Frage von Verwirrt27, 61

Wie optimiere ich meine Wasserwerte im Aquarium ohne Chemie?

Hallo! Seit 6 Wochen steht das neue Aquarium fertig eingerichtet mit vielen Pflanzen nun schon hier. Ein paar Schnecken wurden mit den Pflanzen eingebracht, diese sammel ich jedoch immer ab. Nun habe ich ein Algenproblem seit 2 Wochen Kieselalgen und jetzt kommen auch schon diese grünen Pünktchenalgen an den Scheiben. Manuel entferne ich die Algen immer wieder, aber ich komme langsam gar nicht mehr nach. Auch die Pflanzen sind befallen. Vielleicht kann mir jemand sagen wie ich die Werte optimieren kann (am liebsten ohne irgendwelche Flüssigchemie) und so dem Algenproblem entgegenwirken kann aber auch für Fische, die ja noch kommen sollen, einen guten Lebensraum schaffen kann.

Becken: 54 L Boden: heller Sandboden stark bepflanzt Deko: ein Lochgestein, eine Felsnachbildung Besatz: seit gestern 2 Napfschnecken, und 4 Algenrennschnecken um die Algen wenigstens etwas einzudämmen.

Wasserwerte: (Tropftest) KH 3 PH 7,5 GH 5 Nitrit 0,1 Nitrat 15 Fe Eisen 0,03 CO2 4

Ich habe überlegt den PH Wert zu senken, jedoch weiß ich nicht genau wie. Irgendwie muss man doch den PH Wert etwas senken können und zugleich den CO2 Gehalt optimieren können und ggfl. das Wasser noch etwas aufhärten. Ich möchte mir für das kleine Aquarium keine Co2 Anlage kaufen, andere betreiben Ihre Aquarien ja auch ohne, habe jedenfalls noch nie eins mit so einer Anlage gesehen, bisher lese ich davon nur im Internet. Wir haben hier super Wasser, ganz weich. Es muss also auch ohne viel Chemie gehen. Pflanzen habe ich mir ausschließlich leicht zu pflegende, anspruchslose Pflanzen gekauft und die meisten davon sind schnellwachsend.

Filterung über Schwamm-Innenfilter (nicht sprudelnd, nur Oberflächenbewegung), auch hier bin ich unsicher ob das so richtig ist, möchte aber nicht durchs Einsprudeln noch mehr CO2 austreiben... hach... schwierig.

Kann mir jemand weiterhelfen?

Expertenantwort
von Daniasaurus, Community-Experte für Aquarium, 14

Hallo,

Ich finde es Schade, dass du Tiere gegen Probleme Einsetzt. Bitte setze niemals Tiere gegen Probleme ein die man leicht beseitigen kann. 

Rennschnecken Ernähren sich überwiegend von Algenaufwuchs, das heisst Theoretisch, dass die Algen bleiben müssen da die Schnecken sonst verhungern. Nicht alle kann man mit Spirulina und Gemüse Glücklich machen.

Dein Ph Wert hat gar nichts mit den Algen zu tun.

Kieselalgen entstehen bei einer Gestörten Mikroflora (nach der Einlaufphase verschwinden sie meisten selber), zu schwachem Licht, Direkter Sonneneinstrahlung, zu wenig schnellwachsenden Pflanzen oder zu hohem Silikatwert. 
Bekämpfung: Jeh nach Ursache Beleuchtung Aufstocken, mehr Schnellwachsende Pflanzen. Silikat entfernen:
Das Silikat kommt direkt aus der Leitung, jeh öfter du einen Wasserwechsel machst desto höher ist der Silikatwert. Da du aber Wasserwechsel machen solltest, eignen sich Osmose Anlagen oder Regenwasser mit denen du dein Leitungswasser verschneiden kannst.

Punktalgen: Entstehen durch zu wenig Co2 und Po4, zu wenig schnellwachsenden Pflanzen, zu viel direktes Licht.
Bekämpfung: Die Oben genannten Werte anheben, mehr schnellwachsende Pflanzen.

Sofern das Co2 nicht direkt neben dem Filter hängt brauchst du dir keine Sorgen zu machen, dass das Co2 direkt wieder Ausgetrieben wird.

Da du das Aquarium erst seit 6 Wochen hast denke ich, dass deine Einlaufphase sich sehr stark zieht. Du schreibst, dass du die Schnecken immer Entfernst. Schnecken sind die Regenwürmer des Aquariums. Vor allem wenn man Sand hat darf man nicht auf Turmdeckelschnecken verzichten. Sie graben sich im Boden ein und lockern ihn auf. So verteilen sie Mulm und es können sich keine Giftigen Gase bilden. Weder Turmdeckelschnecken noch Posthornschnecken vermehren sich stark wenn man nicht zu viel Füttert. Sie gehen auch nicht an Gesunde Pflanzen etc ran deswegen verstehe ich das Absammeln nicht. 

Übrigens härtet Lochgestein dein Wasser auf daher ist es Sinnvoll ihn Raus zu holen wenn du Wirklich dein Wasser weicher haben willst. Und Nitrit ist Giftig für Fische daher sollte er Konstant bei 0 sein.

