Frage von MarliesMarina12, 32

Wie oft muss von einem Film ein Remake gedreht werden?

Es gibt doch einige Klassiker der Literatur und des Films die schon zig mal verfilmt wurden und immer wieder neu verfilmt werden . Also bekannte Geschichten von bekannten Autoren wie zb Carrie Heidi ,solche Klassiker die auf einem Buch basieren und mehrere Filme davon gibt.

Und immer wieder mach Regisseure ein neues Remake davon , mit anderen und neuen Schauspielern und neuer und moderner an die Zeit angepasst oder sie lassen es klassisch in der zeit wie es auch im Buch war. Warum macht man das aber ? Sind diese Remakes notwendig oder überflüssig und ist es um die Geschichte immer neu zu beleben und damit immer wieder neue Schauspieler die Möglichkeit bekommen das zu spielen und wollen sich die Regisseure auch beweisen und es besser machen und sich damit ein Denkmal setzen?

Oder weiteres Beispiel ist Filme wie Titanic Wie oft muss es also ein Remake geben und wann wird es wieder ein neues Remake von einem bekannten Filmklassiker geben? Es gibt auch große Unterschiede , manche Remakes sind Hollywood Meisterwerke und manche nur billige Kopien für das Fernsehen. Aber es gibt immer neue Regisseure und Schauspieler die den Stoff wieder neu beleben wollen.

Und das ist ja auch gut, denn es muss sich erneuern und man hat dann wieder mehr zum schauen und es gibt immer Unterhaltung. Und es werden auch Filme über so gut wie jedes Thema aus der Geschichte gedreht und über jede Katastrophe und über jeden Krieg. zb gibt es auch massig Filme über den Zweiten Weltkrieg oder den Vietnamkrieg meist aus den USA, aber auch Deutschland verarbeitet jetzt seine Geschichte mit solchen Kriegsfilmen.

Manche Regisseure wagen sich dann an solche Themen ran, aber an manche Themen wagen sich noch keine ran weil haben sie auch immer Angst, ob der Film dann auch gut ankommen wird?

Antwort
von regex9, 15

Es gibt verschiedene Motivationen, das zu tun. Geld, Herausforderung, Hommage, Auffrischung (wie Die Welle mit Jürgen Vogel, um das junge Publikum nochmal auf ein bestimmtes Thema aufmerksam zu machen), Neuinterpretation oder manchmal tatsächlich ... gar keinen (wie bei Carrie ... jedenfalls konnte es die Regisseurin im Interview meiner Meinung nach nicht wirklich begründen, sondern hat um den heißen Brei drumherum geredet -.-).

An für sich muss es nie ein Remake geben, es ist nur schön bei Filmen, die trotz einer guten Basis extrem miserabel umgesetzt wurden (z.B. Eragorn). Vielleicht brauchen einige Vorlagen auch ihre Zeit, bis sie erst wirklich umgesetzt werden können - sie es, aufgrund des passenden Schauspielers oder der notwendigen Technik (Bsp. Kong - obwohl der alte Schwarz-Weiß-Film natürlich auch seinen Reiz hat^^).

Bezüglich deines letzten Abschnitts: Zum Teil soll es wohl zur Verarbeitung bestimmter Historie dienen (gerade bei deutschen Filmen), allerdings spielt da auch wieder viel Vermarktungswille mit.

Bei einigen Filmen kann man sagen, dass sie als eine Schnittstelle für jüngere Menschen dienen soll, damit diese in bestimmte Thematiken (wie den 2. WK) besser einsteigen können, ohne sich zu langweilen. Das ist auch wichtig, um schreckliche Taten in Erinnerung zu behalten und in Zukunft nicht wieder gleiche Fehler zu begehen. Es ist ein Mittel, Probleme neu in den Fokus zu rücken und Kritik an der Gesellschaft zu üben. Um nochmal das Beispiel Die Welle zu nutzen: Wenn man sich die alte Verfilmung anschaut, wird man es als junger Mensch abtun, als etwas, was mal damals war. Es verliert sich der Bezug zu heute. Die neuere Verfilmung hingegen katapultiert die Story nochmals in die Gegenwart, das Publikum hat einen besseren Bezug.

Ob der Film gut ankommen wird, kann man oft nicht im Voraus sagen, Erfolg ist nicht gänzlich planbar. Aber man wird im Vorfeld viel dafür tun, dass es kein Misserfolg wird. Wie viel Geld der Regisseur schließlich für den Film bekommt, den er drehen möchte, entscheidet meist das Filmstudio. 

Expertenantwort
von knallpilz, Community-Experte für Film, 15

Die Leute, die für die Kosten aufkommen und verständlicherweise dann auch damit Geld verdienen wollen, werden das oft machen, um eben Geld zu verdienen.

Die beteiligten Künstler werden das machen, weil sie der Stoff interessiert. Die wenigsten arbeitenden Künstler können sich wie Tarantino komplett selber aussuchen, was sie als nächstes machen. Wenn man also angeboten bekommt, ein Remake zu...keine Ahnung...The Manchurian Candidate zu drehen, sagt man sich auch als Querkopf Jonathan Demme "cool, wieder ne Chance, einen Film zu drehen, und ne gute Story ist bereits da...". Egal ob eine andere, meinetwegen auch qualitativ hochwertige Version dieses Werks (im selben Medium) schon mal dagewesen ist.

