0815 Anti-Religionsgequatsche und basiert auch keinerlei erwiesenen Fakten.

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Kommentar von RFahren
29.12.2015, 20:39

Zumindest gab und gibt es im Namen des Atheismus keine Kriege, "Ehren"morde und Verfolgung.
Von mir aus kann jeder glauben an wen und was er will - Gott, Allah, Budda, das fliegende Spaghettimonster oder Darth Vader - solange er nicht mit seinen verquasten Ansichten in meinem Leben herumpfuscht oder vor meinen Augen anderen Menschen das Leben versaut.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Es gibt mehrere Möglichkeiten; such Dir eine aus:

1) Es gibt keinen Gott der alles erschaffen hat ; alle Religionen sind Erfindungen der Menschen.

2) Es gibt einen Gott der alles erschaffen hat, er ist aber komplett anders (hat sich nie wirklich bemerkbar gemacht) und die Religionen sind Erfindungen der Menschen (i.e. falsch, also nicht Gottes Wille).

3) Es gibt einen Gott der alles erschaffen hat, er hat aber Fehler gemacht. Die Religionen haben recht.

4) Es gibt einen Gott der alles erschaffen hat, er hat das absichtlich gemacht, um uns zu ärgern/prüfen/quälen usw.; die Religionen haben recht.

Vielleicht fällt Dir noch mehr ein; ich bleibe mal bei den 4 Alternativen.

#4) Ich hätte mein Probleme mit einem Gott #4. Er wäre dann vielleicht eher Satan, und man würde den falschen anbeten.

#3) Einen Gott #3 kann ich mir nicht vorstellen. Wenn er schon alles macht, dann kann er es auch richtig machen.

#2) Gott #2 bedeutet für Dich: glaube an Gott aber ignorier alles was in Bibel/Religionen etc. gesagt wird. Mach Dir Dienen eigenen Glauben und hör nicht auf andere. Auch auf keine Bücher, denn die sind alle von Menschenhand gemacht.
Das ist ein akzeptabler Weg.
Dann aber schleunigst aus der Kirche/Islam/Wasimmer austreten...

#1) ist für mich die logisch(st)e Erklärung.
Die Einzige, die ohne Widersprüche alles auf der Welt erklärt. Klar muss ich dann auf die heimelige Aussicht eines Paradieses verzichten. Das ist aber eh' nur ein naiver Wunschtraum, und ich glaube nicht an Märchen oder leere Versprechungen von Seelenverkäufern...

Also ich für meinen Teil würde Dir raten:

ignorier alles und lebe Dein Leben. Sei dabei ein "guter Mensch" im Sinne von "tue anderen nichts, was sie nicht wollen", und gib ihnen - sofern Du kannst - was sie wollen.
Leben und leben lassen. Sei aber kein "guter Mensch" im Sinne der kaputten Moralvorstellungen anderer. Mach Dir Deine eigene Gedanken und ignorier alle Besserwisser (denn sie wissen es auch nicht, sondern behaupten nur).

Ich persönlich habe weder was gegen Homosexualität, noch gegen Prostitution. Falls Dich das noch interessiert.

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Da habe ich eine feine PDF gefunden aus der ich jetzt mal fleißig zitiere

Hiob-Buch Kapitel 12 Vers 7 - 10:
,,Frag doch das Vieh, das wird's dich lehren. 

Und die Vögel unter dem Himmel, die werden dir's sagen. 

Oder rede mit der Erde, die wird dich's lehren,

 und die Fische im Meer werden dir's erzählen: 

Wer erkennt nicht an alledem, dass des Herrn Hand solches gemacht hat, dass in seiner Hand ist die Seele alles dessen, was da lebt, und der Geist allen Fleisches des Menschen".

