Frage von artepxyz, 33

Wie oft muß man mit Mietern gemeinsam die BK-Abrechnungen durchsprechen. Einmal hatten wir alle Fragen geklärt. Jetzt bitten sie um einen neuen Termin. ?

Muss ich, wie oben beschrieben, solch einen Termin wahrnehmen oder reicht es, wenn ich Beleg Kopien (kostenpflichtig) zur Verfügung stelle. Mir scheinen diese Termine nur eine Hinhaltetaktik zu sein. Dieses mal geht es wohl um Müllentleerungsgebühren. Von der 2. Mieterin weiß ich noch nicht, was Sie will. Vor 14 Tagen war ich bei besagten Mietern und da haben wir Punkt für Punkt die Abrechnung durchgesprochen. Wassergebühren habe ich dann nochmal geändert, denn ich hatte die Grundgebühren nicht gesondert berechnet (alles als Verbrauch). Da hattendie Mieter Recht, das habe ich geändert. Aber ich habe jetzt nicht vor, alle paar Tage hin zu gehen und neu zu besprechen. Möchte allerdings auch Frieden mit den Mietern haben. Aber irgendwie will ich mich auch nicht immer wieder i hinbestellen lassen.

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Antwort
von ChristianLE, 33

Aber ich habe jetzt nicht vor, alle paar Tage hin zu gehen und neu zu besprechen.

Du musst nirgendwo hingehen. Vielmehr haben die Mieter das Recht auf Einsicht in die Originalbelege bei Dir.

Grundsätzlich musst Du auch nichts erläutern. Die Abrechnung sollte ja verständlich sein, oder?

Wenn die Mieter ein Verständnisproblem haben, sollten sie die Abrechnung von jemandem prüfen lassen, der sich damit auskennt.

Ich fürchte einfach mal, dass deine Mieter "Blut geleckt haben", nachdem Du dich bei einer Kostenposition offensichtlich schon geirrt hast.

Da Du die Grundgebühren der Wasserrechnung falsch umgelegt hast, hoffen die Mieter vermutlich, dass Du auch bei den Grundgebühren der Müllabrechnung ein Fehler vorliegt.

Im Übrigen müsste eine Forderung aus Betriebskostenabrechnungen auch dann beglichen werden, wenn ein Widerspruch eingereicht worden ist. Hier muss der Mieter dann notfalls unter Vorbehalt zahlen.

Kommentar von albatros ,

Da Du die Grundgebühren der Wasserrechnung falsch umgelegt hast,

Nein, keineswegs ist das falsch gewesen und auch kein zu berichtigender Mangel. Die Grundgebühr für Frischwasser wird in der Regel mit dem Verbrauch kostenmäßig anteilg umgelegt. Getrennte Berechnung wäre gerechter, bisher hat aber der BGH dazu noch nicht abschließend geurteilt. Derzeitige Verfahrensweise bedeutet, dass wer mehr Wasser verbraucht, auch einen größeren Anteil der Grundgebühr (für den Hauptwasserzähler) zahlen muss.  Der Vermieter ist (noch) nicht verpflichtet, getrennt abzurechnen. Demzufolge also kein Fehler, sondern gängige rechtskonforme Praxis.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 17

Es reicht wenn man Einsicht in die Unterlagen gewährt oder man z.B. gegen eine Gebühr Kopien der Unterlagen dem Mieter gibt.

Der kann dann die Unterlagen prüfen oder prüfen lassen und ggf. Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung einlegen.

Antwort
von DerHans, 28

Durchsprechen musst du das überhaupt nicht.

Du bist aber verpflichtet eine nachvollziehbare Abrechnung zu erstellen, die nicht nur von einem Rechtsanwalt gelesen werden kann.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 19

Die Grundgebühr für Frischwasser wird in der Regel mit dem Verbrauch kostenmäßig anteilig umgelegt. Getrennte Berechnung wäre/ist gerechter, bisher hat aber der BGH dazu noch nicht abschließend geurteilt. Derzeitige Verfahrensweise bedeutet, dass wer mehr Wasser verbraucht, auch einen größeren Anteil der Grundgebühr (für den Hauptwasserzähler) zahlen muss.  Der Vermieter ist (noch) nicht verpflichtet, getrennt abzurechnen. Demzufolge also kein Fehler, sondern gängige rechtskonforme Praxis.

Was nun den Einsruch betrifft, bist du nicht verpflichtet (ausdrücklich so in der Rechtsprechung bestätigt), Erläuterungen zu den angeblichen Mängeln der Abrechnung zu tätigen. Durch die Möglichkeit der Einsichtnahme in die Originalbelege bzw. die Zusendung kostenpflichtiger Kopien davon kommst du als Vermieter deinen Verpflichtungen ausreichend nach. Wenn Mieter das Metier nicht beherrschen, müssen sie halt einen kompetenten Helfer in Anspruch nehmen (RA oderMieterverein).

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