Bei Autorenfilmern wird das eher nicht der Fall sein, da sowas wie beispielsweise Pulp Fiction nur in die Hose gehen kann. Es gibt halt Sachen, die deshalb funktionieren, weil ein bestimmter Typ sich das alles ausgedacht und inszeniert hat, so wie er das für richtig gehalten hat.

Dass es auch offiziell als ein Remake gehandelt wird, ist am ehesten ein Indiz dafür, dass man sich verspricht, mit der bestehenden Marke oder dem bestehenden Namen und was Leute damit verbinden schon ein gewisses Grundpublikum gewonnen zu haben. Es gibt ja auch Filme, die anderen, älteren Filmen sehr stark ähneln (mit Absicht), aber kein Remake sein wollen und auch sonst vom Stil her sehr anders sind.

Bei Im Schatten des Zweifels (1946) ist mir aufgefallen, dass der Plot sehr stark dem von Stoker (2013) ähnelt.
Oder als ich Notorious (1942) gesehen hab, kam mir die erste Hälfte des Plots extrem bekannt vor, weil ich Mission Impossible 2 kannte.
Finde ich auch total legitim, bereits bestehende, gute Geschichten in einem neuen Kontext nochmal zu ertzählen. Originell ist sowieso so gut wie nie etwas, weil es eigentlich alles schon einmal gegeben hat.

Wenn man aber deshalb ein Remake macht, weil man will, ein neuer "RoboCop" ebenso gut ankommt wie der alte, will man natürlich nicht zu sehr davon abweichen. Kenne das Remake aber nicht.
Viele Remakes, die ich kenne, sind allerdings schon anders als der Vorgänger. Total Recall von 2012 zum Beispiel hält sich streng an das Buch im Gegensatz zu der Verfilmung von 1990. Bei "True Grit" ist wohl dasselbe der Fall (kenne die erste Verfilmung aber nicht).
"Dredd" ist ein ganz anderer Film als "Judge Dredd". Ein deutlich besserer obendrein. :D
"The Departed" ist meiner Meinung nach tausendmal besser und tiefgründiger als das Original.
Scarface wurde auch ein neues Element verpasst (Diese ganze Immigranten-Story), damit der Film was Eigenes hat.
Hitchcocks "Der Mann der zuviel wusste" (1956) ist auch ein Remake von einem seiner eigenen Filme von 1934, der aber nur vom Grundaufbau her gleich ist. Stimmung und Setting sind komplett anders.

Ich weiß nicht, was bei all diesen Filmen jeweils die Motivation war, sie zu machen, finde es aber gut, dass sie gemacht wurden. Und wenn ein Remake mal in die Hose geht, wie bei "The Thing", ist das kein Grund, alle Remakes zu verteufeln. Einen Film, der wegen seiner Effekte geliebt wird, mit hässlichen Standard-CGI-Dingern nachzumachen ist aber auch keine Glanzidee. :D

Kommentar von LeFonque ,

sehr ausführlich, ich stimme dem zu. Mich würde jetzt interessieren, wie du dem Reboot/Remake von Ghostbusters stehst.

Kommentar von knallpilz ,

Hab's nicht gesehen, interessiert mich auch nicht.
Ghostbusters war nie wirklich mein Ding. Hab's als Kind nie geguckt, erst als ich Mitte 20 war, und da fand ich's ganz nett, aber unbesonders. Kann mich da sowieso kaum noch dran erinnern.

Was ich gehört habe, ist, dass der Film krampfhaft versucht irgendwie kultig zu sein, die Figuren wahnsinnig oberflächlich sind (Leslie Jones, als laute Schwarze, Chris Hemsworth als fast geistig behindert wirkender Idiot) und der Film halt irgendwie leer ist. Was mich bei Paul Feig nicht überrascht. Seine letzten drei Filme waren halt so dahingeklatsche Impro-Comedy, warum sollte das hier anders sein. :D

Antwort
von Aria0, 18

Jedes Remake bringt Geld, da Fans des alten Filmes o. der Story da meist reingehen werden. Bei Remakes wird es sich außerdem gespart sich eine komplett neue storyline zu überlegen. Außerdem wird die Geschichte aber natürlich auch wieder einer neuen Generation nähergebracht (war ein Argument der Filmmacher für den neuen Ghostbusters)

Kommentar von knallpilz ,

Das Argument wundert mich aber eigentlich immer.
Filmfans, die einen Film lieben, lehnen Remakes ja in der Regel kategorisch ab.
Mich interessiert ein neuer RoboCop nicht, nur weil RoboCop draufsteht. Wenn ich mir den Trailer anschaue und das macht alles einen uncoolen Eindruck, interessiert mich der Film auch nicht weiter. Als Verhoeven-Fan gucke ich mir nicht etwas an, was im Prinzip genauso wie die alte Version ist, nur diesmal nicht von Verhoeven, dadurch also nur schlechter sein kann. :D
Bei Total Recall allerdings hat mich das Remake interessiert, weil nicht der Film neu aufgegossen, sondern die Romanvorlage einfach neu verfilmt wurde. Diesmal ohne irgendwelches Mars-Gedöns und näher an der Vorlage dran.

Antwort
von LeFonque, 17

Warum? Geld!

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