Karl Barth schreibt:,, Mit einer Seele der Tiere, jedenfalls im biblischen Sinn des Begriffs eines Lebensprinzips, wird man wohl rechnen müssen. Ob und in welchem Sinn auch sie nicht nur von Gott her, sondern zu Gott hin ist, ist für uns dunkel."

Quelle: 
http://www.predigten.de/predigt_pdf.php?id=1105

Jetzt bin ich zu sehr noch anderweitig mit dem Kopf um entsprechende Stellen aus dem NT anzuführen. Auf jeden Fall wird Jesus, g.s.S.N., gefragt, ob auch Tiere eine Seele haben oder nur Menschen. Seine Antwort darauf ist wie öfter mal eine Frage: Wo steht in den Überlieferungen dass unser aller Schöpfer die Tiere und alles Leben welches vor den Menschen geschaffen wurde anders machte als uns Menschen? 

Im Judentum, zu dem Jesus, g.s.S.N., gehörte, ist es durchaus üblich zu diskutieren, hinterfragen, das Gegenteil dessen was zunächst angenommen wird zu beachten. Dass aber gerade zu dieser Frage ein zugelassener Apostel berichtet lässt nachdenken. 

Denn, wir wollen doch bitte mal zur Kenntnis nehmen:

Es gibt nicht nur Christen die an die Dreieinigkeit glauben und nur an die Überlieferungen von vier Aposteln. Der christliche Glaube den wir also als allgemein voraussetzen ist es tatsächlich nicht. Da mir aber andere Überlieferungen nicht zur Verfügung stehen kann ich nur auf die uns allgemein bekannten zurück greifen. 

Und da wird ausdrücklich vor Hochmut gewarnt. Menschlichem Hochmut. Im Zusammenhang mit Tieren und Pflanzen kommt diese Charaktermöglichkeit gar nicht vor. 

Wäre ja auch einen Gedanken wert. 

Ich habe diese Frage bezüglich Homosexualität übrigens vor langer Zeit mal einem gewissen Herrn Ratzinger vorgelegt. Als Antwort berief er sich auf einen menschlichen Beschluss. Und der Mann kannte schon als Kardinal seine Bibel sehr gut auswendig. Aber eben auch die menschlichen Beschlüsse. 

Für mich als Christin ist es nicht möglich zu urteilen. Zumindest nicht über andere Lebewesen. Wenn ich mir persönlich ein Urteil über SEINE Regeln bilden will schaue ich auf die Fakten. Und die hast Du genannt. 

Ansonsten gehört Sexualität für mich zur Intimsphäre. So wie ich mir verbiete dass sich da ungefragt ein wildfremdes Subjekt bei mir einmischt verbiete ich mir mich ungefragt in wildfremder Lebewesen Intimsphäre einzumischen. 

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Menschen haben Religionen und damit auch ihre Götter geschaffen, sie an ihre Moralvorstellungen und ihre Traditionen angepasst. Da das alles mehrere hundert Jahre her ist mag manches davon mittlerweile veraltet und sogar absurd erscheinen.

Ich bin katholisch erzogen aber verstehe nicht warum Liebe mal was Gutes und in einem anderen Fall Sünde sein soll. Das Gefühl ist doch das selbe, es geht weit über stumpfe Wollust hinaus und ob sich nun Männlein und Weiblein verbunden fühlen oder gleichgeschlechtliche Paare ändert nichts. Theoretisch dürften ja nichtmal Ehepaare Sex haben ohne die Absicht Nachwuchs hervor zu bringen aber wie realistisch ist das?

Obwohl ich schon seit mehr als einem Jahrzehnt Agnostiker bin hatte ich viele lange und interessante Gespräche mit einer Nonne die eine Kappelle bei uns im Wald betreute. Sie sagte mir (unter anderem) das Liebe die größte Macht auf Erden sei und von Gott gegeben, kein anderes Wesen könne sie so ergründen, verstehen und leben wie wir Menschen und deshalb sollten wir sie suchen und annehmen wo sie uns findet und teilen mit wem wir können und wollen.

