Frage von kinderpfleger, 66

wie oft darf mich der arbeitgeber an einem als krank gemeldeten tag anrufen um nach der arbeitsfähigkeit am darauffolgenden zu fragen?

Also ich hätte ursprünglich Mo., Di, Mi. Spätdienst gehabt, stürzte allerdings Montag Nacht gegen 4:00 Uhr. Da ich mir so stark den Rücken verrenkt hatte das ich mich kaum bewegen konnte meldete ich mich bereits um 6:00 Uhr für den Spätdienst (Beginn 13:00) krank. Als ich nun um 16:00 Uhr wach wurde hatte ich insgesamt 10 Anrufe in Abwesenheit vom Arbeitgeber (beginnend ab 11:00 Uhr), welcher nach meiner Arbeitsfähigkeit am folgenden Tag (Dienstag) Bescheid wissen wollte. Da es nicht besser war meldete ich mich dann auch für den Dienstag krank. Dienstags war es dann der gleiche Ablauf mit 10 - 11 anrufen ab ca. 11 Uhr morgens, wie es mit meiner arbeitsfähigkeit am mittwoch aussehen würde. Da es meiner meinung nach bis Mittwoch zum Spätdienst wieder bezügl. Schmerzen wieder gehen würde meldete ich mich Dienstags gegen 16:00 uhr für den Mittwochsdienst gesund. Als ich mittwochs erschien war das erste was mein direkter Vorgesetzter mir mitteilte, dass ich mich so falsch verhalten hätte, dass es ein Mitarbeiter Gespräch geben müsse wegen zeitnaher bzw. nicht rechtzeitig erfolgter krank/gesund Meldung und er war auch ziemlich sauer. Nun ist meine Frage ob es erstens rechtens ist seitens des Arbeitgebers einen solchen (meiner Meinung nach) Telefonterror mit 1-2 Anrufen pro Stunde zu veranstalten um meine Arbeitsfähigkeit für den nächsten Tag zu erfahren und in wie weit dann ein solches Mitarbeiter Gespräch arbeitsrechtlich ein zu sortieren ist. Ich kann verstehen dass der Arbeitgeber bei unserer knappen Besetzung (Pflege / Erziehungsdienst in Psychiatrie) so früh als möglich diese Info benötigt, fühle mich aber absolut gegängelt und massiv unter druck gesetzt.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo kinderpfleger,

Schau mal bitte hier:
Arbeitsrecht Krankmeldung

Antwort
von Parhalia, 32

Sagen wir es mal grundlegend so, fass Du mit Deiner Krankmeldung an sich alles richtig gemacht hast und Dein Arbeitgeber dann auch kein Anrecht darauf hat, Dich zur vorzeitigen Arbeitsaufnahme der in der AU genannten Dauer zu zwingen.

Du DARFST zwar von Dir aus gegen die ärztliche Empfehlung früher als attestiert wieder zur Arbeit erscheinen, aber Du MUSST es nicht. Und den Telefonterror DARFST Du in dem von Dir beschriebenen Fall auch getrost ignorieren.

AUS DIESEM Grund kann er Dich dann auch nicht ( fristlos ) kündigen, da Deine Krankmeldung ja formal absolut rechtzeitig und korrekt erfolgte. Eine ordentliche ( fristgerechte ) Kündigung könnte aber dennoch folgen und ggf. auch Erfolg haben, wenn der AG dann zumindest betriebliche ( wirtschaftlich ) wichtige / zwingende Gründe dazu anführen könnte. ( insbesondere bei Betrieben unter 10 Angestellten )

Aber DAS wäre Dir nach o.g. Argumenten dann nicht als eigenes Verschulden anzulasten.

Das ist jetzt die rein rechtliche Seite.

Antwort
von beast, 37

Deinem Chef würde ich rotzfrech an die Birne knallen, ob er er vorhersehen kann ab wann er wieder arbeitsfähig ist, wenn er krank ist. Zu weiteren Diskusionen wäre ich nicht bereit.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Genau DAS ist aber Pflicht des Mitarbeiters die voraussichtliche Dauer der Erkrankung unverzüglich mitzuteilen...

Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz)
§ 5 Anzeige- und Nachweispflichten

(1) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die

Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich

mitzuteilen.

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