Lg

Antwort
von Grobbeldopp, 20

Hi

Leider kann ich nichts zu deinem Algenproblem sagen. 

Jedoch etwas allgemein zu den Wasserwerten: Du brauchst dir nicht allgemein Gedanken zu machen, wie du das in ein für Fische geeignetes Wasser umformen willst. Es kommt speziell auf den Fisch an. Die Auswahl an Arten die man in deinem Wasser ohne jede Änderung pflegen kann ist sehr groß.

Insbesondere brauchst du dir, außer bei ganz wenigen Arten, keine Sorge um den pH zu machen, denn der ist nicht wirklich hoch. 

CO2 ist in deinem Wasser wenig vorhanden. Das heißt jedoch keineswegs automatisch schlechtes Pflanzenwachstum (bei anspruchslosen Arten) UND es gibt dabei wirklich KEINE MÖGLICHKEIT das zu ändern außer Vermeidung von CO2-Austrag durch zu starke Oberflächenbewegung oder Durchlüftung (ist ja nicht so, oder? oder eben doch CO2 Anlage

Ich empfehle dir also zunächst gar nichts zu machen und das Pflanzenwachstum noch länger auszutesten, im Zweifelsfall auch noch mit weiteren Arten, und bei Unzufriedenheit vielleicht doch über eine CO2-Anlage nachzudenken.

Ansonsten konzentriere dich darauf die Algen loszuwerden und such dazu Rat und probiere herum, und lass die Wasserhärte und den pH aus diesen Überlegungen heraus. Da gibt es keinerlei Problem (es sei denn bei ganz bestimmten Fischarten).

Antwort
von 19Manu85, 2

Hallo,

leider gibt es viel mehr Wasserwerte als die, die du angegeben hast. Algen können auch durch zu hohe Silikat, Eisen oder Phosphat-Werte entstehen.
Außerdem durch zu viel oder zu wenig künstlichem Licht oder direkter Sonneneinstrahlung.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ein Aquarium niemals reibungslos läuft ohne Osmose und CO2-Anlage.

Habe schon sehr viele Aquarien eingerichtet und betrieben, schon in der Kindheit. Damals natürlich mit geringem Budget und daher wollte ich immer auf Osmose- oder CO2-Anlagen verzichten. Aber irgendwann kommst du an den Punkt, wo du dich entscheiden musst entweder das Hobby aufzugeben oder in entsprechende Ausrüstung zu investieren.

Und warum sollte in ein 54l-Becken keine CO2-Anlage? Sogar Nano-Aquarien werden mit solchen betrieben.

Antwort
von Debby1, 10

Hallo,

was mich stört ist der Nitrit Wert, der sollte eigentlich nach 6 Wochen nicht über 0,025 liegen und Eisen ist ein bisschen zu wenig.

Durch ein hohen Silikat Wert können auch Algen kommen. Den PH Wert finde ich so wie er ist in Ordnung.

Auch ich kämpfe gerade mit Algen, was gar nicht so einfach ist, in meinem Aquarium fehlt zum Beispiel Kalium, Nitrat und Phosphat dafür habe ich Magnesium und Eisen genug drin, den Algen ist das egal, die nehmen was sie kriegen können, nur die Pflanzen brauchen alle diese Nährstoffe und wenn was fehlt, wachsen die nicht und verbrauchen auch  die vorhandenen
Nährstoffe nicht, Algen sind nicht so Anspruchsvoll und kommen mit den wenigen Nährstoffen auskommen. Du brauchst in Deinem Aquarium Nitrat, Phosphat, Eisen, Kalium, Magnesium und eventuell CO2.

Antwort
von unlocker, 28

der CO2-Gehalt ist wirklich niedrig, du könntest es mit einer Bio-CO2-Anlage (Eigenbau) versuchen, Hefe, Zucker, PET-Flaschen, ev. Paffrath-Schale zur Einleitung. Die Teile kosten fast nix. 

Kommentar von Verwirrt27 ,

Danke, super. Das versuch ich. Muss ich das dann dauerhaft machen oder reicht das einmalig?

Kommentar von unlocker ,

da du eh die Wasserwerte kontrollierst schau mal wie es sich entwickelt wenn die erste Flasche verbraucht ist. Mit Tortenguss hält das einige Zeit, und Co2 wird langsamer abgegeben. Ich habe das früher gelegentlich gemacht (bei einem 240er), als Paffrathschale habe ich einen umgedrehten Deckel einer Ferrero Rocher-Box genommen. http://www.aquaristik-spezial.net/index.php/Sonstiges/Paffrathschale-zur-Co2-Ein... Allerdings kein Loch gebohrt, sondern den Schlauch mit Saugnapf einfach so montiert dass die Blasen in dem Deckel landen. Den zuerst mal vor der Befestigung untergetaucht damit die normale Luft raus war. 

Kommentar von Grobbeldopp ,

Jegliche CO2-Düngung wirkt nur solange man sie durchführt. Das ist schnell verbraucht/ausgegast sobald die Düngung aufhört. Die einfachen Bio-CO2-Anlagen sind leider schwankend in der Menge an CO2 die sie abgeben. Ich empfehle sie deshalb nicht, es ist aber Geschmacksache.

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