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Kommentar von comhb3mpqy
30.12.2015, 19:47

Ich glaube nicht, dass die Menschen Gott geschaffen haben, sondern Gott die Menschen. Viele Jünger von Jesus sind verfolgt und getötet worden, sie hatten kein Interesse sich die Religion auszudenken.

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Bei jeder Religion gibt es unterschiedliche Auslegungsansichten.

Jemand hier hat schon den Text von Matthew Vines verlinkt und ich tue es gerne noch mal, damit man sieht, es gibt eine pro-homosexuelle Auslegung der Bibel.

http://www.matthewvines.com/transcript/german/

Desweiteren möchte ich zwei Anregungen geben:

Wie kann Gott einen Menschen homosexuell erschaffen und ihm dann verbieten das auszuleben? Immerhin ist Homosexualität ein Teil seiner Schöpfung.

Viele denken bei Homosexualität nur an Sex. Den Aspekt der Liebe übersehen sie. Wie kann der uns liebende Gott denn gegen Liebe sein?

Dann noch eine persönliche Anmerkung von mir:

Viele Religionskritiker übersehen, dass gläubige Menschen mitnichten eine homogene Masse sind. Dabei gibt es viele unterschiedliche Gruppierungen mit unterschiedlichen Ansichten. Vor allem ist Glauben eine persönliche Anglegenheit und sehr individuell ausgelegt. Nicht jeder Mensch glaubt auf dieselbe Art und Weise.

Von daher: Ich denke, dass Homosexualität und Glauben miteinander vereinbar sind. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Religionsinstitute eine Vereinbarkeit finden werden würden, wenn sie denn eine haben wollten.

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die passen nicht zusammen,homosexualität gabs schon immer und da religionen von menschen erschaffen wurden machen die die regeln.gott hat noch nie was dazu gesagt auch wenn es viele behaupten,er schweigt wie immer sonst müsste er die peitsche schwingen gegen alle die sich anmaßen in seinem namen zu sprechen

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Ich kann Dir nur für meinen christlichen Glauben antworten.

a) Dazu müssten wir uns erst einmal über die Bibel verständigen. Weil Gott als allmächtig und unfehlbar gilt, hat man auch von der Bibel behauptet, dass sie fehlerfrei und widerspruchslos sei - ohne zu fragen, ob sie das überhaupt sein will.

Wenn man genau hinschaut, merkt man, dass es der Bibel sehr wichtig ist, Dinge von unterschiedlichen und im Detail auch widersprüchlichen Seiten zu sehen.

Man könnte auch fragen: Warum gibt es vier Evangelien und nicht nur eines? Warum gibt es die doppelte Berichterestattung in Chronik- und Königebüchern? Warum unterscheidet sich die Landnahmedarstellung im Josua- und im Richterbuch?

Manchmal kann man auch ein und dieselbe Geschichte aus unterschiedlichem Blickwinkel sehen: Ist Abraham Vorbild im Glauben,m weil er das Messer über seinem Sohn Isaak hob? Oder ist er es, weil er das Messer gerade noch rechtzeitig wieder beiseite legte? Sagt diese Geschichte, man muss sich auf jeden noch so unmenschlichen Befehl einlassen, weil man meint, er komme von Gott? Oder sagt dieses Geschichte, es gibt Befehle, die man nicht mal dann ausführen darf, wenn man glaubt, sie kommen von Gott? Ich bin klar der letzten Auffassung.

Und auch die jüdische Auslegung legt schon lange Wert darauf, dass es bei dieser Geschichte um die Ablösung vom Menschenopfer geht.

