Frage von kathi0506, 90

Wie nimmt mein Hund mich ernst?

Hallo. Ich habe einen 3 jährigen Rüden. Langsam ist es mir ehrlich peinlich mit ihm. Meistens gehe ich mit ihm Gassi. In letzter Zeit kommt es vor, dass er nicht mehr auf mich hört. Also wenn ich rufe zum Beispiel. Wenn mein Mann dabei ist, sage ich manchmal er soll ihn rufen, dann ist er sofort da. Als würde er mich nicht ernst nehmen. Auf meine Notsignale achtet er aber. Wenn ich zb. Sage "Pass auf", ist dass das Signal dafür, dass er sofort zur Seite gehen soll weil ein Radfahrer kommt. Das funktioniert dann wieder ohne Probleme. Ich denke, er nimmt mich nicht ernst, aber was kann ich dagegen tun? Ich bin kein Freund von Bestrafung, vielleicht denkt er deshalb, dass er bei mir alles tun kann?

Antwort
von inoukhusky, 47

Übe weiter und auch mit Leckereien, ABER schlage keinen ernsteren Ton an denn sonst lernt der Hund wenn du beim ersten oder auch noch zweiten Mal das Komm Her oder was auch immer normal sagst und dann strenger dann denkt sich der Hund so lange Frauchen normal redet brauch ich eh nicht zu kommen sondern erst wenn der Tonfall ernster wird, man sollte immer mit seinem Hund in einer neutralen Tonlage sprechen

Antwort
von Flauschy, 36

Du musst den Rückruf konsequent üben mit deinem Hund. Also Schleppleine dran, bei Nichtbefolgen des Abrufs entweder auf die Leine treten oder leicht (!) an der Leine ziehen.

Hunde reagieren bei jeder ihrer Bezugspersonen anders und der Abruf ist immer besonders schwierig zu lernen.

Bestraft dein Mann euren Hund?

Kommentar von kathi0506 ,

Das werde ich probieren. Mein Mann wendet keine Gewalt an. Er wird halt im Ton bestimmender. Bei mir funktioniert das aber zu 90% einfach nicht.

Antwort
von Philsenator, 51

Kommt drauf an in welche Richtung die Bestrafung geht. Körperliche Gewalt ist (außer wenn der Hund dich angreift) kein Mittel. 

Ignorieren, laut werden usw geht immer.

Versuch mal, Dominanz gegenüber dem Hund auszustrahlen. Und sei dir sicher in dem was du sagst und tust, Hunde spüren Unsicherheiten

Antwort
von Jerne79, 21

Das hat weniger mit mangelnder Bestrafung als vielmehr mit wahrscheinlich mangelnder Konsequenz zu tun. Dein Mann tritt vermutlich bestimmter und konsequenter auf, das macht ihn für den Hund zu einer Person, an der er sich orientieren kann und bei der es sinnvoll ist, auf sie zu hören.

Was du tun kannst: Bindungsarbeit mit dem Hund betreiben, mehr mit dem Hund trainieren, positive Verstärkung und bei all dem konsequent bleiben. Bis das alles richtig sitzt, solltest du die meisten Aufgaben um den Hund herum übernehmen: Füttern, Spaziergänge, Training. Wenn der Hund generell schon gewillt ist, auf deinen Mann zu hören, wird er sein Verhalten dir gegenüber sicher schnell ändern.

Kommentar von kathi0506 ,

Was bedeutet Bindungsarbeit genau? Das Füttern, Gassi gehen, die sonstige Pflege und das Training übernehme ich schon zum größten Teil. Also mein Mann ist kein Gassi gehen. Wenn er ein mal in der Woche gassi geht ist das schon gut. Das verletzt mich teilweise auch. Weil ich ja eigentlich die "Hauptperson" für den Hund sein sollte, aber er orientiert sich immer mehr an meinem Mann.

Kommentar von Jerne79 ,

Bindungsarbeit ist das, was dazu führt, dass der Hund das Gefühl hat, sich auf dich verlassen und sich an dir orientieren zu können. Arbeite mit ihm, belohne ihn. Mach kein Theater um ihn, kurze, klare Kommandos, belohnen, wenn er kooperiert, ignorieren, wenn er es nicht tut.

Sei spannend für den Hund, gestalte eure Spaziergänge entsprechend. Nicht einfach nur rumlatschen, Haufen machen, heimgehen, dazwischen vielleicht einen Ball werfen. Macht Dinge zusammen, Suchspiele, Schnüffelspiele. Übt Leinenführigkeit. Wenn sonst wenig passiert, füttere eine Weile ausschließlich aus einem Futterbeutel als Belohnung. Schaff einen Anreiz, warum der Hund mit dir arbeiten muss, falls das gemeinsame Agieren nicht interessant genug ist.

Schau, ob er unterwegs Blickkontakt zu dir aufnimmt. So erkennst du, ob er sich an dir orientiert.

Du musst aber auch erkennen, ob du ihn animierst oder er dich. Generell ist dein Timing sehr wichtig.

Wenn der Hund Angst hat oder Streß, nimm ihm die Entscheidungen ab, indem du ihm eine Alternative anbietest. Fuß, Sitz, was immer gerade sinnvoll ist. Aber dieses Vertrauen musst du dir eben auch erarbeiten.

Wenn du selbst nicht so recht weißt, was du tun sollst, such dir eine gute, gewaltfrei arbeitende Hundeschule oder einen guten Trainer.

So oder so, du wirst eine Menge mit dem Hund arbeiten müssen, damit eure Beziehung wieder umschlägt.

Antwort
von BurcakHajabi, 41

Vielleicht warst du nicht konsequent genug in der Erziehung, andererseits denke ich auch der Ton macht die Musik. Viele Hunde brauchen einen ernsteren Tonfall, als Mann bekommt man das aufgrund der tieferen stimme glaube ich leichter hin. Du solltest ab jetzt konsequenter sein und trainieren, denn zu spät ist es nicht. Die Bestrafung für nicht hören sollte höchstens Ignoranz sein, denn alles andere macht nur die Bindung kaputt und ist nicht wirklich hilfreich. Geh einfach mit einer langlaufleine raus und üb öfter den rückruf und schön mit leckerlis arbeiten, dann wird das schon wieder! Gib die Hoffnung nicht auf!

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