Die Bibel selbst will augenscheinlich, dass man Dinge von zwei Seiten sehen kann. Und manchmal müssen wir uns entscheiden, welche Seite uns wichtiger ist. Das ist die Verantwortung, die wir vor Gott haben.

b) Der größte Fehler des Christentums besteht darin, ein allgemeingültiges  Richteramt darüber übernommen zu haben, was richtig und was falsch ist. Das Judentum etwa hat dazu im Gegensatz im Talmud ausdrücklich widersprechende Auslegungen der Tora überliefert, damit wir uns in unserer Gegenwart ein eigenes Urteil bilden können. Das ist auch die Tradition, in die sich Jesus mit dem "Ihr habt gehört, dass gesagt ist,..." gestellt hat. Mit der Inquisition aber auch manchen evangelikal-protestantischen und anderen Festlegungen hat sich das Christentum völolig unbiblische Denkverbote auferlegt. Schade eigentlich. 

c) Wenn wir heute die Frage nach der Homosexualiät gut beantworten wollen, müssen wir mehreres abwägen.

Bei der Erschaffung des Menschen zum Ebenbild Gottes geht es nicht darum, dass Gott Ehepaare erschaffen habe. Andernfalls würden auch Singles unberücksichtigt bleiben...
Im Zusammenhang geht es darum, dass die Juden sich über den babylonischen König lustig machten, der an Gott Sonne und Mond glaubte (die werden nur als erschaffene "große und kleine Lampe" bezeichnet) und sich selbst für das einzige Ebenbild Gottes hielt. Auch ist alles andere von Gott erschaffen und muss daher nicht als göttlich verehrt werden. Und zum Menschen heißt es, dass jeder Mensch Gottes Ebenbild ist, unabhängig vom Geschlecht, männlich ebenso wie weiblich. Wenn man an dieser Stelle die Bibel mal wirklich wörtlich nimmt, bricht eine ganze liebgewonnene Begründung der kirchlichen Ehelehre komplett in sich zusammen.

Gott hat jeden Menschen als sein Ebenbild erschaffen. Unabhängig vom Geschlecht, vom Stand, von der Volkszugehörigkeit, vom Alter, von seiner Intelligenz. Und selbst den Mörder Kain stellt er deswegen unter seinen persönlichen Schutz.

Und da soll ein Schwuler, eine Lesbe nicht auch unter Gottes persönlichem Schutz stehen?

Ja, es gibt einige wenige Bibelverse, in der homosexuelle Handlungen als Gräuel bezeichnet werden.

Andererseits gibt es auch Speisegesetze, in denen bestimmte Speisen als Gräuel bezeichnet werden, die Gott dann im NT doch zu essen erlaubt. "Was Gott gereinigt hat, erkläre nicht für unrein!" heißt es dazu.

Es gibt Aussagen dazu, wie Minderheiten behandelt werden sollen, und dass sich dort Kriterien für das letzte Gericht finden: Wie man Kranke oder Alte oder Gefangene im Stich gelassen hat oder nicht. Ich halte die Aufzählung in Matthäus 25 nicht für abschließend, sondern für beispielhaft.

Und wenn ich mir dann konkrete Schicksale von Schwulen und Lesben vor Augen halte in Ländern, in denen heute noch eine restriktive Gesetzgebung bis hin zur Todestrafe gilt, aber auch im Strafrecht Deutschlands unter dem Schwulenparagraphen, dann haben sich Christen an diesen Menschen in unerträglicher Weise versündigt. Und sie werden sich dafür vor Gott zur Rechenschaft ziehen lassen müssen. Sie haben einfach nicht gemerkt und auch nicht merken wollen, dass Gott nicht nur dem Abraham bei der Exekution seines Sohnes in den Arm gefallen ist, sondern auch den Christen bei vielen ihrer religiös begründeten Unmenschlichkeiten.

d) Um es kurz zu machen: Die Bibel ist kein Rezeptbuch, in dem es für jede Gelegenheit das passende Rezept gibt. Sie gibt Richtlinien, aber richtig handeln muss der Mensch selber.
Und es gibt keinerlei Rechtfertiung, einen anderen Menschen nicht als Gottes Ebenbild zu behandeln, und wenn er noch so schwul oder noch so lesbisch wäre. Es gibt keine Rechtfertigung für Lieblosigkeit, und wenn man sich noch so sehr auf einzelne Bibelsprüche berufen würde.

Sünde ist so viele im Leben. Aber man versündigt sich nach einer biblischen Aussage nicht an dem, was man isst oder empfindet, sondern an dem, was man sagt und was man tut.
Das können auch sexuelle Handlungen von Heteros sein. Das können auch sexuelle Handlungen von Schwulen und Lesben sein. Aber ganz sicher nicht, weil es (homo)sexuelle Handlungen sind.

e) Bibelauslegung ist anspruchsvoll, aber nicht allzu schwer. Die Erfahrung zeigt, dass man es sich dabei sehr leicht - zu leicht - machen kann. Und dass man dabei in einem religiös intolerablen Maße lieblos und hartherzig werden kann, bis hin dazu, dass Menschen in den Suizid getrieben werden können. Dann läuft bei der Auslegung ganz sicher etwas schief.

Vor allem aber muss man immer damit rechnen, dass es mehrere Sichtweisen in der Bibel gibt, zwischen denen man sich selbst entscheiden muss.

Wie ich mich in dieser Frage entscheide, ist wohl deutlich geworden.

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Kommentar von sarahj
30.12.2015, 16:13

Die Frage stellt sich doch dann aber zwangsläufig: wozu braucht es dann noch eine Bibel(/Tora/Koran), wenn ich mich verdrehen muss, um sie so auszulegen, daß sie meinen Moralvorstellungen genügt.
(woher kommt die, wenn nicht aus dem Humanismus).

Wäre da eine Religion-Reloaded, ein Neuanfang ohne Bibel/Tora/Koran die logische Konsequenz?

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von einem betroffenen:

homosexualitaet ist ein schlecht gewaehltes wort fuer liebe zwischen zwei menschen. es entsteht jedes mal wieder der eindruck, dass schwule und lesben sich ausschliesslich zum geschlechtsverkehr treffen und ansonsten keinerlei bindung eingehen oder womoeglich gefuehle fuer jemanden haben koennten. 

der vergleich mit homosexuellen handlungen im tierreich ist immer nett gemeint, ist auf der anderen seite grenzwertig, wenn es um beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen partnern geht. sex ist in erster linie ein trieb, der befriedigung sucht und der im guenstigsten fall fuer beide seiten positiv ist.

lustempfinden BEGUENSTIGT das zeugen von nachkommen. viel mehr zusammenhang besteht da nicht. wenn leute so tun, also ob sex eine wilde anstrengung im namen gottes sei, um kinder zu machen, ist das doch heuchelei.

demnach ist sex zur lustbefriedigung ohnehin etwas, das mit religion kaum in einklang zu bringen ist, unabhaengig davon, wer mit wem schlaeft.

so und zur liebe: wenn irgendein heiliges buch von liebe spricht, hat das mit sex gar nichts zu tun. insofern ist dies komplett getrennt zu betrachten. wer wen liebt (und eigentlich sollen wir uns ja alle lieben) ist vollkommen egal. 

es ist im uebrigen auch  gesetzlich meines wissens nirgendwo verboten, dass zwei frauen oder zwei maenner sich lieben. verboten ist analverkehr in vielen laendern oder komplett sexuelle handlungen zwischen vertretern des gleichen geschlechtes. 

dabei kommen frauen meistens besser weg, weil lesben in solchen laendern anscheinend gar kein sex zugetraut wird.

wenn die leute einfach mal aufhoeren wuerden, "homosexualitaet" als synonym fuer "analverkehr" zu verwenden, kaemen wir der sache womoeglich naeher.

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Dafür wirst du auf dem Solar betriebenen Bio-Scheiterhaufen brennen!!...

Sorry, konnte nicht anders^^ Jedenfalls hängt das damit zusammen, das Religion immer eine Sache des Menschen ist (sprich Werkzeug), während der Aspekt des Glaubens - egal über was was, egal mit welchem Inhalt, sprich was du beispielsweise persönlich glaubst - immer darunter untergeht.
Hängt mit unter daran, das in solchen Strukturen wie Religion kein Wenn und Aber platz haben. Was wiederrum chronisch darin endet das sich gewisse Aspekte aufgrund fehlender inhaltlicher Stringens selbst wiedersprechen. Das zur größten Geschichte der Menschheit...

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Meiner Meinung nach gibt es keinen Zusammenhang zwischen er Homosexualität und der Religion. Ich habe zwar weder die Bibel ganz gelesen, noch habe ih den Koran oder sonst was gelesen, aber ich bin mir zu  99% sicher, dass der nirgends angedeutet wird, dass Homosexualität eine Sünde ist, oder auch sonst nicht "richtig" ist. Das einzige, was darauf hindeutet ist die Geschichte von Adam und Eva, beziehungsweise die Tatsache, dass gleichgeschlechtliche Paare keine Kinder bekommen können, aber dafür gibt es ja inzwischen auch andere Wege. Ich glaube, die Menschen müssen sich Richtug und Falsch ausdenken, damit es für sie einen Sinn gibt, manche Menschen unter sich zu stellen und auch so zu behandeln, damit sie sich wohler in ihrer Haut fühlen. Mit Religion hat dies relativ wenig zu tun. Und das sage ich als gläubige Christin!

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Kommentar von KaeteK
30.12.2015, 09:50

Gottes Wort ist da ganz eindeutig...Allein der Geschlechtsakt ist schon gar nicht mit der Natur des Menschen im Einklang. Lies den Schöpfungsbericht: "MANN und FRAU" - Ich lese nicht von Frau und Frau und Mann und Mann...

Was ist daran falsch zu verstehen?

1. Mose 1 26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt! 27 Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn; Mann und Weib schuf er sie.  28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan; und herrschet über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf der Erde regt!

lg

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Kommentar von nutzer131
30.12.2015, 13:03

Ich habe zwar weder die Bibel ganz gelesen, noch habe ih den Koran oder sonst was gelesen, aber ich bin mir zu  99% sicher, dass der nirgends angedeutet wird, dass Homosexualität eine Sünde ist, oder auch sonst nicht "richtig" ist.

Zumindest in der Bibel wird es ziemlich eindeutig verboten.

"Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel." 3.Mose 18,22

http://www.bibleserver.com/text/EU/3.Mose18

"Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen." 3.Mose 20,13

http://www.bibleserver.com/text/EU/3.Mose20

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Sehr gut!

Wir sind alle Gottes Geschöpfe!

Nur gibt es da die Katholiken, die haben da ein Problem, da sie es offiziell nie eingestehen wollten, dass die Menschheit nun mal nicht nur aus Mann und Frau im Sinne von Heterosexualität  besteht. Das hat was mit der Geschichte und dem Machtstreben der Kirche in grauen Vorzeiten zu tun.

Mir hilft da ein Spruch sehr weiter:" Wir sind alle Gottes Kinder! " Und da gibt es kein einstufen in bessere und schlechtere. Wir sind alle gleich vor Gott.

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Religionen sind von Menschen gemacht.So erklärt sich ein Wandel über die Jahrtausende.Im antiken Griechenland war Homosexualität,Bisexualität völlig normal.Anders war die Achtung zwischen alt und jung,heute ist es oft Ausnutzung,Ausbeutung,der schnelle Sex.In der Antike war es Ehrerbietung und tiefe Freundschaft,sowohl vom Kopf wie in der Liebe ,was die Homosexualität angeht.Beste Grüße.Habe überpointiert...bitte nicht schlagen.)

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Kommentar von comhb3mpqy
30.12.2015, 19:50

Ein Gegenargument, dass ich häufiger bringe: Viele Jünger von Jesus sind verfolgt und getötet worden, sie hatten kein Interesse sich die Religion auszudenken. Gründe, warum ich an Gott glaube findet man auf meinem Profil.

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Im Grunde ist die Behauptung schlicht, "weil es im Tierreich häufig anzutreffen ist, kann es keine Sünde sein". Soll das dann auch für Vergewaltigung gelten, weil auch diese häufig im Tierreich anzutreffen ist?  Sollen dann folgerichtig demnächst Behinderte von der Gesellschaft gemobt werden, weil auch dies im Tierreich häufig anzutreffen ist? u.s.w. Wohl kaum. 

Menschen sind Kulturwesen. Was bei ihnen erlaubt und verboten ist, bestimmen sie einzig und allein selbst. Die Juden wollten sich in der Vergangenheit von anderen Völkern abgrenzen. Das haben sie z.B. durch das Verbot Schweinefleisch zu essen getan, durch das Gebot alle 7 Tage einen Ruhetag einzulegen ... - und eben durch das Verbot der Homosexualität. 

Die mosaische Gesetze gaben dann für die Nachfolgereligionen mehr oder weniger eine Traditionslinie vor. Das hat mit einem möglichen Gott - oder keinem Gott - nicht das geringste zu tuen. 

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Kommentar von wickedsick05
30.12.2015, 21:12

Soll das dann auch für Vergewaltigung gelten, weil auch diese häufig im Tierreich anzutreffen ist?  

du hast meine Frage nicht verstanden:

Wie also passt es zusammen, dass Gott Tiere schafft, die genau dem nachgehen, was in der Religionen Sünde ist?

anders formuliert:

Wieso hat Gott der allwissend, allmächtig ist Tiere geschaffen und mit einem Verhalten ausgestattet das er ablenht?

MEHR wollte ich nicht wissen. Das hat also mit Moral, Gesetzen, Tradition oder Sünde nicht das geringste zu tun. 

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Die "Religionen" stammen von der "geistigen Energie" (2.Kor.11,14), welche die ganze Welt verführt hat (Offb.12,9) und von unserem ewigen Schöpfer (Jes.45,22)  "Gott dieser Welt" genannt wird (2.Kor.4,4).

In Bälde wird dieser (Offb.17,1-5) aber gefangen gesetzt (Offb.20,2).

Dann wird Gottes Reich proklamiert (Offb.14).

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Homosexualität und Religion sind nicht notwendig ein Gegensatz.

Es ist aber ebenso wichtig zu sehen, dass weder die Islamverbände noch das Judentum oder die christlichen Freikirchen auf eine eindeutige (ablehnende) Position festgelegt werden können. Freilich sind Abstufungen zwischen offener Ablehnung, Unterstützung der Bekämpfung von Diskriminierung und Akzeptanz gelebter Homosexualität vorhanden.

Sexuelle Orientierungen neben Homo- und Heterosexualität kommen in den aufgeführten Erklärungen und Positionen nur am Rande und eher zufällig vor.

Schließlich sei kurz angedeutet, dass die jeweiligen konservativen Strömungen der diversen Religionstraditionen auch ein modernes Phänomen darstellen (vgl. Artikel “Das kategorische Dilemma des Konservativen”). Das gilt auch eingeschränkt für ihre häufige Gegnerschaft zur Homosexualität. Das Ringen um z.B. Ehe- und Familienkonzepte macht Homosexualität erst im Diskurs mit aktuellen progressiven Kräften zu einem Streitthema. Die jeweiligen Traditionen selbst böten oft genügend Material für alternative Deutungen eines Einbezugs alternativer sexueller Orientierungen. Einige der zitierten Quellen enthalten Beispiele daraus.

...... http://www.remid.de/blog/2014/03/homosexualitaet-in-den-religionsgemeinschaften-deutschlands/

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Hallo wickedsick05,

welchem Zweck homosexuelle Handlungen im Tierreich dienen, wäre eine Frage an den Zoologen. Ob diese jedoch vom Anbeginn der Schöpfung an gottgewollt sind, sei einmal dahingestellt. Viele Dinge in der Natur haben sich im Laufe der Zeit verändert oder teilweise auch Fehlentwicklungen durchlaufen. Daher kann niemand mit Bestimmtheit sagen, ob Homosexualität unter gewissen Tieren zum ursprünglichen Vorhaben Gottes zählt.

Sollte es jedoch so sein, dass Gott manchen Tieren den Instinkt gegeben hat, homosexuelle Handlungen auszuführen, ließe das dennoch keine Rückschlüsse zu seiner Einstellung im Hinblick auf menschliches Verhalten zu. Der Mensch ist gem. der Bibel eben nicht bloß ein höher entwickeltes Tier, sondern eine eigenständige Schöpfung, "im Bilde Gottes" gestaltet (1. Mose 1:27).

Nur im Fall des Menschen kann von "Sitte und Moral" gesprochen werden. Wohl niemand käme auf die Idee zu sagen, bloß weil ein Raubtier seine Beute jagt und schließlich zerreißt, wäre es moralisch zu rechtfertigen, wenn jemand einen anderen tötet. Auch hier zieht man eine deutliche Trennungslinie zwischen Mensch und Tier. "Gut" und "böse", "moralisch" und "unmoralisch" sind Begriffe aus der Menschenwelt und lassen sich in keinem Fall auf tierisches Verhalten anwenden.

LG Philipp

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Ich tue nicht gerne die Tiere in dem Zusammenhang mit Homosexualität nennen.

Liebe unter Menschen-egal ob hetero oder homo ist nicht mit der Tierwelt zu vergleichen

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Viele führen gegen Homosexualität ebenfalls  das Argument an, dass Gott Adam und Eva erschaffen hat und nicht Adam und Adam oder Eva und Eva ! Doch Gott hat uns erschaffen und hat uns Gefühle gegeben. Ich bin der Meinung dass Gott die Menschen die schwul oder lesbisch sind, genauso akzeptiert wie die Menschen, die es nicht sind ! Mit den verschiedenen Religionen und deren Meinung habe ich mich noch nicht beschäftigt ... Trz denke ich dass Gott uns den lieben lässt, den wir nun mal lieben ob Frau oder Mann ! :)

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Kommentar von FehlerFrage
29.12.2015, 22:30

Was ein Müll.
Schwul sein in egal welchee Religion ist verboten.
Quelle: Alle Heiligenbücher

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Wieso wurde mein Kommentar gelöscht???

Ich schreibe es einfach nochmal und wenn es sein muss, noch viele male. Ich glaube nicht das Homosexualität eine Sünde ist.

Und mit dieser Meinung stehe ich nicht allein, nein, ein großteil der evangelischen Kirche vertritt diese Position. Auch wenn ich die Homo-Ehe ablehne, glaube ich das niemand etwas für seine Sexualität kann. Hier ein wichtiger Link, den ich gerne nocheinmal posten möchte: http://www.matthewvines.com/transcript/german/

Damit dieser Kommentar nicht schon wieder gelöscht wird, möchte ich gerne auf die in Deutschland geltende Meinungsfreiheit aufmerksam machen. Danke.

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Kommentar von Gambler2000
29.12.2015, 19:09

Wenn jemand etwas, gegen meine Meinung hat bitte schreiben, nicht gleich auf melden klicken. Und zur Info, ich bin Protestant.

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Kommentar von sarahj
30.12.2015, 15:50

das fände ich tatsächlich unerhört, wenn die Antwort (an der es nichts auszusetzen gibt) gelöscht wurde.

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